In „Mission: Impossible – Rogue
Nation“ bekommt es Agent Ethan Hunt und sein Team mit der Terrororganisation
„The Syndicate“ zu tun. Diese hat es sich zur Aufgabe gemacht die IMF
(Impossible Mission Force), Hunts Arbeitgeber, zu zerstören. Um dies in die Tat
umzusetzen ist der Organisation jedes Mittel recht und gut vorbereitet, wie
ausgestattet sind sie dafür auch. Kein Wunder, denn ein rachsüchtiger Bürokrat
aus Washington hat seine Finger mit im Spiel. Teil 5 erscheint bei uns am 6.
August. Mit dabei sind alte Bekannte wie Simon Pegg, Jeremy Renner und Ving
Rhames. Neu dabei sind Sean Harris, Simon McBurney und Alec Baldwin. Das
Drehbuch stammt von Drew Pearce („Iron Man 3“). Viel Spaß mit dem ersten,
deutschen Trailer.
Fakten: Magic in the Moonlight
USA. UK. 2014. Regie und Buch: Woody Allen. Mit: Colin Firth, Emma Stone, Jacki
Weaver, Hamish Linklater, Eileen Atkins, Simon McBurney, Marcia Gay Harden,
Erica Leerhsen, Lionel Abelanski u.a. Länge: 98 Minuten. FSK: freigegeben ohne
Altersbeschränkung. Ab 16. April auf DVD und Blu-ray erhältlich.
Story: Die Côte d’Azur in den 1920er Jahren: Illusionist Stanley soll der
vermeintlichen Wahrsagerin Sophie das Handwerk legen. Diese zieht den
abergläubischen Reichen schon seit einiger Zeit das Geld mit ihren Wahrsagungen
und Prophezeiungen aus der Tasche. Stanley schleicht sich in die High Society
ein, verfällt dort aber nicht nur dem Leben im Luxus, sondern auch der hübschen
Sophie.
Meinung: Hat Woody Allen denn nun wirklich seinen Drive verloren? Ruht sich der
Künstler, dem wir Meisterwerke wie „Manhattan“, „Innenleben“ und „Hannah und
ihre Schwestern“ zu verdanken haben, inzwischen einzig auf seinem renommierten
Ruf aus und agiert in seinem Spätwerk auf Autopilot? Möchte es sich der
passionierte Neurotiker, der in Brooklyn aufgewachsene Intellektuelle, nicht
einmal mehr selbst beweisen, dass er noch zu wahren cineastischen Sternstunden
in der Lage ist? Die internationale Rezeption versucht uns nur zu gerne davon
in den Glauben zu versetzen, dass sich Woody Allen doch endlich in den
Ruhestand begeben soll, anstatt uns mit seinem touristischen Blick auf
europäische Metropolen zu narkotisieren. Aber all der despektierliche Sermon
ist natürlich Unsinn: Woody Allen ist nach wie vor ein großartige Regisseur und
Drehbuchautor, ihn hat zwar größtenteils die Lust dahingehend verlassen, die
Abgründe und Diskrepanzen innerhalb zwischenmenschlicher Geflechte
freizuschaufeln, für schwereloses Sommerkino sorgt der Mann indes nach wie vor
in unumstößlicher Verlässlichkeit.
Stanley misstraut Sophie noch
Ab und zu schleichen sich dann und wann noch etwas bedrückendere Stoffe wie etwa
„Cassandras Traum“, „Match Point“ oder zuletzt „Blue Jasmine“ in das Schaffen,
Woody Allens sonnengeflutete Städtetour aber steht vor allem unter einem
entspannten, einem besonnenen Emblem. Und sein neustes Werk „Magic in the
Moonlight“, vortrefflich in den Hauptrollen mit Colin Firth („Kingsman – The
Secret Service“) und Emma Stone (Birdman (oder die unverhoffte Macht der
Ahnungslosigkeit) besetzt, stellt im Konnex zu „Vicky Cristina Barcelona“,
„Midnight in Paris“ oder „To Rome With Love“ keine Ausnahme dar. Woody Allen
ist indes auch freilich an dem Punkt angekommen, an dem er es sich mehr als nur
erlauben darf, mit Selbstzitaten zu hantieren und charakteristische Topoi zu
recyclen. In „Magic in the Moonlight“ schlüpft Colin Firth in die Rolle eines Illusionisten,
der auf der Bühne als Wei Ling Soo ganze Elefanten verschwinden lässt, hinter
der Bühne aber mit seiner Aversion gegenüber übersinnlichen Theorien geradezu
hausieren geht.
Noch genießt nur Sophie das Leben in Frankreich
Und da ist die erste Szene von „Magic in the Moonlight“ selbstverständlich
selbstreflektorisch zu deuten: Wei Ling Soo zieht sich hinter die Kulissen
eines Berliner Varieté zurück und aus ihm schält sich der stetig lamentierende
Stanley – Eine Variation des Alter Ego Woody Allens. Von seinem Kollegen und
langjährigen Kumpanen Howard (Simon McBurney) mit dem Auftrag gesattelt, im
Frankreich der späten 1920er Jahre die (vermeidliche) Hochstaplerin Sophie zu
entschleiern, macht sich Stanley auf den Weg an die Cote d'Azur. Woody Allen
hat sich Zeit seines Künstlerdaseins immer mal wieder mit Illusionen,
Hokuspokus, Paranormalität und in gewisser Weise auch Okkultismus beschäftigt;
das Fazit, welches Allen in „Magic in the Moonlight“ letztlich zieht, fällt
versöhnlicher denn je aus. Die von allen Seiten bejubelte Spiritisten Sophie
vernimmt unentwegt mentale Schwingungen, Stanley, Zyniker durch und durch,
straft das Ganze schnell als 'theatralischen Dünger' ab, ist als er sturer
Rationalist doch freilich felsenfest von der an der Riviera aufgefahrenen
Scharlatanerie überzeugt: „Dieses Verhaltet spottet jeder Vernunft“, wiederholt
er immerzu.
Bis auch er eine Art Epiphanie spendiert bekommt und gar dazu gezwungen
scheint, seine festgefahrene Weltanschauung noch einmal zu überdenken. Woody
Allen wäre natürlich nicht Woody Allen, wenn nicht irgendwo doch noch ein
Kurswechsel warten würde. Was ihm mit „Magic in the Moonlight“ aber wirklich
wunderbar gelingt, ist die Verdeutlichung, dass die Liebe immer synonym für die
Magie steht: Egal, wie sehr sich Stanley auch auf wissenschaftliche Belege
erpicht, die Liebe selbst muss als Irrationalität angenommen werden, anstatt
zwanghaft den Trick, den doppelten Boden, die gezinkten Karten dahinter zu
suchen. „Magic in the Moonlight“ ist genau die erschwingliche, von idyllischen
Postkartenmotiven gesäumte Fingerübung, wie sie dieser Tage in dieser
schlafwandlerischer Souveränität wohl nur unter Allen'schen Banner vollbracht
werden. Das mag alles nicht mehr die durchschlagende Klasse früherer Hochzeiten
besitzen, ist aber immer noch so charmant und geistreich, dass es töricht wäre,
Woody Allen nur noch als 'Schatten seiner selbst' zu denunzieren. Wenn verträumtes
Kino, dann doch bitte so.
Fakten: Die Entdeckung der
Unendlichkeit (The Theory of Everything)
Vereintes
Königreich. 2014. Regie: James Marsh. Buch: Anthony McCarten. Mit: Eddie
Redmayne, Felicity Jones, Charlie Cox, David Thewlis, Harry Lloyd, Simon
McBurney, Abigail Cruttenden u.a. Länge: 123 Minuten. FSK: Ohne Altersbeschränkung
freigegeben. Im Kino.
Story: „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ erzählt die Geschichte von Stephen
Hawking (Eddie Redmayne) und seiner Frau Jane (Felicity Jones). Nachdem der
geniale, junge Student Stephen an der Uni bereits großes Ansehen besitzt,
freundet sich der schüchterne Mann mit der attraktiven June an. Mit der Zeit
lernen sie sich trotz der ersten Anzeichen von Stephens Krankheit lieben. Doch
der körperliche Verfall ist auch eine große Belastung für die beiden und stellt
das junge, lebensfrohe Paar vor eine gigantische Aufgabe.
Meinung: Der Film beginnt mit
verschwommen-leuchtenden Bildern und einer fröhlichen Klaviermusik, bevor wir
ihn bereits zum ersten Mal sehen. Stephen Hawking (Eddie Redmayne) fährt wie
wild auf einem Fahrrad und wird uns sofort als durch und durch sympathische Hauptfigur
eingeführt. Zwar etwas verschroben, aber ein Sympathieträger. Überhaupt
vermittelt der Film dem Zuschauer gute Laune. Gespickt mit angenehm erwachsenem
Humor säuselt er uns eine schöne Melodie ins Ohr, die wir den ganzen Tag nicht
mehr aus dem Kopf bekommen wollen. Ob es der strahlende Stephen Hawking ist,
die hübsche und zurückhaltende Freundin und spätere Ehefrau Jane, die wundervollen
Bilder des Films oder die witzigen Nebenfiguren, unter anderem David Thewlis,
Charlie Cox, Maxine Peake oder Simon McBurney, in der Gesamtkomposition ist der
Film ein Feel-Good-Movie vor realem Hintergrund geworden, in den wir uns
einkuscheln wollen.
Jane und Stephen am Anfang einer großen Liebe
Gerade
bei diesem Film liegt es aber an zwei Faktoren: Es ist die Show zweier
fantastischer Schauspieler, Felicity Jones und Eddie Redmayne. Jones, die
bereits in „Like Crazy“ auf sich aufmerksam machte, spielt die hingebungsvolle
Ehefrau mit einer außerordentlichen Leidenschaft, ohne dabei aber die große
Last zu vergessen, die die Krankheit für sie und ihre Ehe bedeutet. Auch die
Zwiespältigkeit zwischen Verpflichtung, Zuneigung und Liebe stellt sie sehr gut
dar. Ihren Namen wird man sich für die Zukunft merken müssen. Getoppt wird
diese Leistung jedoch von Eddie Redmayne. Er scheint den genialen
Wissenschaftler nicht nur zu spielen, sondern sich völlig in ihn verwandelt zu
haben. Eine außergewöhnliche Performance, die er hier bietet. Das kommt zwar
nicht von ungefähr, hat er doch unter anderem schon in Filmen wie „Les
Misérables“ oder „My Week with Marilyn“ sein großes Talent unter Beweis
gestellt, doch als Hawking ist er in neue Dimensionen vorgestoßen. Der Blick,
die Körperhaltung – es wirkt wahnsinnig authentisch. Der echte Hawking hätte
sich wohl nicht besser spielen können.
Trotz Krankheit behält Stephen seine Lebensfreude
Ansonsten ist der Film eine schöne Filmbiographie geworden, die ihr Auge
besonders auf das Eheleben und die mit der Krankheit einhergehenden
Komplikationen wirft und die wissenschaftlichen Errungenschaften Hawkings nur
am Rande streift. Eine ungewöhnliche, aber ehrliche Liebesgeschichte mit Höhen
und Tiefen. Dabei spielt die Frage nach dem Glück eine wichtige Rolle. Glück
für Stephen UND Jane. Dass dabei die Krankheit Hawkings nicht für allzu
sentimentale Ergüsse ausgenutzt wird, kann dem Film nicht hoch genug
angerechnet werden, die kommen eher in der Liebesbeziehung zwischen Jane und
Stephen zum Vorschein. Obwohl der Film sich zumindest bei der Krankheit also
zurückhält, sind auch hier die typischen Stereotype des Liebesfilms vorhanden.
Da wären der schmalzig-schöne Soundtrack Johan Johannssons (Prisoners), die
warmen, leuchtenden Bilder, die strahlenden Gesichter, ein paar Seufzer. Ja,
ein bisschen verfängt sich der Film schon in den typischen Klischees. Aber er
tut es auf eine sympathische Art und Weise, der man einfach nicht böse sein kann.
Insgesamt ist „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ eine Mischung aus
dokumentarischer Filmbiographie und emotionalisierender Liebesgeschichte
geworden, die zwar ohne große filmische Überraschungen daherkommt, aber mit
schönem Soundtrack, fantastischen Darstellern, warmen Bildern und einer
herzlichen Liebesgeschichte aufwarten kann. Wer sich darauf einlässt, der wird
mit einem Film belohnt, der im Zuschauer ein wunderbar wohliges Gefühl auslöst.