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Review: PHANTASTISCHE TIERWESEN UND WO SIE ZU FINDEN SIND – Ein neues verzaubertes Kapitel

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Fakten:
Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (Fantastic Beasts and Where to Find Them)
GB/US, 2016. Regie: David Yates. Buch: J.K. Rowling. Mit: Eddie Redmayne, Katherine Waterston, Dan Fogler, Alison Sudol, Colin Farrell, Ezra Miller, Carmen Ejogo, Samantha Morton, Jon Voight, Johnny Depp, Ron Perlman u.a. Länge: 132 Minuten. FSK: Freigegeben ab 6 Jahren. Im Kino.


Story:
Newt Scamander ist ein britischer Zoologe mit magischen Kräften und befasst sich Anfang des 20. Jahrhunderts in New York mit der Erforschung und Systematisierung magischer Kreaturen. Dafür scheut er keine Mühen und erlebt auf seinen Reisen so manches gefährliche Abenteuer. Im New York des Jahres 1926, wo Zauberer ihre Offenbarung vor der Muggel-Bevölkerung fürchten, trifft er im Zuge seiner Studien auf die amerikanischen Hexenschwestern Porpentina und Queenie, aber auch auf den Muggel Jacob und gefährliche Gegner wie Percival Graves.




Meinung:
Das magische Universum von J.K. Rowling scheint einfach nicht ruhen zu wollen. Nachdem die Geschichte des Zauberlehrlings Harry Potter nach sieben Büchern und acht Filmen vorerst ein Ende fand, erfuhr sie zugleich eine Weiterführung in Form des Theaterstücks "Harry Potter and the Cursed Child", dessen Skript Ende 2015 in Buchform veröffentlicht wurde, bevor es 2016 in London erstmals uraufgeführt wurde.



Für Turteleien bleibt schnell kaum noch Zeit
Auch im Kino erfährt die verzauberte Welt von Rowling in diesem Jahr eine Wiederbelebung, wenn auch ohne den sympathischen Zauberer mit der Narbe auf der Stirn. Für "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" hat die Autorin nun zum ersten Mal ein Filmdrehbuch geschrieben, in dem sie in der Zeit zurück führt, ins New York der 20er Jahre, wo der aus England angereiste Zauberer und Zoologe Newt Scamander einen ganz persönlichen Plan verfolgt. Der bereits jetzt auf fünf Teile ausgelegte Film, bei dem Potter-Veteran David Yates erneut auf dem Regiestuhl Platz nahm, erweist sich dabei als angenehm energiegeladener Blockbuster, in dem auf unnötigen Fanservice verzichtet und stattdessen eine eigenständige Geschichte erzählt wird. "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" hat den großen Vorteil, dass er zu keinem Zeitpunkt wie ein lieblos produzierter Aufguss bekannter Elemente wirkt und trotzdem schon nach wenigen Minuten ein vertrautes Gefühl entfacht, spätestens wenn die ersten Töne des Scores von James Newton Howard erklingen. Rowling entwirft ein interessantes Setting, in dem sie fantasievolle Einfälle, unverbrauchte sowie detailgetreu entworfene Schauplätze und überraschende Bezüge zum aktuellen Politik- und Zeitgeschehen zu einem dynamischen Abenteuer verbindet.



Ron Perlman. Erkannt? 
Im Mittelpunkt steht dabei Newts Mission, eines seiner vielen Tierwesen, die er in einem Koffer mit sich transportiert, zu dessen Heimatort zurückzubringen und in die Freiheit zu entlassen. Als er seinen Koffer versehentlich mit dem des Fabrikarbeiters Jacob vertauscht, der kein Magier ist, gelangen einige der Kreaturen in die Öffentlichkeit und sorgen mitunter für heilloses Chaos. Der Charakter des Newt Scamander erweist sich dabei als regelrecht unkonventionelle Wahl für den Protagonisten und gleichzeitig Sympathieträger eines ganzen Franchises. Mit seiner introvertierten, eingeschüchterten Art, bei der er seinem menschlichen Gegenüber kaum in die Augen schauen kann, während ihm die eigenen Sätze oftmals vernuschelt aus dem Mund purzeln, wirkt er in manchen Szenen des Films fast schon wie ein sozialer Problemfall. Dass für diese Figur ausgerechnet Eddie Redmayne besetzt wurde, wirkt daher fast schon wieder wie ein klug erdachter Schachzug. Redmayne zeigt sich auch in diesem Film wieder als äußerst limitierter Schauspieler, der mit seiner oftmals ans groteske Grimassieren erinnernden Mimik wie erstarrt und verzerrt zugleich auftritt. Ein Erscheinungsbild, das paradoxerweise stimmig zu seiner Figur passt, während der Schauspieler in den Szenen, in denen er mit seinen hoch geschätzten Tierwesen interagiert, nichtsdestotrotz eine gewisse Wärme sowie verschmitzten Charme ausstrahlt.



Dieser Zeitgenosse stiehlt allen die Show
Die Jagd nach den entflohenen Kreaturen erweist sich unter der Regie von Yates als überaus unterhaltsame Odyssee, bei der Rowling ein aufsehenerregendes Geschöpf nach dem anderen aus dem Hut zieht, während diese mit CGI auf tolle Art und Weise zum Leben erweckt wurden. Durch die verschrobene Dynamik, die zwischen dem eigenwilligen Zoologen und dem No Maj (amerikanisch für Muggel) Jacob, der überwiegend als Comic Relief fungiert, entsteht, zu der sich außerdem noch Katherine Waterston als Ex-Aurorin und Alison Sudol als deren Schwester hinzugesellen, verkommt "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" zu leichtfüßigem Eskapismus, bei dem einige der Kreaturen wie beispielsweise der maulwurfartige "Niffler", der nach glänzenden, glitzernden Gegenständen süchtig ist, immer wieder die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf sich ziehen. Rowling belässt es allerdings nicht bei diesem Handlungsstrang und verheddert sich etwas in den Nebensträngen, in denen die Autorin zunehmend düstere Seiten aufzieht. 


Eher ungewohnte Aussichten im Central Park
Während die Momente, in denen die Todesstrafe an Zauberern als bedrückendes Konzept präsentiert sowie ein Zusammenleben zwischen Zauberern und No Majs als gesellschaftliches Tabu etabliert wird und ein mysteriöser schwarzer Magier Angst und Schrecken verbreitet, einen gelungenen Kontrast zum heiteren Handlungsstrang von Newts Gruppe darstellen, bekommt die Autorin den Bogen zwischen diesen Einzelgeschichten nicht immer schlüssig gespannt. Unter anderem verkommt die Geschichte der von Samantha Morton gespielten Frau, die eine neue Sekte im Sinne der Salem-Bewegung leiten will, bei der Hexen und Magier als ernsthafte Bedrohung verfolgt werden sollen, zur beiläufigen Randnotiz, die ein abruptes Ende findet. Auch das Finale, in dem sich der Streifen eindeutigen Blockbuster-Konventionen unterordnet, wenn ganze Gebäude nacheinander zum Einsturz gebracht werden, erinnert zu sehr an plumpe Zerstörungsorgien der Marvel-Superheldenfilme.


Als Auftakt eines völlig neuen, eigenständigen Universums funktioniert "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" trotz der erzählerischen Unebenheiten als stimmungsvoller Blockbuster, in dem J.K. Rowling als Drehbuchdebütantin viel fantasievolles Gespür für unterhaltsame Einzelheiten unter Beweis stellt. Neben der ausgelassenen Jagd auf die toll gestalteten Zauberwesen überrascht der Streifen mit einigen düsteren Einlagen, ist treffend besetzt und fühlt sich aufgrund der liebevollen Ausstattung und dem wohligen Score von James Newton Howard frisch und vertraut zugleich an. 

7 von 10 überraschend geräumige Koffer

von Pat

Review: JUPITER ASCENDING - Ein Wauwau und eine Putzfrau retten die Menschheit

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Fakten:
Jupiter Ascending
USA. 2015. Regie und Buch: Andy Wachowski, Lana Wachowski. Mit: Mila Kunis, Channing Tatum, Eddie Redmayne, Sean Bean, Douglas Booth, Tuppence Middleton, Gugu Mbatha-Raw, Edward Hogg, Vanessa Kirby, Terry Gilliam, Oleg Nasobin, David Ajala u.a. Länge: 125 Minuten. FSK: freigegebe ab 12 Jahren. Ab 25. Juni auf DVD, Blu-ry und Blu-ray 3D erhältlich..


Story:
Jupiter Jones arbeitet als Putzfrau und führt ein eher ereignisloses Leben. Das ändert sich, als Caine, ein außerirdischer Krieger, auf die Erde kommt, der Jupiter klar macht, dass es an ihr liegt die Erde zu retten. Denn sie ist eigentlich eine Königin, die dem fiesen Balem, der aktuell über die Erde herrscht, das Handwerk legen kann.





Meinung.
Am Ende pfeift der Kopf wie ein Teekessel, den man auf der heißen Herdplatte vergessen hat: „Jupiter Ascending“, das ist vor allem eine filmische Herausforderung, der man nur irgend möglich mit der nötigen Toleranz ob des zweistündigen Kuddelmuddel zu begegnen versucht, den Flickenteppich an guten Ansätzen in einen gefälligen Kontext rücken möchte, letzten Endes aber entkräftet das Handtuch werfen muss, denn zu viel ist bekanntlich schlichtweg zu viel. Aber auf Anfang, wenn sich denn an dieser Stelle schon mal einer ausmachen lässt. Lana und Andy Wachowski melden sich also wieder zurück auf der großen Kinoleinwand, das bedeutet, wie uns die Vergangenheit mehrfach gelehrt hat, auf der einen Seite sicherlich höchst ambitiöses Tun, aber oftmals eben auch, der künstlerische Einbruch unterhalb der tonnenschweren Lasten jener Ambitionen. Mit „Matrix“ haben die Geschwister das Action-Kino der späten 1990er Jahren in Sachen Gebrauch von Computereffekten auf ein neues stilistisches Level hieven können, um jenes dann im Nachhinein auch maßgeblich zu revolutionieren.


Ruhe, die Königin spricht
Aber „Matrix“ war nicht nur technisch aufregend und von unerhörter Coolness gebrandmarkt, die Wachowskis bewiesen auch ihr gehöriges Interesse an mehrwertig konnotierten Themenspektren – Von theologischen Schlenkern bis zum politischen Diskurs. Nach zwei desaströsen Fortsetzungen ihres inzwischen längst zum Klassiker avancierten Megahits, dem quietschbunten „Speed Racer“ mit Emile Hirsch sowie dem überdimensionalen Episodenfilm „Cloud Atlas“, den sie mit dem deutschen Kollegen Tom Tywker in die epische Szene gossen, zeigt das ungleiche Paar erneut daran interessiert, hinter die beharrlichen Fassaden unserer Wirklichkeit zu blicken. Um uns in das Universum von „Jupiter Ascending“ einzuschleusen, ist es signifikant, den (vielleicht?) kindlichen Glauben zu wahren, dass wir Menschen nicht alleine sind und es womöglich irgendwo in den hintersten Winkeln der unendlichen Weiten einen nicht minder hilflosen Zeitgenossen gibt, der seinen Blick in diesem Moment ebenfalls gen verlockend schimmernden Firmament richtet und von abenteuerlichen Reisen in fremde Welten träumt: Eskapismus wird hier großgeschrieben, und das ist gut so.


Oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooscar!
Problematisch an der eskapistischen Sogwirkung, die „Jupiter Ascending“ kontinuierlich in feurigen Intervallen absondert, ist, dass wir uns mit der Welt, die uns Lana und Andy Wachowski so detailliert aufbieten, kaum auseinandersetzen dürfen. Durch ein Voice Over von der russischen Immigrantin Jupiter (Mila Kunis) werden wir in die Geschichte eingefügt und erkennen ihre Sehnsucht nach den Sternen, wenn sie für die Finanzierung eines Teleskops sogar ihre Eierstöcke eintauschen würde, doch hat Kunis hier kaum die Möglichkeit, als Zugpferd der Handlung zu taugen, wird ihr der angedeutete emanzipierte Habitus doch fortwährend verweigert: Ständig kullert sie von einer Gefahr in die nächste, aus der sie in repetitiven Last-Minute-Rescues von Spitzohr Caine (Channing Tatum) gerettet wird, der als genmanipulierter Ex-Militär mit ulkigen Sausestiefeln durch die Lüfte braust und das tragische Schicksal der Menschheit durch das heroische Beschützen der unwissenden Majestät Jupiter bewahrt. Mutter Erde ist in „Jupiter Ascending“ nichts weiter als ein riesiges Zuchtbecken für die Abrasax-Dynastie, die die Menschen für eine gepflegte Frischzellenkur einst säte.


Hey Kids, that's Terry Gilliam
Und jetzt ist eben die Zeit gekommen, an dem ihr Gut geerntet werden soll, so sieht es jedenfalls Balem (Eddie Redmayne), Anführer des aristokratischen Familien-Clans, und seine Geschwister Titur (Douglas Booth) und Kalique (Tuppence Middleton). Da ist es selbstverständlich, dass MINDESTENS die Rettung der Menschheit auf der Agenda geschrieben geschrieben steht. Es sind diesmal also keine hochentwickelten Computersysteme, die die Menschen zu eigenen Gunsten versklaven, sondern eine Horde Snobs, die sich vor Gesichtsfalten sträubt und dafür den ultimativen Genozid in Kauf nimmt: Raubtier-Kapitalismus wie man ihn in seiner schieren Dramatisierung nicht simpler aufbieten hätte können. Im Endeffekt aber tut es überhaupt nichts zur Sache, was „Jupiter Ascending“ erzählt oder nicht, wie oft er Ellipsen bildet oder Figuren von Jetzt auf Gleich unter den Tisch fallen lässt, steckt in diesem 195-Millionen-Dollar-Ungetüm doch mindestens Stoff für drei Filme und Bilder, die auf unzähligen Galerien ausgehängt werden sollten, damit man auch nur einmal die Zeit geschenkt bekommt, all die Einzelheiten der bombastischen Fotografien rechtmäßig zu würdigen.


Stattdessen hetzt das Narrativ von „Jupiter Ascending“ von A nach B, im Stakkato prasseln unzählige Impressionen auf den Zuschauer ein, während hier dann mal die Skyline von Chicago in Rauchschwaden aufgehen kann und dort ein Sean Bean von Bienen faselt, die ein besonderes Talent dafür haben, royales Blut zu erkennen. Eine derart konfuse Space-Opera wie sie Lana und Andy Wachowski hier auf die Beine gestellt haben, hat man wahrscheinlich noch nie in dieser Dimensionierung zu Gesicht bekommen; ein exzentrisches Kuriosum, welches sich genauso kurzatmig gibt, wie sein Antagonist, der von Eddie Redmayne dermaßen beschissen verkörpert wird, dass es schon wieder sensationell ist. Ansonsten ist „Jupiter Ascending“ wohl dann brauchbar, wenn man ihn sich auf der heimischen Anlage zu Gemüte führen kann, Frame für Frame dank der Pausen-Taste verarbeiten und den Arbeitseifer so in Sachen Worldbuilding vollends honorieren. Ein zerschossenes Kaleidoskop bleibt „Jupiter Ascending“ dennoch, albern, drunter und drüber, aber sympathisch scheitern ist ja irgendwo immer noch angenehmer, als abstoßenden Sondermüll aller erster Kajüte über sich ergehen lassen zu müssen.


4 von 10 gigantischen Raumschiffen


von souli

Review: DIE ENTDECKUNG DER UNENDLICHKEIT – Liebevolles Schauspielkino zum Wohlfühlen

1 Kommentar:


Fakten:
Die Entdeckung der Unendlichkeit (The Theory of Everything)
Vereintes Königreich. 2014. Regie: James Marsh. Buch: Anthony McCarten. Mit: Eddie Redmayne, Felicity Jones, Charlie Cox, David Thewlis, Harry Lloyd, Simon McBurney, Abigail Cruttenden u.a. Länge: 123 Minuten. FSK: Ohne Altersbeschränkung freigegeben. Im Kino.


Story:
„Die Entdeckung der Unendlichkeit“ erzählt die Geschichte von Stephen Hawking (Eddie Redmayne) und seiner Frau Jane (Felicity Jones). Nachdem der geniale, junge Student Stephen an der Uni bereits großes Ansehen besitzt, freundet sich der schüchterne Mann mit der attraktiven June an. Mit der Zeit lernen sie sich trotz der ersten Anzeichen von Stephens Krankheit lieben. Doch der körperliche Verfall ist auch eine große Belastung für die beiden und stellt das junge, lebensfrohe Paar vor eine gigantische Aufgabe.




Meinung:
Der Film beginnt mit verschwommen-leuchtenden Bildern und einer fröhlichen Klaviermusik, bevor wir ihn bereits zum ersten Mal sehen. Stephen Hawking (Eddie Redmayne) fährt wie wild auf einem Fahrrad und wird uns sofort als durch und durch sympathische Hauptfigur eingeführt. Zwar etwas verschroben, aber ein Sympathieträger. Überhaupt vermittelt der Film dem Zuschauer gute Laune. Gespickt mit angenehm erwachsenem Humor säuselt er uns eine schöne Melodie ins Ohr, die wir den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf bekommen wollen. Ob es der strahlende Stephen Hawking ist, die hübsche und zurückhaltende Freundin und spätere Ehefrau Jane, die wundervollen Bilder des Films oder die witzigen Nebenfiguren, unter anderem David Thewlis, Charlie Cox, Maxine Peake oder Simon McBurney, in der Gesamtkomposition ist der Film ein Feel-Good-Movie vor realem Hintergrund geworden, in den wir uns einkuscheln wollen.


Jane und Stephen am Anfang einer großen Liebe
Gerade bei diesem Film liegt es aber an zwei Faktoren: Es ist die Show zweier fantastischer Schauspieler, Felicity Jones und Eddie Redmayne. Jones, die bereits in „Like Crazy“ auf sich aufmerksam machte, spielt die hingebungsvolle Ehefrau mit einer außerordentlichen Leidenschaft, ohne dabei aber die große Last zu vergessen, die die Krankheit für sie und ihre Ehe bedeutet. Auch die Zwiespältigkeit zwischen Verpflichtung, Zuneigung und Liebe stellt sie sehr gut dar. Ihren Namen wird man sich für die Zukunft merken müssen. Getoppt wird diese Leistung jedoch von Eddie Redmayne. Er scheint den genialen Wissenschaftler nicht nur zu spielen, sondern sich völlig in ihn verwandelt zu haben. Eine außergewöhnliche Performance, die er hier bietet. Das kommt zwar nicht von ungefähr, hat er doch unter anderem schon in Filmen wie „Les Misérables“ oder „My Week with Marilyn“ sein großes Talent unter Beweis gestellt, doch als Hawking ist er in neue Dimensionen vorgestoßen. Der Blick, die Körperhaltung – es wirkt wahnsinnig authentisch. Der echte Hawking hätte sich wohl nicht besser spielen können.


Trotz Krankheit behält Stephen seine Lebensfreude
Ansonsten ist der Film eine schöne Filmbiographie geworden, die ihr Auge besonders auf das Eheleben und die mit der Krankheit einhergehenden Komplikationen wirft und die wissenschaftlichen Errungenschaften Hawkings nur am Rande streift. Eine ungewöhnliche, aber ehrliche Liebesgeschichte mit Höhen und Tiefen. Dabei spielt die Frage nach dem Glück eine wichtige Rolle. Glück für Stephen UND Jane. Dass dabei die Krankheit Hawkings nicht für allzu sentimentale Ergüsse ausgenutzt wird, kann dem Film nicht hoch genug angerechnet werden, die kommen eher in der Liebesbeziehung zwischen Jane und Stephen zum Vorschein. Obwohl der Film sich zumindest bei der Krankheit also zurückhält, sind auch hier die typischen Stereotype des Liebesfilms vorhanden. Da wären der schmalzig-schöne Soundtrack Johan Johannssons (Prisoners), die warmen, leuchtenden Bilder, die strahlenden Gesichter, ein paar Seufzer. Ja, ein bisschen verfängt sich der Film schon in den typischen Klischees. Aber er tut es auf eine sympathische Art und Weise, der man einfach nicht böse sein kann.


Insgesamt ist „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ eine Mischung aus dokumentarischer Filmbiographie und emotionalisierender Liebesgeschichte geworden, die zwar ohne große filmische Überraschungen daherkommt, aber mit schönem Soundtrack, fantastischen Darstellern, warmen Bildern und einer herzlichen Liebesgeschichte aufwarten kann. Wer sich darauf einlässt, der wird mit einem Film belohnt, der im Zuschauer ein wunderbar wohliges Gefühl auslöst.


8 von 10 Rollstühle auf der Treppe

Trailerpark: Channing Tatum rettet Mila Kunis - Neuer Trailer zu JUPITER ASCENDING

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Nach ihrer Zusammenarbeit mit Tom Tykwer sind Lana und Andy Wachowski nun wieder die alleinigen Herrscher über das Regiezepter. In „Jupiter Ascending“, der bei uns am 24. Juli startet, versucht Channing Tatum als gen-manipulierter Ex-Soldat die junge Putzfrau Jupiter (Mila Kunis) vor einer bösen Macht zu retten, denn die junge Jupiter besitzt die Gene, um alles zu verändern. Neben den beide Hauptdarstellern sind u.a. auch Sean Bean („Der Herr der Ringe“), Eddie Redmayne („Les Misérables“), Douglas Booth („Noah“), Doona Bae („Cloud Atlas“) und James D’Arcy („The Philosophers“) zu sehen. Wir wünschen euch viel Spaß mit dem neusten Trailer.