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Review: TITANIC - Das wahre Können des James Cameron

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Fakten:
Titanic.
US. 1997. Buch und Regie: James Cameron. Mit: Leonardo DiCaprio, Kate Winslet, Kathy Bates, Billy Zane, Frances Fisher, David Warner, Jonathan Hyde, Charlotte Chatton, Gloria Stuart, Suzy Amis, Bill Paxton, Lewis Abernathy u.a. Länge: 194 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD und Blu-Ray erhältlich.


Story:
Die hundertjährige Rose erzählt in der Gegenwart einigen Meerestauchern von ihren Erlebnissen auf der Titanic und wie sie ihre große Liebe Jack Dawson kennenlernte.





Meinung:
Eigentlich sollten sich einleitende Worte erübrigen, wenn es um diesen Film geht. Wer kennt ihn denn schon nicht, den Film, der lange Zeit der erfolgreichste Filme war und der ein seltsames Phänomen begründet. Es gibt keinen anderen Film, bei dem von der Gesellschaft von einem Mann so krampfhaft erwartet wird, dass er ihn nicht mag. Es gibt keinen anderen Film, bei dem man sich als Filmfan so sehr fühlt, als müsse man sich schämen, wenn man ihn mag. Der Filmtitel scheint rhetorisch mit den Worten „Echt!?“ und „Nee, oder?“ untrennbar verbunden zu sein. Nicht so bei den Muscheln, euren mutigen Helden, die einmal reinen Tisch machen wollen. Mit einem Film und der unverständlichen Reaktion vieler Eingeweihten und Unwissenden.



Es sind nämlich (so scheint es, so muss es sein) hauptsächlich Menschen, die den Film gar nicht gesehen haben, aber der Meinung sind, darüber abkotzen und im „lustigsten“ Fall die sexuelle Orientierung des männlichen „Titanic“-Fans in Frage zu stellen. Dabei scheinen diese militanten Augenverschließer gar nicht zu wissen oder gar wissen zu wollen, was ihnen entgeht, wenn sie sich bewusst unter dem Druck eines verklärten (halb-)allgemeinen Tenor dem Film nicht offenbaren. Denn auch wenn der Film zugegebenermaßen voll und ganz auf seine emotional wuchtige Kraft baut, funktioniert das Werk von James Cameron auch in Gedanken, auf dem Papier und in einer analysierbaren Facette. Der Ozeanriese funktioniert als eine Metapher für den Menschen und seine immer spitzer zulaufende Vorstellung von einem Leben. Die Gier, die Fantasie der Macht, die Maximierung des Seins und der leichtfertige Umgang mit eben diesen Eigenschaften vereinen sich zu einem Schiff, das traumhaft anzusehen ist und verblendet. Rose fragt den Herren, der die RMS Titanic entworfen hat, ob Sigmund Freud ihm etwas sage. Er verneint. Aber die machohafte Einstellung ist deutlich geworden und wird immer wieder deutlich, wenn die Männer das Schiff als „sie“ bezeichnen und auf dem Deck nach der Kollision mit Eisbrocken Fußball gespielt wird.


"Was, es gibt hier keine Bildunterschriften?! Aber wieso???"
Aus heutiger Sicht lässt sich ebenso einfach wie schnell über die Geschichte des Schiffes und all der Verantwortlichen urteilen. Fanatisches Streben nach Macht und Prestige sei schlecht, die Menschen jagten einem augenscheinlichen Traum nach, ohne zu wissen, dass der Traum sich eigentlich als Verderben entpuppen würde. Jedoch nutzt Cameron die Rahmenhandlung in der Gegenwart mehr als geschickt, um einerseits ein ausgefeiltes dramaturgisches Konstrukt zu erstellen und andererseits, um die Werte und Lehren der alten Zeit in Relation zu setzen. Auch heute noch vergeigen wir zu viel Zeit damit, unerklärten und ziellosen Instinkten nachzujagen. Die Taucher suchen nach einem Diamanten und finden „nur“ Zeichnungen. Sie sind enttäuscht von ihrer Wertlosigkeit. Eine Einstellung, die jedem Zuschauer und Protagonisten am Ende des Filmes unerklärlich scheint. Die Vereinigten Staaten werden gleichzeitig entlarvt, als Land, dessen Motto ein vergessener Traum ist, der vielleicht mal existierte, aber nur noch verrotten in den tiefsten Jagdgründen aufzufinden scheint. Als Symbol für Freiheit und Gleichheit inszeniert, ist es eigentlich eine Aristokratie, in der eine konstante Hierarchie herrscht und auch eben das auch so bleiben soll. In dem Aspekt genießt „Titanic“ nach wie vor den Pluspunkt der aktuellen Relevanz.



Zugegeben, all das kann man schnell übersehen, wenn man einen 180-Minüter schaut, der einem auch diese Hintergründe nicht ins Ohr schreit, sondern entdeckt werden müssen. Aber selbst wenn man den Hintergrund beiseitelässt und sich nur auf die emotionale Komponente des Werkes konzentriert, selbst dann nimmt der Film mit seiner monumentalen Größe gefangen. Es ist einer der größten Stärken von James Camerons Arbeit: Er wiegt den Zuschauer zunächst seicht in er Hand, gibt ihm etwas Zeit, um es sich gemütlich zu machen und begeht mit ihm dann eine Rundfahrt, die ihresgleichen sucht. Camerons Griff schlingt sich immer fester zu und seine Schritte werden immer größer, aber man ist gezwungen mitzuhalten und anfangs scheint eben dies auch noch federleicht vonstatten zu gehen. Und auch wenn der Film altbekannt ist und man alle Szenen und kleineren Sätze mitsprechen und die Lieder mitsammen kann, ist man gebannt, hat Spaß und blendet komplett alles aus, was noch so kommen mag. Bei der 80-Minuten-Marke ist es dann schließlich so weit. Rose soll ihre Augen schließen und Jack vertrauen, er breitet ihre Arme aus und gemeinsam fliegen sie in ihre eigene Welt, in der Freiheit existiert und Rose sich von ihren gesellschaftlichen Fesseln befreien kann, obwohl sie eigentlich privilegiert ist. In solchen Momenten kann der Film seine ganze Kraft auf den Zuschauer einwirken lassen.


„Titanic“ hilft es sicherlich, dass die Produktionshintergründe so bombastisch und erstklassig sind, sodass Effekte, Dramaturgie, Schauspieler, Kostüm, Beleuchtung und Musik wirklich ziemlich ausgefeilt bis herausragend sind. Aber doch scheint es letztendlich Camerons fähige Führung zu sein, die alle Elemente verbindet und vor einem realen Hintergrund ein dreistündiges Theaterstück inszeniert, das Drama, Katastrophe, Coming of Age und Romantik ebenso elegant wie wirkungsvoll verbindet, sodass die 180 Minuten auch bei der zehnten Sichtung noch immer flüssig über die Bühne gehen. Das Schiff transformiert zu seinem Symbol des Menschen für Freiheit, Gier, Idiotie, Neid, Liebe und Gefühl. Es ist ein weitreichender Mix, aber einer, der jedem Element die gleiche Aufmerksamkeit und das gleiche Können widmet, wie den anderen, sodass letzten Endes nirgends Einsparungen auszumachen sind. Das verdient Respekt und Anerkennung und nicht etwa Häme, unerklärten Hass oder Ignoranz. Ein letztes Wort soll noch James Horner gebühren, der gestern ums Leben kam. Seine Musik ist es, die bleibt und die Jahre überdauern wird und die mit einem Menschen unglaubliche Dinge anstellen kann. Ihre Pracht, Präzision und Perfektion fließt in diesem Werk mit den Bildern ineinander und lässt einen mehr fühlen, als man erwarten würde. „Titanic“ ohne Horner? Möchte man sich nicht vorstellen.


9 von 10 french girls


von Smooli

Review: ALIEN-Quadrilogy - Im Weltraum hört dich niemand schreien (auch wenn du's viermal versuchst)

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Fakten:
Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (Alien)
Groß Britannien, USA. 1979. Regie: Ridley Scott. Buch: Dan O’Bannon, ‚Ronald Shusett.
Mit: Sigourney Weaver, Ian Holm, Tom Skeritt, Veronica Cartwright, Yaphet Kotto, Harry Dean Stanton, John Hurt Länge: 117Minuten (Kinofassung), 116 Minuten (Director’s Cut). FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Die Crew des Frachtraumschiffs Nostromo erwacht aus dem Kälteschlaf, da vom Planeten LV-429 ein Notsignal gesendet wird. Die Crew beschließt dem Signal nachzugehen. Auf dem Planeten finden sie keine Menschenseele dafür seltsame, eierförmige Gebilde.





Meinung:
Immer wieder beeindruckend, was aus einem kleinen Film für eine Druckwelle entstehen kann. "Alien" darf mit Fug und Recht als Meisterwerk bezeichnet werden, war und ist maßgebend für gleich mehrere Genres (Science-Fiction wie Horror). Leicht kurios, beachtet man mal, dass zur damaligen Zeit hier viele Newcomer am Werk waren und etliches umgeschrieben wurde, gerade das gibt eher Pluspunkte und hat "Alien" erst zu dem gemacht, was er heute ist und bewirkt hat. Ripley war ursprünglich eine männliche Figur, was sich rückblickend negativ auf die ganze Serie ausgewirkt hätte. Sigourney Weaver - eine der ganz Großen - wurde so zu der Heldin des Genres und der Filmgeschichte überhaupt. Eigentlich sollte der Film deutlich "spektakulärer" inszeniert werden, nur es fehlten die Mittel (die Pyramide aus "Alien Vs. Predator" war eine Idee für diesen Film). Gerade aus dieser Not machte Ridley Scott eine Tugend. Sein "Alien" ist klaustrophobisch, beengend, beängstigend langsam und Atmosphäre pur. Kein großer Schnick-Schnack, dafür wurde das verfügbare Kapital sinnvoll genutzt. Die wenigen Effekte sehen für ihre Zeit toll aus und werden nicht zum eigentlichen Höhepunkt degradiert. "Alien" ist mordsspannnend, beunruhigend und ist die Geburt (ohne Kaiserschnitt) einer Figur, wie sie das Kino nur selten erschafft. H.R.Giger, - der Vater des Monsters - hat eine Kreatur erschaffen, die seit dem nicht mehr übertroffen wurde. Stilprägend, wie der ganze Film. Suspense im Weltall, atemberaubend, absolut tödlich und bis heute das Maß aller Dinge. Wird auf ewig von ganz oben auf alles runterschauen und nur müde lächeln (bis auf ein anderes Ding, was von einst genialen Geist drei Jahre später das ewige Eis unsicher machte). Geht eigentlich nicht besser.


9 von 10 Facehugger


von JackoXL




Fakten:
Aliens – Die Rückkehr (Aliens)
USA. 1986. Regie: James Cameron. Buch: James Cameron, Walter Hill, David Glier. Mit: Sigourney Weaver, Michael Biehn, Carrie Henn, Paul Reiser, Bill Paxton, Jeanette Goldstein, Lance Henriksen, William Hope, Al Matthews, Daniel Kash, Mark Rolston u.a. Länge: 137 Minuten (Kinofassung), 154 Minuten (Director’s Cut). FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Ripley, die einzige Überlebende der Nostromo, wird nach Jahrzehnten im Kälteschlaf wiedererweckt. Niemand glaubt ihre Geschichte vom Wesen, welches die Crew bestialisch tötete, erst als der Kontakt zur neuaufgebauten Kolonie auf LV-426 abbricht, wird ihr Gehör geschenkt. Zusammen mit einer Gruppe Marines fliegt sie zur Kolonie um muss sich dort nicht nur einem Alien stellen.





Meinung:
„This time it’s war“ lautete der Werbeslogan zu „Aliens – Die Rückkehr“ und das war alles andere als ein Marketingtrick, denn Regisseur James Cameron verließ die Enge des Raumschiffs Nostromo und ließ Heldin Ellen Ripley im Sequel zusammen mit einer Gruppe tougher Marines gleich gegen ganze Hundertschaften von xenomorphen Killerwesen antreten. Action lautet beim zweiten Teil der Reihe die Agenda. Doch Cameron verlässt sich immer noch auf die Stärken von Ridley Scotts Sci-Fi-Meisterwerk: eine düstere Atmosphäre, deren pessimistische Ausweglosigkeit sich unaufhaltbar zuspitzt. Da Ripley hier von Beginn an als handelnde Heroine im Zentrum steht, ist dem Zuschauer wie ihr klar, dass die massiven  großkalibrigen Waffen des Militärs nicht mehr ausrichten werden, als Zeit zu schinden, bis die gnadenlosen, titelgebenden Aliens zum tödlichen Schlag ausholen. Filmtechnisch ist das alles, vor allem zur damaligen Zeit, äußerst eindrucksvoll und bietet einen Detailgrad, der schwer mit nur einer Sichtung erfassbar ist. Abseits des ganzen, martialischen Zirkus entwickelt „Aliens“ aber auch eine spannungsförderliche Sub-Ebene in seiner Narration. Denn hinter all den Horror und Tohuwabohu erzählt Cameron von einem Kampf zweier Mütter. Ein Kampf der mit Schleim, Feuer, Säure und Projektilen ausgetragen wird und dessen Klimax ein bis heute unerreichter Zweikampf ist. Riplex im Korsett eines Roboters gegen eine überlebensgroße Alienkönigin. Ein seltener Fall in der Filmhistorie, dass kraftvolle Action und eine intelligente Rollenentwicklung auf einen homogenen, gemeinsamen Höhepunkt zusteuern. Zumindest im Director’s Cut, der wohl zu den besten erweiterten Filmfassungen gehört, die es gibt und in der „Aliens – Die Rückkehr“ erst zur vollen Stärke gelangt.


8 von 10 Selbstschussanlagen


von stu




Fakten:
Alien 3
USA. 1992. Regie: David Fincher.
Buch: Vincent Ward, David Glier, Larry Ferguson, Walter Hill. Mit: Sigourney weaver, Charles S. Dutton, Charles Dance, Pete Postlethwaite, Paul McGann, Brian Glover, Ralph Brown, Lance Henriksen u.a. Länge: 114 Minuten (Kinofassung), 145 Minuten (Director’s Cut). FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Die Rettungskapsel mit den Überlebenden des Vorfalls auf LV-426 stürzt auf dem Gefängnisplaneten Fiorina ab. Einzig Riley und ein blinder Passagier überleben den Absturz.





Meinung:
Nachdem Ridley Soctt mit „Alien“ die Filmwelt maßgeblich veränderte und James Cameron mit seiner fantastischen Fortsetzung „Aliens“ das Actionkino revolutionierte, war es nun an einem – für damalige Verhältnisse - kleinen Fisch der Branche gelegen, das Franchise in neue Höhen zu katapultieren: Niemand geringeres als David Fincher („Fight Club“) wurde das Privileg zu Teil, den Regiestuhl für „Alien³“ zu besetzen. Im Endeffekt muss man sagen, dass „Alien³“ sich innerhalb der Reihe wie ein tiefschwarzer Fremdkörper verhält und sein Dasein als Außenseiter, nicht zuletzt dank stetiger Ungereimtheiten hinter den Kulissen, fortwährend fristen muss. Natürlich kann das in erster Linie nichts Schlechtes bedeuten und dadurch vielleicht auch implizieren, David Fincher würde, was er auch tut, mit einer neuen Marschroute kokettieren und den dritten Teil zu einem in sich stimmigen, was nicht der Fall ist, Genrewerk machen. Wo sich die Inszenierung nämlich noch durch ihre Behäbigkeit auszeichnet und den Zuschauer durch die abgründige Atmosphäre in dieses (post-)apokalyptische, industriell besudelte Dreckloch von Gefängnisplaneten zieht, in dem Ripley auf kantig-bellende Häftlinge mit Schwielen an den Händen trifft, weiß das Drehbuch zuweilen nie, wie es einzelne Versatzstücke kohärent miteinander verbindet. Zwischen metaphorischen Religionsgedusel und (psycho-)sexueller Gruppendynamik, findet „Alien³“ keine angemessene Zeit, dem grauenhaft computergenerierten Alien einen Charakter zu verleihen. Lieber werden transzendente Muster und gelungene Einstellung der Vorgänger plagiiert und in die nihilistische Endzeitstimmung eingepflanzt – Bis Ripleys Katharsis dem Film einen von befremdlicher Schönheit ausgestanzten Schlusspunkt setzt. „Alien³“ weißt durch die pessimistische Disposition seines Settings zu gefallen, geht es aber um die inhaltliche Ebene, dann versagt der Finchers Debüt doch deutlich.


5 von 10 Glatzen im Feuersturm


von souli




Fakten:
Alien – Die Wiedergeburt (Alien: Resurrection)
USA. 1997. Regie: Jean-Pierre Jeunet. Buch: Joss Whedon.
Mit: Sigourney Weaver, Winona Ryder, Ron Perlman, Dominique Pinon, Gary Dourdan, Michael Wincott, Brad Dourif, Leland Orser, Raymond Cruz, Dan Hedaya, Kim Flowers, J.E. Freeman u.a. Länge: 104 Minuten (Kinofassung), 111 Mimuten (Director’s Cut). FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Nach ihrem Freitod wird Ripley von Wissenschaftlern des Raumkreuzer U.S.M. Auriga via Klontechnik wiedergeboren, um so an die Alienkönigin zu kommen, die in ihr heranwuchs. Es kommt wie es kommen muss, die Aliens brechen aus und verwandeln das Schiff in ein Schlachtfest. Ripley und eine Gruppe von Weltraumpiraten versuchen die Flucht.





Meinung:
Ernsthaft? Ist „Alien – Die Wiederkehr“ eine Komödie?! Als Action-, Horror- oder Sci-Fi-Film funktioniert er nämlich nicht. Besonders wenn eine der Figuren den Mund aufmacht, dann schwingt oft unfreiwillige Komik mit, die, genauso wie merkwürdige Effekte und seltsame Sterbeszenen, dem Film einen Anstrich von Skurrilität und Lächerlichkeit geben. Vielleicht hätte man nicht unbedingt Regisseur Jean-Pierre Jeunet verpflichten sollen, der durch seine schwarze Komödie „Delicatessen“ aufgefallen ist und später auch noch für „Die fabelhafte Welt der Amélie“ verantwortlich war. Sein Alien-Teil ist nun eben auch eine Komödie geworden. Eine merkwürdige Splatter-Komödie mit vielen abgerissenen Körperteilen, Blut und Schleim. Aber einfach nur zum Lachen. Von Beklemmung ist herzlich wenig zu spüren, was an dem viel zu ausladenden Setting liegt. Sigourney Weaver als Ripley, die aus dem Nichts wieder zum Leben erweckt wurde und ganz nebenbei das Alien „geboren“ hat, läuft in dieser One-Woman-Show als meist gefühls- und emotionsloser Mega-Cyborg durch das die Stahlgitterlabyrinth, aus dem es aus jedem Eck blinkt und qualmt. Die übrigen Figuren sind, trotz eines bekannten Casts mit Namen wie Winona Ryder, Ron Perlman oder Michael Wincott, genauso unwichtig wie langweilig und verkommen zu Randerscheinungen. Von schauspielerischer Qualität kann man hier ohnehin nicht sprechen. Problem ist auch, dass das Alien, nein, die vielen Aliens viel zu oft gezeigt werden, wodurch man die Furcht vor ihnen schnell verliert. Die dunkle Bedrohung, die besonders im ersten Teil mehr zu spüren als zu sehen war, die gibt es zumindest nicht mehr. Und dass die Story dumm ist, das spar ich mir jetzt einfach mal. Mit einem schwachen Finale endet der vierte Teil und damit auch die bis dahin gute Alien-Saga. Zum Glück.


3,5 von 10 Liter menschliches Säureblut


von Kobbi

Specials: 2013 - Ein Rückblick auf "die Zukunft des Kinos"

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Eigentlich haben wir nur unseren Schutzbunker für den baldigen Weltuntergang ausgeräumt und haben dabei unseren alten Flux-Kompensator wiedergefunden. Damit sind wir ein bisschen durch die Zukunft gereist und sagen euch zum einen, dass die Welt dieses Jahr nicht untergehen wird. Zum anderen verraten wir euch, was sich im Film- aber auch im TV-Bereich im Jahre 2013 so alles tun wird. Wir wünschen viel Spaß mit unserem Jahresrückblick 2013.


JANUAR
Überraschung: Til Schweigers „Kokowäh 2“ (oder so ähnlich) wird vorm offiziellen Kinostart der Presse gezeigt. Kommentar eines Kritikers: „Also manchmal hasse ich den Job wirklich.“
RTL strahlt sein Dschungelcamp nun auch in HD aus. „Der Zuschauer ist nun hautnah dabei. Er kann förmlich  die Krokodilhoden schmecken, die unser verzweifeltes Versuchsopfer, äh, unser Star, bei einer Prüfung essen muss“, so die RTL-Chefin Schäferkordt . Die Highlights der Show sollen sogar auf 3D-Blu-ray erscheinen.

FEBRUAR
„Top Gun“ startet erneut in den Kinos, diesmal in 3D. Der Erfolg ist ordentlich. So ordentlich, das James Cameron, der Godfather of 3D, seine allerersten Filme, die er im Alter zwischen 8 und 11 mit einer 8mm-Kamera drehte ebenfalls dreidimensional aufgepeppt in die Kinos bringt. Doch weder „Breakfast with Uncle Bill“ noch „Holiday with Mum and Dad“ sind sonderlich erfolgreich. Cameron ist dennoch von den Filmen überzeugt. „8mm Filme in aufregender 3D-Optik sind die Zukunft des Kinos“ sagt er einem Magazin.

Wegen des enormen Erfolgs von scripted reality im TV wird das Format nun auch ins Kino übertragen. RTL beginnt mit der Produktion von „Mitten im Leben: Bottrop“. Die gespielte Doku soll 2014 in die Kinos kommen. Der Sender prahlt derweil damit, dass sie eine neue Art der Dokumentation erfunden haben und damit die Zukunft des Kinos einläuten werden. „Eine Frechheit“, pöbelt Michael Moore, „ich habe schon vor Jahren scripted reality in Dokus salonfähig und erfolgreich gemacht“. Recht hat er.

MÄRZ
„G.I. Joe 2“ wird erneut verschoben. Nach Testvorführungen gaben die weiblichen Probanden zu Protokoll, dass sie sich Channing Tatum so wünschen wie in „Magic Mike“. Regisseur John Chu muss 2013 also noch ein paar Stripszenen herstellen. Die Nachdrehs sollen knapp 20 Millionen Dollar kosten. Eine Million für den Dreh und 19 für Bruce Willis, damit er nicht darauf besteht sich auch auszuziehen.

Reduktion im Genre ist angesagt. Nach dem internationalen Erfolg von „The Raid“ kommen jetzt immer mehr Filme mit ähnlich gelagerter Story heraus. Aber „The Raid“ ist nicht der  einzige ausländische Hit, von dem Hollywood kopiert. „The Artist“ und „Ziemlich beste Freunde“ werden auch genutzt um neue Filme zu erschaffen. Len Wiseman, der sein „The Mummy“-Reboot aus Eis gelegt hat, plant einen Actionfilm über ein behindertes Sondereinsatzkommando, dass sich in einem Hochhaus gegen eine Übermacht von bewaffneten Stummfilmstars erwehren muss. Das größte Problem der Helden, die allesamt im Rollstuhl sitzen, sind aber nicht die Gangster, sondern dass diese die Aufzüge abgestellt haben. Len Wiseman dazu: „Dieser Film wird ein Konzentrat aus allem, was im letzten Jahr erfolgreich war. Das wird die Zukunft des Kinos.“

APRIL
„Jobs“, das Biopic über Steve Jobs ist fertig und startet weltweit in den Kinos. Der von Apple produzierte Film soll pünktlich zum Weihnachtsgeschäft auf DVD und Blu-ray erscheinen. Zu Ostern erscheint der Film dann auch in der 4G-Version, mit Vollbild, Untertitel und Kapitelanwahl. Es wird gemunkelt, dass die später veröffentlicht werdende 5G-Variante soll angeblich sogar Extras und eine Pause-Funktion erhalten.

Nun also doch! Ridley Scott hat einen Extended Director’s Cut von „Prometheus“ angefertigt. Scott dazu: „Mir war schon immer klar, das in ‘Prometheus‘ die Frage beantwortet wird ob Rick Deckard aus ‘Blade Runner‘ ein Replikant ist oder nicht. Außerdem brauch ich Geld für die Renovierung meines Ferienhauses.“

MAI
Die Suche nach dem Schurken für das „The Amazing Spider-Man“-Sequel wird beendet. Es wird kein Vampir, sondern Doctor Octopus werden. Gespielt wird er, wie in „Spider-Man 2“, von Alfred Molina. Genauer gesagt, haben die Macher einfach Molinas Szenen genommen und sie in den neuen Film rund um Peter Parker eingefügt. Natürlich werden die Szenen in 3D konvertiert. Die Produzente dazu: „Octopus war einfach so beliebt bei den Fans, dass wir ihn genauso wiederbringen wollten, wie sie ihn schätzen. Wir machen Altes wieder neu. Das ist die Zukunft des Kinos!“ George Lucas ist von dieser Technik sehr angetan. Zu seinem Bedauern leiht ihm Disney aber nicht seine alten Masterbänder von „Star Wars“. 

„Hangover 3“ ist der erwartete Komödien-Hit des Jahres. Regisseur Todd Phillips ist vor allem sehr stolz darauf, dass Teil 3 keine bloße Reproduktion ist. Während in „Hangover“ ein paar Freunde nach einer durchzechten ihren verschwunden Kumpel suchen, in Teil 2 dieselben Typen nach einer durchzechten Nacht ihren verschwundenen Kumpel suchen, werden die gleichen Kerle wie in Teil eins und zwei diesmal nach einer durchzechten Nacht ihren verschwundenen Kumpel suchen. Phillips in einem Interview der Anonymen Alkoholiker: „Eigentlich sollte es bei einer Trilogie bleiben, aber wir haben noch so viele Ideen, dass ein Teil 4 sicher bald kommen wird.“


JUNI

Regisseur Zack Snyder wehrt sich gegen die Vorwürfe, seine Version von Superman wäre wegen der großen Erfolge von Nolans „Batman“-Saga so düster sowie pessimistisch und würde sich zu stark von der Comicvorlage unterscheiden. Snyder wörtlich: „Bei uns steht ganz klar der Spaß im Vordergrund. Superman hat in „Man of Steel“ neben General Zod zwar auch noch mit Leukämie, der Insolvenz seines Arbeitgebers, dem Klimawandel, dem Tod seiner Geliebten, der Finanzkrise, der Umweltverschmutzung und einem eingewachsenen Zehennagel zu tun, aber das kann ja auch Spaß machen. Aber gut, im zweiten Teil, das ist sicher, wird Superman wieder so, wie die Fans ihn kennen und lieben. Wir suchen nur noch ein passendes Thema. Die Eurokrise oder so.“

Typisch M. Night Shyamalan. In seinem Sci-Fi-Film „After Earth“ gibt es mal wieder einen überraschenden Twist: Will Smiths Sohn Jaden ist nämlich überhaupt kein Schauspieler, sondern nur ein verzogenes Balg, welches von seinen Eltern zu viel Zucker in den Allerwertesten geblasen bekommt. Der Film bekommt von der Kritik gemischte Resonanzen. Til Schweiger hingegen fand den Film ganz groß: „Endlich jemand in Hollywood, der versteht wie man echte Familienfilme macht, nämlich mit der Familie. Ich glaube, das wird die Zukunft des Kinos.“

JULI
Die Fans der Vorlage, und nicht nur die, waren vom ersten Spin Off des beliebten Mutanten etwas enttäuscht. Zu zahm sei der damalige Regisseur Gavin Hood mit Wolverine umgegangen. James Mangold, der beim zweiten Teil das Ruder übernahm, hat nun versucht die Fans glücklich zu machen, nur leider die Falschen. Weil Hugh Jackman als Musicaldarsteller immer populärer und beliebter wird, wurde aus „The Wolverine“ ein Musical. Highlight des Films: Jackman singt im Duett mit Neil Patrick Harris, der den Deadpool spielt, eine Ballade über die Last ein Mutant zu sein. Zum Glück soll auf Blu-ray aber eine Unrated Version erscheinen. Die bietet mehr Action und ist sogar erst ab 12 Jahren freigegeben. Harter Tobak!

Steven Soderbergh hat nun endgültig genug. Wir bereits seit langem angekündigt will er sich nun der Kunst außerhalb der Filmbranche widmen. In seiner Doku „Painting“ zeigt Soderbergh wie er sein erstes Bild malt. Da dieses aber länger zum trocknen braucht als gedacht, dreht er noch schnell einen Film. Die Fortsetzung zu diesem soll aber erst 2015 erscheinen. Regie: Soderbergh.

AUGUST
Til Schweigers zweiter „Tatort“ wird ein gigantischer Quoten-Hit. Trotz verhaltener Kritiken sind die Zuschauer gespannt darauf, wie sich Schweiger als Kommissar so macht. Der legendäre Vorspann der Reihe blieb weiterhin unangetastet. Wegen des Erfolgs soll Schweiger nun auch „Wetten, dass“, „Alarm für Cobra 11“, „Mini Playback Show“, „Berlin Tag & Nacht“ und „Anne Will“ übernehmen. Für letzteres ist aber auch eine seiner Töchter im Gespräch. „Das ist die Zukunft des Kinos“ sagt Schweiger. „Das ist Fernsehen, kein Kino“ erklären ihm die Kritiker. „Typisch deutsche Kritiker“, so Schweiger, „die sind immer so engstirnig.“

Die Trash-Schmiede Asylum hat genug davon große Blockbuster billig zu kopieren. Das Unternehmen hat eingesehen, dass es nicht immer zwangsläufig Blockbuster sein müssen, es gehen auch Filmklassiker. Anspruchsvolle Plagiate wie „Man hat on“ oder „The Good Father“ sollen die Kassen zum klingeln bringen

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SEPTEMBER
Sly Stallone und Arnold Schwarzenegger bringen „Escape Plan“ in die Lichtspielhäuser. Da beide Darsteller mit Thomas Dannenberg denselben Synchronsprecher haben, bevorzuge viele Zuschauer die OV. Der Film wird in dieser Version zu einem echten Comedy-Highlight. Stallone nuschelt wegen seiner Gesichtslähmung und hemmungslosen Botoxgebrauch vor sich hin, während Schwarzenegger in seinem typischen Slang plappert. Der Verband der Logopäden gibt „Escape Plan“ das Prädikat „besonders ergiebig“.


In Deutschland läuft der politische Zirkus wegen der Bundestagswahlen auf Hochtouren. Die CDU greift für eine ihre Kampagnen auf einen der filmischen Top-Hits des Jahres 2012 zurück.





OKTOBER
Kurz vorm Start von „Thor – The Dark World“ kommt der erste Teil erneut ins Kino, diesmal aber in 3D. Die Antwort der Macher, als sie damit konfrontiert werden, dass „Thor“ damals bereits  in konvertierten 3D lief: „Ach wirklich? Haben wir nichts von gemerkt. Die Zuschauer sicher auch nicht.“



Die erweiterte Fassung von „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ erscheint auf Blu-ray. Der Film beinhaltet knapp 30 Minuten mehr Material. Im Grunde sind die neuen Szenen alle gleich: Die Zwerge, Bilbo und Gandalf rennen. Diesmal aber nicht nur von links nach rechts, sondern auch hier und da von rechts nach links. Peter Jackson dazu: „Das wird ein ganz neue Erfahrung für den Zuschauer.“ 


 

NOVEMBER
Die ersten Pressestimmen zu Steve McQueens Drama „Twelve Years  a Slave“ fallen überwiegend positiv aus. Nach „Hunger“ und „Shame“ ist dies bereits die dritte Zusammenarbeit zwischen McQueen und Schauspieler Michael Fassbender. Vor allem stößt es auf wohlwollende Resonanzen, dass Fassbenders Penis, der bislang von McQueen immer groß in Szene gesetzt wurde, im Abspann, als separate Rolle aufgeführt wird. Für viele gilt diese Rollenverteilung als Zukunft des Kinos.



Uwe Boll soll im Januar einen Golden Globe für sein Lebenswerk erhalten. Begründung der Jury: „Vielleicht hört er ja dann auf.“



DEZEMBER
„Der Hobbit – Smaugs Einöde“ läuft an. Hihi, der Hobbit läuft. Im wahrsten Sinne des Wortes.



Die Zukunft des Kinos meldet sich zu Wort. Sie war die letzten Monate leider wegen Depression und Selbsthass in Therapie. James Cameron  jubelt: „Endlich ’Avatar 2‘!“ Aktuell ist die Zukunft des Kinos wieder verschwunden. Wenn Sie Hinweise auf ihr Verbleiben haben, wenden Sie sich bitte an Hollywood. Danke.