Posts mit dem Label Alien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Alien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

LIFE - Im Weltraum hört dich niemand seufzen

3 Kommentare:

Fakten:
Life
USA. 2017. Regie: Daniel Espinosa. Buch: Rhett Reese, Paul Wernick. Mit: Rebecca Ferguson, Jake Gyllenhaal, Hiroyuki Sanada, Ryan Reynolds, Ariyon Bakare, Olga Dykhovichnaya, Naoko Mori, Alexandre Nguyen, Camiel Warren-Taylor u.a. Länge: 103 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Ab 23. März 2017 im Kino.


Story:
Die Forschungsmission einer Gruppe Wissenschaftler auf einer internationalen Raumstation wird zu einem Trip in schlimmste Urängste: Eines Tages entdeckt das sechsköpfige Team einen sich rapide entwickelnden Organismus, der für die Auslöschung allen Lebens auf dem Mars verantwortlich ist und bald nicht nur die Crew, sondern auch den gesamten Planeten Erde bedroht.




Meinung:
Ein Raumschiff, bzw. Raumstation und eine Crew die von einem außerirdischen, fremden Wesen im Ten Little Indians-Stil dezimiert wird. Klare Sache, der Filmklassiker Alien ist gemeint, aber eben auch andere Genre-Beiträge, die sich auf ein sehr ähnliches Konzept verlassen. Einer davon ist nun Life von Safe House-Regisseur Daniel Espinosa. Der gebürtige Schwede inszenierte mit seiner dritten Hollywood-Arbeit ein Werk, dass sich vor dem direkten Vergleich nicht verbergen kann. Das ist aber nicht die einzige Offensichtlichkeit, mit der sich der Horrorfilm plagt.


Life erinnert von der ersten bis zur letzten Minuten an einen Sammelkasten. Aus dem Zitateschrank des Genres wird sich ebenso eifrig bedient, wie aus aktuellen Sci-Fi-Filmen. Denn auch wenn die Geschichte an Ridley Scotts großen Durchbruch von 1979 erinnert, so wirkt Life visuell mehr wie eine Melange aus Gravity und Der Marsianer - Rettet Mark Watney (hello again, Mr. Scott). Espinosa vermischt also das eher auf Realität statt auf Used-Future geeichte Setting dieser beiden Filme und lässt darin nun ein Alien agieren, dass nach und nach die Besatzung der ISS tötet. Diese Mixtur aus altehrwürdiger und moderner Architektur ist nicht uninteressant und gehört zur größten Stärke des Films. Doch gleichsam wirkt das Ganze auch irgendwie zu konzipiert und das Ryan Reynolds Rolle im Film im Prinzip die selbe ist, die er in Deadpool spielte – wohl gemerkt ohne Waffen, Anzug und dem ewigen durchbrechen der vierten Wand – macht den unschönen Eindruck, dass Life eigentlich nur der Versuch einer Best-of-Sammlung ist, komplett.


Selbst wenn man Life einzig und alleine auf seine Eigenschaft als Unterhaltungsvehikel reduziert, kann der Film nicht durchgängig überzeugen. Nach einer durchaus ansprechenden Eröffnung (ein an Gravity erinnernde One-Take der allerdings innerhalb der ISS stattfindet) und ersten Momenten mit der fremden Lebensform, gerät der Thriller zunehmend in einen stagnierenden Zustand. Die Bedrohung wird von ihm oft nicht ansprechend genug eingefangen, die Regeln die diese mit sich bringt, werden nur halbherzig ausformuliert und manches wirkt sogar unfreiwillig komisch. Das schlimmste Übel des Films ist aber seine Spannungslosigkeit. Diese versucht Life oft genug mit Spektakel zu verdecken, aber es nutzt nur wenig. Auch wenn die großen Effektmomente imposant und einige Weltraum-Shots wirken majestätisch wirken (vor allem auf der großen Leinwand), so stellt sich einfach kein konstantes Spannungslevel ein.


Life kann, wenn man sich im Genre nicht wirklich auskennt, gewiss das ein oder andere Mal punkten. Aber wer hat nicht schon einmal Alien oder ähnliche Filme gesehen? Durch sein Setting und den Versuch etwas Realität sowie – trotz seiner Beheimatung in der Zukunft - Gegenwart im Genre zu implementieren ist Daniel Espinosas Film nicht frei von Reizen und es gelingt ihm auch immer wieder die Größe und Schönheit des Weltraums einzufangen, aber ihm ist es versagt, etwas wirklich Eigenes oder gar Neues zu erschaffen. So ist Life eine hübsch anzusehende Zitatesammlung ohne eigenes Leben und den Willen dieses zu erschaffen. Im Weltall hört dich niemand seufzen, im Kino schon.

4 von 10 Geburten via Skype

Review: THE HIDDEN 1 & 2 - Das Böse steht auf flotte Flitzer

1 Kommentar:
https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEgbnCIh8TYhHH9tva5wei7J5nz6Ws5B82z0mAcSzdVmPd5OEEhTVPBsnrxTa1lK8j2CGJtCsPkhekfBkqqy1KI4YukFnfPnWwj0M7Esy1js-ZQrWwt0So3DQl8IGoX10B6Fcuf1fQgTeE06/s1600/the-hidden-poster-review.jpg

Fakten:
The Hidden – Das unsagbare Böse (The Hidden)
USA, 1987. Regie: Jack Sholder. Buch: Bob Hunt. Mit: Kyle MacLachlan, Michael Nouri, Ed O’Ross, Clu Gulager, Claudia Christian, Clarence Felder, Richard Brooks, Katherine Cannon, John McCann, Chris Mulkey, Lin Shaye u.a. Länge: 97 Minuten. FSK: Freigegeben ab 18 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Detective Tom Bech steht vor einem Rätsel: Bis dahin unbescholtene Bürger werden urplötzlich zu wahllos mordenden Amokläufern. Gemeinsam mit dem jungen FBI-Agenten Gallagher nimmt er die Ermittlungen auf. Gallagher scheint deutlich mehr über die Ereignisse zu wissen, als er zunächst zugeben will. Aus gutem Grund…

   
                                                                                    
Meinung:
-„Wie war dein Tag?“
-„Mm…interessant.“

Sein Debüt „Zwei Stunden nach Mitternacht“ war kein sonderlich aufregender Home-Invasion-Reißer, mit dem Folgefilm „Nightmare 2 – Die Rache“ gelangte Regisseur Jack Sholder immerhin der zweifelhaft-schmeichelnde Teilerfolg, einen der „schwulsten“ Horrorfilme aller Zeiten gedreht zu haben. Ob absichtlich oder (teilweise) ausversehen, darüber lässt sich heute noch vortrefflich streiten. Ein halbblindes Huhn findet dann doch mal ein Korn, denn mit „The Hidden – Das unsagbare Böse“ hat der Mann ein kleines, feines 80er-Jahre-B-Movie auf die Beine gestellt, in dem Buddy-Cop-Film und Alien-Horror aufeinandertreffen.


https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiviynFzcIhCo9PX_Olo7jPqxfVe2z9FL8tPGLjPm_lc0t5JJvghi4ijZhtaLqOaR3LY1uiX4phV3dY_rCJl9CaV-YXU_U46KBC5KMPSldssU_rREwuz3Y_ry2zg6N_bg_M9nnCTNp95DBE/s320/The+Hidden+4.jpg
Hast du mal Feuer?
Brave Börsenmakler knallen plötzlich genüsslich, völlig grundlos Menschen ab und liefern sich rasante Verfolgungsjagden quer durch die Stadt, bei denen auch für Rollstuhlfahrer nicht gebremst wird. Dabei sind sie nur menschliche Hüllen für ein garstiges Alien, das es sich dort in bester Tradition der „Body Snatchers“-Filme oder „Das Ding aus einer anderen Welt“ gemütlich gemacht hat. Motiv: Spaß am Chaos und schlicht wie einfach pure Boshaftigkeit. Mit einer Vorliebe für laute Rockmusik (und Abneigung gegen Country), schnelle Sportflitzer und großkalibrige Ballermänner – also bestens integriert in das Los Angeles der späten 80er - treibt es sein Bäumchen-wechsel-dich-Spiel, sobald einer der nicht sonderlich sorgsam behandelten Wirtskörper seinen Geist aufgibt. Von Beginn an mit hohem Tempo und zynisch-satirischem Galgenhumor ausgestattet trifft Jack Sholder damit zielsicher ins Genreherz seiner Zeit und schafft einen kleinen Klassiker seiner Zunft. Mit nur wenig eingesetzten, dafür schön handgemacht-unappetitlichen Creature-Effekten (das süffisant-wütenden Böse ist schließlich die meiste Zeit inkognito unterwegs, hält nebenbei das kleine Budget geschickt im Zaum), deutlichen, dafür gekonnten Anleihen bei bekannten Vorlagen (das Alien kommt sogar auch hier irgendwann auf den Hund) und einer guten Portion böser Ironie versehen macht „The Hidden – Das unsagbare Böse“ in seinem Rahmen nahezu alles richtig.


Der danach hauptsächlich in der TV-Landschaft vertretene Michael Nouri und der als spleenige FBI-Agent schon mal für seine „Twin Peaks“-Rolle übende Kyle MacLachlan geben ein prima Duo ab, Genre-Mutti Lin Shaye hat einen kurzen Auftritt und wer genauer hinschaut, wird auch einen Danny Trejo kurz entdecken. Dreimal darf geraten werden, in welchem Ambiente. „The Hidden – Das unsagbare Böse“ hat mit Sicherheit nicht die ganz großen Qualitäten der zitierten Vorbilder, zählt jedoch unter den zahlreichen Kopien zu den herausstechenden Highlights. Einfach Komponenten ergeben in der richtigen Zusammensetzung einfach gute Hausmannskost. Besser vernünftig kopiert als schlecht ausgedacht, dass hätte man ruhig auch beim miserablen Sequel beherzigen sollen.

7 von 10 geklauten Ferraris

                                                                      
http://torrentking.eu/covers/movies/00/22/0110022.jpg

Fakten:
The Hidden 2
USA, 1993. Regie & Buch: Seth Pinsker. Mit: Raphael Sbarge, Kate Hodge, Jovin Montanaro, Christopher Murphy, Michael Welden, Michael A. Nickles, Tom Tayback u.a. Länge: 94 Minuten. FSK: Freigegeben ab 18 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
15 Jahre nachdem ihr Vater den Kampf gegen das bösartige Alien scheinbar gewonnen hat, muss Juliet Beck feststellen, dass das unsagbare Böse nicht so einfach totzukriegen ist. Etwas hat überlebt und inzwischen einen neue Brut herangezogen. Mit MacLachlan versucht erneut ein gutmütiger Artgenosse in Menschengestalt, das Monster zu vernichten. Gemeinsam mit ihm will Juliet das beenden, was ihr Vater einst begann…

                       
                                                
Meinung:
Wenn es sechs Jahre dauert, bis zu einem ohnehin schon nicht besonders aufwändigen B-Movie ein noch deutlich günstigeres Sequel erscheint und niemand von der alten Crew noch mit an Bord ist, ist das in der Regel kein besonders gutes Zeichen. Diese Vorahnung wird bei „The Hidden 2“ zur ernüchternden Gewissheit. Eine mehr als lustlos aus dem Boden gestampfte Fortsetzung, zu der sich scheinbar der nicht gerade viel beschäftigte Michael Nouri zu schade war, obwohl seine Figur zumindest für einige Minuten noch dabei ist.


https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiETGoDYvqV-KU4HMxh0hveePiTSJfN1JQGYGdhpGoNucLLnKcO5jtO7id3LA5USG-gGf_8k9KAJJVirKuyfYjQlzqochOUEFqsBc_e6Io81xg6uNFicuMSo5MqBRqBJ4keY38CS-XQl30/s1600/the-hidden-2-05.jpg
Selbst das unsagbare Böse zieht hier lieber Leine.
Der Oberhammer ist der Anfang: Die erste Viertelstunde besteht zu 95% aus Szenen des Originals, wie kackdreist ist das denn? Das Tragische dabei: Es ist das Beste am Film. Alles Folgende wäre schon als eigenständiges Werk großer Mist, als Sequel zu einem durchwegs gelungenen Vorgänger grenzt das an eine Frechheit. Von der Dynamik des Erstlings ist nichts übrig geblieben. In diesem öden Trittbrettfahrer hat nichtmal das Alien bei der direkten Konfrontation mit seinem Kontrahenten Bock auf etwas Action, trottet lieber gelangweilt davon. Kann man ihm kaum verübeln. Das neue Jägerduo ist eh komplett für die Tonne. Gegen den Waschlappen Raphael Sbarge wirkte Kyle MacLachlan bald wie Arnold Schwarzenegger. Ach, dessen Rolle heißt übrigens…MacLachlan. Na, über die Würdigung hat sich der Kyle bestimmt gefreut wie Bolle. Trotzdem ist er noch so unwiderstehlich, dass sich zwischen ihm und seiner menschlichen Partnerin natürlich noch eine flotte Romanze entwickelt. Sie weiß übrigens, dass er ein Alien ist. Wie verzweifelt muss man denn sein? Wenigstens darf sie ihm ganz romantisch die Zähne bürsten. Unglaublich. 


Von dem albernen Techtelmechtel der beiden rolligen Pfeifenköpfen mal abgesehen, „The Hidden 2“ kann – bis auf halbwegs brauchbare, aber wie schon im ersten Teil nur selten genutzte Effekte – rein gar nichts. Das Hauptset ist eine dunkle, eintönige Fabrikhalle, der sadistische Körperdieb darf nur ganz selten mal an die frische Luft, das alles hat die Rasanz von eingeschlafenen Pobacken. Es wäre doch gar nicht so schwer gewesen, die Erfolgsformel einfach erneut zu nutzen. Dann müsste sich der Film zwar auch den Vorwurf mangelnder Kreativität gefallen lassen, rückwirkend betrachtet aber lieber das als so ein monotones, unmotiviertes, unterdurchschnittlich inszeniertes Kellerkind ohne Esprit und Charme. 

3 von 10 kleinen Alien-Rackern

Review: UNDER THE SKIN - Gefährliche Studien fremder Augen

Keine Kommentare:


Fakten:
Under the Skin
UK. 2013.
Regie: Jonathan Glazer. Buch: Walter Campbell, Jonathan Glazer, Michel Faber (Vorlage). Mit: Scarlett Johansson, Antonia Campbell-Hughes, Paul Brannigan, Jeremy McWilliams, Krystof Hádek, Adam Pearson, Dave Acton, Jessica Mance, Joe Szula u.a. Länge: 107 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Ab 10. Oktober auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story (die so in dem Film nie erklärt wird):
Laura (Scarlett Johansson) ist ein auf die Erde entsandter Alien und reist in der Gestalt einer verführerischen jungen Frau durch die schottischen Highlands. Sie wurde auf die Erde geschickt, um einsame Männer per Anhalter mitzunehmen. Denn Menschenfleisch ist auf Lauras Heimatplaneten ein kostbares, da rares Gut und für die außerirdischen Wesen eine Delikatesse. Mit ihren Verführungskünsten versucht Laura, der menschliche Emotionen wie Liebe oder Mitleid fremd sind, die jungen Männer um den Finger zu wickeln und schließlich zu töten. Doch ihre Mission gerät in Gefahr, als sich ihre Neugierde und ihr Gewissen regen…





Meinung:
Eine irre Angelegenheit, diese berüchtigte Eigenmacht von Jonathan Glazer mit Scarlett Johansson in der Rolle eines (vermutlichen) Aliens als Fremdkörper in der vom genauen Grund her nicht näher definierten, aber dennoch sinestren Erforschung unserer Erde. Nur sehr langsam entfaltet sich der mysteriöse Komplex der perfiden Verführung in künstlicher Haut und weiblicher Körperform - zunächst als einstudiert-glaubwürdiger Mechanismus der pragmatischen Ressourcen-Aufnahme, später in der Verwirrung der natürlich-umgebenden Umstände als Suche der Sinnlichkeit anhand einer für den Ausserirdischen unbekannten menschlichen Hülle. Jene Langsamkeit ist aber weder provozierendes Arthouse-Kalkül noch bedeutungsschwangeres Drängeln auf Atmosphäre - nein, Glazer verhält sich stattdessen ganz dezent und elegant, lässt das fremdartige Handeln einfach passieren und erzeugt fortwährend, auch dank seinem gleichzeitig distanzierten und sehr sinnlichen Gesamtkonzept, eine durchgehende Ungewissheit, welche aber ganz eigen und ruhig voranschreitet, sowie den Zuschauer kompromisslos auf die Reise mitnimmt.

 
Ein Alien entdeckt seine körperliche Hülle
Ein schön abwegiger Hybrid aus Wahrnehmungsebenen, der sich dabei ergibt, sobald die Falle der Geschlechts-fixierten Hypnose zuschnappt, ihre Opfer in eine pechschwarze Blase einfängt und verzehrt, hingegen aber ebenso das Alltägliche und Menschliche aus Perspektiven einfängt, die es ebenso durchweg merkwürdig erscheinen lassen (auch wegen dem schottischen Akzent der Anwohner). Toll aber auch, dass in dieser Auffassungs-Konstellation keinerlei Vorurteile herrschen oder gängige Gesellschaftsmuster sinnig erscheinen können, da die Ausserirdische jene Werte gar nicht kennt, nur schwer nachvollziehen kann, auf jeden Fall alle mit demselben Ansatz der oberflächlich-übernommenen Menschlichkeit anspricht, ob nun beim Baby oder beim Mann mit Neurofibromatose - während der Film dabei auch inszenatorisch trocken bleibt und die Reaktion des Zuschauers darauf eben ihm selbst überlässt, ganz konsequent verharrt in der Rolle der Aussenseiterin.


Ein Alien in Schottland: Laura
Somit ist Glazers Film auch eine Entdeckungsreise, eine Re-Etablierung des Für-Uns-Selbstverständlichen - ein bisschen wie in John Carpenters 'STARMAN' oder jüngst Godfrey Reggios 'VISITORS', nur eben mit einer bloß abstrakt-verborgenen Form der Romantik zum Unbekannten, so wie das Alien in diesem Film schließlich auch bei einem Menschen unterkommt, den es erstmals nicht laut Auftrag in die Falle lockt, da es sich zuvor im Nebel verlaufen hat (ein toller Kontrast zum metaphysischen Dunkel der 'Männerfalle') und nun auf unbekannten Terrain schlicht auch Hilfe braucht. Darauf scheint die dralle Erotik oder eben Funktion des menschlichen Wirtes für das unbekannte Wesen endlich durchzudringen, bleibt aber wie gesagt in einer stetigen Ungewissheit, welche schließlich auch einer Hilflosigkeit angesichts gewaltsamer Situationen des Menschseins ausgeliefert ist und höchstens nur noch von der neutralen Natur des Planeten begnadigt bzw. liegen gelassen wird.


 

Immer im rechten Licht
Es scheint zum Schluss auf jeden Fall in den unbekannten Ursprung zurückzukehren, doch Glazer gibt darauf keine direkten Antworten, aber eben doch reizvolle Ansätze des Verstehens und Weiterdenkens in einem Film aus der schlichten und irgendwie doch schönen/morbiden Objektivität des Andersartigen - dessen Handlungen wir auch fürchten können, da macht der Film keine Missverständnisse, obwohl er eben auf Plakativität verzichtet, einfach die abstrakten Abläufe zeigt und in ihrer bizarren Krassheit schier einwirken lässt, jedoch nicht in minutiösen Detail auswalzt, bis keine Fantasie mehr übrig bleibt. Doch auch auf diesem Wege wird 'UNDER THE SKIN' einen guten Teil seiner Zuschauer ratlos oder frustriert zurücklassen, was man auch verstehen kann bei solch einer stummen Studie der Erde, ihrer Bewohner und einer darin nebenher stattfindenden Zersetzung aus dem Blickfeld des Unmenschlichen.


Auf jeden Fall ist er etwas ganz Anderes und Frisches in der Filmwelt, eben ein Ausserirdischer mit einer aufregend-neuartigen Sicht auf die Dinge und da mag er das Fürchten lehren oder Fragen offen halten, aber man kommt einfach nicht an ihm und seinen einnehmenden, unbeschreiblich-kunstvollen und ineinander verschmelzenden Eindrücken vorbei, wie auch niemand an dieser enigmatischen Figur von Scarlett Johanssons Charakter im Film vorbeikommt - er verführt uns ins Kino hinein, wie schon lange nichts mehr zuvor und jeder der hierzulande die Chance hat, ihn auf der großen Leinwand zu sehen, sollte es mal ausprobieren. Ob man dabei im positiven oder negativen Sinne umgehauen wird, ist letztendlich egal - so etwas hat man so noch nicht gesehen.


8,5 von 10 Hautfetzen


vom Witte

Review: STERNENKRIEGER - SURVIVOR- Das Übliche halt

Keine Kommentare:


Fakten:
Sternenkrieger – Survivor (Survivor)
USA. 2014. Regie und Buch: John Lyde. Mit: Kevin Sorbo, Danielle Chuchran, Nicola Posener, James C. Morris, Paul D. Hunt, Abigail Mason, Rocky Myers u.a. Länge: 93 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Ab 22. Juli 2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Jahrzehnte sind vergangen, seit das Raumschiff die unbewohnbar gewordene Erde verlassen hat. Endlich stößt die Crew auf einen erdähnlichen Planeten, der eine neue Heimat werden könnte. Ein kleiner Spähtrupp soll die Oberfläche erkunden. Doch der Transporter zerschellt in einem Meteoritenschauer. Die Überlebenden werden von Aliens verschleppt, die sie als Mahlzeit betrachten. Nur Kate kann sich befreien. Ganz auf sich allein gestellt will sie ihre Kameraden vor den blutrünstigen Kreaturen retten. Auf die humanoiden Krieger, die ebenfalls auf dem Planeten leben, kann sie nicht zählen. Sie sind jedem feindlich gesonnen, der nicht zu ihrem Stamm gehört. Da trifft Kate auf Rogan, einen Krieger auf der Suche nach seiner entführten Tochter…





Meinung:
Eine recht gängige Sci-Fi-Actionstory wird hier im Rahmen eines nur sehr gering budgierten Direct-to-DVD-Streifens auf die austauschbarsten Pfade des Genres geschickt. Das hat einen sehr funktionalen Charakter, hält einigermaßen bei Laune, bietet aber nichts allzu Außergewöhnliches für den geneigten Fan, wenn auch immerhin einen souveränen, fast fehlerfreien Ablauf, der genügsame 1 1/2 Stunden Laufzeit vergehen lässt und anhand seiner flexiblen Hauptdarstellerin einige ordentliche Martial-Arts-Momente zusammenbekommt. Aber alles der Reihe nach. Sobald 'STERNENKRIEGER' in den Weiten des Weltraums nämlich anfängt, wird schon seine größte Schwäche erkannt: das digitale Tricksen. Da hat man keine Mühen für ein handgemachtes futuristisches Set aufgewendet, stattdessen begnügt man sich schlicht mit einem Greenscreen, an dem die Atmosphäre herzustellen versucht wird, die aufgrund ihrer glatten Einfallslosigkeit aber schnell langweilt. Da liegt einem der Film schon etwas flau im Magen rum, doch es bietet sich die Chance, zumindest Protagonistin Kate (Danielle Chuchran) etwas kennen zu lernen, wenn auch strikt By-the-numbers.

 
Kevin Sorbo im Einsatz
Was ist nämlich die simpelste Art, einen Charakter einzuführen? Richtig, man lässt ihn irgendwo aufwachen. Das sollte einen schon auf die Formelhaftigkeit des ganzen Geschehens vorbereiten, auch wenn es äußert ernüchternde Aussichten mitliefert. Kate erklärt uns jedenfalls per Voiceover, dass sie mit einem ausgewählten Trupp durchs Weltall fliegt, um neue Wasser-Ressourcen für die sterbende Erde auszukundschaften - als ob es im Film gleich zum Mars mit seinen grünen Männchen geht, so altbacken kommt einem das Szenario vor. Wer jetzt noch nicht aus dem Film aussteigt und sich freiwillig auf den ewig gleichen Ablauf des Altbekannten einstellt, ist schon ein ganz ordentlicher B-Movie-Freund. Denn noch unterscheidet sich 'STERNENKRIEGER' kein Stück vom Gros und Look beliebigster TV-Unterhaltungsware im ausnahmslos digitalen Gewand, inkl. durchgängiger Instant-Epic-Mucke. Den ersten Pluspunkt erhält er aber bei einer Trainings-Sequenz, in welcher unsere designierten Weltraumforscher Schieß-Gefechte in einer Wald-Simulation üben, Kamera & Schnitt dabei angenehm übersichtlich bleiben, sogar einige praktische Effekte und klassisches Stuntwork einarbeiten. Auch wenn unsere Helden eigentlich für eine friedliche Mission unterwegs sind, macht sich das später noch bezahlt, soviel ist sicher. Und das ist dann auch der zentrale Antrieb Kates, sich als starke Kämpferin und fähige Missionarin der Weltenrettung zu beweisen - natürlich gegenüber einem männlichen Mentor, in diesem Fall Captain Hunter (Kevin Sorbo), für sie eine Art Vaterfigur und Leiter der Mission. Sorbo ist als Markenname für die DVD-Hülle natürlich wie so üblich bei derartigen Produktionen doch etwas unterbesetzt, arbeitet seinen größtenteils als Steh-und-Sprechrolle-konzipierten Einsatz meist auch nur vor einem Greenscreen ab oder spricht schlicht in einer Höhle wartend in eine Kamera.


Kann auch sein, dass das der Sorbo ist
Später darf er sich aber noch ein bisschen mehr bewegen, bevor das aber geschieht, reist unser Suchtrupp durch ein Wurmloch bis ans andere Ende des Universums, erlebt aber zerstörerische Turbulenzen, bei denen das Wrack des Schiffes und seine Insassen auf einem erdähnlichen Planeten landen, der von obskuren, Menschen-ähnlichen Kreaturen und anderen Biestern bewandert wird. Kate als unsere Heldin kann sich aber am ehesten durch dieses unbekannte Terrain durchschlagen und sucht sogar einige Überlebende auf. Doch dabei muss sie auch einige Monster bekämpfen, die zumindest dadurch filmisch auftrumpfen können, dass sie nicht digital erschaffen, sondern mit gelungen-elastischen, fiesen Alien-Masken ausgestattet sind. Das vermittelt einen geerdeten, klassischen Ansatz und führt zu einigen flotten Fights mit unserer ass-kicking Heroine. Die findet sodann über ihren Armband-Kommunikator & -Scanner heraus, dass sich Captain Hunter 60km von ihrer Position befindet und noch lebt, jedoch mit gebrochenem Bein in einer Schlucht brach liegt. Sie will demnach natürlich zu ihm finden und das Notsignal zur Rettung aller aktivieren. Klingt irgendwie bekannt? Kein Wunder, ist das doch auch so ziemlich die selbe Ausgangslage des letztjährigen Gassenhauers 'AFTER EARTH' - nur, dass diese Variante hier ideologisch weit verdaulicher ist, nicht ständig die esoterische Überwindung von Furcht predigt und zudem mit Kate eine Überwinderin am Start hat, die tatsächlich auch was drauf hat und lieber schlitzt, als zu quengeln. Speziell sei jene Szene genannt, in welcher sie eine ganze Horde zu ihr heraufkletternder Monster mit Pfeil und Bogen abserviert, während sie am Abhang einer steilen Klippe eingehakt ist. Das kommt schon herrlich taff!


Gestatten, die feminine Seite
Doch auch ihre süße, feminine Seite kommt bei der niedlichsten Szene des Films heraus, als sie ausgerechnet ein Pferd auf jenem Planeten findet, sich lächelnd damit anfreundet und nach einigen Anlaufversuchen auf dessen Rücken durch die weiten Steppen zieht, Kranfahrten und effektiv-pathetischer Score mit einberechnet. Hat sie sich auch mal verdient, steckt sie doch reichlich Schrammen und Dreck im Gerangel mit den kampferprobten Einwohnern ein, von denen aber einige Aufständische sogar helfen wollen. Warum das so ist und weshalb dieser Planet so Erden-ähnlich ist, dass er Pferde beherbergt und offensichtlich kostengünstig in der Wüste von Utah gedreht wurde, sei an dieser Stelle nicht verraten - wobei ich aber glaube, dass man sich als halbwegs erfahrener Filmfreund jenen 'twistigen' Hintergrund schon denken kann. Es hat mich jedenfalls so spannungsfrei in den dritten Akt eingeleitet, dass ich mich kurz mal hinlegen musste und fast zu schlummern anfing, da der Weg nur noch ausnahmslos vorhersehbar ausgelegt war und auch noch in einer dumpfen Höhle endete - wo zwar einige Menschen von den Gruselviechern aufgefressen wurden, die übrigens mindestens zwei nette Jumpscares liefern konnten, aber abgesehen von dem konventionellen Design, Story- und Action-Handling keinerlei Fallhöhe erzeugt wurde. Und das ist eben das allgemeine Manko des Films: er versucht schlicht, ein normales Endprodukt abzuliefern und in seiner Funktion gelingt ihm das trotz mickrigem Budget auch ohne große Ausfälle der Verwirrung oder Dummdreistigkeit.


Aber das macht ihn auch eben so übel-standardisiert, dass man sich weder über irgendwelche originelle Überraschungen, noch über irrwitzige Abstürze in Stil und Plot freuen kann. Er hat einfach keine ideenreiche 'wild side', arbeitet simpelstes Genre-1x1 ab und versucht sich lediglich mit seiner Souveränität über Wasser zu halten. Da kann Hauptdarstellerin Chuchran noch den meisten Nutzen draus ziehen, eine professionelle Figur machen und nette Stunts glaubwürdig vermitteln (zudem offenbar Wendy-mäßig ein Faible für Pferde ausleben), aber ansonsten herrscht bei diesem Werk eine künstlerische Lustlosigkeit, die sich im Versuch mit digitaler Effektarbeit und einem epischem Score für etwas Größeres ausgeben will, als was der Film eigentlich ist. Wie sagt Captain Hunter in der ersten Trainingseinheit doch so bezeichnend: 'Da ist noch Luft nach oben.


3,5 von 10 Pferden


vom Witte