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Review: TRIPLE 9 – Eine altbackene Geschichte und eine packende Inszenierung geben sich die Klinke in die Hand

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Fakten:
Triple 9
US, 2016. Regie: John Hillcoat. Buch: Matt Cook. Mit: Woody Harrelson, Kate Winslet, Casey Affleck, Chiwetel Ejiofor, Anthony Mackie, Aaron Paul, Norman Reedus, Gal Gadot, Clifton Collins Jr., Michael Kenneth Williams u.a. Länge: 115 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Ab dem 05. Mai 2016 im Kino.


Story:
Eine Bande von Gangstern, die sich aus korrupten Cops und ehemaligen Söldnern zusammensetzt, führt für die Russen-Mafia einen Raubüberfall durch. Den Auftraggebern reicht dieser eine Einsatz allerdings nicht und sie fordern vor der Bezahlung einen weiteren. Die Gruppe sieht sich mit einem schier unmöglichen Coup konfrontiert, für den ihnen als letzte Möglichkeit nur ein Manöver in den Sinn kommt: Einen "Triple 9" auslösen, was im Polizei-Code einen Officer am Boden bedeutet...




Meinung:
Wer sich in jüngerer Vergangenheit mit der absoluten Speerspitze des Cop-Genres beschäftigte, stieß unweigerlich auf die von Publikum und Kritikern gefeierte erste Season des Serien-Hits "True Detective". Autor Nic Pizzolatto schuf einen Krimi-Plot, der grimmigen Nihilismus, surreale Mythologie, philosophisch angehauchte Dialoge, atmosphärische Wucht und ein grandios harmonierendes Hauptdarsteller-Duo in Form von Matthew McConaughey und Woody Harrelson enthielt. Diese Serie ist es, die einem stellenweise in den Sinn kommt, wenn man sich John Hillcoats "Triple 9" ansieht.


Alkohol kann bei diesem Job selten schaden
Gemäß dem Ratschlag, man beginnt am besten immer mit einem Knall, wird dieser Film von einem exzellent inszenierten, furios choreographierten Einstieg in Form eines Banküberfalls eröffnet. Hillcoat hat sein Handwerk als Regisseur definitiv verstanden und schafft es, den Zuschauer ab der ersten Minute in eine düstere Welt zu ziehen, die aus korrupten Cops, finsteren Russen-Mafia-Schergen, exzessiver Gewalt und bedrohlichem Pessimismus besteht. Zusammen mit dem wuchtig wummernden Score, an dem unter anderem auch Atticus Ross mitwirkte, hat der Regisseur mit diesem Film ein oftmals förmlich um sich schlagendes Atmosphäre-Monstrum geschaffen, das es in sich hat. Die Art und Weise, wie hier herkömmliche Razzien in unsicheren Gang-Gebieten, hitzige Schusswechsel oder angespannte Begegnungen wie Ausschnitte direkt aus der Hölle wirken, erinnert zudem an manchen Stellen an Denis Villeneuves "Sicario", der kürzlich eine ähnlich kraftvolle Aura ausstrahlte. Diese packende Inszenierung ist für "Triple 9" von ungeheurer Wichtigkeit, denn ansonsten folgt das Drehbuch von Matt Cook einem generischen Malen-nach-Zahlen-Cop-Thriller-Formular, in dem sich unglücklicherweise viel zu viele Figuren auf einmal befinden, deren Charakterisierung sträflich übergangen wird zugunsten des Abgrasens mal mehr, mal weniger bedeutender Plot-Punkte.


Spielt bemüht fies, kriegt aber wenig zu tun: Kate Winslet
Ein weiteres Argument für diesen Film ist der beeindruckend zusammengestellte Cast. Mit Woody Harrelson, Kate Winslet, Casey Affleck, Chiwetel Ejiofor, Aaron Paul, Norman Reedus und noch einigen weiteren namhaften Stars hat man hier ein Ensemble, das aus alteingesessenen Publikumsmagneten, beliebten TV-Gesichtern oder momentan angesagten Oscar-Namen besteht. Dabei wird dem Streifen gerade diese Ansammlung vielversprechender, aufmerksamkeitserregender Darsteller paradoxerweise ein wenig zum Verhängnis. Wenn Aaron Paul auf der Bildfläche erscheint, werden viele automatisch an die grandios ausgearbeitete Figur des Junkies Jesse Pinkman aus "Breaking Bad" erinnert, während andere bei Norman Reedus an den Fan-Liebling Daryl Dixon aus "The Walking Dead" denken oder bei Kate Winslet eine Performance erwarten, die der talentierten Charakterdarstellerin würdig ist. Es sind diese Erwartungen und Vorstellungen, die man automatisch an einen solchen Cast stellt, welche der Film entweder bewusst oder unbewusst unterläuft, enttäuscht oder auch subversiv vor den Kopf stößt. Für Entfaltung bleibt den Figuren kaum Raum, immer wieder wechselt das Geschehen von einem Charakter zum anderen, während man in der nächsten Szene daran erinnert wird, dass der und der Schauspieler ja auch noch mit von der Partie ist.


Am besten lässt sich "Triple 9" daher als knallharte, atmosphärisch ebenso bedrückende wie packende Genre-Fingerübung betrachten, in der für ausufernde Emotionen, komplex gezeichnete Charaktere und clevere Überraschungen wenig Platz ist. Viel mehr verlangt der Film von seinem Publikum, dass es sich in diesem grimmigen Höllenschlund treiben lässt, von einer pessimistischen Situation über die verschwitzten Figuren hin zum nächsten Inferno, bis man am Ende gute Lust verspürt, eine Dusche zu nehmen. 


6 von 10 abgetrennte Köpfe



von Pat

Review: THE TRUST - Korrupte Cops, Krumme Dinger und Crazy Cage

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Fakten:
The Trust
US, 2015. Regie: Ben Brewer, Alex Brewer. Buch: Ben Brewer, Adam Hirsch. Mit: Nicolas Cage, Elijah Wood, Sky Ferreira, Jerry Lewis, Kevin Weisman, Steven Williams, Christie Beran u.a. Länge: 90 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Ab dem 29. April 2016 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Jim Stone und David Waters sind zwei Polizisten, die ihrem meist eher monotonen Alltag im Büro nachgehen. Als Jim mitbekommt, dass ein Heroin-Dealer eine auffällig hohe Kaution sofort zahlen kann, heftet er sich an dessen Fersen und stößt auf einen gut gesicherten Safe mit unbekanntem Inhalt. Zusammen mit David schmiedet er einen Plan, um die Kriminellen um deren Besitz zu erleichtern.




Meinung souli:
Langeweile ist eine Sünde, für die es keine Absolution gibt.“, sagte Oscar Wilde einmal. Und gerne darf man dieses Zitat auch in Verbindung mit „The Trust“ bringen. Jim Stone und David Waters nämlich sind Polizisten in Las Vegas, ihr Alltag besteht jedoch nicht, entgegen des allgemeinen Irrglaubens, aus spektakulären Ermittlungen querfeldein durch die Stadt der Sünde und dem Ausheben von Massengräbern im trockenen Wüstensand Nevadas. Stattdessen herrscht hier vor allem Monotonie. Langeweile. Man treibt so durch das Leben, man sitzt es regelrecht aus, man lässt es schlichtweg über sich ergehen. Tatsächlich ist dieser entlarvende Blick auf die verklärte Polizeiarbeit, genau in diesem geographischen Sektor, überraschend treffend: Zum Verbrecher avanciert man, weil man sonst nichts Besseres zu tun hat, während am Horizont das Lichtermeer von Las Vegas den Nachthimmel erhellt. Sorgen bereitet man sich also selber, weil man einfach keine hat. Nicolas Cage, der schon lange nicht mehr so gut in Szene gesetzt wurde, und Elijah Wood geben an vorderster Front ein Duo, welches sich ebenfalls in die thematische Offenlegung des Drehbuches einquartiert und zeitweise durch einen Humor besticht, der nie forciert wirkt, sondern irgendwie in die Situation hineinplatzt, was ihn umso natürlicher erscheinen lässt. Stone und Waters sind keine souveränen Alleskönner, sondern fehlerbehaftete Normalos, die mit einer Instanz konfrontiert werden, der man sich in anderen Genre-Streichen gerne mal entledigt: Die eigene Moralauffassung und ihre Dehnbarkeit. Sicherlich ist „The Trust“ nicht herausragend geglückt, doch der Nihilismus und der Sinn für das alltägliche Danebenhauen, mit dem die Gebrüder Brewer den Zuschauer entlassen, macht durchaus Lust auf mehr.


6 von 10 buschigen Schnauzbärten





Meinung Pat:
"The Trust" ist ein Film, den man grundsätzlich nicht gesehen haben muss. Das Drehbuch von Ben Brewer und Adam Hirsch verfolgt zwei nicht ganz so saubere Cops bei ihrem Plan, den gut gesicherten Safe einer Drogendealer-Bande um dessen unklaren Inhalt zu erleichtern. Die Geschichte des Films verläuft dabei recht unspannend, folgt bis auf kleinere, unerwartete Zwischenfälle strikt dem Schema F und hebt sich ansonsten kaum von zahlreichen anderen B-Movies ab, in denen man solch eine Handlung fast auf genau die gleiche Weise erleben durfte. "Nicolas Cage" lautet allerdings der Grund, weshalb man "The Trust" ruhig mal sehen kann. An der Seite von Elijah Wood, der hier bodenständig, aber dadurch leider auch ziemlich unauffällig spielt, liegt es wieder einmal alleine an Crazy Cage, die Laune beständig oben zu halten. Seinem Spitznamen macht der Schauspieler in einigen Szenen mal wieder alle Ehre, schiebt sich Zitronenscheiben in den Mund, über die er vorher Tabasco gießt, telefoniert mit irrwitzigem Dialekt nach Deutschland, verliert das ein oder andere mal ordentlich die Nerven, lässt folgerichtig der mit mächtigem Schnäuzer bestückten Gesichtsdisco freien Lauf und sorgt wie gewohnt für eine Menge Spaß. Auf der Zielgeraden nimmt sich "The Trust" schließlich doch noch ziemlich ernst, was dem locker-amüsanten Tonfall, den der Streifen vorab durch einen in kleinen Dosen entfesselten Cage, schräge Situationskomik sowie einen spritzigen Soundtrack, in dem manche Songs bestimmte Szenen ironisch aufbrechen, merklich schadet. Als knapp überdurchschnittliche Genre-Kost für zwischendurch und selbstverständlich beinharte Fans von Nicolas Cage taugt "The Trust" auf die Schnelle, ist aber fernab der skurril-köstlichen Cage-Momente aufgrund des ziemlich beliebigen Drehbuchs nach dem Abspann bereits recht flott wieder vergessen.


5,5 von 10 nicht ganz glatt verlaufende Coups


Review: THE HIDDEN 1 & 2 - Das Böse steht auf flotte Flitzer

1 Kommentar:
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Fakten:
The Hidden – Das unsagbare Böse (The Hidden)
USA, 1987. Regie: Jack Sholder. Buch: Bob Hunt. Mit: Kyle MacLachlan, Michael Nouri, Ed O’Ross, Clu Gulager, Claudia Christian, Clarence Felder, Richard Brooks, Katherine Cannon, John McCann, Chris Mulkey, Lin Shaye u.a. Länge: 97 Minuten. FSK: Freigegeben ab 18 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Detective Tom Bech steht vor einem Rätsel: Bis dahin unbescholtene Bürger werden urplötzlich zu wahllos mordenden Amokläufern. Gemeinsam mit dem jungen FBI-Agenten Gallagher nimmt er die Ermittlungen auf. Gallagher scheint deutlich mehr über die Ereignisse zu wissen, als er zunächst zugeben will. Aus gutem Grund…

   
                                                                                    
Meinung:
-„Wie war dein Tag?“
-„Mm…interessant.“

Sein Debüt „Zwei Stunden nach Mitternacht“ war kein sonderlich aufregender Home-Invasion-Reißer, mit dem Folgefilm „Nightmare 2 – Die Rache“ gelangte Regisseur Jack Sholder immerhin der zweifelhaft-schmeichelnde Teilerfolg, einen der „schwulsten“ Horrorfilme aller Zeiten gedreht zu haben. Ob absichtlich oder (teilweise) ausversehen, darüber lässt sich heute noch vortrefflich streiten. Ein halbblindes Huhn findet dann doch mal ein Korn, denn mit „The Hidden – Das unsagbare Böse“ hat der Mann ein kleines, feines 80er-Jahre-B-Movie auf die Beine gestellt, in dem Buddy-Cop-Film und Alien-Horror aufeinandertreffen.


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Hast du mal Feuer?
Brave Börsenmakler knallen plötzlich genüsslich, völlig grundlos Menschen ab und liefern sich rasante Verfolgungsjagden quer durch die Stadt, bei denen auch für Rollstuhlfahrer nicht gebremst wird. Dabei sind sie nur menschliche Hüllen für ein garstiges Alien, das es sich dort in bester Tradition der „Body Snatchers“-Filme oder „Das Ding aus einer anderen Welt“ gemütlich gemacht hat. Motiv: Spaß am Chaos und schlicht wie einfach pure Boshaftigkeit. Mit einer Vorliebe für laute Rockmusik (und Abneigung gegen Country), schnelle Sportflitzer und großkalibrige Ballermänner – also bestens integriert in das Los Angeles der späten 80er - treibt es sein Bäumchen-wechsel-dich-Spiel, sobald einer der nicht sonderlich sorgsam behandelten Wirtskörper seinen Geist aufgibt. Von Beginn an mit hohem Tempo und zynisch-satirischem Galgenhumor ausgestattet trifft Jack Sholder damit zielsicher ins Genreherz seiner Zeit und schafft einen kleinen Klassiker seiner Zunft. Mit nur wenig eingesetzten, dafür schön handgemacht-unappetitlichen Creature-Effekten (das süffisant-wütenden Böse ist schließlich die meiste Zeit inkognito unterwegs, hält nebenbei das kleine Budget geschickt im Zaum), deutlichen, dafür gekonnten Anleihen bei bekannten Vorlagen (das Alien kommt sogar auch hier irgendwann auf den Hund) und einer guten Portion böser Ironie versehen macht „The Hidden – Das unsagbare Böse“ in seinem Rahmen nahezu alles richtig.


Der danach hauptsächlich in der TV-Landschaft vertretene Michael Nouri und der als spleenige FBI-Agent schon mal für seine „Twin Peaks“-Rolle übende Kyle MacLachlan geben ein prima Duo ab, Genre-Mutti Lin Shaye hat einen kurzen Auftritt und wer genauer hinschaut, wird auch einen Danny Trejo kurz entdecken. Dreimal darf geraten werden, in welchem Ambiente. „The Hidden – Das unsagbare Böse“ hat mit Sicherheit nicht die ganz großen Qualitäten der zitierten Vorbilder, zählt jedoch unter den zahlreichen Kopien zu den herausstechenden Highlights. Einfach Komponenten ergeben in der richtigen Zusammensetzung einfach gute Hausmannskost. Besser vernünftig kopiert als schlecht ausgedacht, dass hätte man ruhig auch beim miserablen Sequel beherzigen sollen.

7 von 10 geklauten Ferraris

                                                                      
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Fakten:
The Hidden 2
USA, 1993. Regie & Buch: Seth Pinsker. Mit: Raphael Sbarge, Kate Hodge, Jovin Montanaro, Christopher Murphy, Michael Welden, Michael A. Nickles, Tom Tayback u.a. Länge: 94 Minuten. FSK: Freigegeben ab 18 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
15 Jahre nachdem ihr Vater den Kampf gegen das bösartige Alien scheinbar gewonnen hat, muss Juliet Beck feststellen, dass das unsagbare Böse nicht so einfach totzukriegen ist. Etwas hat überlebt und inzwischen einen neue Brut herangezogen. Mit MacLachlan versucht erneut ein gutmütiger Artgenosse in Menschengestalt, das Monster zu vernichten. Gemeinsam mit ihm will Juliet das beenden, was ihr Vater einst begann…

                       
                                                
Meinung:
Wenn es sechs Jahre dauert, bis zu einem ohnehin schon nicht besonders aufwändigen B-Movie ein noch deutlich günstigeres Sequel erscheint und niemand von der alten Crew noch mit an Bord ist, ist das in der Regel kein besonders gutes Zeichen. Diese Vorahnung wird bei „The Hidden 2“ zur ernüchternden Gewissheit. Eine mehr als lustlos aus dem Boden gestampfte Fortsetzung, zu der sich scheinbar der nicht gerade viel beschäftigte Michael Nouri zu schade war, obwohl seine Figur zumindest für einige Minuten noch dabei ist.


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Selbst das unsagbare Böse zieht hier lieber Leine.
Der Oberhammer ist der Anfang: Die erste Viertelstunde besteht zu 95% aus Szenen des Originals, wie kackdreist ist das denn? Das Tragische dabei: Es ist das Beste am Film. Alles Folgende wäre schon als eigenständiges Werk großer Mist, als Sequel zu einem durchwegs gelungenen Vorgänger grenzt das an eine Frechheit. Von der Dynamik des Erstlings ist nichts übrig geblieben. In diesem öden Trittbrettfahrer hat nichtmal das Alien bei der direkten Konfrontation mit seinem Kontrahenten Bock auf etwas Action, trottet lieber gelangweilt davon. Kann man ihm kaum verübeln. Das neue Jägerduo ist eh komplett für die Tonne. Gegen den Waschlappen Raphael Sbarge wirkte Kyle MacLachlan bald wie Arnold Schwarzenegger. Ach, dessen Rolle heißt übrigens…MacLachlan. Na, über die Würdigung hat sich der Kyle bestimmt gefreut wie Bolle. Trotzdem ist er noch so unwiderstehlich, dass sich zwischen ihm und seiner menschlichen Partnerin natürlich noch eine flotte Romanze entwickelt. Sie weiß übrigens, dass er ein Alien ist. Wie verzweifelt muss man denn sein? Wenigstens darf sie ihm ganz romantisch die Zähne bürsten. Unglaublich. 


Von dem albernen Techtelmechtel der beiden rolligen Pfeifenköpfen mal abgesehen, „The Hidden 2“ kann – bis auf halbwegs brauchbare, aber wie schon im ersten Teil nur selten genutzte Effekte – rein gar nichts. Das Hauptset ist eine dunkle, eintönige Fabrikhalle, der sadistische Körperdieb darf nur ganz selten mal an die frische Luft, das alles hat die Rasanz von eingeschlafenen Pobacken. Es wäre doch gar nicht so schwer gewesen, die Erfolgsformel einfach erneut zu nutzen. Dann müsste sich der Film zwar auch den Vorwurf mangelnder Kreativität gefallen lassen, rückwirkend betrachtet aber lieber das als so ein monotones, unmotiviertes, unterdurchschnittlich inszeniertes Kellerkind ohne Esprit und Charme. 

3 von 10 kleinen Alien-Rackern

Review: RIDE ALONG – Der Kleine und der Große sorgen für Gerechtigkeit

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Fakten:
Ride Along
USA. 2014. Regie: Tim Story. Buch: Greg Coolidge, Phil Hay, Matt Manfredi, Jason Matzoukas. Mit: Kevin Hart, Ice Cube, Tika Sumpter, Laurence Fishburne, John Leguizamo, Bruce McGill, Gary Owen, Jay Pharoah, Dragos Bucur, Gary Weeks, Bryan Callen u.a. Länge: 100 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Ab 28. August 2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Atlanta ist ein hartes Pflaster, doch für James Payton, dem härtesten Cop der Stadt, ist das kein Problem. Viel größer wiegt es da, dass seine kleine Schwester in einer Beziehung mit dem kleinlauten Wachmann Ben hat. Diesen Schlaffi kann James absolut nicht ausstehen. Als das Paar heiraten will und James um seine Zustimmung bittet, verlangt er von Ben, dass er ihn einen Tag lang begleitet. Auf den Straßen von Atlanta, da ist sich James sicher, wird Ben nicht lange überleben.





Meinung:
Buddy-Movies gehören in der Filmwelt gewiss nicht zu den Modeerscheinungen, wie sie immer mal wieder eine Hochphase feiern dürfen, dann aber über kurz lang von der Bildfläche verschwinden, wie es beispielsweise mit dem Sandalenfilm geschah, den Ridley Scott 2001 mit „Gladiator“ opulent reanimiert, damit jedoch keinen anhaltenden Trend abzeichnen durfte. Nein, ein Buddy-Movie will sich nicht als definiertes Zeitgeistphänomen verstehen, dafür ist diese Art von Film einfach viel zu beliebt und wird es auch immer bleiben. Man denke dabei nicht nur an Stan Laurel und Oliver Hardy, die mit ihren Auftritten in den legendären „Dick & Doof“-Streichen das Zwerchfell des Zuschauers abermalig zum Erschüttern brachten, oder auch Bud Spencer und Terence Hill, die sich in Italo-Kult-Vehikeln wie „Das Krokodil und sein Nilpferd“ und „Vier Fäuste für ein Halleluja“ vor allem durch ihre schlagkräftigen Argumente auszeichnen sollten.

 
Na wenigstens der kleine Junge hat seinen Spaß
Einer ähnliche Popularität genießt auch der Buddy-Movie der 1980er Jahre, an dem sich moderne Streifen dieser Couleur mit Vorliebe zu orientieren versuchen. Richard Donners „Lethal Weapon“ ist wohl die primäre Inspirationsquelle, haben sich Mel Gibsons und Danny Glovers dynamische Wortgefechte doch schon längst ihren festen Platz in den Annalen der Kinematographie gesichert. Das Problem bei den heutigen Filmen jener Fasson, ist, dass ihnen der Charme, mit dem die gesamte „Lethal Weapon“-Quadrilogie reichhaltig protzen konnte, abhanden gekommen ist. Ob es nun Paul Feigs lahme Nullnummer „Taffe Mädels“ ist, der das Sujet aus femininem Blickwinkel betrachtete oder David Charhons französische Action-Komödie „Ein MordsTeam“, die über ihre guten Ansätze in Sachen Charakterzeichnung ebenfalls nicht hinaus kam. Den (neuen) Tiefpunkt erreicht in diesem Jahr allerdings Tim Storys „Ride Along“, in dem sich Ice Cube („21 Jump Street“) und Kevin Hart („Zwei vom alten Schlag“) nun in den Hauptrollen freimütig komplett zum Affen machen dürfen.

 
Ben bekommt wenig zu lachen, versucht es aber dennoch
Bezeichnenderweise – oder ist es schon wieder Realsatire? - hat es „Ride Along“ allein durch die Einspielergebnisse in den Vereinigten Staaten geschafft, das Sechsfache seines 25 Millionen Dollar Budget wieder in die Kassen zu spülen. Warum das so ist, lässt sich höchstens am Bekanntheitsgrad von Comedian und Entertainer Kevin Hart erklären, der in den USA auf mehr Gegenliebe stößt, als es der Berliner Mario Barth in Deutschland tut. Dass Kevin Hart auf der Bühne die Massen mitgehen lassen kann, ist unwiderruflich belegt, dass er auf der Leinwand den Beweis seines Schauspieltalents immer noch schuldig ist, hat sich durch die mangelhaften Auftritte in „Denk wie ein Mann“ und „Zwei vom alten Schlag“ nachhaltig betoniert. In „Ride Along“ gilt Gleiches und ein Buddy-Movie lebt nun mal auch größtenteils von der Chemie seiner (ungleichen) Hauptdarsteller. Die Chemie, die Harmonie im Zusammenspiel mit Ice Cube ist hier nicht existent, denn während Hart nur den hyperaktiven Zappelphilipp raus hängen lässt, ist Ice Cube der standardisierte Brummbär, der im Laufe der Schema-F-Dramaturgie selbstredend weichgekocht wird.

 
Ice Cube lässt Kevin Hart keine ruhige Minute
Die Frage, die man sich bei „Ride Along“ zu Anfang noch stellen darf, ist, ob man das Drehbuch, an dem ganze vier verschiedene Köpfe herumgedoktert haben, nun rücksichtslos verdammen sollte oder doch den Mut des Autorenteams bewundern, eine so abgestandene Handlung mit derart abgedroschenen, weil unzählige Male durch den Fleischwolf gedrehten Gags aufzumischen. Es sind beispielsweise Rohrkrepierer wie der „überraschende“ Rückstoß einer Waffe, mit dem „Ride Along“ sein Publikum für sich gewinnen möchte. Klamauks aus der Mottenkiste, so hinfällig und energielos dargeboten, dass sie natürlich auch keinesfalls als Hommage an goldene 80s-Tage durchgehen können, sondern einzig und allein mit dem albernen Pennälerhumor und Machogehabe Seite an Seite ins Verderben stolpern. Von kokettem Wortwitz und Situationskomik, die wirklich gut getimed und spritig daherkommt, ist in „Ride Along“ natürlich keinerlei Spur. Über die eigentliche Handlung um den mythischen Gangster-Boss Omar (Laurence Fishburne) darf gerne geschwiegen werden, denn jede einzelne Wendung ist genauso vorhersehbar, wie „Ride Along“ stumpf aus der Retorte fischt.


Eine Story ohne Drive, mit Twists, so alt wie das Kino selbst, Gags ohne Pointe und ein schäbiges Hauptgespann ohne jede Chemie: „Ride Along“ ist die peinlich-lustlose Degradation eines jeden Buddy-Movies und eine Schande für Martin Riggs und Roger Murtaugh, für Jack Cates und Reggie Hammond und sogar für Mike Lowrey und Marcus Burnett – Und das will schon was bedeuten.


2,5 von 10 Sesseln vor der Playstation


von souli

Review: DIE HORDE - Unsympathen gegen Zombies

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Fakten:
Die Horde (La Horde)
Frankreich. 2009. Regie: Yannick Dahan, Benjamin Rocher. Buch: Arnaud Bordas, Yannick Dahan, Stéphane Moissakis, Benjamin Rocher. Mit: Claude Perron, Eriq Ebouaney, Aurélien Recoing, Jo Prestia, Yves Pignot, Jean-Pierre Martins, Doudou Mastas u.a. Länge: 98 Minuten (ungekürzt). FSK: freigegeben ab 18 Jahren (gekürzt), keine Freigabe (ungekürzt). Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Noch vor ein paar Stunden haben sie sich von ihrem ermordeten Freund und Kollegen verabschiedet, doch trauern haben die Cops nicht im Sinn, als sie das Wohngebäude, in dem die Mörder leben, infiltrieren. Sie wollen Rache. Doch durch einen Fehler werden sie entdeckt und es beginnt ein Blutbad. Doch schnell müssen die Cops und Gangster zusammen arbeiten, denn draußen beginnt die Apokalypse und die Toten kehren zurück und machen Jagd auf die Lebenden.





Meinung:
Freunde der härteren Horrorgangart kamen in den letzten Jahren nicht um Frankreich herum. Mit Filmen wie „High Tension“, „Inside“ oder „Martyrs“ wurden Horrorfans regelmäßig verzückt, während die Zensoren neues Futter für ihre Scheren fanden. Auch „Die Horde“ von Yannick Dahan und Benjamin Rocher kam hierzulande nur stark verstümmelt in den Handel. Ganze sieben Minuten fehlen der deutschen Fassung, während die Uncut-Version mittlerweile sogar bundesweit beschlagnahmt ist. Damit sollte klar sein, dass der Genre-Kreuzung aus Cop-Thriller, Gangster-Action und Zombie-Splatter wirklich absolut nichts für zartbesaitete Zuschauer ist.


Ziemlich miesgelaunte Freunde
Jede Menge Blut macht natürlich noch lange keinen guten Film und „Die Horde“ ist auch keiner. Der düstere Kampf zwischen Untoten und zwei rivalisierenden Gruppen ist trotz seines Mischmaschs aus diversen Versatzstücken des bloody cinema eher kompakt geraten: fast keinerlei Exposition, null Entwicklung bei den Figuren und eine Location in der Enge, Tristesse und künstliches Licht die Optik bestimmt. Letzteres ist die klare Stärke von „Die Horde“. Dahan und Rocher inszenieren, ähnlich wie Gareth Evans in „The Raid“, die Betonflure des siffigen Wohnblocks als eine Art Todeslabyrinth. Es gibt nur einen wirklichen Ausweg: den Kampf. Dabei erweist sich das bleihaltige Gefecht gegen die Zombies als Kampf gegen Windmühlen. „Die Horde“ macht schnell klar, dass es für die Überlebenden keinerlei Hoffnung gibt. Das ist wenig überraschend und bringt auch nicht viel, denn durchgängig jeder Charakter ist hier ein geborener Sadist und Unsympath. Wer stirbt und überlebt ist pure Zweitrangigkeit. Das Geplärre nach Empathie, das Verlangen nach einer Identifikationsfigur in Filmen, es ist oft schon eher lächerlich und infantil, doch dem blutigen Reigen fehlt genau das. Ohne zumindest einen Charakter mit dem man als Zuschauer mitfühlen und mitleiden kann sind alle Überlebenden genau so leer und egal wie die keifenden Untoten, die versuchen in den Wohnblock einzudringen und nach Menschenfleisch gieren.


Gestatten, die einzige Frau des Films
Die Intention von Dahan und Rocher liegt ganz klar im stilistischen Bereich. Die kalte Ästhetik von Beton und Neonröhren trifft auf bluttriefende Zombie-Action, deren Härtegrad von Beginn an äußerst hoch angelegt ist und immer wieder noch eine Schippe drauf legt. Ernst zu nehmen ist das alles zu keiner Zeit, auch wenn „Die Horde“ wenig tut, um sich selbst als Humbug zu offenbaren. Aber spätestens dann wenn der Hausmeister sein Waffenlager präsentiert gibt es kein Halten mehr. Problem dabei: das ist alles nicht sonderlich unterhaltsam. Die Action ist zwar heftig und laut, aber durch die uninteressanten bis durch und durch unsympathischen Figuren kommt eben keinerlei Spannung auf. Das ist bedauerlich, vor allem weil Dahan und Rocher die Zombie-Apokalypse ohne größere Vorwarnung und Erklärung über den Wohnblock preschen lassen und anstrengungslos eine Art Mythos entwerfen, doch dieser wird, wie so vieles im Film, einfach niedergewalzt und zur bloßen Nebensächlichkeit degradiert und nach und nach komplett vergessen. Es geht hier halt doch nur um eines: filmische Gewalt zu feiern.


„Die Horde“ beweist erneut dass aus Frankreich wirklich verdammt harte Horrorfilme kommen, doch Abseits seines Gewaltlevels bietet das Massaker zwischen Cops, Gangstern und Untoten relativ wenig und auch wenig Neues. Dabei erweist sich das Regie-Duo zumindest in ästhetischen Sektor als durchaus begabt, aber das hilft alles nichts gegen die teils heftigen Mängel.


3 von 10 dummen Nachbarn