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Review: MARLEY - Ein Aussenseiter wird zum Idol

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Fakten:
Marley
USA, GB, 2012. Regie: Kevin Macdonald. Mit: Bob Marley, Ziggy Marley, Jimmy Cliff, Cedella Marley, Rita Marley, Lee "Scratch" Perry, Chris Blackwell, Peter Tosh, Bunny Wailer, Danny Sims, Cindy Breakspeare. Lee Jaffe, Aston Barrett, Peter Marley u.a. Länge: 140 Minuten. FSK: Freigegeben ab 6 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Die dokumentarische Aufarbeitung einer Legende des Musikbusiness.


                                                           


 

Meinung:
 
"...aber wir konnten ihm nicht böse sein."


Wer könnte das schon? Bob Marley, einem der begnadesten Musikers aller Zeiten, wird eine einfühlsame, wunderbare Doku geschenkt. Der Meister selbst kommt nur kurz zu Wort, sonst dürfen wir uns auf die Aussagen von Zeitzeugen verlassen. Familienmitglieder, Freunde, Wegbegleiter, Kollegen. Das scheint im ersten Moment sehr trocken, dennoch wird uns der Mensch hinter der Legende so nahe gebracht, erstaunlich, da er selbst kaum präsent ist.

One Love...
Von seinen kümmerlichen Anfängen, als verschmähter Mischling am Arsch von Jamaika, zu seinem kometenhaften Aufstieg, bis zu seinem tragischen Ende. Marley wird (fast) nur anhand der Aussagen seiner Mitmenschen charakterisiert, aber wirkt dadurch so unsterblich wie sein künstlerisches Schaffen. Bis heute stehen seine Hymnen, die alle eine Geschichte erzählen. Gerade das beleuchtet "Marley" eindrucksvoll. Seine Songs bekommen mehr Backround, da die Wurzeln hier nahegelegt werden. Ein Trench-Town-Kid, ein Idealist, ein Perfektionist, ein Rastafari durch und durch. Er stand für etwas, hat nicht nur darüber gesungen, er hat es gelebt. Und ist daran letztenendes zu Grunde gegangen.


Wir erleben den Werdegang eines "Bastards", der früh die Schule schmiss, da er nur einen Weg gesehen hat, sich aus dem Ghetto befreien zu können. Sein Talent zu leben, die Musik. Aller Anfang ist schwer, besonders als ein Niemand mit schwarz/weissen Wurzeln. Doch Bob hat sich durchgebissen. Von schüchternen Neuauflagen erfolgreicher US-Hits zu seiner Musik. Zunächst als Mitglied einer Band, später als Leader und Zugpferd. Ganz nebenbei wurde aus Ska Reggae und aus dem introvertierten Musiker aus Saint Ann einer der grössten Künstler des letzten Jahrhunderts. Die knapp 2 1/2 Stunden scheinen erst erschlagend für eine Doku, doch letztendlich ist hier keine Sekunde verschenkt.


Eine Legende, selbst optisch.
Diese Ausführlichkeit mündet niemals in Längen oder gar Langeweile. Behutsam wird der Mensch Marley dokumentarisch aufgebaut, fast die Hälfte der Spielzeit wird dem Abschnitt vor seinem Aufstieg gewidmet. Marley, unglaublich talentiert, aber kaum beachtet, hechelt lange dem Erfolg hinterher. Für lächerliche Gagen nehmen er und seine Kollegen                     Top-Ten-Hits auf, die kurzzeitige Flucht in die USA bringt auch nicht den erhofften Erfolg. Lange scheint ein Ausnahmetalent in der Belanglosigkeit zu verschwinden. Doch nach langem, harten Kampf kommt endlich die Bestätigung: In London, 1975, brechen endgültig alle Dämme. Marley wird gefeiert, die Halle ist überfüllt, der Mann ist auf seinem Zenit angekommen. Lange hat er für diesen Ruhm gekämpft,  nur leider kann er ihn nur noch wenige Jahre auskosten."Marley" erscheint im ersten Moment vielleicht etwas trocken, tatsächlich zieht diese Doku so schnell in ihren Bann und schafft etwas seltenes: Obwohl der Hauptdarsteller nur selten (in bewegten Bildern) zu sehen ist, lernen wir ihn kennen und (noch mehr) lieben. Das beste Beispiel für diesen merkwürdigen Effekt ist wohl die bereits erwähnte Schilderung des Konzerts in London: Wir sehen nur Standbilder, hören nur die Kommentare, dennoch bildet sich eine Gänsehaut. Weil wir es diesem Menschen gönnen, speziell nach der ausführlichen Schilderung seines Lebens. Mal ganz unabhängig davon betrachtet, was die Musikwelt ohne Bob Marley wäre. 


Trotz seiner trockenen Herangehensweise eine wunderbar fluffige Doku über einer bemerkenswerten Menschen, der einerseits Cheech & Chong locker unter den Tisch knistern konnte, dem andererseits so wahnsinnig viel Talent und Präsenz in die Wiege gelegt wurde, das selbst 140 Minuten zu kurz erscheinen. Nicht der perfekte Vater, ein wohl guter Fussballer, ein sagenhaft kreativer Künstler. Auf den guten, alten Bob, möge im Himmel immer reichlich Drehstoff vorhanden sein, hat in dem Fall wohl kaum geschadet. Bis auf...lassen wir das.

7,5 von 10 fetten Lunten



Review: DAWN OF THE DEAD - Zackiges Remake

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http://medienjournal-blog.de/wp-content/uploads/2011/06/dawn_of_the_dead_ver3.jpg


Fakten:
Dawn of the Dead
USA, 2004. Regie: Zack Snyder. Buch: James Gunn. Mit: Sarah Polley, Ving Rhames, Jake Weber, Mekhi Phifer, Ty Burrell, Michael Kelly, Kevin Zegers, Michael Barry, Lindy Booth, Jayne Eastwood, Boyd Banks, Inna Korobkina, R. D. Reid, Tom Savini, Ken Foree u.a. Länge: 105 Minuten. FSK: Freigegeben ab 18 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.



Story:
Urplötzlich stehen die Toten aus ihren Gräbern auf und haben richtig Hunger. Die Apokalypse kommt blitzschnell, eine kleine Gruppe von Überlebensexperten rettet sich in eine Mall. Draussen lauert der Tod, drinnen die Bestie Mensch auf Survival-Modus.




                     


Meinung:

"When there's no more room in hell..."
 
Moment mal, das gab es schon. Pfui, braucht niemand. Eigentlich richtig, aber so passt das schon.


Es hätte so ein schöner Morgen werden können...
George A. Romeros "Dawn of the Dead" ist - da kann, aber sollte man kaum drüber streiten - der beste Zombie-Film bisher und jeder Versuch einer Neuauflage grenzt an Blasphemie, nur wildert das Remake von Zack Snyder sehr respektvoll in den Jagdgründen eines Klassikers. Romero prägte das gesamte Genre erst durch "Night of the Living Dead" und perfektionierte es durch "Dawn of the Dead". Der Zombie-Film starb, mangels Futter, schnell aus, erst Danny Boyle belebte es durch "28 Days Later" neu, obwohl er nur Infizierte, aber keine "klassischen" Zombies zeigte. Die echte Wiedergeburt fand ausgerechnet durch eine eigentliche Totgeburt statt. Totgesagte leben länger...


Snyder, zu Letzt oft gescholten und nicht immer zu unrecht, erweisst sich als würdiger Totengräber, gibt dem Höllen-Szenario einen zeitgemässen und kommerziell effektiven Anstrich, der niemals respektlos mit der Vorlage umgeht. Die diversen Änderungen geben dem Film einen komplett neuen Anstrich, aber nur so ist ein Remake überhaupt zu rechtfertigen. Wer will denn eine 1:1 Fassung von "Dawn of the Dead" sehen? Das sind die gleichen Leute, die auch das Remake von "Psycho" mögen.
Um es kritisch zu sehen: Snyder (und James Gunn, Autor und absoluter Genre-Nerd) hebeln bewusst die ruhige, apokalyptische Stimmung des Originals aus, indem sie enorm auf die Tube drücken. Ihre Zombies haben nicht nur ordentlich Marmelade in den Muskeln, sie sind zudem viel aggressiver und weniger tollpatschig. Ganz anders, nicht so subtil, aber ein Remake darf ruhig mehr Gas geben...wenn es denn funktioniert.


Jeder fängt mal klein an.
Das tut es. Die bedrohlich-vernichtende Stimmung von Romeros Film erreicht das tapfere Snyderlein niemals, aber kratzt kurz am Beinchen und kann mit einem effizienten Druck punkten. Teilweise fühlt man sich schon in das Kaufhaus `78 zurückversetzt....nicht immer, aber manchmal. Den Geist der Vorlage haben Snyder & Gunn durchaus verstanden und versuchen ihn umzusetzen. Gelingt mehrfach, nur gewissen Zugeständnissen an das moderne Publikum ist es wohl geschuldet, dass der neue "Dawn of the Dead" manchmal etwas glatt wirkt. Es muss nicht jeder Patrone in Zeitlupe zu Boden fallen, damit die Szene wirkt. Tendenziell ist das ein Remake nach Mass. Beruft sich auf die Vorlage, kann sie unmöglich kopieren, aber gibt sein Bestes, um nicht als fader Aufguss zu enden.


Schneller, brachialer, trotzdem weniger erschreckend und mit dem sozialen Kritikpunkt nur am Rande, rockt der "Dawn of the Dead" des neuen Jahrtausends erstaunlich gut. Was da alles schief gehen kann, siehe "The Fog", "The Hitcher" oder "The Stepfather". Da wurde Remake-Potenzial mit Anlauf gegen die Wand gefahren, "Dawn of the Dead" reisst Wände ein, die bis heute keine Sollbruchstelle liefern.



"...the dead will walk the earth."

Allein wegen den liebevollen Cameos von Tom Savini und Ken Foree, inklusive dieses denkwürdigen Zitats, ist "Dawn of the Dead" kein Rotz aus der Mikrowelle, sondern eine zeitgemässe Neuinterpretation. Soll es auch geben...


7 von 10 verkaufsoffenen Sonntagen

Review: LOST PLACE - Der blanke Horror im deutschen Genrekino

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http://www.blairwitch.de/wp-content/bwdatabase/gallery/details/14826.jpg



Fakten:
Lost Place
BRD, 2013. Regie: Thorsten Klein. Buch: Thorsten Klein, Lena Vurma. Mit: Francois Goeske, Josefine Preuß, Pit Bukowski, Jytte-Merle Böhrnsen, Anatole Taubmann, Björn Bugri, Georg Kammerer, Rike Eckermann u.a. Länge: 101 Minuten. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. Ab 28. März 2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Daniel und sein Kumpel Thomas haben sich in einem Forum für Geocaching mit Jessica und Elli verabredet. Gemeinsam wollen sie in den pfälzer Wäldern auf Schatzsuche gehen. Die Koordinaten führen sie in einen abgesperrten Bereich und auf einen verwaisten Campingplatz. Urplötzlich erleidet Elli eine Art Anfall. Noch bevor ihre geschockten Begleiter Hilfe rufen können, taucht ein Fremder in einem Schutzanzug auf und schafft sie in seinen Wohnwagen. Er erzählt ihnen eine unglaubliche Gedschichte rund um den nahegelegenen Funkturm, dessen Signale Einfluss auf das menschliche Gehirn und sämtliche technischen Geräte haben.





Meinung:
So, liebe deutsche Horrorfilmfreunde, a star is born. Endlich sind Olaf Ittenbach, Frank W. Montag und andere Helden des heimischen Genrefilms nicht mehr allein dafür verantwortlich, uns so richtig das Fürchten zu lehren. Bühne frei für Thorsten Klein, Regisseur und Co-Autor DES neuen Horror-Blockbusters made in germany. In 3D. Jawohl! Eine neue Ära bricht an. Richter, das könnte der deutsche Wes Craven werden und "Lost Place" der deutsche "Scream". Dem Erfolg - ach, warum so tief stapeln - dem erdrutschartigen Hype rund um diese Perle dürfte nichts mehr im Weg stehen. Clever, das Teil gleich mit einem international tauglichen Titel zu versehen. Nur eine Frage der Zeit, bis sich rund um den Globus die Menschenmassen vor den Kinos tottrampeln, um diesem Spektakel beizuwohnen. Halleluja!

 
"Yo, ich gelb, du gelb. Wir sind voll die Bros, Alter"
Na, wer hat's geglaubt? Vielleicht Thorsten Klein, wenn überhaupt. Auch das eher nicht, sonst müsste dem Mann neben dem Talent auch noch der gesunde Menschenverstand abgesprochen werden. "Lost Place" ist selbst unter dem sehr übersichtlichen, deutschen Horror-Output der Bodensatz, eine Zumutung sondergleichen. Das bekommt einen Kinostart? Warum? Wieso? Was läuft da falsch? Aber der Reihe nach...In dieser Unmöglichkeit von einem Film treffen sich der charmant-schüchterne Schnuckel Daniel (im weiteren Verlauf von mir schlicht in "Captain Superbrain" umgetauft) und sein Kumpel Thomas (a.k.a. "Yo-Digga") mit ihren Internetbekanntschaften Jessica und Elli zum Geocaching. In der Pfalz. Im Wald. Nein, wie spannend. Das riecht im ersten Moment nach einem doofen, eventuell aber recht amüsanten Backwood-Slasher in den tiefen, unerforschten Wäldern unserer Heimat. Wo die wilden Kerle wohnen, oder so ähnlich. Hach, wäre das im Nachhinein schön gewesen. Pustekuchen. Die von lachhaften, im hohen Bogen durch's Soap-Casting geflogenen Darstellern verkörperten Dünnbrettbohrer werden nicht im Geringsten stutzig, dass sie ihre Schnitzeljagd mitten in ein umzäuntes, mit eindeutigen Warnschildern versehenes (dafür lächerlich gesichertes) Arial führt. Nach der Plünderung der Schatztruhe (lecker, Space-Cookies, von einem Wildfremden hinterlegt, immer rein damit) geht der Horror richtig los. Auf einem verwilderten Campingplatz (etwas grösser als ein durchschnittlicher Kleingarten) stoßen sie auf den verstrahlten Verschwörungs-Knallkopf mit dem hochprofessionellen Schutzanzug aus dem Tschernobyl-Schlussverkauf von KICK, dessen total idiotische Geschichte natürlich den reinen Tatsachen entspricht. Der vernünftigste Moment des gesamten Films sind die zwei Minuten, in denen mal kurz an seinen Worten gezweifelt wird, spätestens dann läuft das eh schon minderwertige Drehbuch komplett Amok.


Das sich hier dümmliche Klischee-Kleingeister die Klinke in die Hand geben ist für einen B-Horror-Film überhaupt kein Problem, soll ja Spaß machen und keine Preise gewinnen. Nur das spottet jeder Beschreibung. Die Hoffnung auf einen Anflug von passabler Unterhaltung zertreut sich spätestens (wirklich, aller spätestens!) nach der ersten halben Stunde in einer erbärmlichen Ansammlung von Peinlichkeiten. Die Story ist, selbst für das Genre, Schwachsinn hoch zehn, die Dialoge ein schlechter Scherz, die "Spannungsmomente" nicht nur rar gesät, sondern zudem nicht mal als solche zu bezeichnen. Aller hirnrissigen Details hier aufzuzählen, würde definitiv den Rahmen sprengen. Da hilft nur eins: Backen zusammenkneifen und wie das blinde Huhn verzweifelt nach Körnern suchen. Wer jegliche Ambitionen mit einer gewissen Bereitschaft zum Fremdschämen über Bord wirft, kann zumindest mal lachen. Respekt an der Stelle übrigens für die Darsteller. Entweder wurden unendliche viele Takes benötigt oder sie haben es tatsächlich geschafft, nicht bei jedem dritten Satz einen Lachanfall zu bekommen.


"Wir war noch mal der Notruf? 0190, oder?"
Captain Superbrain, Yo-Digga und ihre Schnuckis lassen immerhin kein Fettnäpfchen aus. Schlaubi-Schlumpf hat von alles sofort einen Plan, weil er halt die Weisheit mit der Schaufel gefressen hat. Kennt alles, weiss alles, bedient super-geheime US-Geheimdienst-was-weiss-ich-Computer mit spielender Leichtigkeit, ist aber gleichzeitig zu doof, nicht an jedem Hebel ziehen zu müssen, auf dem das verlockende Wörtchen "Pull" steht und sich vierstellige Nummern merken (mit sage und schreibe ZWEI verschiedenen Zahlen!). Tja, wohl eher inselbegabt. Außerdem pimpt er sein Auto mit einem spitzenmäßigen Turbo-Boost-Button, aber bremsen, na ja, und für einen Airbag war auch kein Platz mehr. Schade. Nicht um Yo-Digga, der hat eh genervt... ups, war das ein Spoiler? EGAL, vor dem Mist muss eh eindringlich gewarnt werden!!!


Jetzt mal zur Krönung dieses einmaligen Filmerlebnisses: Das 3D. Wow, 3D, in einem deutschen Horrorfilm, super. Nie im Leben wurde das Ding dafür ursprünglich ausgelegt. Und wenn, wurde das beim Dreh entweder vergessen oder ignoriert. Es gibt keine eindeutigen Eye-Catcher für die große Leinwand, nur etwas mehr räumliche Tiefe, die überhaupt keinen Wert hat und zudem unfassbar schwammig und unscharf ist. Kopfschmerzen vorprogrammiert. Geeignet für alle Nicht-Brillen-Träger, die sich mal fühlen wollen wie mit -10 Dioptrien. Klasse.


Was bleibt von "Lost Place" hängen?
- Ein Augenschaden.
- Die Erkenntnis, das Alu-Folie den ultimativen Schutz gegen geheime Ami-Waffen ist. Also schnell Hamsterkäufe tätigen, der dritte Weltkrieg ist näher, als wir denken (sogar geographisch).
- In Deutschland gibt es scheinbar immer noch unentdeckte Flecken, wo der große Bruder hemmungslos wüten darf. Wer hätte das gedacht?
- Warner Bors. bringt in Deutschland wirklich jede Scheiße auf den Markt.
- 3D ist nicht gleich 3D.
- Der heimische Genrefilm braucht immer noch dringend Starthilfe.


Also Freunde, lieber nochmal "Masks" von Andreas Marschall in den Player werfen, danach vielleicht noch "Urban Explorer" und dann traurig den Kopf schütteln, was sonst so auf uns losgelassen wird. Sogar im Kino! Und gute Nacht...


1 von 10 Hirnschmelzen

Review: IMMER ÄRGER MIT BERNIE - Mehr tot als lebendig

1 Kommentar:
http://file.tasteofcinema.blog.shinobi.jp/bernies.jpg


Fakten:
Immer Ärger mit Bernie (Weekend at Bernie's)
USA, 1989. Regie: Ted Kotcheff. Buch: Robert Klane. Mit: Andrew McCarthy, Jonathan Silverman, Catherine Mary Stewart, Terry Kiser, Don Calfa, Eloise DeJoria, Gregory Salata, Louis Giambalvo, Ted Kotcheff u.a. Länge: 95 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD erhältlich.


Story:
Richard und Larry decken zufällig einen grossen Versicherungsbetrug in ihrer Firma auf und melden es sofort ihrem Chef Bernie. Aus Dank lädt er sie in sein Strandthaus ein - denken sie. Tatsächlich haben Bernie und seine Mafiafreunde das Geld unterschlagen. Bernie will die blauäugigen Jungs beseitigt wissen. Dumm nur, dass Mafiosi Vito etwas von Bernies Äffaire mit seiner Frau weiss. Kurz vor der Ankunft von Richard und Larry wird somit Bernie das Opfer von Vitos Hitman. Als die Beiden die Leiche entdecken, wollen sie zunächst die Polizei rufen - bis plötzlich das Haus voll mit Partygästen ist, denen gar nicht auffällt, dass der Gastgeber mit dem seeligen Grinsen nicht mehr so richtig lebendig ist. Eine kuriose Ereigniskette setzt sich in Gang...



           


Meinung:
An sich eine typische Komödie der 80er mit den dazugehörigen flachen Sprüchen, dafür mit reichlich Sympathie-, Charme- und Nostalgie-Punkten gesegnet. Nach "Rambo" bis heute einer der bekanntesten Filme von Ted Kotcheff (übrigens mit einem tollen Cameo-Auftritt als Richards Vater) und nicht zu unrecht.

                                            
Bernie: So tiefenentspannt wie noch nie
Neben den unverzichtbaren Kalauern und Flapsigkeiten bietet "Immer Ärger mit Bernie"nämlich in erster Linie einer herrlich-absurde Grundidee. Diese wird nicht immer, aber oft genug toll ausgespielt. Manchmal nur albern, manchmal leicht schwarz-morbide, eigentlich immer unterhaltsam. Zu flott-heiterer Feel-Good-Urlaubsmusik stolpern die bemitleidenswerten Naivlinge Richard und Larry durch die Schickeria, stehts mit dem dauergrinsenden Leichnam ihres Chefs im Schlepptau oder zumindest in Reichweite. Das dessen Leblosigkeit niemanden auffällt, ist durchaus ein recht bissiger Seitenhieb gegen die Oberflächlichkeit der Bussi-Bussi-Gesellschaft inmitten von Koks, Schampus, Bikinis und schicken Strandvillen. Als Satire versteht sich der Film natürlich nicht, er soll einfach 95 Minuten für gute Laune sorgen. Mit etwas Abzug in der B-Note, auch durch zeitlichen Verschleiss bedingt, gar kein Problem.

 

Die Party ist vorbei, nur tot bleibt tot.
Gute Laune versprüht der Film jederzeit, nur der Humor zündet, zumindest heute, nicht (mehr) immer. Gelegentlich etwas zu quaselig und kindisch, ab und an hängt das Ganze leicht durch - wie Bernie, wenn er nicht gestützt wird. Für die ganz grossen Lachkrämpfe kann der Streifen nicht mehr sorgen und es liegt sicher im Auge des Betrachters, wie sehr der bereits erwähnte Charme hier für Vergnügen sorgt. Bei einer Erstsichtung 2013 könnten gewisse Dinge strenger beurteilt werden. Doch wer mit Bernie aufgewachsen ist, muss ihn eigentlich heute noch lieb haben. Das hat besonders einen Grund: Terry Kiser in der Rolle des titelgebenden "Untoten".


Kiser schiesst  als Bernie eindeutig den Vogel ab. Obwohl er recht früh das Zeitliche segnet, darf er danach erst so richtig aufdrehen. Nur selten kommt eine Puppe zum Einsatz, den Rest spielt Kiser mit einer bemerkenswerten Körperbeherrschung selbst. Grandiose Nummer. Damit spielt er das "lebendige" Personal ganz locker an die Wand. Dennoch geben Jonathan Silvermann und Andrew McCarthy ein harmonisches Duo ab, deren Chemie einfach stimmt, was für eine derartigen Film essentziell wichtig ist.



"Immer Ärger mit Bernie" hat über die Jahre Federn gelassen, was soll's? Immer noch ein schöner Spaß, der für einen flockigen Sonntagnachmittag oder vergleichbare Situationen bestens geeignet ist.
 
6,5 von 10 grinsenden Leichen.

Review: THE SECOND DEATH - DIE SÜNDER WERDEN BRENNEN - Maria ist wütend

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Fakten:
The Second Death - Die Sünder werden brennen (La segunda muerte)
AR, 2012. Regie & Buch: Santiago Fernández Calvete. Mit: Agustina Lecouna, Guillermo Arengo, Mauricio Dayub, Tomás Lizzio, Luz Kerz, Maria Laura Cali, Germán de Silva, Sandra Gugliotta u.a. Länge: 92 Minuten. FSK: Freigegeben ab 18 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Die junge Polizistin Alba untersucht in einer entlegenen, argentinischen Kleinstadt einen mysteriösen Todesfall. Ein Mann ist mitten auf einer Landstrasse verbrannt. Die Ursache ist unbekannt. Niemand unterstützt ihre Ermittlungen, jeder im Ort scheint das Ereigniss einfach vergessen zu wollen. Gerade jetzt erscheint ein Mann mit einem Jungen in der Stadt, der angeblich über hellseherische Fähigkeiten verfügt. Durch das Berühren von Fotos kann er in die Vergangenheit sehen. In der Familie des Toten kommt es zu weiteren Todesfällen, alle auf die gleiche Weise. Alba sieht keine andere Möglichkeit mehr, als auf den Jungen zurückzugreifen. Sie kommen der grausamen Vergangenheit des Orts auf die Spur.


      
                                       
                                        
Meinung:
Der Argentinier Santiago Fernández Calvete liefert mit dem Mystery-Thriller "The Second Death" sein Regiedebüt ab und schrieb gleichzeitig das Script. Dafür zeigt er sich in gewissen Punkten schon erstaunlich souverän und nicht nur deshalb dürfte dieses Werk bei Freunden des übernatürlichen Spannungsfilms sicher eine Menge Zuspruch finden.


Der Junge mit dem Durchblick
Calvete erzählt in kühlen, enorm trostlosen Bildern einen spirituell-religiös schwangeren Suspensethriller, was relativ schnell kippen kann. In der Vergangenheit fielen etliche Genrefilme mit religiösem Background, genau deshalb, eher negativ auf. Wenn zuviel aus dem Religionsunterricht oder Gottedienst irgendwie verhackstückelt in einen (meist) pseudo-apokalyptischen Heuler gestopft, gerne und viel aus irgendwelchen Prophezeiungen und Bibelstellen zitiert und sakrale Klänge zum überdeutlichen Untermauern auf
das Trommelfell losgelassen wird, besteht da oft dezentens Nervpotenzial. Calvete (in den Credits nur als Santiago Fernández gelistet) übertreibt es, fast möchte man Gottlob sagen, nicht mit diesem (man möge mir den Ausdruck verzeihen) Hokus-Pokus, sondern baut es recht ansprechend in die Geschichte ein. Der religiöse Aspekt der Handlung ist natürlich (ab einem gewisssen Punkt) allgegenwärtig, nur nicht daumendick auf's Brot geschmiert. Seinen Namen hat "The Second Death" ("La segunda muerte") übrigens nicht rein zufällig oder weil es so schmissig klingt. Er bezieht sich tatsächlich auf eine Stelle in der Bibel, aus der Offenbarung 21.8. Mehr sollte dazu nicht gesagt werden, wer sich unbedingt selbst spoilern will, kann ja in die Nachttischschublade greifen und nachlesen.


In der Kirche ist die Hölle los
So, nachdem wir der Versuchung widerstehen konnten oder verwundert sind, wem wir jetzt nun wieder unseren Lieblingsschmöker ausgeliehen haben bzw. welcher Tischbein neulich statische Nachhilfe benötigt hat, weiter im Text, beginnend mit den Schönheitsfehlern: "The Second Death" ist einerseits wunderbar atmosphärisch, andererseits auch ein wenig zu überstilisiert...in seiner Reduzierung. Hä? Genau. Gibt es auch. Seine Bilder hat Calvete eindeutig nicht mit dem Color-Waschmittel gewaschen, das grenzt manchmal sogar an einen Schwarzweißfilm. Wenn da nicht gelegentlich ein ganz mattes Grün von einem Busch oder Baum durchschimmern würde, kaum ein Unterschied. Das macht zwar die bedrückende, bedrohlich-ruhige Grundstimmung aus, für meinen Geschmack aber etwas zu viel. Zumindest auf die Dauer. Der dezent wummernde, nicht zu aufdringliche Score passt da schon besser, gerade wegen der eher subtilen Wirkung. Die Off-Kommentare der Protagonistin sind auch nicht immer unglaublich passend. Der Stil ist schon in Ordnung, geht manchmal leider etwas auf den Zeiger.


Durchaus gelungen ist die Inszenierung,  wir sprechen hier halt von Schönheitsfehlern. Dazu muss etwas ja erstmal schön sein. Das ist "The Second Death". Die Story ist nicht super- originell, im Vergleich zu ähnlich gelagerten Filmen doch weit über dem Durchschnitt. Da werden schon leicht falsche Fährten gelegt, diverse Elemente gemixt und das Resultat kann sich absolut sehen lassen. Manche Szenen sind schön schaurig, das Tempo gedrosselt, gerade dadurch ist der Film oft effizient-unbehaglich und geheimnisvoll genug, um 90 interessante Minuten zu schaffen. Am Ende fehlt nur der entscheidende Kick. Diese Extra-Würze auf einen mehr als soliden, handwerklich guten Mystery-Thriller, bei dem Fans nicht viel falsch machen können. Merke: Wenn in diesem Landessprache Spanisch ist (und sie es bis zu uns schaffen), ist der Genrefreund zufrieden. Und immer wieder überrascht, wieviel Potenzial abseits von Hollywood schlummert, das erst entdeckt werden muss.

6,5 von 10 retrokognitiven Hellseher-Kids

Special: DIE LEGENDE RAY HARRYHAUSEN - Ein Nachruf

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Unser Jacko nimmt Abschied von Film- und Effekt-Legende Ray Harryhausen.


Der 7. Mai 2013 ist ein trauriger Tag für Filmliebhaber: Raymond Frederick "Ray" Harryhausen verstarb im Alter von 92 Jahren in London. Mit ihm ist eine Legende von uns gegangen, der das Filmbusiness maßgeblich prägte und für magische Momente sorgte, lange bevor an CGI auch nur zu denken war.


Harryhausen war kein Schauspieler, kein Regisseur (obwohl er durchaus auch in diesen Funktionen ab und an tätig war) und trotzdem vermochte es allein sein Name in den Credits, einen Film interessant zu machen. Harryhausen wurde berühmt durch seine Stop-Motion Technik, die er zwar nicht erfand, sie aber in nie zuvor erlebter Perfektion zelebrierte. Seit den 40er Jahren war er für Spezial-Effekte in Kinofilmen zuständig. Zu seinen größten Arbeiten zählen zahlreiche Sindbad-Verfilmungen (an erster Stelle wohl "Sindbads 7. Reise", 1958), "Jason und die Argonauten" (1963) und "Kampf der Titanen" (1981), der letzte Kinofilm, für den er seine liebevollen, aufwendigen Effekte aus dem Hut zaubern durfte. Für heutige Sehgewohnheiten, speziell beim jüngeren, CGI-verwöhnten Publikum, mag seine Arbeit altbacken, im schlimmsten Fall sogar "albern" wirken, doch was Harryhausen seiner Zeit kreierte, ist nicht weniger als brillant. Er erweckte Monster, Dinosaurier und Fabelwesen zum Leben, die sonst nie zu visualisieren gewesen wären. Seine Arbeit war pure Magie, perfekte, akribische Handwerkskunst, die Generationen zum Staunen brachte. Ein Paradebeispiel ist der Kampf zweier Dinos in der Hammer-Studio Produktion "One Million Years, B.C.", der selbst heute noch so unglaublich wirkt und bis zu Spielbergs "Jurassic Park" als Nonplusultra galt.


Mit dem Fortschritt der Technik wurde seine Arbeit für Hollywood überflüssig. "Kampf der Titanen" war sein letzter, großer Film, in dem er noch mal alles abrief, was ihn zur Legende werden ließ. Das will ich gar nicht mal kritisieren, es war nur der logische Gang der Dinge. CGI ist heute allgegenwertig, kaum wegzudenken und natürlich nicht der Teufel. Auch ich sehe gerne gut gemacht Computer-Effekte, schließlich sind so erst Szenen und Projekte möglich, die damals unverfilmbar waren. Nur fehlt es mir oft an Herz, Liebe und Hingabe, da heute viel zu viel aus dem Rechner kommt. Jedes schluderige B-Movie rotzt heute Effekte hin, die nicht plastisch wirken. Und selbst die teuren Blockbuster ersaufen in einer Flut aus digitalen Animationen, die oft nicht das versprühen, was jeden Harryhausen-Film, selbst unabhängig von der Gesamtqualität des Produkts, zu einem Erlebnis machen.


Harryhausen war ein Handwerker, ein Visionär, ein Meister seines Fachs. Er hatte ein langes (und hoffentlich erfülltes) Leben und das Schöne am Medium Film ist ja, dass sein Schaffen nicht mit ihm stirbt. Seine Arbeiten können noch immer bestaunt werden, jeder kann seine Liebe für ihn noch entdecken und weiterleben, somit wird er unsterblich bleiben.
Gute Reise Ray, auf das du noch im Himmel die Engel zum Staunen bringen wirst.


von Jacko

Specials: F**KING FRIDAY #2 - Oscar-Special

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Jacko und souli haben sich zusammengesetzt, um bescheuerte Fragen rund um den Oscar zu beantworten. Das Ergebnis ist ähnlich stupide wie das Ausgangsmaterial, aber da wir es ja posten, erklären wir es einfach mal zur Kunstform.




Welche körperliche und/oder geistige Behinderung sollte einen Oscar bekommen, ganz ohne Darsteller?

souli:
Es sollte theoretisch einen Oscar für die farbenprächtigste Syphilis geben. Das würde die Branche in einen Umschwung führen, alle Beteiligten würden sich mehr ins Zeug legen und wir als Zuschauer brauchen uns nicht durch unzählige Filme prügeln, die wir schlussendlich eh nicht leiden können. In diesem Falle würde ein einziger Blick genügen und schon haben wir unseren Favoriten. In diesem Jahr würde der Preis dementsprechend natürlich an Michael Fassbender gehen. Wie auch in den kommenden 15 Jahren.


Jacko:
Meine. Unheilbar, selten und so liebenswert. Das Jacko-Syndrom, dass mich selbst an den augenscheinlich miesesten Schinken nicht vorbei gehen und selbst dem größten Unfug manchmal etwas abgewinnen lässt. So viel Einsatz für den Film muss auch mal gewürdigt werden.



Mutti, Vati oder Jesus? Bei welcher höheren Macht würdest du dich bei deiner Oscar-Dankesrede bedanken?

souli:
Ich würde mich wahrscheinlich bei Roman Polanski bedanken, der hat mich schließlich zum Film gebracht, auch wenn er sich dafür im Nachhinein wohl hassen wird, aber naja, er war es nun mal. Wenn es den Roman nicht geben würde, dann würde ich mir selbst danken, weil ich es mal wieder geschafft in einem belanglosen Wettbewerb eine unbedeutende Trophäe zu gewinnen. Die Welt klatscht, der Kamin bekommt Zuwachs und eine Woche später interessiert es keine Sau mehr. Ja, ich danke einfach mir selbst.


Jacko:
Bei niemanden. Warum auch? ICH bin der Gewinner, ICH ganz allein! In meinem Rampenlicht hat niemand was verloren. Danken? Im Gegenteil, man sollte mir dankbar sein. Mutti, Vati, Jesus, die Academy, all die doofen Zuschauer, sie sollen auf die Knie fallen und mich lobpreisen. Da meine Karriere danach wahrscheinlich den Bach runter geht (auch bekannt als Gooding-Brody-Syndrom) wird dieser Moment voll ausgekostet. Kriechen sollen sie, mir das Schwarze unter den Fußnägeln weglutschen und noch artig dafür danke sagen.



Mal angenommen nicht du, sondern dein Blog-Kollege hätte den Oscar in der neuen Kategorie „beste erotische Ausstrahlung“ gewonnen. Wie würdest du reagieren?

souli:
Ich würde wie immer arrogant lachen, mich zwei Stunden im Spiegel betrachten und danach mit herausfordernder Stimme im Hinterkopf auf den Straßen meine eigene erotische Wirkung auf die Menschen austesten. Wenn ich innerhalb von 5 Minuten mehr Backpfeifen als Telefonnummern bekomme, ist mein Hass auf den Kollegen durchaus berechtigt.


Jacko:
Lachen. Was sonst? Alternativ einfach wie Derek Zoolander blind nach vorne laufen und den Preis trotzdem entgegen nehmen, man kann sich ja nicht jeden Mumpitz gefallen lassen.Kubrick, Hitchcock, Lumet. Die Liste von übergangenen Filmgrößen ist lang und traurig. Findest du vielleicht Gründe, warum der Gewinn eines Oscars gar nicht mal so toll ist?


Kubrick, Hitchcock, Lumet. Die Liste von übergangenen Filmgrößen ist lang und traurig. Findest du vielleicht Gründe, warum der Gewinn eines Oscars gar nicht mal so toll ist?

souli:
Weil er einfach unbedeutend ist. Weil er keinerlei Reflexion von Qualität oder auch intellektueller Größe darstellt, nicht mal als eine Auszeichnung für den Zeitgeist kann man den Oscar verstehen. Wirklich Größe lässt sich nicht Anhand eines Oscars ausmachen, sondern daran, wie der Künstler in seiner Lebzeit und in der Zeit nach seinem Tode auf die Filmwelt wirkte. Man nehme da auch wieder Kubrick und Hitchcock, über die schließlich heute noch andauernd gesprochen wird. Das ist wertvoller als jeder Academy Award.


Jacko:
Lieber in einem Atemzug mit Kubrick, Hitchcock und Lumet genannt zu werden als mit Cuba Gooding jr., Renée Zellweger, Nicolas Cage oder Florian Henckel von Donnersmarck. Hat der seinen Oscar inzwischen eigentlich mal abgestellt oder läuft er damit immer noch vor jede Kamera, die nicht schnell genug abblenden kann? Da besser als lebende Legende sterben.


Der rote Teppich ist für viele Stars, die nicht nominiert sind, die letzte Möglichkeit um aufzufallen. Hilfreich dabei ist vor allem die Kleidung. Mit welchem Dress würdest du für Blitzlichtgewitter und gefüllte Klatschblätter sorgen?

souli:
Jogginghose und Kapuzenpullover . Ich brauch mich nicht für die Boulevard-Presse oder die Schnöselkollegen verstellen. Alternativ: Nackt.


Jacko:
Taucheranzug, Brautkleid, NVA-Uniform...schwierig. Meiner Nationalität entsprechend vielleicht eher das klassische Outfit des deutschen Touristen: Jeans-Hotpants, Hard Rock Café Shirt in die Hose gesteckt um die Molle zu betonen, weiße Tennissocken bis zum Anschlag hochgezogen und Adilette. Schön wäre auch ein Mantel aus 100% Babyrobbe, noch mit Kopf, um mich dann mit Jane Fonda zusammen ablichten zu lassen.


Die Steven-Gätjen-Tribut-Frage: Welche Frage ist deiner Meinung nach die wohl dümmste, die man einem nominierten Filmschaffenden bei den Oscars stellen kann?

souli:
Für wie viele Euros schlucken Sie den Oscar runter?


Jacko:
Hallo, wer sind sie denn?