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Specials: Die ultimativen Oscar-Filme

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In der Nacht von Sonntag auf Montag wird in Los Angeles… ach, das wisst ihr natürlich alle schon. Was aber noch keiner weiß ist, wer am Ende des Abends den Oscar für den besten Film in den Händen halten wird. Für viele gilt das diesjährige Rennen um den Goldjungen als besonders spannend, weil es diesmal nicht nur einen Favoriten gibt. souli und stu haben sich mal die Nominierten in der Kategorie best motion picture der letzten Jahre angeschaut und aus diesen sichere Oscar-Sieger gebastelt.

2014
Nominiert: The Wolf of Wall Street, Her, 12 Years a Slave, Philomena, American Hustle, Captain Phillips, Gravity.

Aus diesen Filmen wird:

American Wolf of Gravity Slave Club
Nach wahren Begebenheiten: Der Sklave Jordon Belfort (Joaquin Phoenix als Bruce Dern mit Leonardo DiCaprio, Maske: Synchronisiert von Christian Bale) wird bei einer Routinemission im All von Piraten entführt und 12 Jahre lang verschleppt. Während dieser Zeit steckt er sich beim Liebe machen mit einer dementen Frau (gespielt: Sandra Bullock als Judi Dench – gesprochen: Scarlett Johnasson), die nach ihrem Kind sucht, mit Aids an.


2013
Nominiert: Django Unchained, Zero Dark Thirty, Silver Linings, Lincoln, Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger, Les Miserables, Liebe, Argo, Beats of Southern Wild

Aus diesen Filmen wird:

Les Dark Django
Beruhend auf Tatsachen: Der an bipolaren Störungen leidende Präsident Osama Bin Laden (Daniel Day Lewis als Daniel Day Lewis, der Lincoln spielt), wird nach einem Schlaganfall in die Slums des Irans als Sklave verschleppt. Dort tritt er mit einem Tiger eine Revolution los.


2012
Nominiert: Gefährten, Moneyball, The Help, The Artist, Midnight in Paris, Hugo Cabret, The Descendents, Extrem nah & unglaublich laut, The Tree of Life

Aus diesen Filmen wird:

Moneyball: The Help of the War Artist
Inspiriert von wahren Begebenheiten: Das rassistische Waisenkind Woody Allen wird bei einem Baseballspiel von einem religiösen Pferd am 11. September gezwungen eine tote Frau in einem Stummfilm zu spielen.


2011
Nominiert: Inception, The Social Network, Black Swan, 127 Hours, Toy Story 3, The Fighter, True Grit, Winter’s Bone

Aus diesen Filmen wird:

The True Social Inception of the Toy Swan
Basierend auf der Inspiration einer Tatsache die auf wahren Begebenheit beruht: Der lesbische Boxer Mark Zuckerberg verliert beim Ballett seinen Arm, weil er geträumt hat, dass er in Armut leben muss und sein Spielzeug mit anderen Gören teilt.

Review: THE WOLF OF WALL STREET - Eine spaßige Enttäuschung

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Fakten:
The Wolf of Wall Street
USA. 2013.
Regie: Martin Scorsese. Buch: Terence Winter, Jordan Belfort (Vorlage). Mit: Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Kyle Chandler, Margot Robbie, Jon Bernthal, Matthew McConaughey, Rob Reiner, Christine Ebersole, Ethan Suplee, Jean Dujardin, Kenneth Choi, Jon Favreau, P.J. Byrne, Shea Whigham, Spike Jonze, Joanna Lumley, Aya Cash, Jake Hoffman, Edward Herrmann, Mackenzie Meehan, Barry Rothbart, Brian Sacca u.a. Länge: 179 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren.Ab 30. Mai 2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Nach wahren Begebenheiten: Börsenmakler Jordan Belfort ist jung, voller Tatendrang und Mitte der 1980er Jahre, kurz vor seinem Einstieg ins Big Business eigentlich schon wieder weg vom Fenster. Der Black Monday, der große Börsencrash von 1987, macht ihn arbeitslos, doch davon lässt sich Belfort nicht abschrecken. Mit Hilfe seines Verkaufstalents, ungehemmten Eifer und illegalen Geschäften gelingt ihm der Aufstieg an die Spitze.





Meinung:
„The Wolf of Wall Street“ ist ein extrem zweischneidiges Schwert, zum Teil messerscharf und stumpf zugleich. Das hinterlässt einen merkwürdigen Beigeschmack. Drei Stunden können eine gefühlte Ewigkeit sein, doch wenn ein Regisseur sie nie als solche erscheinen lassen kann, dann Martin Scorsese. Es ist definitiv nicht Unterhaltungswert, an dem es seinem neuesten Werk mangelt. Eine Rekapitulation der Jahre der Gier, der Maßlosigkeit, vorgetragen als Real-Satire, als obszöne Groteske, die erschütternder Weise wohl nicht zu sehr die Fakten ad absurdum führt. Dekadenter Wahnsinn skrupelloser Anzug-Banditen in einer Seifenblase aus Nutten, Koks und Dollarscheinen.


"Ich bin Arschloch und ihr findet mich toll. Geil, oder?"
Scorseses neue/alte Allzweckwaffe Leonardo DiCaprio spielt entfesselt drauflos, energiegeladen und im angepassten Over-The-Top-Modus. In dem wohl ergiebigsten Film-Jahr seiner Karriere trägt er das Werk mühelos und zeigt hier ein ungewohnt komisches Talent. Ähnlich Scorsese, der lediglich bei „The King of Comedy“ und „Die Zeit nach Mitternacht“ sich diesem Gebiet annäherte. Eine Komödie ist „The Wolf of Wall Street“ letztendlich nicht, aber dicht dran. Er gibt dem (fast) ganz realen Irrsinn eine Bühne und übt offen Kritik an einer perversen Maschinerie, die vor einigen Jahren (mal wieder) in sich zusammenfiel und dennoch wieder aufersteht. Jedoch nicht mit klar erhobenen Zeigefinger. Er lässt das Szenario und seine Figuren für sich sprechen, ohne sie zwingend dämonisieren zu müssen. Das kann zu unangebrachten Sympathien führen, doch Scorsese überlässt es dem Zuschauer, das Gesamtbild zu bewerten. Das reicht auch vollkommen, viel zu klar sind die Rollen verteilt. Die Opfer werden nicht thematisiert, die Resultate dürften eh bekannt sein. Quasi konsequent aus „Täter-Perspektive“ präsentiert. Woran krankt es denn nun? Scorsese versteht sein Handwerk nach wie vor. Er entwickelt sich im hohen Alter logischerweise nicht weiter (von Stagnation zu sprechen wäre nicht angebracht), wohin auch? Von der rein technischen Inszenierung ist das gewohnt gekonnt, erzählerisch vergleichbar mit seinem Mafia-Epen „GoodFellas“ und „Casino“.


Belfort und sein Mentor reden über Geld und Onanie
Speziell zum Erstgenannten bestehen starke Parallelen, was sich leider als deutliche Schwäche herausstellt. Klar, auch die beiden „Vorbilder“ waren sich sehr ähnlich, entfalten dabei jedoch ihre individuellen Reize und hatten so viel dramatisch-wuchtige Sprengkraft, dass sie insgesamt jeder für sich ihre Klasse untermauerten. Das fehlt dem Schaf im Wolfspelz. Der Ablauf von „GoodFellas“ und „The Wolf of Wall Street“ ist fast identisch, natürlich auf eine andere Bühne projiziert. Aufstieg und Fall eines Durchstarters, der Traum von Geld und Drogen endet jäh und auf dem Weg dahin bietet dieser Film keinerlei Neuerungen. Fast fühlt man sich wie in einem Remake, selbst in Details. Scorsese kopiert sich selbst, erschafft dabei leider keine neuen Höhepunkte. Seinem Werk fehlt es bei all dem Spaß an Tiefe, an Individualität, bezogen auf das Skript. Am Ende wirkt es fast etwas banal, kann dies jedoch lange gut kaschieren. Dazu tragen neben dem bereits erwähnten DiCaprio die Darsteller ihren Teil bei, wenn auch nur zwei Namen noch zwingend erwähnt werden sollte. Matthew McConaughey in der Form seines Lebens (leider nur kurz dabei) und Jonah Hill, dem so eine Leistung nicht unbedingt zuzutrauen war. Der Rest bleibt eher im Hintergrund und erfüllt seinen Job, ohne besonders in irgendeine Richtung aufzufallen.


Des Weiteren punktet „The Wolf of Wall Street“ natürlich durch seinen galligen Humor, droht dabei jedoch manchmal leicht zu nerven. Die Überstrapazierung des F-Wortes und ähnlicher Kraftausdrücke dient natürlich als Mittel der Überspitzung, erfüllt einen nützlichen Zweck, schützt trotzdem nicht vor Abnutzungserscheinungen. Weniger ist manchmal mehr und an einigen Stellen hätte dem Wolf das sehr gut getan. Um wieder auf das einleitend angesprochene Problem einzugehen: „The Wolf of Wall Street“ ist hervorragend gespieltes, schön inszeniertes Unterhaltungskino, das allerdings nicht die Erwartungshaltung und Qualität erfüllen kann, die bei Scorsese durch seine extrem beständige Form schlicht vorausgesetzt wird. Macht Spaß und enttäuscht. Dennoch gut, mit deutlichen Abstrichen.


6,5 von 10 indischen Schlaftabletten


von JackoXL


Hier geht’s zu einer stu’s Meinung

Review: THE WOLF OF WALL STREET - Dieser Wolf beißt nicht

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Fakten:
The Wolf of Wall Street
USA. 2013.
Regie: Martin Scorsese. Buch: Terence Winter, Jordan Belfort (Vorlage). Mit: Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Kyle Chandler, Margot Robbie, Jon Bernthal, Matthew McConaughey, Rob Reiner, Christine Ebersole, Ethan Suplee, Jean Dujardin, Kenneth Choi, Jon Favreau, P.J. Byrne, Shea Whigham, Spike Jonze, Joanna Lumley, Aya Cash, Jake Hoffman, Edward Herrmann, Mackenzie Meehan, Barry Rothbart, Brian Sacca u.a. Länge: 179 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Ab 30. Mai 2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Nach wahren Begebenheiten: Börsenmakler Jordan Belfort ist jung, voller Tatendrang und Mitte der 1980er Jahre, kurz vor seinem Einstieg ins Big Business eigentlich schon wieder weg vom Fenster. Der Black Monday, der große Börsencrash von 1987, macht ihn arbeitslos, doch davon lässt sich Belfort nicht abschrecken. Mit Hilfe seines Verkaufstalents, ungehemmten Eifer und illegalen Geschäften gelingt ihm der Aufstieg an die Spitze.





Meinung:
„Gier ist gut“. Das wusste Gordon Gecko (Michael Douglas) in Oliver Stones Kapitalismuskritik "Wall Street" von 1987 zu berichten. Jordan Belfort, ein Ex-Börsenmarkler, auf dessen Memoiren „The Wolf of Wall Street“ beruht, hat dieses Mantra noch weiter verfeinert. Seine Devise lautet „Reich ist perfekt“ und Regie-Altmeister Martin Scorsese bringt diese Wörter nun als dreistündigen Dauerrausch auf die Leinwand. Das Ergebnis ist purer Exzess. Da wird aus Hurenhintern gekokst, mit Zwergen geworfen und Einhundertdollarscheine landen zerknüllt im Papierkorb. Drehbuchautor Terence Winter (der zusammen mit Scorsese die Prohibitionserie „Boardwalk Empire“ ins amerikanische Fernsehn breachte) machte aus Belforts Buch, welches in einem klassischen Rise &Fall-Gerüst steckt, ein primär nicht an Kritik und Substanz interessiertes Script. Immerhin weiß Scorsese wie er diese Mankos mit viel inszenatorischem Zuckerguss kaschieren kann. Doch bei 179 Minuten Film bleibt es nicht aus, dass dieses hübsche Kartenhaus irgendwann in sich zusammen fällt. Fast schon so wie ein Börsencrash.


Belfort weiß sich in Szene zu setzen
Sagt man „The Wolf of Wall Street“ muss man zwangsläufig auch Leonardo DiCaprio sagen. Nach Calvin Candie („Django Unchained“) und Jay Gatsby („Der große Gatsby“) performt er nun die dritte Kapitalistenrolle in Folge. Auch hier schöpft DiCaprio aus den Vollen, spielt kraftvoll und überzeugend. Es gelingt ihm sogar das, was bereits Michael Douglas in „Wall Street“ gelang: es stellt sich eine Faszination ein. Das geldgeile Ekel Belfort wird zum Sympathieträger. Eine durchaus große Leistung, wie es auf dem ersten Blick scheint, doch dies wird durch Heuchelei erschwindelt. Denn „The Wolf of Wall Street“ ist in allem sehr zeigefreudig und redselige, nur die Opfer des Börsenbetrügers kommen nie zu Wort und sind auch nie zu sehen. Sie bleiben unsichtbar. Das Wort „Opfer“ fällt erst gegen Ende, ganz beiläufig und ohne wirkliche Resonanz. Zugegeben, diese Mentalität passt schon zum Rest des Films, der auf political correctness pfeift und einen Verbrecher feiert als wäre es ein Rockstar. Aber wo bleibt dabei die Substanz? Die Kapitalismuskritik kommt erst gegen Ende aus ihrem dunklen Verschlag herausgekrochen. Es wirkt fast wie eine Art Kür, die mit großem Zwang aber ohne sonderliche Aufrichtigkeit herausgepresst wird. Dabei hätte Scorsese und Winter durchaus Optionen gehabt aus Belfort und seinen Machenschaften mehr herauszuholen als eine langgezogene Ansammlung von Orgien, Designermöbeln und Geschäftsvorträgen.


Ehefrau Naomi hält ihren Jordan auf Abstand
„The Wolf of Wall Street“ besitzt ihn nämlich, einen Konterpart zu Jordan Belfort. Der FBI-Ermittler Patrick Denham (Kyle Chandler, „Super 8“, „Argo“) versucht dem Yuppie das Handwerk zu legen, nur dauert es zum einen zu lange bis dieser Denham sich zeigt und wenn er endlich in der Handlung positioniert wurde, scheint ihnen Winter und Scorsese einfach vergessen zu haben. Aber mal ehrlich, wer will einen Spielverderber schon auf einer Party haben? Denn „The Wolf of Wall Street“ ist eine einziges großes Fest. Champagner, Hummer, Kaviar, Callgirls und vor allem Drogen. Belfort ist ein Junkie: Koks, Tabletten und Dollar sind seine Stoffe und dieses Leben macht, allen  Einwänden zum trotz, Spaß. Das Ganze erinnert schon ein wenig an Danny Boyles Heroingroteske „Trainspotting – Neue Helden“. Auch hier wurde zunächst darauf verzichtet, die Moral einzufordern. Die Lebensfreude regiert. Doch wo Boyle mit Hilfe des Ekels und sozialer Tristesse schon von Beginn an die Schattenseiten offenbarte und diese ewig drohend über allem schwebte, steht „The Wolf of Wall Street“ eher arrogant und blind der brutalen Wahrheit gegenüber. Und genau das macht auch durchaus Freude, zumindest beim ersten Mal, aber „The Wolf of Wall Street“ suhlt sich so elendig repetitiv darin sich einfach nur diversen Maßlosigkeiten hinzugeben, dass am Ende nicht mehr übrig bleibt als ein großer Kater.


DiCaprio präsentiert den wahren Hauptdarsteller des Films
Letztlich ist es aber die schiere Länge, die „The Wolf of Wall Street“ dazu bringt, zu scheitern. Drei Stunden ist einfach zu viel. Scorsese und Winter füllen diese Zeit mit Szenen und Dialogen die durchaus einen Sinn haben und auch einen Zweck erfüllen, aber es findet keinerlei Entwicklung statt. Es wird viel gespielt mit Off-Kommentaren, Musikuntermalung und Montagen, aber es bleibt eine hübsche Hülle, die nach und nach das große Fast-Nichts, was sich dahinter verbirgt, nicht mehr wirklich verschleiern kann. Gewiss besitzt „The Wolf of Wall Street“ durchaus auch eine Aussage. Wenn Belfort vom Forbes Magazin kritisiert wird, es ihn als twisted Robin Hood bezeichnet, ganz öffentlich sein Geschäftskonzept verteufelt und diese harsche wie richtige und gute Kritik sich aber am Ende als beste Art der Werbung erweist, dann hält „The Wolf of Wall Street“ der Fratze des Kapitalismus den Spiegel vor. Eine Fratze, die sich nicht nur bei jungen Finanzjongleuren findet, sondern auch bei Herr und Frau Jedermann (was auch das Ende des Films offenbart). Ja, alles gute Einzelheiten, aber sie gehen einfach im wüsten Rausch unter.


Es gibt gewiss viele Gründe „The Wolf of Wall Street“ zu lobpreisen. Der Film haut einem seine Stärke immer wieder und mit voller Kraft und Geschwindigkeit um die Ohren. Dabei kümmert er sich einen Dreck um Etikette, was durchaus erfrischend ist, doch dies beinhaltet eben auch, dass er fast schon mephistophelisch grinsend die Wahrheit so verkauft und beinah schon verdreht, dass ein ungutes Gefühl zurück bleibt, zumindest dann, wenn es durch die andauernden Party- und Drogenszenen nicht betäubt wurde. Am Ende, und das ist durchaus auch eine Leistung, gelingt es „The Wolf of Wall Street“ ein Scheusal als gefallenen Helden darzustellen, als Symbol des Kapitals. Mag sein das Martin Scorsese irgendwo dazwischen noch andere, differenziertere und kritischere Zwischentöne versteckt hat. Die sind aber wahrscheinlich längst vom ganzen Koks high und so bleibt hier nur ein Fazit übrig: dieser Wolf heult wild und laut, nur beißen tut er nicht. Von Gordon Gecko könnte dieser Belfort noch was lernen.


4 von 10 Nasdaq-Nutten



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Specials:KINOJAHR 2014 - Darauf freuen wir uns

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2014 werden jede Menge langerwartete, interessante und vielversprechende Filme unsere Kinos heimsuchen. Unsere Autoren souli, Jacko und Kobbi verraten euch, auf welche Filme sie sich besonders freuen.


souli erwartet sehnsüchtig folgende Filme:

Godzilla (15. Mai)
Für viele Erwachsene war die Riesenechse Godzilla mit Sicherheit einer der Helden ihrer Kindheit. Und nachdem Roland Emmerich mit seiner krampfhaft amerikanisierten Interpretation des Monstrums allen Fans gehörig ins Gesicht gespuckt hat, darf sich in diesem Jahr nun Gareth Edwards erneut an der kultigen Vorlage versuchen und hat mit Bryan Cranston und Aaron Taylor-Johnson alles andere als unfähige Leute in seinem Cast vorzuweisen. Der Trailer macht einen wunderbar düsteren Eindruck und könnte Godzilla endlich so in Amerika ansiedeln, wie wir ihn sehen wollen: Gigantisch, gnadenlos und sich jeder Mystik bewahrend. Das könnte gewiss der Blockbuster des Jahres werden.


Her (27. März)
Joaquin Phoenix ist momentan wohl – zusammen mit Philip Seymour Hoffman – der wohl beste Darsteller unserer Zeit. In Spike Jonzes Fantasy-Liebes-Drama-Irgendwas „Her“ geht Phoenix eine Beziehung mit der Stimme (Gesprochen von Scarlett Johansson) seines neuen Betriebssystems ein. Das mag nun skurril anmuten, der Trailer aber vermittelt eine so menschliche Note in Phoenix Performance, dass man diese absurde Barriere wohl schnell hinter sich lassen kann und nicht nur einen herausragenden Phoenix in der Hauptrolle bewundern darf, sondern auch einen gefühlvollen und zutiefst berührenden Film über die Irrungen und Wirrungen des Menschseins.


Nymph()maniac (20. Februar)
Lars von Trier meldet sich zurück und weiß die Gemüter mit seinen vorläufigen Appetithäppchen gewaltig in Stimmung wie Rage zu versetzen – Polarisieren und provozieren kann der gute Larsi. Worum es in „Nymph()maniac“ gehen wird, macht natürlich der Titel schon deutlich und mit einer hervorragenden Charakterdarstellerin wie Charlotte Gainsbourgh in der Hauptrolle, muss das einfach ein wahres Fickepos des neuen Jahrtausends werden. Interessant ist aber auch die weitere Besetzung, in dem sich unverbrauchte Gesichter wie Jamie Bell und Shia LaBeouf tummeln. Bleibt abzuwarten, was „Nymph()maniac“ am Ende wirklich ausmacht, aber von einer gehaltlosen Altmännerphantasie wird wohl kaum die Rede sein. Ich bin heiß!


The Wolf Of Wall Street (16. Januar)
Martin Scorsese ist ein qualitativer Markenname sondergleichen und seine Filme aus der Geschichte nicht mehr wegzudenken. Mit „The Wolf Of Wall Street“ hat sich Hollywoods Dreamteam Leonardo DiCaprio und Martin Scorsese erneut zusammengetroffen und lassen es dieses Mal in der Wall Street gehörig scheppern. Natürlich wird auch das wieder eine brillant gespielt und nicht minder exzellent gefilmte Sause der Extraklasse. Die Frage ist nur, in welchen Sphären sich der Film am Ende anzusiedeln ist und welchen Platz „The Wolf Of Wall Street“ im persönlichen Ranking einnehmen darf. Gewiss ist nur: Schlecht wird das auf gar keinen Fall.


X-Men: Zukunft ist Vergangenheit (22. Mai)
Falls „Godzilla“ es nicht auf dem Thron des Blockbuster des Jahres schaffen sollte, wartet da ja immer noch „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ (Oder eben „Planet der Affen: Revolution“ – Irgendeiner wird es schon machen), die Fortsetzung zu Matthew Vaughns wunderbarer Comic-Verfilmung „X-Men: Erste Entscheidung“ mit den fantastisch besetzten Michael Fassbender als Magneto und James McAvoy als Xavier. Und da sich für „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ nun wieder Ur-X-Men-Regisseur Bryan Singer auf dem Regiestuhl platziert hat, darf man davon ausgehen, dass man die Sache nicht nur mit der nötigen Akkuratesse angehen wird, sondern auch ein echtes Comic-Fest der nuancierten Sorte geboten bekommt, in dem nicht nur auf sumpfe Action-Pieces gezielt wird, sondern auch die Charaktere beleuchtet werden.


Darauf freut sich unser Jacko:

The Wolf of Wall Street (16. Januar)
Das Warten hat ja bald ein Ende. Auch wenn mich die Thematik nicht so brennend interessiert, Martin Scorsese könnte auch die Speisekarte eines Schnellimbiss verfilmen, ich bin dabei. Der Mann hat mich noch nie enttäuscht, Fan-Boy durch und durch und wenn jemand so was umsetzen kann, dann Scorsese. Bei dem ist allein die Inszenierung schon den Blick wert. Wir sprechen uns in gut zwei Wochen...


Planet der Affen – Revolution (7. August)
Kann natürlich auch schwer nach hinten losgehen. Dachte ich auch beim Vorgänger, wurde aber eines Besseren belehrt. "Prevolution" ist in meinen Augen einer der besten Blockbuster der letzten Jahre, obwohl die Aufgabe eigentlich sehr undankbar war. Einem der Klassiker der Filmgeschichte einen neuen Anstrich geben, das hat selbst Tim Burton grandios verkackt. Ruper Wyatt gelang es damals, nur jetzt muss es Matt Reves richten. "Cloverfield" gefiel mir überraschend gut, "Let Me In" war auch besser als erwartet, jetzt kann er sich ernsthaft bestätigen. Hoffentlich wird das was. Ich liebe Affen.


Sin City 2: A Dame To Kill For (18. September)
Warten wir mal ab, ob der wirklich (dieses Jahr) kommt. Ein schwieriges Vorhaben ist die Fortsetzung ohnehin, aber wenn es funktionieren sollte, wird das groß. Bitte...


Snowpiercer (3. April)
Bong Joon-ho ist mir mit seinem Kraken-Spektakel "The Host" sehr positiv in Erinnerung geblieben, Story und Cast bei diesem Film klingen nach richtig viel. Abseits ihrer Heimat haben nur schon einige asiatische Regisseure nicht ihre Fähigkeiten komplett ausspielen dürfen. Mal gucken. Aber das auf jeden Fall.


X-Men: Zukunft ist Vergangenheit (22. Mai)
Ich mag die X-Men. Zumindest im Kollektiv. Die Wolverine-Solos brauche ich nicht. Bryan Singer hat mit den ersten zwei Teilen (besonders Teil 2) sein Können in dem Bereich schon unter Beweiß gestellt. Matthew Vaughns Vorgänger war ein hervorragender Neustart, nun muss sich Singer eigentlich nur noch ins gemachte Nest setzen und seine Stärken ausspielen. Wenn das hinhaut, bin ich glücklich.


Ebenfalls interessant und auf dem Zettel:
"Her", "12 Years A Slave", The Green Inferno", "Kind 44", "Interstellar", "Monument Men", "Anchorman 2", "Nicht mein Tag", "Nymphomaniac", "Out of the Furnace", "The Raid 2". Aber wie so oft, hinten scheißt die Ente und die Highlights des Jahres werden wohl wieder die, die niemand (oder zumindest ich) auf dem Zettel hatte. Man darf gespannt sein.


Aufs Kobbi Liste stehen folgende Filme:

Dallas Buyers Club (6. Februar)
Eigentlich kann ich Matthew McConaughey nicht wirklich leiden. Der Typ war quasi schon immer auf den Schönling abonniert, lediglich in „Die Jury“ hat er mir gefallen, allerdings hat ihn der übrige Cast sicher nach oben gezogen. Aber jetzt höre ich so oft, dass er zu einem ernsthaften und vor allem noch richtig guten Schauspieler geworden ist. In „Dallas Buyers Club“ spielt er einen an Aids erkrankten Texaner, der nicht mehr lange zu leben hat, zusammen mit seiner Ärztin (Jennifer Garner) und seinem ebenfalls kranken, transsexuellen Freund (Jared Leto) einen illegalen, landesweiten Medikamentenhandel aufmacht und so in Konflikt mit den staatlichen Behörden gerät. Der Film und besonders Leto und McConaughey räumen ja schon jetzt beinahe jeden Preis ab, den sie kriegen können. Im Idealfall wird der Film eine Mischung aus runterziehendem Drama, eine Charakterstudie und ein bisschen Justizfilm. Außerdem kann man auf den HIV-Virus nie genug aufmerksam machen. Schon deshalb wollte sich der Film lohnen.


The Wolf of Wall Street (16. Januar)
Korruption und Betrug, die Erste: Wenn Martin Scorsese einen Film macht, dann ist dieser Film sowieso dick und fett im Filmkalender angestrichen. Wenn Leo Di Caprio einen Film macht, dann ebenso. Egal welche Thematik, egal wie groß. Sie sind einfach Pflicht und das schon seit Jahren. Dazu kommt, dass der Wolf eine Gaunergeschichte erzählt. Eigentliche Unsympathen als Helden in einer Geschichte über Korruption und Betrüger, das funktioniert doch eigentlich immer. Eigentlich auch nur ein weiterer Gangsterfilm, diesmal aber im Finanzmilieu. Und mit Gangstern ist Scorsese ja bestens vertraut. Aber die Trailer lassen auf mehr, auf eine schrille Satire hoffen, die überdreht und chaotisch den Aufstieg Jordan Belforts (DiCaprio) zeigen. Überhaupt, sie wirken so durchgeknallt, so überdreht und wild, dass Scorsese hoffentlich nicht vergisst, auch ein oder zwei kritische und ruhige Töne mit hineinzupacken. Aber diese Befürchtungen sin eher minimal, ich denke, dass mein Lieblingsduo Marty und Leo das Kind schon schaukeln werden.


American Hustle (13. Februar)
Korruption und Betrug, die Zweite: Wenn sich fünf solch tolle Schauspieler wie Christian Bale, Jennifer Lawrence, Amy Adams, Bradley Cooper und Jeremy Renner in einem Film versammeln und dazu auch noch das vielleicht kultigste Frisurenensemble der Filmgeschichte (gut, außer „Hair“) auf den Plan stellt, dann ist das die beste Grundlage, dass dieser Film gut wird. Wenn dann auch noch eine ziemlich durchgedreht wirkende Geschichte erzählt wird, in der ehemalige Betrüger nun andere Betrüger an Messer liefern und in der Elemente aus Gangsterfilm, Heistmovie, Satire, Drama und Thriller verbunden werden, dann könnte das besser werden. Wenn man dann auch noch weiß, dass sich der Film mit dem Abscam-Skandal beschäftigt, durch den zum ersten Ma durch das FBI korrupte Kongressleute überführt wurden, dann muss das noch besser werden. Und wenn man dann noch den amerikanischen Kritiken trauen darf, dann könnte das einer der besten Filme des Jahres sein.


Gone Girl (2. Oktober)
David Fincher kann man getrost als den Meister des modernen Thrillers bezeichnen. Seine Filme vermitteln eine meist sehr kalte und schmutzige Stimmung, die perfekt in dieses Genre passt. Ob nun „Sieben“, „Zodiac“ oder „Verblendung“ (ja, unnötig aber trotzdem richtig stark!) – der Mann kann es einfach. Er schafft es Spannung zu erzeugen, dabei eine Geschichte zu erzählen und das alles mit einer unnachahmlichen Kombination aus bildlicher Ästhetik und Sound. Dazu ist die Zerstörung eines seiner Lieblingsthemen. Die Zerstörung von Ordnung, von gesellschaftlichen Bildern und Konventionen. Hier vielleicht vom Idealbild einer scheinbaren so harmonischen Ehe. Das in etwa erhoffe ich mir auch von „Gone Girl“, in dem Ben Affleck verdächtigt wird, am Verschwinden seiner Ehefrau (Rosamunde Pike) irgendwie beteiligt zu sein. Doch obwohl immer mehr gegen ihn spricht, beteuert er weiter seine Unschuld. Ich mag den Affleck. Zwar noch mehr als Regisseur, aber auch als Schauspieler ist er nicht so schlecht, wie alle immer behaupten. Und gerade unter den Fittichen eines Regisseurs wie Fincher mache ich mir da auch wenig sorgen.


Sin City 2 – A Dame To Kill For (18. September)
Boom that Shit. Wenn ein Film der Inbegriff von Cool ist, dann ist es wohl „Sin City“. Mit seinem Schwarz-Weiß-Look, den geilsten Sprüchen, den kultigen Figuren und den episodenhaften Storys über Rache, Gewalt und Sex konnte er mich im zarten Alter von *jünger als die FSK gestattet* sofort begeistern und er schafft es immer noch. Als dann vor Jahren eine Verfilmung eines weiteren Sin City-Comics angekündigt wurde, war ich schon Feuer und Flamme. Endlich so etwas auch selbst im Kino erleben! Aber es zog sich. Alles hat sich verschoben, Ankündigungen wurden wieder zurückgenommen, der Cast veränderte sich quasi im Wochenrhythmus – und ich hab nicht mehr daran geglaubt, dass der Film, eines der wenigen Pre- und Sequels, die meine volle Zustimmung besitzen, wirklich zustande kommen. Aber nun ist es so weit. Über die Story weiß ich ehrlich gesagt gar nichts, nur dass Marv und Dwight (mit seinem ALTEN Gesicht) wieder auftauchen sollen. Ansonsten will ich mich komplett überraschen lassen, das hat nämlich auch schon beim ersten Teil hervorragend geklappt. Aber dass dieser Film wirklich in die Kinos kommt, das glaube ich erst, wenn ich im Kino sitze, das Licht ausgeht und ein schwarz-weißes Bild mit dem altbekannten Schriftzug erscheint.


Außerdem noch interessant:
„The Zero Theorem“, „12 Years A Slave“ (hier geht's zur Review), „Die Tribute von Panem 3 – Mocking Jay Teil 1“, “Serena”, “Interstellar”, “Macbeth”, “Ain‘t them Bodies Saints” (hier geht's zur Review), „Dom Hemingway“

 
Und, welchen Filmrelease 2014 fiebert ihr so entgegen?