Eine
neue Runde, eine neue Wahnsinnsfahrt mit unserem Podcast (der immer noch keinen
richtigen Namen hat).
Diesmal
quasseln souli und stu über ihre Tops und Flops des letzten Monats. Dabei gehen
sie nicht nur auf aktuelle Kinofilme und DVD-Starts ein, sondern auch auf
ältere Filmkaliber. Mal wieder reden die Beiden ohne echtes Konzept und Ahnung.
Und nein, JackoXL ist diesmal wieder nicht dabei. Beim nächsten Mal bestimmt!
Technisch
bieten wir euch die von uns gewohnte Mager-Qualität. Wir sagen jetzt einfach
mal, das ist alles so gewollt – wegen der Stilistik und so.
Hier
noch schnell die im Podcast so oft erwähnten Verlinkungen zu den Reviews (wir
haben bestimmt wieder welche vergessen):
Fakten: Planet der Affen: Revolution (Dawn
of the Planet of the Apes)
USA. 2014. Regie: Matt Reeves. Buch: Amanda Silver, Mark Bomback, Rick
Jaffa. Mit: Andy Serkis, Jason Clarke, Gary Oldham, Toby Kebbell, Keri Russell,
Kodi Smit-McPhee, Judy Greer, Nick Thurtson, Terry Notary, Doc Shaw, Enrique
Murciano, Kirk Acevedo, u.a. Länge: 134
Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Ab 5. Dezember 2014 auf DVD, Blu-ray und Blu-ray 3D erhältlich..
Story: Vor zehn Jahren rottete ein vom Menschen erschaffender Virus, der die Affen
intelligenter machte, fast die gesamte Menschheit aus. Eine Handvoll
Überlebender versucht nun in der neuen Welt zu Recht zu kommen und kreuzt dabei
das Revier von Affe Caesar und seinen Gefährten. Während der Mensch Malcolm
sowie Caesar versuchen in friedlicher Ko-Existenz miteinander auszukommen, gibt es bei den Affen wie auch bei den Menschen Gruppierungen, die unbedingt den Krieg wollen.
Meinung: So schnell kann es gehen: Der erste Teil der „Planet
der Affen“-Prequels wurde vor seinem Erscheinen als Rohrkrepierer gebrandmarkt.
Zu Unrecht! Regisseur Rupert Wyatt („The Escapist“) inszenierte einen
rührenden, cleveren Film, der seine Tricktechnik gekonnt einsetzte und statt
auf großen Radau und explosive Schauwerte lieber auf nahe gehende Emotionen
setzte. Kritik und Publikum war begeistert, so dass das Sequel „Planet der
Affen: Revolution“ schon vorab mit Lob überhäuft wurde. Doch dies auch mit
Recht? Um das eine zuvor schon klar zu machen, Andy Serkis und die anderen
Affen-Darsteller überzeugen und auch wenn die SFX immer als solche zu erkennen
ist, funktioniert die Immersion doch bestens. Fasziniernd ist Teil zwei diesbezüglich.
Der vernarbte Koba will die Menschen in einem Krieg bezwingen
Zu nächst musst gesagt werden, dass „Planet der Affen: Revolution“ genau wie
sein Vorgänger versucht, nicht mit großem Spektakel, sondern mit inhaltlichem
Anspruch versucht zu punkten. Doch hier steht der Film sich meist selber im
Weg, denn eine Entwicklung bei den Figuren (Affen wie Menschen) findet nicht
statt. Die Lager sind klar bezogen und wirklich überraschend verläuft der
Handlungsstrang des Sequels auch nicht. „Planet der Affen: Revolution“ ruht
sich zu sehr auf den Lorbeeren seines Vorgängers aus. Dieser war jedoch wirklich
bewegend, vor allem deswegen weil Affe Caesar eine psychologische Entwicklung
durchmachte und auch die menschlichen Figuren einen Zweck hatten. Gemeinsam
entstand so eine rührende, emotionale Symbiose. Bei „Planet der Affen:
Revolution“ wird auch versucht dies zu erreichen. Doch vertraut der Film von „Cloverfield“-Regisseur
Matt Reeves dabei zu sehr auf seine eigene Protzigkeit und vertraut nicht mehr
auf das Intime des ersten Teils. Ein weiterer Knackpunkt sind die menschlichen
Figuren. Jason Clarke („Zero Dark Thirty“) bleibt als Malcolm, eine Art
Diplomat, blass und konturlos, während alle anderen menschlichen Charaktere
keinerlei wirkliche Funktion erfüllen.
Ein Affe der mit einem Gewehr auf einem Pferd reitet. Besser geht's nicht.
Selbst Malcolms Sohn Alexander (Kodi Smit-McPhee, „The Road“) und Freundin Sarah
(Keri Russell, „Mission: Impossible 3“) sind funktionell für die Erzählung
sowie den weiteren Verlauf wenig zweckdienlich und helfen einzig und alleine
dabei, den Film künstlich in die Länge zu ziehen. Auch Gary Oldman („Léon – Der Profi“), der seit einigen Jahren in Blockbustern verheizt wird, als
menschlicher Antagonist steht auf verlorenem Posten. Zwar spendieren ihm die
Autoren Silver, Jaffa und Bomback eine Szene, in der seinen Taten und seine
Sicht auf die Dinge erklärt werden, aber nur weil man einer Figur 2 Minuten des
Films schenkt, heißt dies nicht, dass sie dadurch wirklich interessanter wird.
Bei den Affen ist dies etwas besser gelöst. Caesars Gefährte Koba (Toby
Kebbell, „Zorn der Titanen“), der bereits im ersten Teil mit dabei war und von den Menschen
im Versuchslabor brutal misshandelt wurde, hat klar definierte Gründe, (blinden
Hass)warum er einen Krieg gegen die Menschen anstrebt. Elegant ist diese
Charakterisierung zwar nicht, aber wenigstens funktioniert sie. Aber egal ob
Affe oder Menschen, sie alle bleiben dröge Abziehbilder.
Selbstredend hat aber „Planet der Affen: Revolution“ auch seinen Momente.
Gleich zu Beginn, wenn Caesar und seine Gruppe in den Wäldern Wild jagen und
Komponist Michael Giacchino einen referenziell an „2001 - Odyssee im Weltraum“ angelegten Score über
die Bilderlegt, gelingen wirklich so einfache wie eindringliche Bilder. Die
Eröffnungsszene, sie ist wahrlich eine der besten des Jahres. Doch irgendwann
will „Planet der Affen: Revolution“ mehr, viel mehr und spätestens das Finale
biedert sich ungelenk an die Standards des Blockbusters an: immer größer, immer
lauter, immer länger. Immer wieder wird, egal ob Action oder Emotionen, einen
Schippe mehr draufgelegt, bis der Film unter seiner eigenen Last ächzt. Das „Planet
der Affen: Revolution“ dazu seine simplifizierte Botschaft (es gibt Gute und es
gibt Böse) noch als große Philosophie verkaufen möchte, macht den Sack dann
endgültig zu. Was hier wirklich fehlt ist neben besser geschriebenen Figuren vor allem
eines: Ambivalenz. Graustufen. Doch scheinbar ist diese Art von (R)Evolution zu
viel verlangt. Vielleicht ja im dritten Teil? Dann wird endgültig Krieg
herrschen zwischen Affe und Mensch. Der perfekte Background um das sture wie
einfache Gut-und-Böse-Konzept aufzubrechen. Ob die Macher (Reeves wird erneut
Regie führen) dazu den Mut haben? Nach „Planet der Affen: Revolution“ darf dies
bezweifelt werden.