Nach dem überwältigenden Meisterwerk "The Master" melden sich Paul Thomas Anderson und Joaquin Phoenix in gemeinsamer Sache mit "Inherent Vice" zurück. Und was soll man sagen? Der Trailer verspricht in jedem Fall ähnlich Großes, natürlich weitaus schräger und humoristischer. Neben Joaquin Phoenix sind auch Josh Brolin, Owen Wilson, Martin Short und Benecio del Toro zu sehen. Die Vorfreude ist mit den ersten bewegten Bildern jedenfalls in astronomische Höhen geschnellt.
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Special: TOT ODER LEBENDIG – 4# Martin Short
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stu
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Mal
ganz frech in den Raum gefragt: Ist es überhaupt sinnvoll, eine Exegese zum
Gesamtwerk des Martin Short anzustreben? Ohne ihn mit dieser Eingangsfrage als
Menschen diffamieren zu wollen, ist Martin Short doch eher einer der
Schauspieler, die heute im Großen und Ganzen keinen Blumentopf (wenn überhaupt
die Goldene Ananas) mehr gewinnen. Ehemals, zu Beginn seiner heute relativ
überschaubaren Kino-Karriere, galt Martin Short für den amerikanischen Markt
tatsächlich als Pendant zum französischen Genius Louis de Funés („Der Gendarm
von St. Tropez“, „Brust oder Keule“). Blasphemie! Mit dem formvollendeten
„Wahnsinn“ eines De Funés hatte Shorts Schauspiel wirklich wenig bis gar nichts
gemein: Obgleich der kanadische Akteur sich durchaus in der Lage dazu sah,
einige ungezügelte Grimassen auszupacken, residierte De Funés in einer anderen
Liga, wenn er sich mit weit aufgerissenen Augen kopfüber in das (meist eigenhändig
erschaffene) Chaos stürzte.
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| Method Acting a la Martin Short |
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| Martin Short als "Clifford" |
Es folgten ein Cameo im von Stars gespickten Sci-Fi-Ulk „Mars Attacks!“ und eine Nebenrolle im erzkonservativen „Aus dem Dschungel, in den Dschungel“, bei dem Short immerhin gut mit Tim Allen harmonierte und die wohl spaßigsten Szenen des Films auf seine Kappe nehmen durfte. Danach war die Luft raus, Martin Short, das ungebremste Nervenbündel, der alberne Pausenclown, juckte die breite Masse einfach nicht mehr. Aber hat er das überhaupt mal wirklich? Gab es Leute, die sich einen Film wirklich deshalb angeschaut haben, weil Martin Short mitgespielt hat (Familienmitglieder zählen nicht!)? Im höchsten Maße interessant wird es allerdings 2015, wenn sich Martin Short in Paul Thomas Andersons heiß entgegen gefeierten „Inherent Vice“ neben Joaquin Phoenix und Charlize Theron zum Besten geben wird. Wie wir alle wissen, ist Anderson ein Mann dafür, das Maximum aus Schauspielern herauszukitzeln. Vielleicht ist das auch die Möglichkeit, Short einen 'zweiten' Frühling zu bescheren...Wer weiß?
von souli
Review: VATER DER BRAUT & VATER DER BRAUT 2 - Ein Vater sieht rot
Eingestellt von
stu
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VATER DER BRAUT (1991)
Ob ein
Remake des Vincente Minnelli Klassikers „Vater der Braut“ mit Spencer Tracy und
Elizabeth Taylor nun wirklich Not getan hätte, sei einfach mal dahingestellt.
Im Kontext der ewigen Debatten um die Daseinsberechtigung beliebiger
Neuauflagen, ist Charles Shyers „Vater der Braut“ sicher eines
der Positivbeispiele. Warum das so ist? Es ist dieses ungeheuer sichere Handling,
mit dem sich das Drehbuch seiner Thematik widmet, ohne dabei jemals Gefahr zu
laufen, in die austauschbare Gefilde der RomCom-/Familiengrütze zu rutschen.
Dass „Vater der Braut“ unentwegt seinen immensen Charme versprühen und durchweg
für Pläsier sorgen darf, liegt fraglos an Steve Martins energiegeladener
Darbietung des George Stanley Banks. Ihm allein gehört die große Bühne, seine
Mimik ist zuweilen zum Schreien und dank ihm verzeiht man dem Film die ein oder
andere Rührseligkeit selbstredend. Letztlich gehört „Vater der Braut“ natürlich
ohne Frage der Gattung 'Konservatives Feel-Good-Movie' an, dafür ist er aber
einer der stärksten (und witzigsten) Vertreter dieser Klasse.
6,5 von 10 Schwänen in der Badewanne
EIN
GESCHENK DES HIMMELS - VATER DER BRAUT 2 (1995)
Vincente
Minnelli hat nur ein Jahr gebraucht, um „Vater der Braut“ mit „Ein Geschenk des
Himmels“ eine Fortsetzung zu bereiten; Charles Shyer hingegen ließ sich ganze
vier Jahre Zeit – Und fiel trotzdem auf die Nase. Nach dem (berechtigten)
kommerziellen Erfolg des Erstlings waren die Erwartungen dementsprechend hoch,
und sicherlich ist „Ein Geschenk des Himmels – Vater der Braut 2“ kein
Totalausfall, was erneut fast ausschließlich an Steve Martin gelegen ist, der
wieder sichtlich Freude an seiner Rolle zeigt. Doch vom Esprit des ersten Teils
ist hierbei über weite Strecken wenig zu sehen und das Drehbuch mischt die
mannigfachen Problematiken um das verkaufte Eigenheim, die doppelte
Schwangerschaft, die Wechseljahre wie die Midlife-Crisis zumeist äußerst
flügellahm in das obsolete Konzept vom Traum einer 'Heilen Welt'. Die
aufgewärmten Gags haben dann und wann Retorten-Charakter, Kieran Culkin als
mittleres Kind ist dem Film so dermaßen egal (Ein Wink mit dem Zaunpfahl?) und
dass Martin Short als extravaganter Wedding-Planer eine bedeutend größere
Screentime zugesprochen bekam, war abzusehen, entpuppt sich aber als vehementer
Störfaktor. Nichtsdestotrotz ein erträglicher, aber sicherlich kein sonderlich guter Film.
5 von 10 schwitzenden Schwangeren
von souli
Review: FRANKENWEENIE - Tim Burtons Huldigung an die Freundschaft
Eingestellt von
stu
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Fakten:
Frankenweenie
USA. 2012. Regie: Tim Burton. Buch: John August, Tim Burton, Leonard Ripps. Original Stimmen von Charlie Tahan, Cathrine O’Hara, Winona Ryder, Martin Short, Martin Landau, Tom Kenney u.a. Dt. Stimmen von Niklas Münninghoff, Farina Brock, Melanie Manstein, Laura Marie, Jakob Riedl u.a. Länge: 87 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD, Blu-ray und Blu-ray 3D erhältlich.
Story:
Der kleine Viktor Frankenstein ist ein Außenseiter. Doch es gibt einen, der immer zu ihm halten wird: sein Hund Sparky. Als Sparky jedoch von einem Auto überfahren und getötet wird, zerbricht für Viktor eine Welt. Doch schon bald findet er eine Lösung für sein Problem: mittels Elektrizität und etwas Flickzeug holt Viktor seinen besten Freund zurück ins Leben. Doch damit beginnt das Abenteuer erst.
Frankenweenie
USA. 2012. Regie: Tim Burton. Buch: John August, Tim Burton, Leonard Ripps. Original Stimmen von Charlie Tahan, Cathrine O’Hara, Winona Ryder, Martin Short, Martin Landau, Tom Kenney u.a. Dt. Stimmen von Niklas Münninghoff, Farina Brock, Melanie Manstein, Laura Marie, Jakob Riedl u.a. Länge: 87 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD, Blu-ray und Blu-ray 3D erhältlich.
Story:
Der kleine Viktor Frankenstein ist ein Außenseiter. Doch es gibt einen, der immer zu ihm halten wird: sein Hund Sparky. Als Sparky jedoch von einem Auto überfahren und getötet wird, zerbricht für Viktor eine Welt. Doch schon bald findet er eine Lösung für sein Problem: mittels Elektrizität und etwas Flickzeug holt Viktor seinen besten Freund zurück ins Leben. Doch damit beginnt das Abenteuer erst.
Meinung:
Das letzte große Meisterwerk des Tim Burton liegt bereits geraume Jahre in der Vergangenheit zurück. 2007 konnte der Paradiesvogel Hollywoods mit seiner Broadway-Adaption „Sweeney Todd“ zwar noch einmal durchgehend überzeugen, doch ein Film von der qualitativen Klasse wie „Ed Wood“ oder „Edward mit den Scherenhänden“ musste man kummervoll vermissen. Nicht zuletzt weil sich Tim Burton mit Werken wie „Alice im Wunderland“ und „Dark Shadows“ als fließbandtätiger Eigenschablonenfüller entpuppte und den charmanten Reiz ablegte, der ihn lange Zeit in der Filmwelt auszeichnete. Dabei waren Burtons Stärken immer unverkennbar im Bereich der morbiden Märchenerzählungen und gesellschaftskritischen Außenseitergeschichten angesiedelt, in denen der „etwas andere“ Filmemacher sein enormes Können – gerade in der idealen Verschmelzung aus Reife und Kreativität - en détail mitreißend auf den Punkt bringen konnte.
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| Viktor beim Versuch Sparky zurückzuholen |
Den logischen
Schritt, den Burton im Jahre 2012 dann tätigte, liest sich wie ein
konstitutiver Aufschrei und substantieller Befreiungsschlag: „Back to the
Roots“. Zurück zu den Wurzeln, zum Ursprung seines Erfolges. Genau das war die
angefochtene Devise, und dabei lassen wir seinen hervorragenden Kurzfilm
„Vincent“ mal für kurze Zeit aus den Augen und widmen uns „Frankenweenie“ aus
dem Jahre 1984. Darin erzählt Tim Burton die Geschichte von Victor, ein
Außenseiter und Einzelgänger, dessen einziger Freund ein Hund namens Sparky
ist. Burton reflektiert sich, wie in vielen seiner Filme in Zukunft, von Grund
auf höchstpersönlich. Sparky kommt jedoch bei einem Unfall beim Ballspielen ums
Leben und der kleine Victor ist – natürlich – am Boden zerstört. Sein größter Wunsch
ist es von nun an, seinen Freund auf vier Pfoten wieder zurück ins Leben zu
holen. Und Victor macht das Unmögliche möglich, allerdings nicht ohne
risikoreiche Folgen.
An diesem Handlungsansatz hat Tim Burton in seiner gleichnamigen Neuauflage nichts frisiert. Die Frage, die sich zwangsweise stellen musste war, ob es nun wirklich Sinn machen würde, den 30-minütigen Kurzfilm aus den 80er Jahren als abendfüllenden Spielfilm zu verkaufen und die Lauflänge zu verdreifachen. Schließlich wurde die Story doch schon im Kurzfilm auserzählt und die tendenzielle Intention dürfte sich als aufgewärmtes Unterfangen offenbaren. Dem ersten Satzteil kann man zustimmen und die Erzählung vom (reinkarnierten) Vierbeiner und seinem Herrchen Victor ist per se genau die, die wir schon einmal serviert bekommen haben. Jedoch erweist sich „Frankenweenie“ nicht als stumpf wiederholendes Allerlei, das uns nur wieder verdeutlicht, wie ideenlos Burton inzwischen wirklich geworden ist, sondern mausert sich tatsächlich als bester Film von Tim Burton, seit einer gefühlten Ewigkeit.
An diesem Handlungsansatz hat Tim Burton in seiner gleichnamigen Neuauflage nichts frisiert. Die Frage, die sich zwangsweise stellen musste war, ob es nun wirklich Sinn machen würde, den 30-minütigen Kurzfilm aus den 80er Jahren als abendfüllenden Spielfilm zu verkaufen und die Lauflänge zu verdreifachen. Schließlich wurde die Story doch schon im Kurzfilm auserzählt und die tendenzielle Intention dürfte sich als aufgewärmtes Unterfangen offenbaren. Dem ersten Satzteil kann man zustimmen und die Erzählung vom (reinkarnierten) Vierbeiner und seinem Herrchen Victor ist per se genau die, die wir schon einmal serviert bekommen haben. Jedoch erweist sich „Frankenweenie“ nicht als stumpf wiederholendes Allerlei, das uns nur wieder verdeutlicht, wie ideenlos Burton inzwischen wirklich geworden ist, sondern mausert sich tatsächlich als bester Film von Tim Burton, seit einer gefühlten Ewigkeit.
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| Bild aus besseren Zeiten: der "ganze" Sparky und Viktor |
Veränderungen
zur Vorlage mussten natürlich bewerkstelligt werden, wieso sollte man eine gute
halbe Stunde auf eineinhalb Stunden strecken, wenn man dem Film keine
ungetragenen Facetten und kreativen Eingebungen inkludiert? Dabei lassen sich
diese modifizierten Revisionen nicht nur im Bereich der Handlung finden,
sondern auch im visuellen Erscheinungsbild. Nicht etwa wie das Original greift
Tim Burton auf echte Schauspieler zurück – und hat so seinem Kumpel und
Lieblingsdarsteller Johnny Depp die Chancen auf eine Hauptrolle widersagt –
sondern lässt „Frankenweenie“ als lupenreinen Stop-Motion-Animationsfilm
auftreten. Die Vorteile dieser Animationen sind nicht nur der leichtere Zugang
für das jüngere Publikum, sondern auch die liebevollen Darstellungen der
tierischen und humanen Charaktere. Und diese Rechnung geht voll auf. Egal um
welche Figur es sich hier handelt oder in welchem Umfeld sich das Geschehen in
den verschiedenen Szenen abspielt: Jede Aufnahme glänzt durch ihre
Detailvielfalt, durch die Liebe für unscheinbare Kleinigkeiten, die gerade
durch die symptomatische Schwarz/Weiß-Optik noch einmal exzellent akzentuiert
und pointiert wird.
„Frankenweenie“ fügt die essentiellen Elemente zusammen, die wir ad infinitum mit Tim Burtons Inszenierungen in Verbindung bringen werden: Die morbide Figurierung, die lakonischen Zwischentöne, die skurrilen Individuen, die durchgehend von einem trockenen Witz abgeschliffen werden, und die grenzenlose Gothic-Romantik, die sich in ihrer ganzen Schönheit auf jeden Zuschauer übertragt und ihn nicht nur fesselnd, sondern auch zu einem fühlbaren Teil der Narration macht, in der man sich problemlos von Anfang bis Ende verlieren kann. Dabei lässt sich „Frankenweenie“ nicht nur als Hommage an das klassisch-altmodische Grusel-Kino deuten, Burton gelingt auch ein unverwechselbares Revue passieren seiner eigenen Person und dem subjektiven Charakteristikum. Wenn Burton dann noch unscheinbar ein kritisches Auge auf die Ideale des amerikanischen Traums wirft und das Grusel-Märchen mit sensibler Coming-of-Age-Thematik verknüpft, dann entsteht eine eskapistische Huldigung an die Filmwelt als auch an den wahren Wert der Freundschaft, die nicht immer ganz für die Kleinen geeignet ist, dafür aber mit einem Biss auftritt, den die Erwachsenen wohlwollend annehmen werden. „Frankenweenie“ beweist es mal wieder: Tim Burton ist ein schrullig- konzilianter Optimist mit ganz, ganz großem Herzen. „When you lose someone you love, they never really leave you. They move into a special place in your heart.”
7 von 10
von souli
Wir danken unserem ewigen Gast-Autor souli für seine Kritik. Wenn ihr mehr von souli lesen wollt, dann besucht doch unseren Blog Buddy CinemaForever.
„Frankenweenie“ fügt die essentiellen Elemente zusammen, die wir ad infinitum mit Tim Burtons Inszenierungen in Verbindung bringen werden: Die morbide Figurierung, die lakonischen Zwischentöne, die skurrilen Individuen, die durchgehend von einem trockenen Witz abgeschliffen werden, und die grenzenlose Gothic-Romantik, die sich in ihrer ganzen Schönheit auf jeden Zuschauer übertragt und ihn nicht nur fesselnd, sondern auch zu einem fühlbaren Teil der Narration macht, in der man sich problemlos von Anfang bis Ende verlieren kann. Dabei lässt sich „Frankenweenie“ nicht nur als Hommage an das klassisch-altmodische Grusel-Kino deuten, Burton gelingt auch ein unverwechselbares Revue passieren seiner eigenen Person und dem subjektiven Charakteristikum. Wenn Burton dann noch unscheinbar ein kritisches Auge auf die Ideale des amerikanischen Traums wirft und das Grusel-Märchen mit sensibler Coming-of-Age-Thematik verknüpft, dann entsteht eine eskapistische Huldigung an die Filmwelt als auch an den wahren Wert der Freundschaft, die nicht immer ganz für die Kleinen geeignet ist, dafür aber mit einem Biss auftritt, den die Erwachsenen wohlwollend annehmen werden. „Frankenweenie“ beweist es mal wieder: Tim Burton ist ein schrullig- konzilianter Optimist mit ganz, ganz großem Herzen. „When you lose someone you love, they never really leave you. They move into a special place in your heart.”
7 von 10
von souli
Wir danken unserem ewigen Gast-Autor souli für seine Kritik. Wenn ihr mehr von souli lesen wollt, dann besucht doch unseren Blog Buddy CinemaForever.
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