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Trailerpark: Paul Thomas Anderson und Joaquin Phoenix wieder vereint - Trailer zu INHERENT VICE

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Nach dem überwältigenden Meisterwerk "The Master" melden sich Paul Thomas Anderson und Joaquin Phoenix in gemeinsamer Sache mit "Inherent Vice" zurück. Und was soll man sagen? Der Trailer verspricht in jedem Fall ähnlich Großes, natürlich weitaus schräger und humoristischer. Neben Joaquin Phoenix sind auch Josh Brolin, Owen Wilson, Martin Short und Benecio del Toro zu sehen. Die Vorfreude ist mit den ersten bewegten Bildern jedenfalls in astronomische Höhen geschnellt.


Special: TOT ODER LEBENDIG – 4# Martin Short

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Mal ganz frech in den Raum gefragt: Ist es überhaupt sinnvoll, eine Exegese zum Gesamtwerk des Martin Short anzustreben? Ohne ihn mit dieser Eingangsfrage als Menschen diffamieren zu wollen, ist Martin Short doch eher einer der Schauspieler, die heute im Großen und Ganzen keinen Blumentopf (wenn überhaupt die Goldene Ananas) mehr gewinnen. Ehemals, zu Beginn seiner heute relativ überschaubaren Kino-Karriere, galt Martin Short für den amerikanischen Markt tatsächlich als Pendant zum französischen Genius Louis de Funés („Der Gendarm von St. Tropez“, „Brust oder Keule“). Blasphemie! Mit dem formvollendeten „Wahnsinn“ eines De Funés hatte Shorts Schauspiel wirklich wenig bis gar nichts gemein: Obgleich der kanadische Akteur sich durchaus in der Lage dazu sah, einige ungezügelte Grimassen auszupacken, residierte De Funés in einer anderen Liga, wenn er sich mit weit aufgerissenen Augen kopfüber in das (meist eigenhändig erschaffene) Chaos stürzte.


Method Acting a la Martin Short
Also wo lässt sich Martin Short nun einordnen? Wie lässt sich sein Schaffen angemessen klassifizieren? Martin Short wusste selber, dass er diesen fiesen Vergleichen bezüglich Louis de Funès nicht standhalten konnte, dass er kein Erbe antreten konnte, dessen Ballast auf der internationalen Bühne einfach viel zu schwer wog und sich so sukzessiv tief in das eigene Fleisch schneiden würde. Man täte – retrospektiv betrachtet - Martin Short heute auch Unrecht, würde man ihn als 'Superstar' bezeichnen. Den konkreten Startschuss für seinen Werdegang in der Filmwelt, lässt sich anhand von John Landis' Western-Komödie „¡Drei Amigos!“ manifestieren, in dem Short 1986 an der Seite von den damaligen Comedy-Koryphäen Steve Martin und Chevy Chase zu sehen war. Die Kritiken waren verhalten, Short, dessen Nachname ja auch irgendwie Programm war, hingegen setzte seinen Weg mit dem heute als Klassiker geltenden „Die Reise ins Ich“ und der Gauner-Komödie „Das Bankentrio“, in dem Short es mit Grummelbär Nick Nolte zu tun bekam, fort. Und trotz seiner unermüdlichen Auftritte in den verschiedensten Serien-Formaten (von „I'm a Big Girl Now“ bis „Maniac Mansion“), schien Short sein Gefilde gefunden zu haben: Den Familien-Film.


Martin Short als "Clifford"
Im Jahre 1991 erhielt Martin Short eine Rolle in Charles Shyers „Vater der Braut“, einem Remake des gleichnamigen Klassikers mit Spencer Tracy und Elizabeth Taylor, und durfte als Wedding-Planer Franch Eggelhoffer mal so richtig dick auftragen. Erneut an der Seite von Steve Martin, zeigte Short, dass er zwar eigentlich prädestinierter Nebendarsteller ist, in der richtigen Rolle und einer adäquaten Dosis in Sachen Screentime den Zuschauer aber wirklich amüsieren kann. Schrullig-exzentrisch, hysterisch und (nicht nur leicht) queer, macht Short wahrlich das Beste aus der ulkigen Figur des Franck. Danach galt Martin Short als 'Talentiert', wurde für „Captain Ron“ gebucht und musste erneut reichlich Schelte vom Feuilleton kassieren, das „Captain Ron“ verbissen zu einem der miserabelsten Filme des Jahres kürte. Besonders schade aber wirkt sich seine Performance in „Ein Geschenk des Himmels – Vater der Braut“, der Fortsetzung zum Kassenschlager, aus. War Short in Teil 1 noch wunderbar auflegt, genau zur rechten Zeit am rechten Ort, überspannt das Drehbuch hier ganz penetrant den Bogen: Franck bekommt beinahe eine Hauptrolle zugesprochen – Und macht sich komplett zum deplatzierten Vollidioten.


Es folgten ein Cameo im von Stars gespickten Sci-Fi-Ulk „Mars Attacks!“ und eine Nebenrolle im erzkonservativen „Aus dem Dschungel, in den Dschungel“, bei dem Short immerhin gut mit Tim Allen harmonierte und die wohl spaßigsten Szenen des Films auf seine Kappe nehmen durfte. Danach war die Luft raus, Martin Short, das ungebremste Nervenbündel, der alberne Pausenclown, juckte die breite Masse einfach nicht mehr. Aber hat er das überhaupt mal wirklich? Gab es Leute, die sich einen Film wirklich deshalb angeschaut haben, weil Martin Short mitgespielt hat (Familienmitglieder zählen nicht!)? Im höchsten Maße interessant wird es allerdings 2015, wenn sich Martin Short in Paul Thomas Andersons heiß entgegen gefeierten „Inherent Vice“ neben Joaquin Phoenix und Charlize Theron zum Besten geben wird. Wie wir alle wissen, ist Anderson ein Mann dafür, das Maximum aus Schauspielern herauszukitzeln. Vielleicht ist das auch die Möglichkeit, Short einen 'zweiten' Frühling zu bescheren...Wer weiß?


von souli

Review: VATER DER BRAUT & VATER DER BRAUT 2 - Ein Vater sieht rot

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VATER DER BRAUT (1991)

Ob ein Remake des Vincente Minnelli Klassikers „Vater der Braut“ mit Spencer Tracy und Elizabeth Taylor nun wirklich Not getan hätte, sei einfach mal dahingestellt. Im Kontext der ewigen Debatten um die Daseinsberechtigung beliebiger Neuauflagen, ist Charles Shyers „Vater der Braut“ sicher eines der Positivbeispiele. Warum das so ist? Es ist dieses ungeheuer sichere Handling, mit dem sich das Drehbuch seiner Thematik widmet, ohne dabei jemals Gefahr zu laufen, in die austauschbare Gefilde der RomCom-/Familiengrütze zu rutschen. Dass „Vater der Braut“ unentwegt seinen immensen Charme versprühen und durchweg für Pläsier sorgen darf, liegt fraglos an Steve Martins energiegeladener Darbietung des George Stanley Banks. Ihm allein gehört die große Bühne, seine Mimik ist zuweilen zum Schreien und dank ihm verzeiht man dem Film die ein oder andere Rührseligkeit selbstredend. Letztlich gehört „Vater der Braut“ natürlich ohne Frage der Gattung 'Konservatives Feel-Good-Movie' an, dafür ist er aber einer der stärksten (und witzigsten) Vertreter dieser Klasse.


6,5 von 10 Schwänen in der Badewanne


EIN GESCHENK DES HIMMELS - VATER DER BRAUT 2 (1995)

Vincente Minnelli hat nur ein Jahr gebraucht, um „Vater der Braut“ mit „Ein Geschenk des Himmels“ eine Fortsetzung zu bereiten; Charles Shyer hingegen ließ sich ganze vier Jahre Zeit – Und fiel trotzdem auf die Nase. Nach dem (berechtigten) kommerziellen Erfolg des Erstlings waren die Erwartungen dementsprechend hoch, und sicherlich ist „Ein Geschenk des Himmels – Vater der Braut 2“ kein Totalausfall, was erneut fast ausschließlich an Steve Martin gelegen ist, der wieder sichtlich Freude an seiner Rolle zeigt. Doch vom Esprit des ersten Teils ist hierbei über weite Strecken wenig zu sehen und das Drehbuch mischt die mannigfachen Problematiken um das verkaufte Eigenheim, die doppelte Schwangerschaft, die Wechseljahre wie die Midlife-Crisis zumeist äußerst flügellahm in das obsolete Konzept vom Traum einer 'Heilen Welt'. Die aufgewärmten Gags haben dann und wann Retorten-Charakter, Kieran Culkin als mittleres Kind ist dem Film so dermaßen egal (Ein Wink mit dem Zaunpfahl?) und dass Martin Short als extravaganter Wedding-Planer eine bedeutend größere Screentime zugesprochen bekam, war abzusehen, entpuppt sich aber als vehementer Störfaktor. Nichtsdestotrotz ein erträglicher, aber sicherlich kein sonderlich guter Film.


5 von 10 schwitzenden Schwangeren


von souli

Review: FRANKENWEENIE - Tim Burtons Huldigung an die Freundschaft

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Fakten:
Frankenweenie
USA. 2012. Regie: Tim Burton. Buch: John August, Tim Burton, Leonard Ripps. Original Stimmen von Charlie Tahan, Cathrine O’Hara, Winona Ryder, Martin Short, Martin Landau, Tom Kenney u.a. Dt. Stimmen von Niklas Münninghoff, Farina Brock, Melanie Manstein, Laura Marie, Jakob Riedl u.a. Länge: 87 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD, Blu-ray und Blu-ray 3D erhältlich.


Story:
Der kleine Viktor Frankenstein ist ein Außenseiter. Doch es gibt einen, der immer zu ihm halten wird: sein Hund Sparky. Als Sparky jedoch von einem Auto überfahren und getötet wird, zerbricht für Viktor eine Welt. Doch schon bald findet er eine Lösung für sein Problem: mittels Elektrizität und etwas Flickzeug holt Viktor seinen besten Freund zurück ins Leben. Doch damit beginnt das Abenteuer erst.




Meinung:
Das letzte große Meisterwerk des Tim Burton liegt bereits geraume Jahre in der Vergangenheit zurück. 2007 konnte der Paradiesvogel Hollywoods mit seiner Broadway-Adaption „Sweeney Todd“ zwar noch einmal durchgehend überzeugen, doch ein Film von der qualitativen Klasse wie „Ed Wood“ oder „Edward mit den Scherenhänden“ musste man kummervoll vermissen. Nicht zuletzt weil sich Tim Burton mit Werken wie „Alice im Wunderland“ und „Dark Shadows“ als fließbandtätiger Eigenschablonenfüller entpuppte und den charmanten Reiz ablegte, der ihn lange Zeit in der Filmwelt auszeichnete. Dabei waren Burtons Stärken immer unverkennbar im Bereich der morbiden Märchenerzählungen und gesellschaftskritischen Außenseitergeschichten angesiedelt, in denen der „etwas andere“ Filmemacher sein enormes Können – gerade in der idealen Verschmelzung aus Reife und Kreativität - en détail mitreißend auf den Punkt bringen konnte.


Viktor beim Versuch Sparky zurückzuholen
Den logischen Schritt, den Burton im Jahre 2012 dann tätigte, liest sich wie ein konstitutiver Aufschrei und substantieller Befreiungsschlag: „Back to the Roots“. Zurück zu den Wurzeln, zum Ursprung seines Erfolges. Genau das war die angefochtene Devise, und dabei lassen wir seinen hervorragenden Kurzfilm „Vincent“ mal für kurze Zeit aus den Augen und widmen uns „Frankenweenie“ aus dem Jahre 1984. Darin erzählt Tim Burton die Geschichte von Victor, ein Außenseiter und Einzelgänger, dessen einziger Freund ein Hund namens Sparky ist. Burton reflektiert sich, wie in vielen seiner Filme in Zukunft, von Grund auf höchstpersönlich. Sparky kommt jedoch bei einem Unfall beim Ballspielen ums Leben und der kleine Victor ist – natürlich – am Boden zerstört. Sein größter Wunsch ist es von nun an, seinen Freund auf vier Pfoten wieder zurück ins Leben zu holen. Und Victor macht das Unmögliche möglich, allerdings nicht ohne risikoreiche Folgen. 


An diesem Handlungsansatz hat Tim Burton in seiner gleichnamigen Neuauflage nichts frisiert. Die Frage, die sich zwangsweise stellen musste war, ob es nun wirklich Sinn machen würde, den 30-minütigen Kurzfilm aus den 80er Jahren als abendfüllenden Spielfilm zu verkaufen und die Lauflänge zu verdreifachen. Schließlich wurde die Story doch schon im Kurzfilm auserzählt und die tendenzielle Intention dürfte sich als aufgewärmtes Unterfangen offenbaren. Dem ersten Satzteil kann man zustimmen und die Erzählung vom (reinkarnierten) Vierbeiner und seinem Herrchen Victor ist per se genau die, die wir schon einmal serviert bekommen haben. Jedoch erweist sich „Frankenweenie“ nicht als stumpf wiederholendes Allerlei, das uns nur wieder verdeutlicht, wie ideenlos Burton inzwischen wirklich geworden ist, sondern mausert sich tatsächlich als bester Film von Tim Burton, seit einer gefühlten Ewigkeit.


Bild aus besseren Zeiten: der "ganze" Sparky und Viktor
Veränderungen zur Vorlage mussten natürlich bewerkstelligt werden, wieso sollte man eine gute halbe Stunde auf eineinhalb Stunden strecken, wenn man dem Film keine ungetragenen Facetten und kreativen Eingebungen inkludiert? Dabei lassen sich diese modifizierten Revisionen nicht nur im Bereich der Handlung finden, sondern auch im visuellen Erscheinungsbild. Nicht etwa wie das Original greift Tim Burton auf echte Schauspieler zurück – und hat so seinem Kumpel und Lieblingsdarsteller Johnny Depp die Chancen auf eine Hauptrolle widersagt – sondern lässt „Frankenweenie“ als lupenreinen Stop-Motion-Animationsfilm auftreten. Die Vorteile dieser Animationen sind nicht nur der leichtere Zugang für das jüngere Publikum, sondern auch die liebevollen Darstellungen der tierischen und humanen Charaktere. Und diese Rechnung geht voll auf. Egal um welche Figur es sich hier handelt oder in welchem Umfeld sich das Geschehen in den verschiedenen Szenen abspielt: Jede Aufnahme glänzt durch ihre Detailvielfalt, durch die Liebe für unscheinbare Kleinigkeiten, die gerade durch die symptomatische Schwarz/Weiß-Optik noch einmal exzellent akzentuiert und pointiert wird.

„Frankenweenie“ fügt die essentiellen Elemente zusammen, die wir ad infinitum mit Tim Burtons Inszenierungen in Verbindung bringen werden: Die morbide Figurierung, die lakonischen Zwischentöne, die skurrilen Individuen, die durchgehend von einem trockenen Witz abgeschliffen werden, und die grenzenlose Gothic-Romantik, die sich in ihrer ganzen Schönheit auf jeden Zuschauer übertragt und ihn nicht nur fesselnd, sondern auch zu einem fühlbaren Teil der Narration macht, in der man sich problemlos von Anfang bis Ende verlieren kann. Dabei lässt sich „Frankenweenie“ nicht nur als Hommage an das klassisch-altmodische Grusel-Kino deuten, Burton gelingt auch ein unverwechselbares Revue passieren seiner eigenen Person und dem subjektiven Charakteristikum. Wenn Burton dann noch unscheinbar ein kritisches Auge auf die Ideale des amerikanischen Traums wirft und das Grusel-Märchen mit sensibler Coming-of-Age-Thematik verknüpft, dann entsteht eine eskapistische Huldigung an die Filmwelt als auch an den wahren Wert der Freundschaft, die nicht immer ganz für die Kleinen geeignet ist, dafür aber mit einem Biss auftritt, den die Erwachsenen wohlwollend annehmen werden. „Frankenweenie“ beweist es mal wieder: Tim Burton ist ein schrullig- konzilianter Optimist mit ganz, ganz großem Herzen. „When you lose someone you love, they never really leave you. They move into a special place in your heart.”


7 von 10

von souli

Wir danken unserem ewigen Gast-Autor souli für seine Kritik. Wenn ihr mehr von souli lesen wollt, dann besucht doch unseren Blog Buddy CinemaForever.