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Review: EIN BRÄUTIGAM ZU VIEL - Aufgewärmter Einheitsbrei

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Fakten:
Ein Bräutigam zu viel (Bridal Wave)
Kanada, 2015. Regie: Michael Scott. Buch: Neal Dobrofsky, Tippi Dobrofsky. Mit: Arielle Kebbel, Andrew W. Walker, David Haydn-Jones, Colleen Wheeler u.a. Länge: 85 Minuten. FSK: Freigegeben ab 0 Jahren. Ab 08. Oktober 2015 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Die Arzthelferin Georgie steht kurz vor der Hochzeit mit dem Schönheitschirurgen Philipp. Georgies Mutter wünscht sich eine perfekte Hochzeit und bucht deswegen für ein Wochenende Zimmer in einem Luxushotel, welches für traumhafte Hochzeiten bekannt ist. Als Philipp aus beruflichen Gründen immer wieder verschwinden muss, lernt Georgie den Architekten Luke kennen und zweifelt immer mehr an der Heirat mit Philipp.






Meinung:
Wenn man „Ein Bräutigam zu viel“ gesehen hat dann erscheint es nicht weiter verwunderlich, dass der Film ursprünglich nur eine Fernsehproduktion war. Er wirkt geradezu perfekt für das Sonntagnachmittags Programm des ZDF, irgendwo zwischen dem Traumschiff und Rosamunde Pilcher könnte er laufen. Bloß nicht zu viel Aufregung, eine seichte Beziehungskomödie ohne wirkliche Konflikte und Höhepunkte. Dabei hilft es ungemein, dass man schon nach zehn Minuten weiß wie alles ausgeht, man will ja schließlich nebenbei eine Zeitschrift lesen. Das man dabei nichts verpasst spricht jedoch nicht gerade für den Film...


Noch stimmt die Anzahl der Bräutigame
Harmlos ist wohl das Wort, welches „Ein Bräutigam zu viel“ am treffendsten beschreibt, denn über knapp 90 Minuten plätschert der Film fröhlich vor sich hin. Das tut keinem weh, Höhepunkte gibt es dabei aber fast keine. Humoristisch gesehen sind es die überzeichneten Schwiegermütter, die gelegentlich für einen kurzen Schmunzler sorgen. Die dramatische Ebene wiederum fällt komplett unter den Tisch, jede Uneinigkeit wird schnellstens beseitigt, so dass auch ja kein Konflikt entstehen kann. Selbst die Trennung am Morgen der Hochzeit ist einvernehmlich, alle Parteien sind glücklich, jeder Charakter scheint die Verständnis in Person zu sein. Darüber hinaus gibt es jedoch nicht viel was sie auszeichnet. Grundsätzlich fehlt es dem Film aber vor allem an einem Alleinstellungsmerkmal. Von den Schauspielleistungen über die Inszenierung bis hin zum Drehbuch bewegt sich das alles an den Grenzen des unteren Durchschnitts und jede Szene kommt dem Zuschauer bekannt vor. „Ein Bräutigam zu viel“ fühlt sich zu jeder Sekunde uninspiriert und eintönig an, wenn man alle Witze schon zehnmal gehört hat dann kann man einfach nicht mehr darüber lachen. Nicht einmal das Hauptaugenmerk des Films, die emotionale Komponente, kann überzeugen, denn dafür sind die Charaktere einfach zu platt und klischeehaft.


„Ein Bräutigam zu viel“ ist eine romantische Komödie, die den Regeln des Genres strikt folgt und dabei sehr lustlos und uninspiriert wirkt. Die einzige Frage, die der Film dabei aufwirft lautet wohl wer sich diese Filme immer noch ansieht. Gibt es sie überhaupt, die interessierten Zuschauer? Oder flimmert das Ding nur über den Bildschirm, weil die Fernbedienung zu weit weg ist? Wahrscheinlich eine Mischung aus Beidem, sonst würden sich Filme dieser Art nicht lohnen. Wirklich aufregen kann man sich darüber aber auch nicht, denn dafür ist „Ein Bräutigam zu viel“ schlichtweg zu harmlos und unrelevant.


3 von 10 nervigen Schwiegermüttern


von Vitellone

Review: MONSIEUR CLAUDE UND SEINE TÖCHTER - Rassimus, ein Spaß für die ganze Familie

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Fakten:
Monsieur Claude und seine Töchter (Qu'est-ce qu'on a fait au Bon Dieu?)
FR, 2014. Regie: Philippe de Chauveron. Buch: Philippe de Chauveron, Guy Laurent. Mit: Christian Clavier, Chantal Lauby, Ary Abittan, David Benichou, Medi Saddun, Frédéric Chau, Noom Diawara, Elodie Fontan, Frédérique Bel, Julia Piaton, Emilie Caen, Pascal N´Zonzi, Salimata Kamate, Tatiana Rojo u.a. Länge: 97 Minuten. FSK: Freigegeben ab 0 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Monsieur Claude und seine Frau Marie sind ein zufriedenes Ehepaar in der französischen Provinz und haben vier ziemlich schöne Töchter. Am glücklichsten sind sie, wenn die Familientraditionen genau so bleiben wie sie sind. Ihre kleine Welt wurde nun schon dreimal erschüttert, denn bis auf ihre jüngste  sind alle Töchter mit Männern verheiratet, die anderer Abstammung sind, arabisch, chinesisch, jüdisch. Nun steht die vierte Ehe vor der Tür und – wie könnte es anders sein – der Auserwählte ist ein Farbiger. Die Eltern sind wenig begeistert, doch das trifft auch auf den künftigen Schwiegervater zu, der selbst so seine Vorurteile hat.





Meinung:
Ein Araber, ein Jude und ein Schlitz…pardon, ein Chinese kommen in einer Bar…oder heiraten die drei Töchter des gutsituierten, stolzen Franzosen und erzkonservativ-gläubigen Katholiken Monsieur Claude. Nein, wie schrecklich, der arme Mann. Da rackert man sich sein Leben lang für die kleinen Prinzessinnen ab, erzieht sie zu guten Partien und dann das. Naja, aber zur Rettung des Stammbaums gibt es ja noch Tochter Nummer vier und die kündigt an, dass ihr Verlobter endlich ein katholischer Franzose ist. Dass er afrikanischer Abstammung ist, verschweigt sie den stolzen Eltern erstmal, bis denen beim ersten Zusammentreffen fast das Croissant in den Cidre fällt. Und dann kündigt sich zur Trauung auch noch die gesamte Bagage vom schwarzen Kontinent an, das kann einem aber auch die Stimmung verhageln. Besonders, wenn der Vater des Bräutigams nicht etwa ein dankbarer Wilder ist, sondern selbst jegliche Vorurteile gegenüber dem weißen Mann, speziell den Franzosen, pflegt.



Der Vater der Braut ist Kummer gewohnt, der Ärmste.
Mal wieder ein Spaß für die ganze Familie aus Frankreich, bei dem die halbe Nation dort und hier begeistert in die Kinos strömt und hinterher mit der sonnigen Botschaft entlassen wird, dass wir doch alle nur Menschen sind. Fein gemacht. Das ist ja alles gut und schön, die Message absolut richtig, doch wie grobschlächtig und unbedacht dieser Film sie unters Volk wirft, da wundert es nicht, dass böse Stimmen ihm selbst ausgelebten Spießbürger-Rassismus vorwerfen, verpackt im heiteren Feel-Good-Comey-Gewand. Ganz so drastisch sollte man die Sache auf keinen Fall sezieren, „Monsieur Claude und seine Töchter“ will ganz bestimmt keine Vorurteile schüren oder gar gewisse Bevölkerungsgruppen als minderwertig darstellen, die Botschaft von Toleranz und Gleichheit ist sicher ernst gemeint, anderes lässt sich ihm kaum unterstellen. Nur geht er dabei massiv ungeschickt vor, in dem überhaupt nichts dafür getan wird, dass auch nur eine der handelnden Person MAL NICHT über seine Herkunft, Nationalität und Religion definiert wird. Im Gegenteil, die machen den ganzen Tag scheinbar auch nichts anderes. Jeder stellt sich und seine ethnischen Wurzeln pausenlos in den Mittelpunkt bzw. kehrt die der anderen hervor, um hämische Klischee-Scherzchen über sie zu machen. Haben diese Menschen nichts Besseres zu tun? Mal ehrlich, wie oft sieht sich jeder von uns im Alltag als Deutscher und wird nicht müde, dass bei jeder sich bietenden oder nicht bietenden Gelegenheit seinem Gegenüber, der vielleicht einen anderen kulturellen Hintergrund hat, aufs Brot zu schmieren? Schlimmer noch, dass hier so getan wird, als wenn Monsieur Claude ein wirklich hartes Los damit gezogen hätte, dass er nun eine Multikulti-Familie hat. Klar, der Film macht sich über den verklemmten Rassismus seines Protagonisten lustig und stellt diesen zwar als unnötig und kleingeistig dar, trotzdem sollen Lacher darüber generiert werden, wenn er zum dritten Mal der Hochzeit einer seiner Töchter beiwohnt, wieder mit einer anderen Migrationsfamilie im Hintergrund. Im Prinzip lacht der Zuschauer nicht (nur) über diesen Mann, es lacht auch aufgrund der eigenen Vorurteile, die sich hier in einer Form von Schadenfreude ausdrückt. Zumindest zu einem gewissen Anteil. Denn wenn es so egal wäre, wen die Töchter heiraten, wieso ist das plötzlich komisch?


We are family...
Dazu kommt noch, dass hier ja nicht gerade sozialschwache, kaum integrierte oder besonders exotische Ehemänner präsentiert werden. Das sind alles Franzosen, zwei von ihnen sogar mit Jobs, die sich jeder Schwiegervater nur wünschen würde, Sprachbarrieren oder Culture-Clash existieren überhaupt nicht. Wenn es nicht andauernd thematisiert werden würde, große Unterschiede zwischen ihnen würde doch niemand bemerken. Genau das hätte „Monsieur Claude und seine Töchter“ mal lieber in den Mittelpunkt stellen könne. Einfach mal nicht alle zwei Minuten einen Witz auf dieser Grundlage bringen, dann würde sich das erstens nicht so abnutzen und zweitens vielleicht tatsächlich zu einem glaubhaften Plaidoyer für ein aufgeschlossenes, gleichberechtigtes Zusammenleben werden. Natürlich kann und darf da auch mal ein Klischee ausgegraben und sich über die einzelnen Gruppen amüsiert werden, etwas Spaß und Selbstironie sollte jeder verkraften, wenn es nicht abwertend oder bösartig wird. Abwerten oder bösartig ist auch der Film nicht, er ist nur plump und erweckt so manchmal den Eindruck, er würde die eigene Botschaft nicht verstehen, letztlich mit und nicht über Ressentiments lachen, was völlig kontraproduktiv ist. Als Krönung erfolgt nicht mal am Ende ein glaubhaftes Umdenken, stattdessen werden 60 Jahre Schubladen- und Hautfarbendenken durch einen durchzechten Abend und Klamottentausch einfach so weggeblasen, so funktioniert das eben in dieser Art von Filmen. Probleme sind zum Lösen da und wenn man nicht weiß wie, sind sie halt irgendwann verschwunden. Simsalabim.


Wenn man sich gar keine Gedanken über den Film machen würde, man könnte ihn sicher auch einfach so durchgucken, ab und an mal schmunzeln oder gar lachen (kommt halt immer auf den Humor an, manches ist ja auch ganz drollig), sich das Gemüt streicheln lassen und fertig. Man könnte sich aber auch zu viele Gedanken machen, ihn in der Luft zerreißen und ihm Dinge andichten, die zwar nicht ganz von der Hand zu weisen sind, aber wohl eher auf seiner Ungeschickt- und Achtlosigkeit fußen, als dass man ihn wirklich böse Absichten unterstellen könnte. Es ist unterm Strich einfach nur eine Komödie zur Massenabfertigung, die vielleicht gut gemeint, aber schlecht durchdacht und furchtbar unreflektiert ist. Ein Film wie ein Eigentor, das frenetisch bejubelt wird. Aber funktioniert ja, bon travail. 

4 von 10 ethnisch korrekten Abendessen

Review: EYJAFJALLAJÖKULL - DER UNAUSSPRECHLICHE VULKANFILM – Mit gegenseitigem Hass von München nach Korfu

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Fakten:
Eyjafjallajökull - Der unaussprechliche Vulkanfilm (Eyjafjallajökull)
Frankreich. 2013. Regie: Alexandre Coffre. Buch: Laurent Zeitoun, Yoann Gromb, Alexandre Coffre. Mit: Dany Boon, Valérie Bonneton, Albert Delpy, Denis Ménochet, Bérangère McNeese, Constance Dollé, Arnaud Henriet, Yann Sorton, Myriam Azencot u.a. Länge: 92 Minuten. FSK: freigegeben ab 6 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Sommer, 2010. Für einige Tage fällt der komplette Flugverkehr in Europa aus, weil der isländische Vulkan Eyjafjallajökull den Großteil des kontinentalen Luftraums mit einer gigantischen Aschewolke überzieht. Auch der Fahrlehrer Alain ist davon betroffen, der mit dem Flugzeug eigentlich von Frankreich nach Korfu, Griechenland, fliegen will, um dort der Hochzeit seiner Tochter beizuwohnen. Doch die Aschewolke ist nicht das einzige Problem: mit dem Flugzeug ist auch Alains Ex-Frau Valerie, die ebenfalls zur Hochzeit will. Nach der Zwangslandung in München müssen die beiden gemeinsam versuche nach Griechenland zu kommen. Doch ihr gegenseitiger Hass aufeinander macht dieses Unterfangen zu einer wahren Tour de Force.





Meinung:
Asche wirbelt überall umher, eine Wolke aus Ruß und giftigem Dampf rollt unaufhaltsam über die angesengte Landschaft, Brocken aus Stein und Hitze rasen wie Kometen durch die Luft und zerschmettern alles was sie treffen: Häuser, Autos, den Asphalt der Straßen, auf den die Menschen voller Verzweiflung schreiend um ihr Leben fliehen. Ihre Heimat war einmal, denn ein Vulkan zerstört mit seiner gewaltigen Kraft alles, was in seiner Nähe ist. Was bleibt ist Chaos, Vernichtung und Tod. So würde die Beschreibung einer Katastrophenfilms klingen, in den ein feuerspeiender Vulkan der Grund dafür ist, dass die Helden um ihr Überleben kämpfen. Bei „Eyjafjallajökull“ (wer den Titel fehlerfrei aussprechen kann sollte überlegen einen Logopädie-Praxis zu eröffnen) ist es zwar auch ein feuriger Berg, der dafür sorgt, dass die beiden Hauptcharaktere rennen, flüchten und bibbern müssen, jedoch nicht in einem lebensbedrohlichen, sondern in einem komödiantischen Kontext.


Valerie und Alain probieren jedes Fortbewegungsmittel aus
Der französische Schauspieler Dany Boon, der mit „Willkommen bei den Sch’tis“ für einen der erfolgreichsten Filmen Frankreichs verantwortlich war und seitdem von vielen als der neue Aushängeclown des französischen Kinos gehandelt wird, darf auch in „Eyjafjallajökull“ erneut das liebenswerte, tapsige Knautschgesicht spielen. Zwar kommt Boon unter der Regie von Alexandre Coffre hier ohne sein sonstiges trotteliges Images aus, eine wirkliche Weiterentwicklung zu seinem sonstigen Spiel ist die Rolle des Alain aber auch nicht. Schuster bleib bei deinen Leisten war hier eindeutig das Motto. Nur die Socken wurden – gottseidank – gewechselt. Nicht vergessen darf aber auch Boons Konterpart werden. Dany Boon braucht immer einen Kontrastcharakter, damit sein Humor auch wirklich funktioniert. In „Willkommen bei den Sch’tis“ war dies Kad Merad („22 Bullets“), bei „Nichts zu verzollen“ der Belgier Benoit Poelvoorde („Mann beißt Hund“). Nun darf sich Boon in „Eyjafjallajökull - Der unaussprechliche Vulkanfilm“ mit Valérie Bonneton („Kleine wahre Lügen“) kabbeln, versöhnen, zerstreiten.


Der gefährlichste Vulkan bleibt der Mensch
Die Frage, die sich da automatisch stellt ist, ob Boon und Bonneton (die erst kürzlich zusammen in „Der Super-Hypochonder“ im Kino zu sehen waren) auch eine brauchbare Chemie miteinander haben. Die Antwort: Ja, haben sie. Nur leider scheint das Script anderer Meinung zu sein. Das Problem ist, dass das Drehbuch von Laurent Zeitoun, Yoann Gromb und Regisseur Coffre  in Sachen Progression oftmals einen Schlenker zu viel macht. Mal übertreiben es die Autoren hemmungslos und lassen ungehemmt einen Jesus-Freak mit mobiler Kirche und brutaler Serienkillervergangenheit auf die beiden Hauptprotagonisten los, nur um dann wenig später den daraus resultierenden schrägen wie schwarzen Humor wieder durch handelsübliche Komik aus dem Giftschrank „Lachen für Jedermann“ zu ersetzen. Das Resultat: „Eyjafjallajökull - Der unaussprechliche Vulkanfilm“ stottert sich durch seine Geschichte und Alain und Valerie wird eine originäre Entwicklung verwehrt. Dies heißt nicht, dass sich die Komödie in Sachen Witz lumpen lässt. Die Gagdichte ist hoch, nur leider qualitativ oftmals nicht immer so hochklassig und kohärent, um dauerschmunzelnd und –amüsiert im Kino zu sitzen.


Das Handlungskonstrukt sowie die Reaktionen und Ergebnisse die der chaotische Road Trip des ewig keifenden Ex-Paares anrichten, erinnert an die Landschaftsaufnahmen, die Regisseur Coffre seinen Publikum auf die Leinwand klatscht: artifiziell. Ähnlich wie die auf Perfektion colorkorrigierten Bilder von Bergen, Brücken und Wäldern erscheint auch der Verlauf des Films. Coffre gelingt es nicht seiner übertriebenen Geschichte zumindest einen Hauch Authentizität einzuverleiben. Vor allem die Figuren bleiben so belang- wie konturlos, als ob auch sie nicht mehr wären als eine hübscher Panoramaaufnahme auf einer Postkarte für Touristen, die man für ein paar Cent an jeder beliebigen Raststätte kaufen kann. Und so fällt auch das Fazit zu „Eyjafjallajökull - Der unaussprechliche Vulkanfilm“ aus: alles ganz hübsch und schmuck verpackt, aber trotz allem recht leblos. Ein Film, der auf dem heimischen Fernsehbildschirm wohl am besten aufgehoben ist.


4 von 10 Dornenkronen fürs Auto

Review: DEATH DO US PART - Neues aus der Ramschkiste

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Fakten:
Death Do Us Part
USA. 2014. Regie: Nicholas Humphries. Buch: Peter Benson, Julia Benson, Ryan Copple Mit: Peter Benson, Julia Benson, Emilie Ullerup, Kyle Cassie, Benjamin Ayres, Dave Collette, Aaron Douglas, Christine Chatelain, Willis Horst u.a. Länge: 89 Minuten. FSK: freigegeben ab 18 Jahren. Ab 28. Oktober 2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Das Leben als Single ist für Kennedy und Ryan bald vorbei, denn das Paar wird in wenigen Tagen vor den Traualtar schreiten. Um die letzten Tage in Freiheit gebührend zu feiern, laden sie einige Freunde für ein Wochenende in eine Waldhütte ein. Doch statt ausgelassener Partystimmung gibt es diverse Gründe, warum die Gäste eher etwas verstimmt sind. Doch private Diskrepanzen sind schnell vergessen, als ein Unbekannter den Partygästen nach dem Leben trachtet.





Meinung:
Kein anderes Genre hat solch einen enormen wöchentlichen Auswurf wie der Horrorfilm. Die Masse von kostengünstiger Grusel- und Schockerware, die im gefühlten Minutentakt in die deutschen Videotheken strömt, ist seit Jahrzehnten ununterbrochen. Dabei verstecken sich in dieser Fülle von Genre-Vertretern gerne auch die ein oder andere Perle. Findet man eine davon, lässt dies den guten Glauben an diese Direct-to-DVD-Produktionen in enorme Höhen steigen. Endet der Griff ins Regal, bzw. ins Auswahlregister der diversen Video-on-Demand-Diensten allerdings mit einem echten Reinfall, so verliert der Glaube an den guten, unbekannten Horrorfilm meist seine positive Unterfütterung. Warum man es dennoch immer wieder wagt solchen Werken eine Chance zu geben, lässt sich wohl nur mit unermüdlichem (vielleicht sogar leicht krankhaftem) Optimismus erklären.


Braut und Killer, oder nur ein weiteres Opfer?
Doch jeder Optimismus findet irgendwann einen pessimistischen Stein, der das Fenster des positiven Denkens zum splittern springt. „Death Do Us Part“ ist so einer. Wer nach der Sichtung dieses Very Low Budget Horrors immer noch hofft im Ramschregal etwas Großartiges zu finden, muss über einen wirklich ungesunden Optimus verfügen, den man gut und gerne auch als masochistisch bezeichnen könnte. „Death Do Us Part“ ist ein so widerlich individualitäts-, inspirations- und lustloser Genre-Einheitsbrei, dass es wirklich schmerzt diesen Schund ansehen zu müssen. Wenn ein paar Freunde sich innerhalb eines Wochenendes mit einem mysteriösen Killer konfrontiert sehen, wird Bekanntes so stagnierend abgespult, dass sich wahrlich nichts gibt, was sich hier auch nur Ansatzweise von der Masse abhebt. Selbst ur-instinktive Genre-Formen wie kreative Kills oder mysteriöse Stimmung werden zäh und keineswegs ausfüllend durchexerziert. Das Ergebnis ist ein so unvollkommener wie unangenehm unausstehlicher Film. Ein Gefühl, welches sich durch die unsympathischen Figuren aus der Manufaktur öder wie gefälliger Charaktere ins Unermessliche steigert.


Bei „Death Do Us Part“ bleibt eigentlich nur eines übrig: eine große, rotblinkende Warnung auszusprechen. Dieser Debütfilm (wäre es dies nicht, wäre es so verblüffend wie erschreckend) wird mit großer Wahrscheinlichkeit jegliche noch vorhandene Lust am durchstöbern der videothekaren Ramschkiste, in der sich wirklich auch Schätze verbergen können, rigoros niedermetzeln und dabei weit aus rabiater zu Werke gehen als der geheimnisvolle Killer im Film, dessen Identitätsauflösung im Übrigen auch nicht mehr bietet als durchgekaute Stangenware. Wobei selbst das noch zu positive Worte sind. Beschließen wir die Review ganz mit derselben stupiden, ideenlosen Schmucklosigkeit, mit der auch „Death Do Us Part“ ans Werke geht: Der Film ist scheiße.


0,5 von 10 fragenden Sheriffs

Review: VATER DER BRAUT & VATER DER BRAUT 2 - Ein Vater sieht rot

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VATER DER BRAUT (1991)

Ob ein Remake des Vincente Minnelli Klassikers „Vater der Braut“ mit Spencer Tracy und Elizabeth Taylor nun wirklich Not getan hätte, sei einfach mal dahingestellt. Im Kontext der ewigen Debatten um die Daseinsberechtigung beliebiger Neuauflagen, ist Charles Shyers „Vater der Braut“ sicher eines der Positivbeispiele. Warum das so ist? Es ist dieses ungeheuer sichere Handling, mit dem sich das Drehbuch seiner Thematik widmet, ohne dabei jemals Gefahr zu laufen, in die austauschbare Gefilde der RomCom-/Familiengrütze zu rutschen. Dass „Vater der Braut“ unentwegt seinen immensen Charme versprühen und durchweg für Pläsier sorgen darf, liegt fraglos an Steve Martins energiegeladener Darbietung des George Stanley Banks. Ihm allein gehört die große Bühne, seine Mimik ist zuweilen zum Schreien und dank ihm verzeiht man dem Film die ein oder andere Rührseligkeit selbstredend. Letztlich gehört „Vater der Braut“ natürlich ohne Frage der Gattung 'Konservatives Feel-Good-Movie' an, dafür ist er aber einer der stärksten (und witzigsten) Vertreter dieser Klasse.


6,5 von 10 Schwänen in der Badewanne


EIN GESCHENK DES HIMMELS - VATER DER BRAUT 2 (1995)

Vincente Minnelli hat nur ein Jahr gebraucht, um „Vater der Braut“ mit „Ein Geschenk des Himmels“ eine Fortsetzung zu bereiten; Charles Shyer hingegen ließ sich ganze vier Jahre Zeit – Und fiel trotzdem auf die Nase. Nach dem (berechtigten) kommerziellen Erfolg des Erstlings waren die Erwartungen dementsprechend hoch, und sicherlich ist „Ein Geschenk des Himmels – Vater der Braut 2“ kein Totalausfall, was erneut fast ausschließlich an Steve Martin gelegen ist, der wieder sichtlich Freude an seiner Rolle zeigt. Doch vom Esprit des ersten Teils ist hierbei über weite Strecken wenig zu sehen und das Drehbuch mischt die mannigfachen Problematiken um das verkaufte Eigenheim, die doppelte Schwangerschaft, die Wechseljahre wie die Midlife-Crisis zumeist äußerst flügellahm in das obsolete Konzept vom Traum einer 'Heilen Welt'. Die aufgewärmten Gags haben dann und wann Retorten-Charakter, Kieran Culkin als mittleres Kind ist dem Film so dermaßen egal (Ein Wink mit dem Zaunpfahl?) und dass Martin Short als extravaganter Wedding-Planer eine bedeutend größere Screentime zugesprochen bekam, war abzusehen, entpuppt sich aber als vehementer Störfaktor. Nichtsdestotrotz ein erträglicher, aber sicherlich kein sonderlich guter Film.


5 von 10 schwitzenden Schwangeren


von souli