Nach viel Stillschweigen ist er nun endlich da, der
erste Trailer zum Reboot der „Fantastic Four“. Unter der Regie von „Chronicle“-Regiseur
Josh Trank werden Miles Teller, Kate Mara, Michael B. Jordan und Jaime Bell zu
den klassischen Superhelden aus dem Hause Marvel. Der erste Teaser Trailer sieht recht
düster aber auch einigermaßen vielversprechend aus. Darsteller Toby Kebbell
wird übrigens Dr. Doom spielen. Deutscher Kinostart ist der 6. August 2015.
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Review: SNOWPIERCER – Mit der Revolution in die südkoreanische Königsklasse
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stu
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Fakten:
Snowpiercer
Südkorea, USA. Regie: Bong Joon-ho. Buch: Kelly Masterson, Bong Joon-ho, Jacques Lob (Vorlage), Benjamin Legrand (Vorlage), Jean-Marc Rochette (Vorlage). Mit: Chris Evans, Song Kang-ho, Ko Ah-seong, Jaime Bell, Tilda Swinton, John Hurt, Octavia Spencer, Ed Harris, Alison Pill, GoAh-sung u.a. Länge: 126 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Ab 23. September auf DVD und Blu-ray erhältlich.
Snowpiercer
Südkorea, USA. Regie: Bong Joon-ho. Buch: Kelly Masterson, Bong Joon-ho, Jacques Lob (Vorlage), Benjamin Legrand (Vorlage), Jean-Marc Rochette (Vorlage). Mit: Chris Evans, Song Kang-ho, Ko Ah-seong, Jaime Bell, Tilda Swinton, John Hurt, Octavia Spencer, Ed Harris, Alison Pill, GoAh-sung u.a. Länge: 126 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Ab 23. September auf DVD und Blu-ray erhältlich.
Story:
Die Menschheit hat eine neue Eiszeit verursacht und befindet sich nun am Rande der Ausrottung. Die wenigen Überlebenden fahren in einem großen Zug durch die eisigen Reste der zivilisierten Welt. Dabei herrscht im Zug eine klare Hierarchie: die armen leben in den hinteren Abteilen, die Reichen in den vorderen. Es kommt zu einem Aufstand.
Meinung:
Jetzt muss es sein - Revolution! Wir wissen nämlich schon schnell Bescheid: totalitärer Horror im Aufdrängen, Enge und Verrottung in der hintersten Ecke, die einem in diesem letzten Aufgebot der Menschheit übrig bleibt. Ein Zugabteil in Leid & Schmerzen, groteske Fratzen regieren mit eiserner Hand von vorne heraus. Doch eingepfercht in diesem Endzeit-Szenario ist auch bei ihnen Rationierung der Mittel unumgänglich - der Vorstoß aus der Misere gelingt, die Unterschicht bricht Abteil für Abteil hindurch in der Hoffnung auf Freiheit. Eine ganz simple Angelegenheit, ein nachvollziehbares Aufbegehren - was dahinter steckt, wird auf dem Weg erklärt, der Schuss nach vorne ist aber zunächst mal die Faustregel. Dafür muss man räudigst schlagen, reißen, schlitzen, zerhämmern...bluten ohne Ende. Nicht lange fackeln ist die Devise, doch die irrwitzigen Offenbarungen häufen sich - Regisseur Bong Joon-Ho entlädt ordentlich Wut und Schmerz in seine dampfende, ratternde Maschine, doch die kleinen, wundersamen und verzahnten Rädchen im Komplex bringen sie erst zum Laufen. Und so bauen sie sich auf zu unmöglichen Barrieren - brachial-nervöse Zurückhaltungs- und Durchschlagsmaßnahmen auf kleinstem Raum: eine Schlacht für die Gerechtigkeit vs. den Status Quo, aufgelöst in spannender und eigenwilliger Virtuosität. Doch auch diese Wahnsinnsvision beherbergt ein Gleichgewicht, ein Streben nach Harmonie auf ökonomischer Grundlage - mit jedem noch so perfiden Mittel.
Jetzt muss es sein - Revolution! Wir wissen nämlich schon schnell Bescheid: totalitärer Horror im Aufdrängen, Enge und Verrottung in der hintersten Ecke, die einem in diesem letzten Aufgebot der Menschheit übrig bleibt. Ein Zugabteil in Leid & Schmerzen, groteske Fratzen regieren mit eiserner Hand von vorne heraus. Doch eingepfercht in diesem Endzeit-Szenario ist auch bei ihnen Rationierung der Mittel unumgänglich - der Vorstoß aus der Misere gelingt, die Unterschicht bricht Abteil für Abteil hindurch in der Hoffnung auf Freiheit. Eine ganz simple Angelegenheit, ein nachvollziehbares Aufbegehren - was dahinter steckt, wird auf dem Weg erklärt, der Schuss nach vorne ist aber zunächst mal die Faustregel. Dafür muss man räudigst schlagen, reißen, schlitzen, zerhämmern...bluten ohne Ende. Nicht lange fackeln ist die Devise, doch die irrwitzigen Offenbarungen häufen sich - Regisseur Bong Joon-Ho entlädt ordentlich Wut und Schmerz in seine dampfende, ratternde Maschine, doch die kleinen, wundersamen und verzahnten Rädchen im Komplex bringen sie erst zum Laufen. Und so bauen sie sich auf zu unmöglichen Barrieren - brachial-nervöse Zurückhaltungs- und Durchschlagsmaßnahmen auf kleinstem Raum: eine Schlacht für die Gerechtigkeit vs. den Status Quo, aufgelöst in spannender und eigenwilliger Virtuosität. Doch auch diese Wahnsinnsvision beherbergt ein Gleichgewicht, ein Streben nach Harmonie auf ökonomischer Grundlage - mit jedem noch so perfiden Mittel.
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| Und jetzt alle: Cheese |
Das spiegelt sich auch in der Gestaltung des Films
wieder: geradliniger Powerstoff, vermengt mit einem schelmischen Zynismus. Aber
auch mit einer makabren Poesie, eine südkoreanische Spezialität: die
Faszination mit Armen und Amputationen als bereitwillige Opfer und Täter; die
eigentliche, faux-darwinistische Verbundenheit und gegenseitige Ergänzung von
Arm und Reich in diesem konzentrierten Ambiente; der Pathos von Volksbegehren
und auserwähltem Schicksal - alles im Grunde auch melodramatisches Hollywood-
oder Eisenstein-Material, hier jedoch mit bizarrem Charme in hitzige und
verräterische Manie eingetaucht, solange man aber noch nach vorne kommt.
Doch ist man einmal angekommen, ist der Zauber von
Freiheit nur eine Lüge, Mittel zum Zweck - dort steht man dann von vorne aus
mit dem schnaufenden, zerbeulten Gesicht, schaut nach hinten durch: dort drüben
am stählernen Horizont ist die letzte Bastion der Menschheit, nichts sonst ist
erhalten geblieben. Was bleibt einem da noch übrig, außer die Maschine am Leben
zu erhalten? Antwort: ein Hauch von Hoffnung, von Selbstbestimmung und offener
Menschlichkeit - der Weg aus der ökonomischen Enge, hinein in das weite Risiko
der Eiszeit...ein zwiespältiger, schimmernder Wahnsinn mit göttlicher Fügung.
Snowpiercer: eine allgemein-verständliche Dystopie in aufbrausender, cineastischer Zersetzung. Und doch hat jede noch so lockere Schraube zum gnadenlosen Schub der Emotionen, der Wunder, des zelebrierten & bitter-nüchternen Blutvergießens und der astrein-originären Pointen formvollendet beigetragen. Kein Wunder, dass das Raus- und Herumschneiden nicht gelingen wollte. Die südkoreanische Königsklasse individueller, gewitzter Provokateure hat nämlich die Oberhand behalten - die wissen, was sie tun und ziehen selbstbewusst mit jedem Atemzug auf jedem Meter, mit einer Kiste voller Überraschungen durch. Eine außergewöhnliche, direkte Liebschaft mit Genre-affiner Gefahr, ohne Tempomat, im zackigen Schleudergang. Ich gebe mein Herz für diese Revolution - jetzt und auf ewig.
8,5 von 10 vereisten Schienen
von Witte
Review: NYMPH()MANIAC: VOLUME I & II – Vergiss die Liebe
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stu
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Fakten:
Nymph()maniac: Volume I & II
Dänemark, BRD, Belgien, UK, Frankreich. 2013. Regie und Buch:Lars von Trier. Mit: Charlotte Gainsbourg, Stellan Skarsgard, Stacy Martin, Uma Thurman, Jaime Bell, Connie Nielsen, Christian Slater, Daniele Lebang, Mia Goth, Willem Dafoe, Shia LaBeouf, Sophie Kennedy Clark, Maja Arsovic, Michael Pas, Caroline Goodall, Udo Kier, Jean-Marc Barr u.a. Länge Teil 1: 145 Minuten (Uncut-Fassung), 117 Minuten (Cut-Fassung). Länge Teil 2: 124 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Ab 20. November 2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.
Nymph()maniac: Volume I & II
Dänemark, BRD, Belgien, UK, Frankreich. 2013. Regie und Buch:Lars von Trier. Mit: Charlotte Gainsbourg, Stellan Skarsgard, Stacy Martin, Uma Thurman, Jaime Bell, Connie Nielsen, Christian Slater, Daniele Lebang, Mia Goth, Willem Dafoe, Shia LaBeouf, Sophie Kennedy Clark, Maja Arsovic, Michael Pas, Caroline Goodall, Udo Kier, Jean-Marc Barr u.a. Länge Teil 1: 145 Minuten (Uncut-Fassung), 117 Minuten (Cut-Fassung). Länge Teil 2: 124 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Ab 20. November 2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.
Story:
Der ältere Junggeselle Seligmann rettet Joe in einer Gasse vor einer Schlägerei. Daraufhin nimmt er die 50-jährige Frau mit zu sich nach Hause, um sie zu pflegen. Dabei erzählt Joe ihre Lebensgeschichte, die Lebensgeschichte einer Nymphomanin.
Meinung:
Nach seinem irritierenden „Okay, ich bin ein Nazi“-Statement in Cannes, das die Filmwelt 2011 postwendend zu einem echauffierten Tal keifender Furore konvertierte, erteilte sich Lars von Trier selbständig Redeverbot und lud sich gleichwohl aus allen folgenden Pressekonferenzen aus: Das dänische Enfant terrible wurde seinem Ruf als kontroverser Filmemacher wieder einmal gerecht, auch wenn er diese Äußerung hinter der Kamera gewiss mit einem leichtfertigen Augenzwinkern traf. Mit der losen Ankündigung zuvor, einen „echten Porno“ drehen zu wollen, entlockte er nicht nur seiner Fangemeinde erwartungsvolles Frohlocken, sondern zog mit einem gar brillanten Marketingfeldzug nach und lenkte den Fokus der gesamten Branche auf sein neustes Werk: Clips als Appetizer, Orgasmus-Poster und eine Laufzeit von angeblich über fünf Stunden, ließen die virtuelle Gerüchteküche Tag und und Nacht brodeln. Wie weit wird der Kopenhagener dieses Mal nun wirklich gehen, wie viel Porno steckt wirklich in „Nymphomaniac“, im Abschluss seiner Depressions-Trilogie? Expliziter Geschlechtsverkehr sollte nach seinem Opus Magnum „Antichrist“ keine Neuheit in seinem Œuvre darstellen.
Nach seinem irritierenden „Okay, ich bin ein Nazi“-Statement in Cannes, das die Filmwelt 2011 postwendend zu einem echauffierten Tal keifender Furore konvertierte, erteilte sich Lars von Trier selbständig Redeverbot und lud sich gleichwohl aus allen folgenden Pressekonferenzen aus: Das dänische Enfant terrible wurde seinem Ruf als kontroverser Filmemacher wieder einmal gerecht, auch wenn er diese Äußerung hinter der Kamera gewiss mit einem leichtfertigen Augenzwinkern traf. Mit der losen Ankündigung zuvor, einen „echten Porno“ drehen zu wollen, entlockte er nicht nur seiner Fangemeinde erwartungsvolles Frohlocken, sondern zog mit einem gar brillanten Marketingfeldzug nach und lenkte den Fokus der gesamten Branche auf sein neustes Werk: Clips als Appetizer, Orgasmus-Poster und eine Laufzeit von angeblich über fünf Stunden, ließen die virtuelle Gerüchteküche Tag und und Nacht brodeln. Wie weit wird der Kopenhagener dieses Mal nun wirklich gehen, wie viel Porno steckt wirklich in „Nymphomaniac“, im Abschluss seiner Depressions-Trilogie? Expliziter Geschlechtsverkehr sollte nach seinem Opus Magnum „Antichrist“ keine Neuheit in seinem Œuvre darstellen.
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| Ob die Kollegen der CineCouch so ihre Podcasts aufnehmen? |
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| Das werden die Klitschkos ganz wuschig: ein lebende Milchschnitte |
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| Joe und Jerome sind voll in ihrem Element |
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| Joe und K haben eine ganz besondere Beziehung |
Schwach sind im ungemein philosophischen und feministischen „Nymphomaniac“ nicht die Opfer ihrer Gelüste, es sind die Personen, die sich und anderen zwanghaft emotionale Selbstverständlichkeit einreden möchten. In der Selbsthilfegruppe wird das illustrativ auf die Spitze getrieben: Joe besteht auf ihre Anrede als Nymphomanin, sie ist nicht sexsüchtig, sondern eine Nymphomanin. In Teil 2 hat sich die Narrative von „Nymphomaniac“ auch gänzlich vom zerstückelten Episodenhaften verabschiedet und lässt seine Maschen näher, bitterer zusammenwachsen. Wo Joe landen wird, macht uns Lars von Trier schon zu Anfang deutlich, wie sie das Leben aber in diese Situation manövrieren wird, das schmerzt und setzt einen Stich in das Herz, wie ihn nur Lars von Trier setzen kann, um dann, wenn sich die Wogen angeblich geglättet haben, wenn alle Entscheidungen getroffen sind, noch einmal zum letzten Schlag auszuholen. Mensch heißt Mensch heißt Widersprüche, das hat Lars von Trier erkannt, genau wie er richtig erkannt hat, dass manche Menschen sich nun mal mehr vom Sonnenuntergang, als von ihrem Aufgang erhoffen.
8 von 10 erigierte Penisse
von souli
Review: DRECKSAU – James McAvoy als labiles Ekelpaket in Polizeikluft
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stu
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Fakten:
Drecksau (Filth)
UK. 2013. Regie: Jon S. Baird. Buch: Jon S. Baird, Irvine Welsh (Vorlage). Mit: James McAvoy, Imogen Poots, Jaime Bell, Eddie Marsan, Jim Broadbent, Iain De Caestecker, Joanna Froggatt, Ernun Elliot, Shirley Henderson, Pollyanna McIntosh, Kate Dickie, David Soul, Shauna Macdonald, Martin Compston u.a. Länge: 97 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Ab 25. Februar 2013 auf DVD und Blu-ray.
Drecksau (Filth)
UK. 2013. Regie: Jon S. Baird. Buch: Jon S. Baird, Irvine Welsh (Vorlage). Mit: James McAvoy, Imogen Poots, Jaime Bell, Eddie Marsan, Jim Broadbent, Iain De Caestecker, Joanna Froggatt, Ernun Elliot, Shirley Henderson, Pollyanna McIntosh, Kate Dickie, David Soul, Shauna Macdonald, Martin Compston u.a. Länge: 97 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Ab 25. Februar 2013 auf DVD und Blu-ray.
Story:
Edinburgh ist das Review des Bullen Bruce Robertson. Doch er steht mehr über Korruption, Drogen, Alkohol und Gewalt als für die Gerechtigkeit. Als wäre das noch nicht genug sorgt er innerhalb seiner Kollegen für Intrigen und böses Blut und warum tut er das? Weil er eine Drecksau ist
Meinung:
Hauptfigur Bruce Robertson (James McAvoy) hangelt sich in seiner vorerst unkommentierten lasterhaften Charakterzeichnung kontinuierlich gefährlich nahe an der aus jeder greifbaren Wirklichkeit gefallenen Karikatur entlang. Zu oft scheint man ihm, dem schottischen Abschaum in Person, um jeden Preis ein mit von allen Seiten bestrahltes Podium widmen zu wollen, auf dem er sein ganzes Fehlverhalten genüsslich zelebriert und bis an den Rand der gehobenen Manieriertheit zur Schau stellen darf. Dass „Drecksau“ aber gerade nicht auf diese despektierliche Schiene gerät und das mehr als unmoralische Tun Robertsons keinesfalls nur als rauschartigen Trip ohne jede Stellungnahme ausgibt, liegt vor allem an James McAvoy, der hier wohl nicht nur die facettenreichste Darstellung seines bisherigen Lebens abliefert, er unterwirft sich seinem Charakter auch inständig und opfert sich in dessen Namen vollkommen auf. McAvoy geht an die eigenen Grenzen und ist dabei so unglaublich wendig in der affektiven Disposition, dass das größte Lob, welches man „Drecksau“ austeilen möchte, ganz klar vorerst mal an seine Adresse gesendet werden muss.
Hauptfigur Bruce Robertson (James McAvoy) hangelt sich in seiner vorerst unkommentierten lasterhaften Charakterzeichnung kontinuierlich gefährlich nahe an der aus jeder greifbaren Wirklichkeit gefallenen Karikatur entlang. Zu oft scheint man ihm, dem schottischen Abschaum in Person, um jeden Preis ein mit von allen Seiten bestrahltes Podium widmen zu wollen, auf dem er sein ganzes Fehlverhalten genüsslich zelebriert und bis an den Rand der gehobenen Manieriertheit zur Schau stellen darf. Dass „Drecksau“ aber gerade nicht auf diese despektierliche Schiene gerät und das mehr als unmoralische Tun Robertsons keinesfalls nur als rauschartigen Trip ohne jede Stellungnahme ausgibt, liegt vor allem an James McAvoy, der hier wohl nicht nur die facettenreichste Darstellung seines bisherigen Lebens abliefert, er unterwirft sich seinem Charakter auch inständig und opfert sich in dessen Namen vollkommen auf. McAvoy geht an die eigenen Grenzen und ist dabei so unglaublich wendig in der affektiven Disposition, dass das größte Lob, welches man „Drecksau“ austeilen möchte, ganz klar vorerst mal an seine Adresse gesendet werden muss.
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| Bruce im Einsatz |
Man darf „Drecksau“ nun nicht mit der legendären Irvine Welsh Adaption „Trainspotting“ vergleichen, ähnlichen Kultstatus wird „Drecksau“ in der Filmwelt nie erreichen, dafür weißt Jon S. Bairds, Verfilmung im Gegensatz zu Danny Boyles Meisterwerk, gelegentlich offensichtliche dramaturgische Lücken auf, die „Drecksau“ in einen Zustand stolpern lesen, an dem man sich als Rezipient dummerweise vom Geschehen irgendwie im Stich gelassen fühlt. Zum Glück aber findet der Film immer wieder zurück in die sich antreibende Spur, schickt James McAvoy auf eine echte Tour de Force und hat es dabei nie nötig, auf eine Form von unnötigem Schubladendenken zurückzugreifen, dafür ist der labile Robertson viel zu desinteressiert an irgendeiner Leseart von Recht und Ordnung oder der Anpassung von diversen Systemen seiner Gesellschaft. „Drecksau“ ist zündendes Unterhaltungskino, dabei aber nicht nur ekelhaft und provokativ der stumpfen Belustigung wegen. Robertson ist in der Gosse angekommen, aber nicht aus eigenen, unbefangenen Stücken heraus, dieser Mann hat schwere Probleme, und die gilt es zu lösen – Nur wie?
6,5 von 10 Blowjobs
von souli
Trailerpark: Dieser Zug fährt auch bei Eis - Trailer zur Comicverfilmung SNOWPIERCER
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stu
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Der
südkoreanische Regisseur Joon-ho Bong („The Host“, „Mother“) hat nun wie seine
Kollegen Chan-wook Park und Jee-woon Kim auch seine erste Hollywood-Produktion
in der Pipeline. In „Snowpiercer“, der Verfilmung des französischen Comics,
düst der Rest der Menschheit, die den Einbruch der neuen Eiszeit überlebt hat,
mit einem gigantischen Zug durchs Land. Als Held darf „Captain America“-Darsteller Chris Evans sich gegen
ein unfaires Klassensystem erwehren. Außerdem mit dabei sind Jaime Bell, John
Hurt, Ed Harris, Tilda Swinton, Allison Pill und Octavia Spencer. Der südkoreanische Schauspielstar Kang-ho
Song, mit dem Joon-ho bereits zusammenarbeitete, scheint auch eine wichtige
Rolle zu spielen. Das bisher gezeigte weckt unser Interesse, so richtig heiß
auf den „Snowpiercer“ sind wir aber noch nicht. Aber das kann ja noch kommen.
Ein genauer Kinostart ist weder in den USA noch hierzulande festgesetzt. Das
ist leider kein besonders gutes Zeichen.
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