2013. Das Jahr des Wolfpack. Zum DVD/BD-Start von "Hangover 3" verlosen wir die gesamte Trilogie einmal auf Blu-ray.
Was ihr tun müsst:
Nehmt unten einfach am SUPERFAN-QUIZ zu "Hangover" teil und postet euer Ergebnis als Kommentar im Blog unter diesem Beitrag, auf unserer Facebook-Site oder schreibt uns via Twitter.
Achtet bitte darauf, dass wir euch im Falle eines Gewinns auch persönlich benachrichtigen können.
Das Gewinnspiel geht bis zum 25. Oktober 2013, 23:59:59.
Die Teilnahme ist nur innerhalb von Deutschland möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Fakten: Hangover
3 (The Hangover Part III)
USA. 2013. Regie: Todd Philips. Buch: Scott Moore, Jon Lucas, Todd Philips.
Mit: Bradley Cooper, Zach Galifianakis, Ed Helms, Justin Bartha, John Goodman,
Ken Jeong, Heather Graham, Mike Epps, Jamie Chung, Jeffrey Tambor, Melissa
McCarthy u.a. Länge: 100 Minuten. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.
Story: Nachdem Alans Vater gestorben ist, raten Phil, Stu und Doug ihm, eine
psychologische Einrichtung aufzusuchen, die ihm aus dem Tal der Trauer geleitet
und emotionalen Beistand leistet. Die Drei erklären sich auch bereit, Alan in
seine Kur zu begleiten, doch auf dem Weg dorthin geht so einiges schief.
Nachdem die Fahrt gewaltsam vom mysteriösen Gangster Marshall gestoppt wird und
dieser sie zwingt, den sich auf der Flucht befindenden Mr. Chow ausfindig zu
machen, geht das Chaos erst richtig los, denn Marshall behält Doug solange als
Versicherung in Gewahrsam. Ein irrer Trip durch Amerika und Mexiko beginnt…
Meinung: Wenn
man sich an das Kinojahr 2009 zurückerinnert, dann hat nicht Quentin Tarantinos
„Inglourious Basterds“, Clint Eastwoods „Gran Torino“ oder Danny Boyles
Oscar-Volltreffer „Slumdog Millionär“ den größten Hype ausgelöst, sondern eine
ganz bestimmte Chaos-Komödie um das inzwischen kultige Wolfsrudel schlug ein
wie eine Bombe und spielte beinahe das Achtfache seiner 35 Millionen Dollar
Produktionskassen weltweit ein. Die Rede ist natürlich von Todd Phillips
Goldmiene „Hangover“, in dem der durchschnittliche Comedy-Regisseur seinen Ruf
dank einer ordentlichen Drehbuchvorlage von Jon Lucas und Scott Moore und der
gutgetimten Inszenierung in Sachen Situationskomik von Grund auf frisieren
konnte. Mit „Hangover 2“ fiel die filmische Qualität und die eigentliche Fortsetzung,
die zwar erneut ein extremer Kassenschlager darstellte, wurde zum platten
Remake ohne Zündstoff. Nun ist der Grat, aus dem Todd Phillips aus
kommerzieller Sicht wandelte, kein dünner, doch das filmische Niveau ließ
deutlich zu wünschen übrig. Ob er mit „Hangover 3“ nun näher am zweiten Teil
ist oder doch die nötige Frischzellenkur erfahren konnte, lässt sich einfach
beantworten: Die Geldkuh wurde zweimal zu viel gemolken.
Zum Glück muss John Lennon das nicht ansehen
Todd Phillips kündigt im Vorfeld der Dreharbeiten zu „Hangover 3“ an, dass er
sich einem neuen Motiv annehmen wird, um Teil 3 nicht schon wieder wie ein
verdrehtes Plagiat im „Höher, Schneller, Weiter“-Mantel vom Sommerknaller
„Hangover“ aussehen zulassen, wie es schon bei Teil 2 der Fall war, in dem
schließlich nur einfache Versatzstücke der Geschichte ausgetaucht wurden. Und
tatsächlich: „Hangover 3“ durfte eine konzeptionelle Veränderungen erfahren und
unser wohlhabendes Mittelstandsquartett erlebt mal keine Nacht im Suff, voller
Drogen, Alkohol und anderer Scharmützel. Es ist jedoch auch eine in Stein
gemeißelte Regel, dass entwurfsmäßige Überarbeitungen nicht gleichbedeutend mit
einer qualitativen Steigerung verkoppelt sind, wenngleich „Hangover 3“ die Nase
im Vergleich zur zweiten Erinnerungsjagd durch Bangkok doch vorn hat.
Die Story um unser Wolfsrudel folgt nun einem linearen Faden, ohne
Gedächtnislücken oder erschreckende Überraschungen am Körper der Beteiligten;
der titelgebende „Filmriss“ bleibt dementsprechend aus. Vielmehr konzentriert
sich Phillips' Inszenierung darauf, sämtliche Reminiszenzen des Ursprungs
wiederholend aufzuarbeiten und ihnen einen neuen Rückhalt zu geben, der nicht
nur einige Szenen aus „Hangover“ in einem anderen - aber nicht Spaßfaktor
mildernden - Licht erstrahlen lässt. Die Storyeckpfeiler der
unterdurchschnittlichen Umsetzungen werden dadurch ebenfalls ausgeführt.
Dabei hat sich das Drehbuch allerding ein kleines Lob verdient: Die Einführung
des fiesen Gegenspielers Marshall, der seine 21 Million Dollar in Geldbarren
dank r. Chow vermisst, ist durchaus gelungen und entfaltet sich aus einer
Facette des Erstlings, die die unbewusste Perzeption des Zuschauers herrlich
torpediert.
Marshall ist kein angenehmer Zeitgenosse
Das Problem von „Hangover 3“ ist dennoch ein ähnliches, wie es auch Teil 2
besaß: Die Luft ist einfach raus; selbst bei der eigentlichen Erneuerung des
Verlaufs, ist hier keinem der Mitwirkenden ein produktives Update geglückt. Den
Anfang in der innovationslosen Parade geben die Charaktere ab, die nach wie vor
strukturierte Hüllen ihrer Vorlage sind und den Blick über den auferlegten
Tellerrand strikt verboten bekommen – Eine kleine, neue Nuance könnte ja
deplatziert wirken. Die Figuren reißen auch im dritten Anlauf rein gar nichts
mehr, selbst wenn sie sich ihrer versteiften Charakteristik ausnahmslos treu
geblieben sind. Zach Galifianakis ist der zerstreute Klassenclown Alan und
sorgt wieder für die skurrilen Augenblicken mit seiner speziellen Art, während
Bradley Cooper als Phil und Ed Helms als Stu die standhaften Normalos mit
Klarsicht darbieten, um sich nie aus ihrem sittlichen Korsett zu bewegen, eben
weil es hier nicht zum obligatorischen Exzess kommt. Ein herbes Eigentor
schießt sich der Film mit der Rollenvergrößerung von Ken Joeng. In seiner Rolle
als extrovertierter Zappelphilipp Mr. Chow war Joeng in den anderen Filmen als
Sidekick noch erträglich, hier hingegen bekommt er eine zentrierte Rolle und
wird zum Dreh- und Angelpunkt. Um Klartext zu reden: Der Mann ist ein absoluter
Störfaktor und jedes Schmunzeln was auf seine Kosten geht, ist purer Zufall.
Noch hat Alan gut zu lachen
Der Eröffnungsgag mit Giraffe auf der Autobahn, über den sich
PETA-Aktivisten lauthals echauffieren dürfen, steht symptomatisch für den
gesamten Film: Eine Szene wird reißerisch aufgezogen, ausgereizt und bricht
daraufhin mit lautem Getöse in sich zusammen. Die Lacher bleiben aus,
einfach aus dem Grund, weil „Hangover 3“ nichts Witziges zu bieten hat, sondern
nahezu durchgehend mit vorhersehbaren wie mit rumpligem Timing bestraften
Plattitüden jongliert. Die Truppe um Phil und Co. klappert danach ein
Setting nach dem anderen ab, überall soll der große Kalauer warten, dieser
verpufft aber bevor Alan oder Mr. Chow mit ihren postpubertären
Blödeleien beginnen dürfen. Zwischendurch gibt es ein Wiedersehen oder
Abschiednehmen mit sämtlichen Figuren, die irgendwann mal in einem der
„Hangover“-Streifen aufgetaucht sind; Esprit und Schwung sucht man hier
vergebens, obgleich man sich hin und wieder das Grinsen nicht verkneifen kann.
Fazit: Als „episches Finale“ deklariert, ist „Hangover 3“ quasi das Gegenteil
davon und rasselt in allen kritischen Belangen gnadenlos durch. Je mehr
Budget Phillips zur Verfügung steht, desto schlimmer wird es, möchte man
meinen, schließlich ist sein drittel Teil rundum das nervtötende Wolfsrudel –
genau wie Teil 2 – ein Film ohne jede Daseinsberechtigung. Aber der Schmu hat
ja nun zum Glück sein mehr als nötiges Ende gefunden. Hoffentlich. Für die Fans
der Vorgänger wird wohl auch der dritte Streich versöhnlich enden und seine
Anhänger mit einem Lächeln auf dem Lippen aus dem Kinosaal entlassen,
allen anderen Filmliebhabern ist von „Hangover 3“ natürlich mit eindringlicher
Vehemenz abzuraten, denn mehr als ein frustriertes Kopfschütteln bleibt
ihnen am Ende nicht.