Der talentierte Mr. Ripley (The
Talented Mr. Ripley)
USA, 1999. Regie: Anthony
Minghella. Buch: Anthony Minghella, Patricia Highsmith (Vorlage). Mit: Matt
Damon, Gwyneth Paltrow, Jude Law, Cate Blanchett, Philip Seymour Hoffman, Jack
Davenport, James Rebhorn, Sergio Rubini, Philip Baker Hall, Celia Weston,
Stefania Rocca u.a. Länge: 139 Minuten. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD
und Blu-ray erhältlich.
Story:
Tom Ripley ist mittellos, dafür
äußerst talentiert. Auf dem Gebiet der Täuschung. Durch eine Verwechslung kommt
er an einen lukrativen Job: Der reiche Geschäftsmann Greenleaf beauftragt ihn,
in Italien dessen Sohn Dickie aufzuspüren, den er fälschlicherweise für einen
alten Collegefreund von Ripley hält. Für 1000 Dollar plus Spesen soll er ihn
überreden, sein Lotterleben dort aufzugeben und endlich in die Heimat
zurückzukehren. In Italien angekommen kann Tom sich tatsächlich mit Dickie und
dessen Freundin Marge anfreunden, gesteht ihnen sogar schnell seinen Auftrag und
gibt fortan mit Dickie das Geld seines Vaters mit vollen Händen aus. Doch bald
schon kommt es zu Spannungen. Tom soll wieder in die USA zurück, dabei hat er
sich schon längst nicht nur mit Dickie angefreundet, er identifiziert sich
bereits mit ihm. Will sein Leben, alles, bedingungslos. Bei einer Bootstour
kommt es zum Streit. Nur Tom kommt wieder an Land und muss nun ein Geflecht aus
Lügen aufrechterhalten…
Meinung:
Bereits 1960 erschien mit „Nur die
Sonne war Zeuge“ eine französische Adaption des Romans „Der talentierte Mr.
Ripley“ von Patricia Highsmith. Unter der Regie von Réne Clément schlüpft der
damals international noch relativ unbekannte Alain Delon in die Rolle des
gewieften Betrügers Tom Ripley, der eigentlich einen verwöhnten Millionärssohn
davon überzeugen soll, seinen ausschweifenden Müßiggang unter der italienischen
Sonne aufzugeben und endlich nach Hause zurückzukehren, stattdessen sich mit
ihm anfreundet und auf Kosten des Familienoberhaupts das Dolce Vita genießt. Bis
seine Mission abgeblasen, der Geldhahn abgedreht wird, Ripley sich in die
Verlobte seines Freundes verguckt und beschließt, den Konkurrenten verschwinden
zu lassen, um dessen Identität anzunehmen.
Auf lange Sicht ist hier jemand überflüssig...
Diese fast 40 Jahre später gedrehte
Version von Anthony Minghella („Der englische Patient“) soll eindeutig nicht
als Remake des zum Klassiker gewordenen und heute noch fantastischen Thrillers
von Clément verstanden werden. Vielmehr wagt sich Minghella an eine neue
Verfilmung der Romanvorlage, geht diese ganz anders an und erlaubt sich einige
künstlerische Freiheiten in Bezug auf die Werktreue. Dennoch bleibt es
logischerweise kaum aus, bei Kenntnis beider filmischer Umsetzungen sie
miteinander zu vergleichen. Nicht in der üblichen Original/Remake-Gegenüberstellung,
in der das Remake von vornherein schon mal mit schlechteren Karten spielt,
sondern in ihrer Art den Stoff zu interpretieren. Rein formal lässt sich über
Minghellas elegante, formvollendete Inszenierung kaum ein schlechtes Wort
verlieren. Sein Film schmiegt sich an den Zuschauer wie ein maßgeschneiderter Anzug.
In erlesenen Bildern und mit einem behutsamen Händchen baut er deutlich
ausführlicher als Clément seiner Zeit die Handlung auf. Um es an Fakten zu markieren:
Die damalige Eröffnungsszene gibt es auch bei Minghella…nach gut 35 Minuten!
Bis dahin betreibt der Mann keine Zeitverschwendung, sondern nutzt den üppigen
Vorlauf um die Figuren und ihre Beziehung zueinander zu festigen. Vor
malerischer Postkartenkulisse erleben wir, wie der höfliche, etwas unsichere,
milchgesichtige, dennoch offensichtlich mit allen Wassern gewaschene
Überlebenskünstler Tom Ripley sich das Vertrauen des Lebemannes Dickie
Greenleaf erschleicht.
Die Party ist vorbei, es muss Tacheles gesprochen werden.
Gegensätzlicher könnten sie kaum
sein. Greenleaf ist ein braungebrannter, charismatischer Playboy. Ein Partylöwe
und Schürzenjäger, dem die Welt nicht nur aufgrund seines Wohlstandes, sondern
auch wegen seines sich kaum zu entziehenden Charmes zu Füßen liegt. Jeder sonnt
sich gerne im Schatten seiner fast magischen Ausstrahlung. Auch Ripley. Ein
käseweißer, aschfahler, unauffälliger Kerl mit hässlicher Cordjacke und dicker
Buchhalterbrille. Schnell gelingt es ihm, sich in das Leben des Berufssohns zu
schummeln, sich wie ein Parasit an ihm festzusaugen und von seinem Glanz zu
zehren. Minghella beschreibt diesen Prozess in einem bedächtigen, jedoch nicht
lähmenden Tempo detailliert und lässt bereits durchblitzen, dass Ripley mehr
sein will als „nur“ ein guter Freund. Durchaus spannend, sogar (oder vielleicht
ganz besonders) wenn einem der weitere Handlungsverlauf bekannt sein mag. Sogar
ein (weder im Roman noch in der ersten Verfilmung vorhandener) homoerotischer
Unterton wird suggeriert, der das Ganze noch etwas undurchsichtiger, eigenständiger
macht und an sich gar kein uninteressanter Ansatz ist. Dank dieses ausgiebigen,
individuellen Prologs schafft sich „Der talentierte Mr. Ripley“ bis dahin eine
ganz klare Daseinsberechtigung und lässt gespannt darauf werden, wie sich der
deutlich um psychologische Muster bemühte Aufbau entwickeln wird. Minghella
will viel (Neues) aus dem Stoff herausholen, sehr löblich, nur stolpert er
ausgerechnet dann über seine guten Vorsätze, als der Plot richtig ins Rollen
kommt und sich wieder deutlicher „Nur die Sonne war Zeuge“ annähert.
Erkennt sich Ripley nicht mehr wieder?
Während Delon und sein Ripley
eindeutig als gerissener, eiskalter Mörder und Identitätsdieb angelegt war,
stolpert der hier von Matt Damon verkörperte Ripley eher unfreiwillig durch das
Geschehen, handelt im Affekt und reagiert nur fast reflexartig mit einer
durchtriebenen Hinterlist, die ihn selbst oft erschrecken zu scheint. Natürlich
erzeugt auch das eine gewisse Spannung, allerdings lange nicht so packend und
intensiv. Nicht nur die Figur des Ripley, auch das Skript mutet nun oft
unsicher an, lässt seinen „Helden“ immer mal wieder anders, wechselhaft
auftreten. Mal panisch, hektisch und bald bemitleidenswert, dann wieder
skrupellos und erstaunlich überlegt. Ambivalenz ist in solchen Filmen zwar
eigentlich eine schöne Sache, nur bleibt dieser Ripley für den Zuschauer die
ganze Zeit über zu wenig greifbar, in seinem Handeln zu wenig konsequent,
eigenartig-unangenehm (im negativen Sinne) fremd. Was will er, was soll er
sein? Der vorher bemühte, psychologische Aspekt erfährt keine schlüssige
Fortführung. Zumindest nicht in dem Maß, wie es erforderlich wäre. Dazu kommt
ein Matt Damon, der diese – zugegeben, nicht einfache – Rolle nicht richtig zu
stemmen vermag. Man könnte annehmen, er käme gerade von der eigenen Konfirmation
und wurde in die Klamotten seines großen Bruders gesteckt. Zu selten lässt er
irgendetwas aufblitzen, was ihn in seiner Rolle außergewöhnlich macht, ihr
diese entscheidenden Konturen verleihen kann, zu denen auch das Skript nicht
recht in der Lage ist. Das ist nicht dankbar, aber machbar. Zudem wird er auch
noch von den Nebendarstellern locker überflügelt. Speziell Jud Law als Dickie
Greenleaf und Philip Seymour Hoffman in einer sogar recht kleinen Rolle stehlen
Damon alle gemeinsamen Szenen.
Die sich nun aufstauenden
Kritikpunkte sind bedauerlich, denn die Geschichte ist nach wie vor enorm faszinierend
wie im Kern großartig, die technische Umsetzung exzellent und – das muss man
Minghella lassen – das Ende ist deutlich besser als damals bei Clément. Wie das
aussieht und aussah, wird selbstverständlich nicht verraten. Man wird somit
noch ganz versöhnlich aus „Der talentierte Mr. Ripley“ entlassen, der
sicherlich auch insgesamt kein schlechter Film ist, sich jedoch eindeutig am
eigenen Anspruch verhebt und besonders daran scheitert, dass es schon eine „einfachere“,
in den wesentlichen Dingen (bis auf das Ende) jedoch deutlich bessere
Verfilmung gibt, gegen die er nun mal keine Chance hat. Ihn sogar unnötig
macht, ganz hart formuliert.
USA. 1995.
Regie: David Fincher. Buch: Andrew Kevin Walker. Mit: Morgan Freeman, Brad
Pitt, Kevin Spacey, Gwyneth Paltrow, R. Lee Ermey, John C. McGinley, Richard
Roundtree u.a. Länge: 127 Minuten. FSK: Ab 16 Jahren freigegeben. Auf DVD und
Blu-Ray erhältlich.
Story:
In einer namenlosen Großstadt werden der kurz vor seiner Pensionierung stehende
Detective Somerset (Freeman) und sein junger, hitzköpfiger Nachfolger Detective
Mills (Brad Pitt) zu einem Mord gerufen, bei dem das Opfer solange zum Essen
gezwungen wurde, bis es geplatzt ist. Wenig später wird eine weitere Leiche
gefunden, die ähnlich gefoltert wurde und bei der das Wort „greed“ auf dem
Teppich geschrieben stand – Habgier, eine der sieben Todsünden. Als Somerset
daraufhin am ersten Tatort eine ähnliche Botschaft, nämlich Völlerei, findet,
wird klar, dass noch fünf weitere Morde folgen werden. Und die beiden Cops
müssen alles versuchen, um dies zu verhindern.
Meinung:
David Fincher schuf mit seinem zweiten Spielfilm einen Psychothriller, wie es
ihn kaum jemals gegeben hat. Er pfiff auf gängige Konventionen, kombinierte
Bestandteile des film noir mit Horrorelementen, verbindet die Ästhetik des
Zerfalls und der Zerstörung mit schauspielerischen Glanzleistungen und verpackte
das in einer Mischung aus Kriminalgeschichte und Psychodrama. Zwei Cops, ein
Serienmörder, sieben Todsünden, eine trostlose Stadt und eine ebensolche
Atmosphäre, das sind die Zutaten für einen der besten Thriller, die je das
Licht, ach was, die je die Düsternis und den Regen der Welt erblickt haben. Eine
atemlose Hetzjagd durch Regen und Nacht, Verzweiflung, Gewalt und ethischer
Stillstand. Wer Menschlichkeit sucht, der muss schon ganz genau hinsehen.
Der zweite Tatort. Ob der Täter alle Spuren beseitigt hat?
Aber was ist denn eigentlich passiert? Detective Somerset (Morgan Freeman),
kurz vor der Rente, und sein Nachfolger Detective Mills (Brad Pitt) werden zu
einem Tatort gerufen, wo die Leiche eines dicken Mannes gefunden wurde, an
einen Stuhl gefesselt, zwischen Kotze und Scheiße sitzend und scheinbar solange
zum Essen gezwungen, bis er geplatzt ist. Nur etwas später wird der junge Detective
Mills alleine zu einem weiteren Mord geschickt. Ein bekannter Anwalt wurde tot
aufgefunden. Auch er wurde anscheinend gefoltert und sollte sich mit einem
Messer Teile seines Körpers abschneiden, woraufhin der Anwalt starb. Auf dem
Teppich steht mit Blut das Wort „greed“ geschrieben – Habgier. Somerset, der damit
rechnete, dass der Geplatzte nicht der einzige Mord war, nimmt sich daraufhin
den ersten Tatort noch einmal vor und erkennt, dass diese beiden Morde
zusammenhängen. Verbunden durch sieben Todsünden. Sollten tatsächlich noch fünf
weitere, grausame Morde stattfinden? Für die beiden Detectives Somerset und
Mills beginnt eine fieberhafte Suche nach dem Mörder. Ein Spiel gegen die Zeit,
ein Spiel gegen das Unbekannte. Und sie ahnen nicht, welche Abgründe dieses
Spiel, diese Welt noch für sie bereithält.
Ja, das A und O des Films ist die Welt und ihr Aussehen. Sie beeinflusst alles
und jeden in diesem Film. Es ist eine pessimistische, dreckige, düstere Welt.
Die namenlose Großstadt, in der die Gesellschaft so sehr verkommen zu sein
scheint, dass selbst der Himmel weint, wird zum Moloch aufgebaut. Fast
pausenlos regnet es in die dunklen Straßenschluchten hinein. Trostlos und
bedrückend frisst die Anonymität der Großstadt das kleinste bisschen Hoffnung und
Glück erbarmungslos auf. Selbst schöne Dinge wie eine neue, hübsche Wohnung werden
lediglich als Schein entlarvt, der das kurze Glück nicht lange aufrechterhalten
kann.
Diese Flecken gehen wohl nicht mehr raus.
Die Menschen sind nicht viel besser. Wo man auch hinsieht sind es Egoismus und
Gewalt, sind es negative Eigenschaften, die die Charakterzüge bestimmten. Aber
es gibt auch Hoffnung. Junges Glück in Form von Tracy Mills (Gwyneth Paltrow),
die von ihrem Mann David ein Baby erwartet. Doch sie hat Zweifel, ob sie ein
unschuldiges Kind in diese schreckliche Welt setzen soll. Sie wendet sich an
die einzige weitere moralische Instanz, Detective Somerset mit ihrem Problem,
doch der hat bereits aufgegeben in dieser Welt. Einst wohl optimistisch und
voller Tatendrang gestartet, hat ihm die Welt ein anderes Gesicht, eine andere
Realität offenbart. Eine Realität, in der Morde, Gewalt, Trostlosigkeit und die
fehlende Hoffnung dominieren.
Wenn nur dieses Sauwetter nicht wäre.
In dieser Umgebung passieren nun eben diese bestialischen Morde und die beiden
Cops versuchen sie aufzuklären. Brad Pitt als junger Hitzkopf, der eine riesige
Bandbreite extremster Emotionen präsentiert und Morgan Freeman als Ruhepol,
relativ monoton aber durch kleinste Nuancen extrem viel ausdrückend. Schwer zu
sagen, wer hier besser spielt, wahrscheinlich befruchten sich die beiden
Darsteller mit ihrer unterschiedlichen Art gegenseitig und pushen sich zu
absoluten Höchstleistungen. Mills und Somerset, diese beiden verschiedenen
Typen, sind sich aber eigentlich gar nicht so unähnlich. Sie wollen
Gerechtigkeit und den Mörder schnappen, nur eben jeder auf seine Weise. Sie
bedienen sich dabei den Vorgehensweisen, die sie diese Welt gelehrt hat, die in
dieser Welt nötig zu sein scheinen. Und beide sind somit Teil dieser Welt. Teil
des perfiden Spiels, das sich der namen- und gesichtslose Mörder zurechtgelegt hat,
das er perfektionistisch geplant hat und nun in die Tat umsetzt. Kevin Spacey
komplettiert dieses Dreigestirn schauspielerischer Offenbarung. Obwohl er erst
sehr spät überhaupt im Film zu sehen ist, so schwebt er ständig über der
Szenerie. Er, sein John Doe (etwa Max Mustermann), ist die fleischgewordene
Verkörperung dieses Großstadtmolochs. Und keiner kann ihm entkommen.
Die Settings sind geprägt von Finchers Detailverliebtheit unterlegt von extrem
unterschiedlicher und doch immer zur Atmosphäre passender Musik. Alles wirkt so
echt. Das ist einerseits toll, andererseits aber auch brutal. Fincher zeigt
alles ungeschönt und ehrlich, in dieser verlogenen Welt. Der Film schockiert.
Nicht, weil er übertreibt oder auf billige Effekthascherei setzen würde. Nein,
es ist eben gerade die angesprochene Ehrlichkeit. Weil er schonungslos in die
Abgründe der menschlichen Psyche taucht. Weil er das Innerste nach außen kehrt.
In den Figuren des Films, aber auch in uns. Wir zittern, hoffen und bangen mit
den Figuren. Wir verzweifeln anhand dieser Trostlosigkeit, werfen vielleicht
auch unsere eigenen Prinzipien über den Haufen. Zerstören mit Hilfe der beiden
Bezugspersonen Mills und Somerset unsere eigene Ordnung, unseren eigenen
Rettungsanker. Müssen zusehen, wie die Welt langsam aber sicher den Bach
runtergeht. Und am Ende sind wir vielleicht ratlos, vielleicht desillusioniert.
Aber vielleicht stellen wir uns auch Fragen. Über uns und unser Verhalten, über
das Leben, über die Welt. Tja, und selbst wenn man sich das alles nicht fragt,
so hat man zumindest einen der spannendsten, brutalsten, originellsten,
beeindruckendsten, nervenaufreibendsten und besten Filme aller Zeiten gesehen.
Fakten: Iron
Man 3
USA. 2013. Regie: Shane Black. Buch: Drew Pearce, Shane Black. Mit: Robert
Downey jr., Gwyneth Paltrow, Guy Pearce, Don Cheadle, Ben Kingsley, James Badge
Dale, Jon Favreau, Rebecca Hall, Ty Simpkins, William Sadler, Stephanie
Szostak, Dale Dickey, Miguel Ferrer, Ashley Hamilton, Shaun Toub, Wang Yuequi
u.a. Länge: 131 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Im Kino.
Story: Nach den Ereignissen mit den Avengers, leidet Tony Stark immer öfters an
Panikattacken. Dazu bedroht ein Terrorist, der Mandarin, die USA und tötet
beinah einen guten Freund von Stark. Dieser fordert daraufhin den Mandarin
heraus. Ein Fehler, wie Tony schnell bemerken muss.
Meinung: Mit
„Iron Man“ hatte damals keiner so richtig gerechnet. Hauptdarsteller Robert
Downey jr. war damals nicht gerade ein Schauspieler, der dafür bekannt war die
Massen ins Kino zu locken, doch die Zweifel verloren jegliche Relevanz, als der
erste Auftritt von Tony Stark bei Kasse und Kritiken gut an kam. Fast schon
über Nacht wurde „Iron Man“ zum beliebtesten Superhelden der jüngeren
Kinogeschichte und zum Aushängeschild des cineastischen Marvel-Universums. Doch
Helden, das ist allgemein bekannt, fallen tief und bereits „Iron Man 2“ war
eine Enttäuschung, die zu viel wollte aber zu wenig gab. Nun steht der dritte
Solo-Auftritt des fliegenden Blechmanns an. Diesmal nicht unter der Regie von
Jon Favreau (der in den Filmen Starks Bodyguard Happy Hogan spielt), sondern
unter Shane Black, der mit seinem Regiedebüt „Kiss Kiss Bang Bang“ dafür
verantwortlich war, das Downey jr. überhaupt wieder in Hollywood bemerkt wurde.
Auch ein Superheld aus Metall muss mal entspannen
„Iron Man 3“ kann wie sein Vorgänger auch nicht an die Qualität des Erstlings
anknüpfen. Regisseur Black mag es zu verstehen wie man Dialoge schreibt, doch
wie man sie umsetzt, ohne dass es sich gestreckt anfühlt, dies vermag er hier
nur sehr selten. Auch gelingt es ihm nicht den Film so zu erzählen, dass auch
Zuschauer die neu in der Welt von Stark sind sich zu Recht finden. Kein
wirklicher Makel, handelt es sich schließlich um ein Sequel, es macht aber
deutlich, dass Black keine neuen Akzente in die Reihe einbringt und das wäre
bitter nötig gewesen. Bereits beim zweiten Teil ließen sich eindeutige
Ermüdungserscheinungen ausmachen, die nun immer aufdringlicher werden. Besonders
beim Gegenspieler ist dies zu merken. Der wird groß vorgestellt, letztlich aber
noch mehr verheizt als Whiplash im Vorgänger, auch wenn der Mandarin die Struktur der Verhältnisse zwischen Held und Schurke positiv aufbricht und kurzzeitig neuen Schwung in "Iron Man 3" bringt.
Iron Patriot im Einsatz
Allgemein wirkt die gesamte Handlung, die um Iron Man gezimmert wurde lust- und
kraftlos. Rache darf als Motiv herhalten und auch Tony Stark darf sich nun
ähnlich wie Marvel-Kollege Spider-Man mit Selbstzweifel plagen, auch wenn er
diese gut mit seinem Ego kaschieren kann. Aber nicht alles kann der Eisenmann,
bzw. seine Macher kaschieren. Die Story will nie wirklich in Fahrt kommen und
Regisseur Black lässt Stark lange Zeit, ja zu lange, außerhalb der Rüstung
agieren und zerdehnt den Film dann mit langgezogen Expositionen. Die
Besonderheit des Erstlings war ganz klar Tony Stark, die Actionpassagen waren
zwar gelungen, hoben sich aber nicht von anderen Effektgewittern Hollywoods ab.
Nun ist mittlerweile so, das Hauptfigur und Radau auf einer Ebene angekommen
sind. Starks Person, seine charakterliche Masche verkommt zu bloßer Mechanik.
Er ist nicht mehr Interessant. Er wirkt wie ein Spezialeffekt und eben wie
diese vermag er nicht mehr wirkliches Staunen auszulösen, weil sich eine Art
Sättigung eingestellt hat. Als Kenner von Shane Black und seinen früheren
Arbeiten ist es zwar recht interessant ein paar seiner bevorzugten Stilelemente
zu finden (z.B. seine Vorliebe Weihnachten actionreich zu feiern), dies ist
aber nicht mehr als ein kleines Intermezzo für Cineasten und macht „Iron Man 3“
auch nicht interessanter. Gleiches gilt für den Cast, der mit Guy Pearce ("Lockout"), Ben Kingsley ("Schindlers Liste") und Rebecca Hall ("The Awakening") aufgestockt wurde.
Als Vehikel für High-Tech-Action taugt „Iron Man 3“ durchaus, doch weil diese
zu oft pausiert und die Geschichte und Nebenfiguren blass und lustlos bleiben,
ist der groß angelegte Start der zweiten Phase der Avengers dann doch eher
enttäuschend. Die Figur des Tony Starks ist ausgereizt, vor allem weil dem Film
ein wirklich überzeugender Antagonist fehlt. „Iron Man 3“ ist nicht mehr als solides
Blockbuster-Material, dem es an erzählerischen Rhythmus und echten Ablenkungen
vor seinen inhaltlichen Schwächen mangelt.
Nachdem gestern bereits der US-Trailer veröffentlicht wurde, hat Marvel heute auch den deutschen veröffentlicht. Fans von Iron Man, markiert euch den 1. Mai 2013, dann tritt Tony Stark nämlich gegen seinen Nemesis den Mandarin (Ben Kingsley) an.
Da
isser nun, der erste Trailer zum heißerwarteten „Iron Man 3“. Unter der Regie
von Shane Black („Kiss Kiss Bang Bang“) darf Robert Downey jr. als Tony Stark
alias Iron Man wieder die Welt retten. Diesmal muss er gegen den Mandarin,
gespielt von Ben Kingsley, antreten, der in den Comics der Erzfeind des
Vollkörperpanzerträgers ist. Ebenfalls mit dabei und aus den Vorgängern
bekannt: Don Cheadle, Jon Favreau und Gwyneth
Paltrow. Neu dabei sind neben Kingsley Guy Pearce, James Badge Dale, William
Sadler und Rebecca Hall. US-Start ist der 3. Mai 2013. In Deutschland darf es „Iron
Man 3“ bereits zwei Tage früher krachen lassen.
Hier noch die offizielle Synopsis von Marvel
Marvel
Studios’ “Iron Man 3″ pits brash-but-brilliant industrialist Tony Stark/Iron
Man against an enemy whose reach knows no bounds. When Stark finds his personal
world destroyed at his enemy’s hands, he embarks on a harrowing quest to find
those responsible. This journey, at every turn, will test his mettle. With his
back against the wall, Stark is left to survive by his own devices, relying on
his ingenuity and instincts to protect those closest to him. As he fights his
way back, Stark discovers the answer to the question that has secretly haunted
him: does the man make the suit or does the suit make the man?