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Review: DOCTOR WHO - DIE KOMPLETTE STAFFEL 8 - Anstrengend unterhaltsam

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Fakten:
Doctor Who – Die komplette 8. Staffel
UK. 2014. Regie: Ben Wheatley, Rachel Talalay, Douglas McKinnon, Paul Murhy u.a. Buch: Steve Moffat, Mark Gatiss, Jamie Mathieson, Gareth Roberts u.a. Mit: Peter Capaldi, Jenna Coleman, Chris Addison, Samuel Anderson, Nicholas Briggs, Tom Riley u.a. Länge: ca. 350 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Ab 13. März 2015 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Der Doktor ist wieder da. In der TARDIS reist er wieder durch die Zeiten, diesmal begleitet von Clara. Gemeinsam bekommen sie es wieder mit dem gefährlichen Dalek sowie anderen Abenteuern zu tun.





Meinung:
In den letzten Jahren schwappte die “Dr. Who“-Welle endgültig über den Ärmelkanal herüber. War die Kultserie der BBC hierzulande lange Zeit nur einem kleinen, eingeschworenen Zuschauerkreis bekannt, so hat das Phänomen, welches von der langlebigsten Sci-Fi-Serie aller Zeiten ausgeht, nun auch deutsche Zuschauer fest in der Hand. Das hängt auch damit zusammen, dass die Serie 2005 mit Christopher Ecclestone und Billie Piper, nach einer längeren Pause, einen fulminanten (Neu-)Start hinlegte, der auch hierzulande im Fernsehen zu sehen war. Zwar nur im samstäglichen Nachmittagsprogramm eines Privatsenders, aber immerhin wurde die Serie somit nach und nach auch einem noch unwissenden Publikum schmackhaft gemacht. Natürlich darf auch das Internet nicht vergessen werden, welches bei der Verbreitung des Kults auch massiv hilfreich war.


Der neue Doktor hat Stil und wenig übrig für Emotionen
Mit Staffel 8 gibt es nun wieder einen neuen Doktor. Dies ist der schottische Schauspieler Peter Capaldi, der in die Rolle des kultigen Außerirdischen schlüpft und durch Raum und Zeit düst. Dieser Doktor ist wieder etwas fürsorglicher als seine jüngeren Vorgänger und erweckt durch sein Unverständnis fremden (vor allem menschlicher) Mentalitäten gegenüber, ein wenig den Eindruck eines Mister Spocks sowie des schrägen Privatermittler Adrian Monk, denn Capaldi Doktors ist nicht gerade von physischer Nähe angetan. Das sorgt für einige Momente des Schmunzelns, wiederholt sich allerdings recht schnell und wird irgendwann einfach nur anstrengend und auch austauschbar. Da kann auch seine neue „Assistenten“ Clara Oswald, gespielt von Jenna Coleman, nicht viel helfen. Das Duo besitzt allerdings eine überaus angenehme Chemie und die recht phantasievollen Abenteuer, die beide überstehen müssen, bietet erneut beste Serienunterhaltung. Vor allem der Auftakt dieser Staffel ist gelungen. Der britische Regisseur Ben Wheatley, einer der aktuell interessantesten Regisseuren Groß Britanniens, verbindet den Stil der Serie mit seinem eigenen. Das Ergebnis ist die Hoffnung, dass Staffel 8 schlicht herausragend wird. Leider ist das aber nicht der Fall. Zu oft ruhen sich die Macher, ganz vorne Autor und „Sherlock“-Mastermind Steve Moffat, aus, in dem sie immer wieder den ausgelutschten Kniff mit der „Jungfer in Not“ benutzen. Da lässt diese Staffel oftmals sehr verkrampft erscheinen. De gegenüber stehen immer wieder auch wirklich absonderlich-verspielte Ideen, wie eine Episode mit Robin Hood oder einem Dinosaurier, der das viktorianische England unsicher macht.


Staffel 8 ist sicherlich nicht perfekt, doch genau wie bei der Heimkino-Veröffentlichung von „Doctor Who – Siebter Doktor“ (Volume 1 und 2) bietet auch diese Who-DVD/BD-Box massig Extras. Dafür verantwortlich ist diesmal nicht Pandastorm, sondern Polyband. Die Fülle von Special Features sind wirklich enorm und bieten für Fans – und solche die es werden wollen – mit über 6 Stunden Laufzeit so einiges, was den eigenen Doctor-Kosmos erweitern wird. Das Bonusmaterial ist nämlich bei weitem nicht nur Promotion-Blabla, sondern wirklich so informatives wie auch kurzweiliges Entertainment, welches teilweise sogar unterhaltsamer geraten ist, als einige Abenteuer, die Peter Capaldi als Doctor überstehen muss. Insgesamt bietet „Doctor Who – Staffel 8“ grundsolide Unterhaltung. Nicht alles wirkt so rund, wie man es sich gehofft hat, doch auf seine ganz eigene Art charmant ist auch dieser Doktor wieder und in Sachen Extras ist auch diese Veröffentlichung wieder die reinste Wucht.


7 von 10 paralysierenden Küssen

Review: DIE ABENTEUER VON TIM & STRUPPI - DAS GEHEIMNIS DER 'EINHORN' - Binärcode-Abenteuer

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Fakten:
Die Abenteuer von Tim und Struppi - Das Geheimnis der 'Einhorn' (The Adventures of Tintin - The Secret of the 'Unicorn')
USA, Neuseeland. 2011. Regie: Steven Spielberg. Buch: Steve Moffat, Joe Cornish, Edgar Wright. Mit: Jaime Bell, Andy Serkis, Daniel Craig, Simon Pegg, Nick Frost, Cary Elwes, Toby Jones, Tony Curran, Mark Ivanir, Mackenzie Crook, Daniel Mays, Sebastian Roché u.a. Länge: 107 Minuten. FSK: Ab 6 Jahren freigegeben.



Story:
Auf einem Flohmarkt entdeckt Reporter Tim ein Modell des legendären Schiffes 'Einhorn'. Kaum hat er das Modell gekauft, bietet ihn ein ominöser Mann viel Geld an, um die 'Einhorn' selbst in Besitz zu nehmen, doch Tim weigert sich zu verkaufen. Nach diesem Vorfall ist Tims Neugier geweckt und der junge Reporter stürzt zusammen mit seinem besten Freund, seinem Terrier Struppi, in ein Abenteuer, welches ihn quer um den Globus führt.




Meinung:
Die Comics genießen Kultstatus und selbst wer noch nie eines gelesen hat, dürfte wohl die Hauptprotagonisten grob kennen. Tim und Struppi-Erfinder Hergé hat nichts anderes als einen zeitlosen Klassiker geschaffen, der Generationen vereint. Nun haben sich Steven Spielberg und Peter Jackson zusammengeschlossen um die Abenteuer von Reporter Tim und Hund Struppi auf die große, internationale Bühne des Kinos zubringen. Dank Motion Capture erreichen die beiden dabei einen interessanten Look: Realistisch und comicartig zugleich. Das muss man als Zuschauer mögen, zweifelsohne ist es aber tricktechnisch atemberaubend gemacht. Nicht wirklich atemberaubend, aber durchaus geglückt ist der 3D-Effekt. „Tim und Struppi“ gehören definitiv zu den besseren Vertretern des 3D-Booms. Zwingend notwendig ist diese Spielerei aber nicht.


Tim zusammen mit Schulz und Schultz, oder doch Schultz und Schulz?
Inhaltlich ist „Die Abenteuer von Tim und Struppi - Das Geheimnis der 'Einhorn'“ ein reinrassiges, simple aufgebautes Abenteuer, mit klarer Struktur. Überraschungen oder gar Ambivalenzen sucht man vergebens - wie hier Alkoholismus verniedlicht wurde hatte fast schon etwas Makaberes. Mehr als einfaches Gut-und-Böse-Denken würde wohl aber auch nicht ins Hergé-Universum passen. Dennoch wirkt das alles irgendwie zu glatt, wie das stumpfe Abarbeiten von Punkten auf einer Checkliste. Spielberg tut gut daran diesen Makel immer wieder, mit immer irrwitzigeren Actioneinlagen, zu kaschieren. Das größte Problem des Films sind aber die Figuren selbst. Obwohl bekannte Namen wie Daniel Craig oder Andy Serkis beteiligt waren, wirken die Helden wie auch die Schurken artifiziell. Wie man Figuren aus dem PC eine Seele einhaucht, hat Andy Serkis schon mehrfach gezeigt, hier aber bleiben alle Protagonisten trotz tricktechnischem Know-how blanke Werke eines Prozessors. Das mitfiebern fällt schwer, denn der Film lässt nicht vergessen, dass alles auf der Leinwand nicht mehr ist als hübsch verpackte Binärcodes. Dank seiner Liebe zum Detail und vielen ansehnlichen Aktionen ist „Die Abenteuer von Tim und Struppi - Das Geheimnis der 'Einhorn'“ aber immer noch ein zufriedenstellendes Kino-Abenteuer, welches letztlich aber mehr durch seine Technik überzeugt.

6 von 10