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Review: ROBI ROBI ROBIN HOOD – Der Vorfahre von „Helden in Strumpfhosen“

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Fakten:
Robi Robi Robin Hood (When Things Were Rotten)
USA. 1975. Regie: Peter Bonerz, Bruce Bilson, Joshua Shelley, Marty Feldman, Norman Abbott, Coby Ruskin u.a. Buch: Pat Proft, Norman Stiles, Mel Brooks u.a. Mit: Richard Gautier, Richard Dimitri, Misty Rowe, Dick Van Patten, Bernie Kopell, Henry Polic II, Ron Rifkin, David Sabin u.a. Länge: 13 Episoden á ca. 30 Minuten. FSK: freigegeben ab 6 Jahren. Auf DVD erhältlich.


Story:
Robin und seine Getreuen sind in Wahrheit eine Bande von Taugenichtsen und Dummköpfen - die nur deshalb siegreich aus Auseinandersetzungen mit Prinz John und dem Sheriff von Nottingham hervorgehen können, weil diese noch weit unfähiger sind. Auch Robins Flamme Marianne hat nicht unbedingt Scharfsinn und Weitblick in die Wiege gelegt bekommen.




Meinung:
Es isst still geworden um Mel Brooks, den Regisseure, Autor, Produzenten und Darsteller, der der Filmwelt solche komödiantische Perlen wie Frankenstein Junior, Frühling für Hitler oder Spaceballs schenkte. Aber auch im TV war der gute Mann lange Zeit aktiv und wurde dort vor allem durch seine 007-Parodie Mini-Max ein bekannter Name - zumindest hinter den Kulissen. Doch dies war nicht Brooks einzige Arbeit fürs Fernsehen. Es gab da ja noch Robi Robi Robin Hood, seine erste Verballhornung der traditionellen Heldenfigur aus dem englischen Sherwood Forest, dem er 1993 mit Robin Hood – Helden in Strumpfhosen quasi eine Neuadaption für die große Leinwand spendierte.


 
Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe
Nun gibt es die komplette Serie Robi Robi Robin Hood (was für ein Titel!) hierzulande endlich auf DVD und wer Brooks-Fan ist, sollte nicht lange warten und zugreifen. Wie eigentlich immer bei ihm Komödien ersteht der Humor nicht nur aus den teils absurden Situationen und einer gute Prise Sprachwitz (die in der deutschen Fassung aber nur sehr selten aufblitzt), sondern vor allem durch das altehrwürdige Konzept, dass es eigentlich keine einzige Figur gibt, die als intelligent zu bezeichnen ist. Die Helden sowie die Schurken sind jeweils eine Gruppe von überheblichen Narren,die in jedes erdenkliche Fettnäpfchen stolpern. Das erschafft immer wieder amüsante Momente und Minuten, es lässt sich aber nicht verschweigen, dass die Serie eine dicke Staubpatina angesetzt hat. Einige, wenn nicht sogar viele, Pointen und Gags wirken gestrig und unzeitgemäß. Es ist wie eine Reise zurück in die Vergangenheit und genau das macht es auch so faszinierend. Denn so durchdachten Nonsens gibt es heute kaum noch zu bewundern. Da ist es verzeihbar, dass nicht alles die Zeit wohlbehalten überstanden hat.


Um seine Freude an der Serie zu haben, die durch ihre Kulissen und die übertriebenen Gesten und Mimen fast schon an eine Theaterstück erinnern, sollte man ls Zuschauer also bereit sein zu akzeptieren, dass Robi Robi Robin Hood an sich nichts zeitloses an sich hat, dafür aber einen kurzweiligen und nicht selten auch amüsanten Blick auf eine frühere Zeit offenbart, die beweist, dass auch damals viele Produktionen mit großem Eifer und Herzblut betrieben wurden. Dazu kommt, dass die Serie durchaus auch heute noch Ideen besitzt, die man in etwas abgewandelter Form, wieder aufgreifen könnte. Denn Mel Brooks narratives Konzept, dass Dummheit gegen Dummheit komisch ist, wirkt zeitlos und unzerstörbar.


6 von 10 lebensrettenden Bibeln

Review: DOCTOR WHO – SECHSTER DOKTOR – VOLUME 2- Der Doktor ist wieder da

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Fakten:
Doctor Who – Sechster Doktor – Volume 2
UK, 1985. Regie: Peter Moffatt, Robert Holmes, Graeme Harper.
Buch: Robert Holmes, Glen McCoy, Eric Saward. Mit: Colin Baker, Nicola Bryant, Patrick Troughton, Frazer Hines, John Stratton, Robert Ashby, Danis Carey, Paul Darrow, Terry Molloy, Eleanor Bron, Hugh Walters u.a. Länge: ca. 315 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Ab dem 26. Februar 2016 auf DVD im Handel erhältlich.


Story:
Der Doktor ist zurück! Auf seinen Reisen durch Raum und Zeit tritt der Doktor diesmal nicht nur auf seine persönliche Vergangenheit, sondern auch auf Menschenfresser, verrückte Wissenschaftler und fiese, entstellte Schreckensherrscher.




Meinung:
Es ist erstaunlich! Die britische Fantasy-/Sci-Fi-Serie „Doktor Who“ erfreut sich seit Jahrzehnten großer Beliebtheit, hat nach ihrem Neustart vor knapp zehn Jahren sogar noch mehr Fans, die sogenannten Whovians, um sich versammelt und trotz allem wird auch die ältere, vergangene Generation der Doktoren nicht vergessen. Seit einiger Zeit erscheint in regelmäßigen Abständen die Abenteuer der älteren Doktoren auf DVD und mit „Doctor Who – Sechster Doktor – Volume 2“ wird nun die Ära von Colin Baker als Titelhelden zu Ende geführt, der Mitte der 1980er seine teils irrwitzigen Abenteuer erlebte.


Die Daleks, die Erzfeinde des Doktors, sind natürlich auch wieder dabei
Im Gegensatz zu Sylvester McCoy als Doktor, dessen Persönlichkeit zu Beginn seiner Amtszeitz war sehr spielerisch war, später aber sehr manipulative und taktische Züge annahm, bleibt Colin Baker stets ein fröhlicher und nicht nur in Sachen Kostüm farbenfroh Vertreter der Gattung Doktor Who. Unterstützt wird er dabei von seiner Gefährtin Peri, gespielt von Nicola Bryant, die sogar für die DVD-Box ein kleines aber feines Statement abgibt. Obwohl es bei „Doctor Who – Sechster Doktor – Volume 2“ thematisch oft etwas düster zugeht, bleibt der Tonus stets eher freundlich sowie pessimistisch und ganz der Tradition der Serie verpflichtet, sind die einzelnen Geschichten überaus phantasievoll, kreativ und vor allem auch sehr abwechslungsreich. Kein Abenteuer gleicht dem anderen, wobei Bakers Doktor Who natürlich nicht davor gefeit ist, dass viele Dinge wie Effekte, Kostüme und oftmals auch der Soundtrack recht antiquiert wirken. Aber es ist eben vor allem auch dieser trashige Charme, der die Serie der BBC so liebenswert und vor allem unvergleichbar macht. Da wundert es auch nicht, dass die Erzfeinde des Doktors, die Daleks, auch in den modernen Episoden immer noch nach der Zeit aussehen, in denen sie erschaffen wurden. Ach ja, natürlich kommen die Daleks auch bei „Doctor Who – Sechster Doktor – Volume 2“ vor, ist ja Ehrensache.


„Doctor Who – Sechster Doktor – Volume 2“ hat zwei Attribute, die er mit den anderen DVD-Veröffentlichungen der alten Abenteuer des britischen Helden gemeinsam hat. Zum einen werden auch diese Abenteuer keinen Nicht-Fan bekehren, zum anderen – das ist klar die beste Gemeinsamkeit – bietet der deutsche Verleih Pandastorm Pictures auch hier wieder eine Hülle und Fülle von Bonusmaterial, dass es eigentlich schon fast unbeschreiblich ist. Neben typischen Standards wie gelöschten oder erweiterten Szenen gibt es auch hochinteressante Interviews und Rückblicke, die nicht nur für Whovians spannend sind, sondern auch für die Zuschauer, die sich einfach mal gewagt haben, der älteren Generation der Doktoren einen Chance zu geben. In Sachen Qualität und Quantität des Bonusmaterials, bietet „Doctor Who – Sechster Doktor – Volume 2“ feinste Premiumqualität - genau wie seine Vorgänger.



8 von 10 Zeitkorridoren

Review: GENE RODDENBERRY’S EARTH: FINAL CONFLICT (Staffel 3) – Es geht voran

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Fakten:
Gene Roddenberry’s Earth: Final Conflict
USA. 2000. Regie: Allan Kroeker, Ross Clyde, Brenton Spencer, James Head, Terry Ingram, Andrew Potter, J. Miles Dale, Michael Robison, John Stead. Buch: ene Roddenberry, Paul Gertz, Cory Tynan, Howard Chaykin, Ethlie Ann Vare, George Geiger, Marcus Miller, John Whelpley. Mit: Kevin Kilner, Jayne Heitmeyer, Leni Parker, Von Flores, Robert Leeshock, David Hemblen, Anita La Selva, Lisa Howard, William deVry u.a. Länge: 22 Episoden á ca. 40 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD erhältlich.


Story:
Im 21. Jahrhundert befreit die außerirdische Rasse der Taelons die Menschheit von Hunger und Krieg. Als Gegenleistung möchten sie nur Freundschaft und kulturellen Austausch. Der überwiegende Teil der Menschen hält die Taelons für Götter und Heilsbringer, doch eine Minderheit zweifelt an den edlen Motiven der Aliens. Unter der Führung des Industriellen Jonathan Doors formiert sich eine Widerstandsbewegung und schleust ihre Agenten in den taelonischen Machtapparat. Der finale Kampf um die Vorherrschaft auf der Erde beginnt…





Meinung:
Die 1990er Jahre waren schon so etwas wie die Hochzeit der Sci-Fi-Serien. „Babylon 5“, „Zurück in die Vergangenheit“, „Stargate – Kommando SG 1“ und natürlich “Star Trek: The next Generation“ plus Serienanhänge füllten nicht nur die Programmplätze der verschiedenen Sender, sondern bildeten auch eine ganze Armee von jungen Sci-Fi-Fans aus, die mittlerweile dafür verantwortlich sind, dass das Nerdtum im Mainstream angekommen ist. Im Prinzip war es Gene Roddenberry, der damals mit „Star Trek“ den Beginn wagte und auch wenn die Serie erst im Nachhinein zum Hit wurde, so lassen sich dennoch die Abenteuer von Cpt. Kirk und seiner Crew als Saatkorn für die meisten Sci-Fi-Serien bezeichnen. Auch „Earth: Final Conflict“ hat „Star Trek“ viel zu verdanken und das liegt nicht nur daran, dass Roddenberry der Schöpfer dieser Serie war, die es insgesamt auf 5 Staffel brachte.


Auch in Staffel 3 wissen sich die Aliens in Szene zu setzen
„Earth: Final Conflict“ kann man durchaus als Abschlussserie der 1990er-Sci-Fi-Jahre ansehen. Zwar hatte die Serie durchaus ihre Fans, das große mediale Echo wie etwa Roddenberrys „Star Trek“-Serien zu dieser Zeit, erreichte sie aber nie. Vielleicht liegt es daran, dass man die Serie im Prinzip auf ein anderes Genres herunterbrechen kann. Im Kern  bietet „Final Conflict“ nämlich eine fast schon klassische Verschwörungsgeschichte. Roddenberry, der leider 1991 verstarb, entwickelte eine Geschichte, die als Reflexionserzeugnis für die paranoiden Zeiten der 1970er und 1980er stand. Eigentlich ist „Earth: Final Conflict“ also mehr Agenten-Thriller als Sci-Fi, aber natürlich gibt es immer noch Haufenweise Elemente, wie man sie von Roddenberry erwartet. Bedauerlicherweise kam die Serie in den ersten beiden Staffeln nicht wirklich voran. Sie wagte zu wenig, wirkte oft undynamisch und stellenweise wirkte es sogar so, als ob die Macher ein wenig überfordert waren. Auch die dritte Staffel hat noch mit diesen Schwächen zu kämpfen, aber insgesamt lässt sich festhalten, dass hier endlich etwas Schwung integriert wird.


Für diesen neuen Schwung zeichnet sich vor allem die Figur der Renee Palmer (Jayne Heitmeyer) verantwortlich, die eine ordentliche Schippe Ambivalenz in die Waagschale wirft und sich sehr gut neben den anderen Hauptfiguren schlägt. Auch reduzieren die Macher den Gehalt von Subplots und fixieren endlich mehr die eigentliche Basisgeschichte an, die nun auch beginnt mehr Kraft zu entwickeln. Fans dürfen sich außerdem auf Antworten zu lange gestellten Fragen freuen. Wer jedoch schon mit den beiden vorangegangen Season seine Probleme hatte, wird wohl auch mit Staffel 3 nicht wirklich glücklich. Dafür ist die Serie immer noch etwas zu hölzern und steif. Letztlich ist „Earth: Final Conflict“ wahrscheinlich auch nur etwas für beinharter Sci-Fi-Fans, die in den 1990ern lieber diese Serie statt andere sahen. Die können sich freuen, denn mit Stafel 3 erhält „Earth: Final Conflict“ neue Kraft.


5 von 10 Gastauftritten bekannter „Star Trek“-Darsteller

Review: DOCTOR WHO – SECHSTER DOKTOR, VOLUME 1 – Neuer Doktor, neue Abenteuer

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Fakten:
Doctor Who – Sechster Doktor, Volume 1
UK 1984/1985, Regie: Peter Moffat, Matthew Robinson, Ron Jones, Sarah Hellings. Buch: Anthony Steven, Paula Moore u.a. Mit: Colin Baker, Nicola Bryant, Maurice Denham, Edwin Richfield, Anthony Ainley, Kate O’Mara u.a. Länge: 370 Minuten. FSK: ab 12 Jahren. Ab 27. November 2015 auf DVD erhältlich.


Story:
Der neue Doctor zeigt sich von seiner düstersten Seite. Nach seiner traumatischen Regeneration ist er emotional unausgeglichen und unberechenbar. Dennoch muss er sich neuen Herausforderungen und alten Widersachern stellen.





Meinung:
Mit Colin Baker geht es nun wieder einen Doctor weiter zurück in die Vergangenheit. Seinerzeit wurden einige der Folgen heftig kritisiert, da für damalige Verhältnisse ein recht hohes Maß an Brutalität herrschte. Das sorgte für einen schönen Zufall, denn die Doppelfolge „Revolte auf Varos“ beschäftigt sich dann prompt auch mit Folter als Unterhaltungsinstrument. „Doctor Who“ zögerte schon in den 80ern nicht wenn es darum ging kritische Themen anzusprechen.


Colin Baker ist ein schillernder Doktor
Aus heutiger Sicht kommt das natürlich alles recht harmlos daher. Aber fangen wir von vorne an. Geht man nach der englischen Aufteilung der Staffeln, so findet man hier das Ende der 21. Staffel und die ersten sechs Folgen der 22. Staffel. Im Vierteiler „Zweimal Einstein“ trifft der Doctor auf recht skurrile Schneckenmonster, die natürlich gleich die ganze Galaxie übernehmen wollen. In „Angriff der Kybermänner“ geht es zurück nach London, wo die Cybermen wieder recht unheilvolle Pläne in die Tat umsetzen wollen. „Revolte auf Varos“ setzt sich, wie eingangs erwähnt, mit dem Thema Reality TV auseinander und „Die Rache des Meisters“ bringt einen der ikonischsten Gegner des Doctor zurück. Nachdem der fünfte Doctor, gespielt von Peter Davison, eher ruhig und zurückhaltend war erwartet den Zuschauer hier nun das absolute Gegenteil. Colin Baker ist bunt, und seine Persönlichkeit ist so schillernd wie seine Kleidung. Besonders in den ersten Folgen wirkt er aber eindeutig unsympathischer, vor allem sein Umgang mit seinem Companion, Peri, ist häufig herablassend. Das wird im Verlauf der Staffel nachlassen, dürfte aber besonders auf Neulinge abschreckend wirken.


Nicht nur der Doktor hat seine Probleme
Auch sonst wirkt er sehr überheblich und hat auch deutlich weniger Probleme sich notfalls mit Gewalt zur Wehr zu setzen. Dazu kommen Stimmungsschwankungen, kleinere und größere Ausraster und teilweise beinahe schon manisches Verhalten. Nein, einfach ist dieser sechste Doctor auf keinen Fall. Wer aber schon immer besondere Freude an der Schlagfertigkeit und Redegewandtheit des Doctors hatte darf sich hier auf einiges gefasst machen. Wie generell in der Serie, sowohl bei Classic als auch New Who ab 2005 zünden nicht immer alle Folgen. Highlight dieser Box dürfte ganz klar „Die Rache des Meisters“ sein, nicht zuletzt auch weil die Kombination aus Master und Rani zu den klassischsten Begegnungen des Doctors zählt. Aber seit jeher waren die Folgen von „Doctor Who“ so vielseitig wie die Anhänger der Serie, und so wird auch in dieser Box jeder Fan der langlebigen Sci-Fi Serie seine Lieblingsgeschichte selbst entdecken. Neueinsteiger werden es, wie gewohnt, schwer haben und auch auf die oftmals improvisierten Kulissen wird man sich einlassen müssen, alle haben aber über die Extras eine Chance den Einstieg zu finden. Obwohl der sechste Doctor besonders zu Beginn nicht die sympathischste Inkarnation des Time Lords ist heizt diese Box den Appetit auf weitere Folgen mit Colin Baker mächtig an. Der genießt sein Dasein als Doctor auch heute noch, besucht fleißig Conventions und ist auch auf Twitter sehr aktiv. So ganz wird man eine der ikonischsten britischen Rollen scheinbar nie los.


Besonders positiv stechen bei der DVD, wie auch schon bei früheren Veröffentlichungen, die Extras heraus. Zu jeder Folge gibt es zahlreiche Audiokommentare und unzählige Featurettes, mit denen die Episoden bis in den letzten Winkel ergründet werden können. Bild und Ton wurden digital remastered und können begeistern. Abgerundet wird das stimmige Gesamtpaket durch ein Booklet, das randvoll mit Infos gepackt wurde. Ein persönliches Statement von Colin Baker, eine Vorstellung der Hauptdarsteller, Infos zu den einzelnen Folgen und wissenswerte Fakten laden zum Schmökern ein. Hier bleibt wirklich kaum ein Wunsch des Zuschauers unerfüllt


8 von 10 verbeulten Cybermen


Wir danken unserer Nerdqueen Aurea für diese Gastkritik. Mehr von ihr gibt’s hier.

Review: SCREAM (Staffel 1) – Zu viel Weichspüler im Getriebe

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Fakten:
Scream – Staffel 1 (Scream – The TV Serie – Season 1)
USA. 2015. Regie: Ti West, Brian Dannelly, Rodman Flender, Jaime Travis, Tim Hunter u.a. Buch: Kevin Williamson, Jaime Paglia, Jill E. Blotevogel, Erin Maher, Kay Reindt u.a. Mit: Willa Fitzgerald, Bey Taylor-Klaus, John Karna, Tracy Middendorf, Jason Wiles, Bobby Campo, Connor Weil, Carlson Young, Brianne Tju, Amadeus Serafini u.a. Länge: 10 Episode á ca. 45 Minuten. FSK: noch keine Freigabe. Demnächst auf DVD und Blu-ray erhältlich. Aktuell bei Netflix zu sehen.


Story:
Ein maskierter Killer terrorisiert die Kleinstadt Lakewood. Das weckt böse Erinnerungen, denn das Städtchen war schon einmal Ort einer brutalen wie abscheuchlichen Mordserie. Schülerin Emma scheint dabei besonders im Fokus zu sein, immerhin war bereits ihre Mutter damals eine gar wichtige Person bei den ersten Morden.




Meinung:
1996 gelang dem kürzlich verstorbenen Wes Craven mit „Scream“ die Renaissance eines Subgenres, welches er zu seiner (Hoch-)Zeit mit „Nightmare – Mörderische Träume“ maßgeblich mitzuprägen wusste: Den Slasher. „Scream“ war Filmmagie in Vollendung; eine Lektion darin, dass ein Genre keine Grenzen kennt, wenn man sich nur findig genug damit auseinanderzusetzen weiß. Was „Scream“ so wertvoll und ikonisch gemacht hat respektive nach wie vor macht, ist nicht das schiere Reaktivieren von tradierter Slasher-Formelhaftigkeit. Auch die Meta-Reflexion, sprich, das ironisierte Sich-Selbst-Bewusstwerden, was die „Scream“-Reihe in vier mindestens hochklassigen Episoden durchexerzierte, ist es nicht primär (so unerlässlich und vernunftbegabt es auch immer noch bleibt): Die rechte Würze liegt im feinen Charakter-Porträt. Ausnahmslos exakt gecastet, besetzte man mit adäquaten Gesichtern festgefahrene Rollenmuster, bestätigte sie allerdings nur bis zu dem Grad, den der Zuschauer bereit war, mit Vertrauen zu segnen. Alles, was darüber hinausging, zog sich einem Bruch im klischierten Antlitz unter, was Offenlegung und Paraphrase genuin kombinierte – Der Katalysator des gesamten Franchise.


Da wird der Spee-Fuchs aber ordentlich was zu tun bekommen
Nun kann man sich natürlich ungefähr vorstellen, welch enormes Erbe die „Scream“-Serie anzutreten hat. Ja, allein der Titel ist für sich genommen schon mehr eine die Erwartungshaltung ins Unermessliche potenzierende Bürde denn umgarnendes Aphrodisiakum. Doch man darf nicht vergessen, welch Potenzial die serielle Narration in sich trägt; welch erzählerische Möglichkeiten aus ihr keimen mögen, bleibt man dem Konzept der übergroßen filmischen Vorlage weitestgehend treu – obgleich die Filmreihe selbst schon eine kleine Serie darstellt. Die erste, von Wes Craven sowie Harvey und Bob Weinstein produzierte Staffel „Scream“ allerdings will nicht mit aller Kraft die Meta-Böschung herunterpreschen, bis dem Zuschauer vor lauter ausgefuchster Selbstreferenzialität der Schädel ordentlich wummert. Stattdessen schien man sich durchaus im Klaren darüber, dass man neue Pfade betreten muss, wenn man eine gewisse positive Resonanz erfahren möchte, die Wurzeln jedoch dabei niemals verleugnen darf: Dafür ist die Inspirationsquelle nicht nur als Titel gegeben, die Serie selbst jongliert immer mal wieder mit Versatzstücken des Originals, wirbelt Zitate auf, empfindet pflichtschuldig Szenenabläufe nach.


Hier haben wir wohl gleich eine 1-8-7.
Das „Scream“, wie es uns nun Netflix, MTV und Dimension Films zur Verfügung stellt, möchte für sich allein stehen, die Meta-Ebene ist zuweilen vorhanden (gleich in der erste Folge wird da zum Beispiel direkt als selbsterfüllende Prophezeiung vorweggenommen, dass ein Slasher als Serie ohnehin niemals funktionieren würde), an ihr wird trotzdem nur selten herrührt, vielmehr scheint man auf popkulturellen Referenzen und penetrantes Namedropping versessen. Und verantwortlich dafür ist Nerd Noah (John Karna), der nicht nur ein gewisses filmhistorisches Wissen pflegt, sondern auch permanent mit den slasherimmanenten Regelwerk hausieren geht, um die Etappen und Verbindungen noch einmal penetrant totzulabern. Da kommen wir auch zu dem Problem, welches die „Scream“-Serie so unfassbar überflüssig macht: Die Figuren. Was im Originalfilm Mitte der 1990er Jahre noch so wunderbar begonnen hat und geschrieben wurde, ist hier (ausnahmslos!) einer ungemein reizlosen Highschool-Typologie aalglatter Adoleszenten gewichen - Wie aus dem Ei gepellt stöckeln diese eindimensionalen Plastikvisagen durch Lakewood.


Da erscheint es dann auch gerne mal so, dass der Tod eines Freundes nur so lange betrauert wird, bis die nächste Maniküre ansteht. „Scream“ bewegt sich auf Soap-Opera-Niveau, alles ist unangenehm technisiert, ständig hat man das Gefühl, dass sich die Teenies ihr Handy nur vor die Nase halten, um den Lippenstift akkurat nachzuziehen – oder eben ihre Muskeln zu begaffen. Dabei kommt der Killer dieses Mal immer wieder über die Nutzung von Social Media und Malware, betreibt gepflegtes Cybermobbing und sorgt dann, schlägt er denn mal analog mit gewetzter Klinge (oder größerem Gerät) zu, für den entsprechenden Blutzoll der Serie. Aber „Scream“ taugt schlichtweg nicht zum blutig-primitiven Vergnügen für zwischendurch, dafür ist die Serie zu klinisch, jeder Physis beraubt und in den forcierten zeitgenössischen Verflechtungen eben auch zu belanglos. Dass Folge 9 von Ti West inszeniert wurde, mag zwar im ersten Moment Hyperventilation im Nerdsektor versuchen, aber auch dieser unglaublich talentierte Filmemacher ist nicht in der Lage, diesem steifen Whodunit-Geseier auf den letzten Metern ansatzweise neue Impulse zu verleihen. Ein leeres Format.


4 von 10 gespaltenen Körpern


von souli

Review: GENE RODDENBERRY’S EARTH: FINAL CONFLICT – Der finale Konflikt geht weiter

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Fakten:
Gene Roddenberry’s Earth: Final Conflict – Staffel 2
Kanada, 1999.
Regie: Allan Kroker, Jim Kaufman, Ross Clyde u.a. Buch: Divere. Mit: Robert Leeshock, Lisa Howard, Von Flores, Leni Parker, Richard Chevolleau, David Hemblen, Anita La Selva, Majel Barrett u.a. Länge: 22 Epsioden á ca 40 Minuten. Ab 18. September 2015 auf DVD erhältlich.


Story:
Im 21. Jahrhundert befreit die außerirdische Rasse der Taelons die Menschheit von Hunger und Krieg. Als Gegenleistung möchten sie nur Freundschaft und kulturellen Austausch. Der überwiegende Teil der Menschen hält die Taelons für Götter und Heilsbringer, doch eine Minderheit zweifelt an den edlen Motiven der Aliens. Unter der Führung des Industriellen Jonathan Doors formiert sich eine Widerstandsbewegung und schleust ihre Agenten in den taelonischen Machtapparat. Der finale Kampf um die Vorherrschaft auf der Erde beginnt…




Meinung:
Natürlich war „Raumschiff Enterprise“ das Flaggschiff des von Fanschare fast schon kultisch verehrten Gene Roddenberry. Doch der Amerikaner, der 1991 verstarb und mit seiner Serie „Star Trek“ nicht nur den Grundstein für eines der größten, umfangreichsten wie erfolgreichsten Sci-Fi-Franchises der Welt legt, sondern sich auch über die damaligen Grenzen des Konventionellen hinwegsetzt, hat weitaus mehr zu bieten als „nur „ die Abenteuer von Cpt. James T. Kirk und Mister Spock. Aus dem Vermächtnis von Roddenberry entstand so z.B. die Sci-Fi-Serie „Gene Roddenberry’s Earth: Final Conflict“ die zwar bei weitem nicht so viele Anhänger hat, wie „Star Trek“, aber dennoch den einen oder anderen Fan über die Jahre generieren konnte – was allerdings auch nichts an der Tatsache änderte, dass die Serie nie einen wirklich wichtigen Stellenwert in der TV-Historie erhielt.


Feinde, die wie Freunde tun?
Die Serie, die aktuell am Wochenende immer nachmittags im Privatfernsehen ausgestrahlt wird und früher, bei ihrer deutschen Erstausstrahlung, noch auf den Titel „Mission: Erde“ hörte wird nun für den nationalen Heimkinomarkt ausgewertet. Nach der ersten Staffel, kommt nun – wer hätte es gedacht? – die zweite. Die knöpft natürlich da an, wo die erste aufhörte und spinnt die Geschichte der Alienrasse
Taelons, die uns Menschen ein besseres Leben ermöglichen, weiter. Erneut stehen keine großen Action-Setpieces oder gar Raumschlachten im Fokus der Erzählung. Noch ein wenig mehr wie in der ersten Season, konzentrieren sich die Macher hier auf diplomatische und politische Komponenten, aber vor allem erweckt die Serie dein Eindruck, als ob man das Paranoia-Kino der 1970er versucht hätte ins Sci-Fi-Genre zu übertragen. Ein ehrenwerter und nicht uninteressanter Versuch, der sich aber zu selten wirklich auszahlt. Zu oft driftet die Serie hier in typische und altgewohnte und oftmals auch recht käsige Formen und Muster standardisierter Sci-Fi-Serien zurück. Der Paranoia fehlen einfach die Konsequenz und den Intensität. So wird das eigentlich recht spannende Konzept immer etwas zu verwässert dargeboten. Damit besitzt die zweite Staffel im Grunde dieselben Probleme wie bereits der Vorgänger. Allerdings ist es schon bedauerlich, dass hier die Konzentrationen der Macher scheinbar nicht für die Problembehebungen genutzt wurden.


Gene Roddenberry’s Earth: Final Conflict“ bleibt auch in der zweiten Season eine vom Grundgerüst sehr charmante und packende Serie. Nur leider vertrauen die Macher scheinbar nicht zu sehr auf dieses Konzept und vertrauen lieber auf Altbewährtes. So kann sich die Serie nicht von den unzähligen Konkurrenzen abheben. Wer bereits Staffel 1 aber schon toll fand, der wird und sollte sich Staffel 2 nicht entgehen lassen. Vielleicht gelingt der Serie ja mit der dritten Staffel der Sprung in die Besonderheit.


3,5 von 10 Alien-Dinner