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Review: ARRIVAL – Interstellar 2.0?

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Fakten:
Arrival
US. 2016. Regie: Denis Villeneuve. Buch: Eric Heisserer, Ted Chiang (Vorlage). Mit: Amy Adams, Jeremy Renner, Forest Whitaker, Michael Stuhlbarg, Mark O’Brien, Tzi Ma u.a. Länge: 117 Minuten. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. Im Kino.


Story:
Zwölf mysteriöse Raumschiffe landen zeitgleich in unterschiedlichen Regionen der Welt. Ihre Besatzung und deren Intension – ein Rätsel. Um globale Paranoia und einen potentiellen Krieg zu verhindern, soll ein Elite-Team um die Linguistin Louise Banks und den Mathematiker Ian Donnelly im Auftrag des Militärs Kontakt herstellen. Doch das unermüdliche Streben nach Antworten gerät bald zum Rennen gegen die Zeit – die eigene und die der gesamten Menschheit. 




Meinung:
Es scheint langsam zu einer jährlichen Tradition heranzureifen, dass man in den letzten Monaten des Jahres ins Kino pilgert um das neue Werk von Denis Villeneuve zu bestaunen. Überschwängliches Lob und eindrucksvolle Momente aus dem Trailer im Schlepptau erhofft man sich großes von dem Mann, der nächstes Jahr das Erbe von Blade Runner antreten darf und muss. Kam man in den letzten Jahren noch etwas ernüchternd aus dem Kino, weil unter der Fassade der Filme weit weniger schlummerte als zunächst vermutet, so darf man bei Arrival beruhigt aufatmen. Villeneuves bester Film seit Incendies lässt einiges für nächstes Jahr erwarten – und das obwohl auch gegen Ende wieder typische Probleme des Filmemachers auf den Plan treten.


Jemand Zuhause?
In Arrival geht es sogar in zweifacher Hinsicht um Kommunikation. Zunächst auf kleinerer Ebene um das reine Verstehen, um die Kontaktaufnahme und das Verständnis zweier Individuen – später um Diplomatie, Kompromisse und Vertrauen, um die Fähigkeit die eigenen Bedürfnisse in Hinblick eines übergeordneten Ziels zurückzustellen. Seinen Reiz entfacht der Film jedoch nicht nur dann, wenn beide Arten der Kommunikation letztlich an ihre Grenzen stoßen und diese nur durch die Leistung eines Einzelnen überschritten werden können, sondern auch in der denunzierten Betrachtung, die er der Herbeiführung dieser Prozesse entgegenbringt. Mit der Tradition des Science-Fiction-Films vor Augen ist es bemerkenswert wie Denis Villeneuve die Ankunft Außerirdischer nicht schleunigst in ein Kriegsszenario überführt, sondern vor allem den Konflikt unterhalb der Menschheit durch die mögliche Bedrohung des Ungewissen nährt. Im emotionalen Fahrwasser von Interstellar bindet auch Arrival das Schicksal der Menschheit an den inneren Konflikt seiner Hauptperson und findet so genreuntypische Regionen zum Verhandeln seiner Konflikte. In weitestgehend ruhigen Tönen fasziniert der Film vor allem dann, wenn er jedwede Hektik fallen lässt und sich mit ehrlicher Neugierde den Möglichkeiten von Kommunikation und dem Erforschen des Unbekannten widmet. Eine Zuspitzung der Ereignisse, wie sie uns Arrival gegen Ende präsentiert, hätte es in dieser expliziten Form zwar nicht gebraucht, aber die vorangegangene Begeisterung kann auch davon nur leicht gedämpft werden.


Leider krankt auch Arrival hier und da an kleineren Symptomen, die Hollywoodproduktionen beinahe zwangsweiße mit sich führen. Über ein klassisches Feindbild (Russland und China, also der böse Kommunismus) und etwaige ethnologische Klischees kann sich auch Villeneuve nicht erheben und so sind es vor allem Notlösungen wie die arg simplifizierte Konfliktauflösung gegen Ende, die zu kleineren Abstrichen führen. Nichtsdestotrotz ist Arrival Kino für die Sinne und das Herz, ein Film, der für grenzensprengenden Zusammenhalt plädiert und damit in unserer heutigen Zeit essentiell ist, obgleich sich hinter den bombastischen Bildern weniger verbirgt als dem Zuschauer zunächst vorgemacht wird.


7 von 10 Kontaktaufnahmen

Review: THE COLONY - Eiseskälte und Heißhunger

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Fakten:
The Colony

CA, 2013. Regie: Jeff Renfroe. Buch: Jeff Renfroe, Svet Rouskov, Patrick Tarr, Pascal Trottier. Mit: Kevin Zegers, Laurence Fishburne, Bill Paxton, Charlotte Sullivan, Atticus Dean Mitchell, John Tench, Lisa Berry, John Healy, Dru Viergever u.a. Länge: 95 Minuten. FSK: Freigegeben ab 18 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.




Story:
Durch Eingriffe in die Natur hat die Menschheit eine neue Eiszeit geschaffen. Nur wenige Überlebende konnte sich in unterirdische Kolonien flüchten. Kolonie 7 hat sich aufgrund eines Virus stark reduziert, die Stimmung droht zu kippen. Dann endfangen sie einen Notruf von Kolonie 5, erhalten aber keine Antwort. Anführer Briggs begibt sich mit einem kleinen Rettungstrupp zu ihren Leidensgenossen. Sie finden eine verwaiste Station vor. Bis auf...


                                                                 



Meinung:
 - "Gibt es noch andere Überlebende?"
- "Definieren sie lebend."


 
Gar nicht so schlecht, was hier als DTV-Genre-Filmchen im Videothekenregal lauert. Sieht auf den ersten Blick nicht wirklich einladend aus, trotz bekannter Namen wie Laurence Fishburne und Bill Paxton. Inzwischen schmückt sich ja jeder zweite Rohrkrepierer mit ehemals namenhaften Stars. Auch Fishburne und Paxton hatten schon deutlich bessere Tage, aber im Vergleich zu sonstigen Zeitverschwendungen geht dieser günstige Reißer durchaus ganz gut rein und raus.

 
Keine Sorge, gleicht wird euch warm.
Wer eine gewisse Affinität zum Genre, post-apokalyptischen und tiefgefrorenen Szenarien mitbringt und gleichzeitig keine Innovationen (oder nur halbwegs eigene Ideen) erwartet, kann passabel unterhalten werden. Die Stimmung erinnert in groben Zügen an John Carpenters Überhit "The Thing", auch wenn sich die Story letztendlich in eine andere (wenn auch nicht total andere) Richtung entwickelt. Statt auf ein Alien mit Spaß am Körper-wechsel-dich-Spielchen treffen die Protagonisten nach einer etwas ausgiebigen Einleitung (für die Spielzeit) auf eine Horde Wilder, nicht näher definiert, so irgendwo zwischen "30 Days of Night" und "The Crazies" (Remake). Die Kannibalen-Vampire-Sonstewas machen ordentlich Tempo, haben Hunger und fackeln nicht lange. Das Skript ist so kreativ wie ein Mittagessen aus der Tiefkühltruhe, alles zusammengerafft aus Kenne-ich-doch und gab-es-schon, was soll's? Schlecht gemacht ist es keinesfalls. Für die schmalen Mittel bekommt man einen ordentlich aufgewärmtes Fertiggericht, das kurzweilige Unterhaltung parat hält. 

 
Bon appétit.
Die Sets wirken auf die Dauer etwas monoton, eine Überraschung oder sonstige peppige Einlagen hätten mit Sicherheit nicht geschadet, aber dennoch: "The Colony" spult gewohnte Abläufe nett und befriedigend ab. Am Ende droht nicht zwingend eine Zweitsichtung, verpasst hätte auch niemand was, doch was konnte da eigentlich erwartet werden? Genau, das ist das Ding: Für so eine Produktion muss man von einer soliden Arbeit reden. Und das ist manchmal der ausschlaggebende Punkt. Wer viel können will, muss dementsprechend abliefern. Wer keine großen Erwartungshaltungen schürt, muss schlicht durch eine bemühte Einfachheit überzeugen. Das schafft "The Colony". Wer so was mag, wird ganz zufrieden sein.

 
6 von 10 erfrorenen Kolonien

Review: FLASH GORDON - Aufstand der Mongos

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Fakten:
Flash Gordon
GB, 1980. Regie: Mike Hodges. Buch: Lorenzo Semple Jr.. Mit: Sam J. Jones, Melody Anderson, Max von Sydow, Ornella Muti, Chaim Topol, Timothy Dalton, Brian Blessed, Peter Wyngarde, Mariangela Melato, John Osborne, Richard O'Brien, John Hallam u.a. Länge: 107 Minuten. FSK: ab 12 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Football-Ass Flash Gordon und die entzückende Dale Arden geraten mit ihrem Flugzeug in ein Unwetter und landen direkt im Forschungslabor von Dr. Zarkov. Sie werden gezwungen, mit dem Wissenschaftler in eine Rakete zu steigen, um die Zerstörung der Erde zu verhindern. Auf dem Planeten Mongo treffen sie auf den tyrannischen Imperator Ming, der die Erde zu zerstören versucht. Flash und seinen Freunden gelingt die Flucht aus den Fängen von Ming. Zusammen mit dem unterdrückten Folk von Mongo starten sie den Gegenangriff.


                                                                       

Meinung:

Flash. Ah, ah, Saviour of the Universe...


Der Führer aus dem All
Der böse Imperator Ming bedroht die Erde mit einer bunt-blinkenden Knopfleiste voller Naturkatastrophen (einige davon spotten jeder Beschreibung: Hot Hail.). Dr. Zarkov hat es immer gewusst, ist ja auch naheliegend, nur springt sein feiger Assi in letzter Sekunde vom geplanten Himmelfahrtskommando ab. Dumm gelaufen, aber just in time knallen Flash Gordon, Gewinner des He-Man Look-Alike Contest mit dem eigenen Namen auf dem T-Shirt und sein Absturz-Flirt Dale durch die Decke. Der blonde Blitzmerker will nur kurz telefonieren, wird ganz arg hinterlistig in das hochmoderne Mega-Spaceshuttle gelockt, welches nur abheben kann, wenn jemand parallel zum Startvorgang ein rotes Pedal bedient. Das geht ja noch, bei der ersten Mondlandung musste sich dreimal im Kreis gedreht werden, während zwei Handlanger einen Kopfstand ausführen, das Alphabet rückwärts aufsagen und ein Schimpanse eine Wassermelone isst, nur damit es Licht gibt. Höchstwahrscheinlich... Ist ja auch egal, nun befinden sich Geistes-Flash-Gordon, der wohl immer noch das Kleingeld für das anstehende Telefonat zählt, Zucker-Dale und Dr. Rad-Ab in ihrer federball-ähnlichen Rakete auf einer intergalaktischen Rettungsaktion, denn wer sonst könnte die Erde vor dem Push-the-Button-Psycho Ming retten? Richtig, die Welt ist in guten Händen.


Flash, Ah, ah, He'll save ev'ry one of us...

So sehen Helden aus
Das dynamische Trio landet auf einem fremden Planeten mit dem hübschen Namen Mongo (Trisomie 21 vergab keine Landeerlaubnis), wo der schreckliche Ober-Mongo Ming alles unterjocht, was blöde Kostüme trägt (an erster Stelle sollten da die Eidechsenmenschen erwähnt werden, erschreckend reale Chimären aus Mensch, Tier und dritte Wahl Flohmarkt). In dieser quitschbunten Welt, irgendwo zwischen Karneval in Rio, Travestieshow und Kindergeburtstag auf LSD rinnt kein Wasser aus den Augen, was die Erdlinge Tränen nennen, denn das ist ein Zeichen ihrer Schwäche, obwohl es reichlich Gründe dafür gibt. Menschliche Schwäche in Form von Freudenwasser dürfte beim Zuschauer schon lange ersichtlich sein, spätestens dann, wenn Flash in einem total absurden Football-Fight die rot-goldenen Armee von Ming a.k.a Dr. Fu-Man-Chu from outer space so richtig abräumt.


Flash. Ah, ah, He's a Miracle...

Aber hallo. Flash krempelt den Planet mit dem politisch unkorrekten Namen komplett auf links, da mögen sich plötzlich auch Falken- und Waldmänner (letztere angeführt von Timothy Dalton als Robin Hood aus einer anderen Welt) und die Mongo-Hure vom Dienst Aura verfällt dem knackigen Strahlemann so sehr, dafür muss sie richtig leiden ("Nein, nicht die Bohrwürmer!"). Da bleibt selbst dem Held kurz die Spucke weg: "Ich glaub', das ist hier 'ne intergalaktische Klapsmühle."
Nah dran auf jeden Fall...


Flash, Ah, ah, King of the Impossible...
Wer umfällt, wird genagelt
Das macht doch Spaß. Unglaublich bescheuerte, knallige Trashparade, die sich bewusst diesen Schuh anzieht und so gleichzeitig als Hommage an die Comic-Vorlage wie als Parodie durchgeht. Selbstredend war jedem Beteiligten klar, wie das Endprodukt wirken muss, das hemmt aber kein Stück. Gut so. Denn unter dem ganzen Blödsinn steckt viel Liebe zum Detail wie zum Quatsch, teilweise sogar Satire und, das lässt sich kaum leugnen, auch die Hoffnung, auf den Erfolgszug von "Star Wars" aufzuspringen. Ernst nimmt sich das Spektakel keine Sekunde, fährt irrsinnige Dialoge und Effekte auf, die trotzdem selten billig wirken, eher charmant und witzig. Natürlich ist das poppiger Unsinn hoch 22, unterhält unter der Prämisse aber sehr ansprechend. Allein Charaktermime Max von Sydow bei dem Stilbruch von Bergmann zu so einer verballerten Faschingsparty zusehen zu dürfen, lohnt schon fast die Sichtung. Immer wieder bewusster und teilweise sogar hintersinniger Humor (Hitler: "Mm, das war ein vielversprechender Mann".), der leicht den Zeitgeist des Entstehungsjahres der Vorlage aufgreift, spricht für den Film. Immer noch reine Geschmackssache, aber schlechter Geschmack ist besser als gar keiner.


Flash, Flash I love you....

6,5 von 10 Mongos

Review: STAR CRASH - STERNE IM DUELL - Was Lucas kann, macht Corman mit links.

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Fakten:
Star Crash - Sterne im Duell (Starcrash)
IT, USA, 1978. Regie: Luigi Cozzi. Buch: Lewis Coates, Nat Wachsberger. Mit: Caroline Munro, Marjoe Gortner, Christopher Plummer, David Hasselhoff, Joe Spinell, Robert Tessier, Judd Hamilton, Nadia Cassini u.a. Länge: 88 Minuten. FSK: ab 12 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Der böse Count Zarth Arn bedroht das Universum mit seiner Superwaffe. Die Schmugglerin Stella Star und ihr Navigator Akton werden aus der Haft entlassen, denn nur sie (?) können den Count stoppen. Zusammen mit dem Polizei-Roboter Al machen sie sich auf die Suche nach der Massenvernichtungswaffe. Ihre Reise führt sie zu bekannt-unentdeckten Planeten voller Amazonen, Höhlenmenschen und was da sonst so wohnt.
                                                                       

 



Meinung:
Roger Corman, der alte Schlingel. Der Trash-Papst kann sich natürlich nicht die Chance entgehen lassen, für eine Hand voll Lire einen Kassenknüller mit einer unfassbaren Dreistigkeit zu kopieren, damit daraus zwei Hände voll Lire werden. Dafür kann man ihn nur lieb haben. Die Regie bei dieser Perle überließ es Luigi Cozzi, die gesamte Produktion trägt aber eindeutig seine Handschrift.



Count Vader...äh Zarth Arn
"Star Trash, äh, Crash" entstand, Überraschung, 1978 und hat sicher nur rein zufällig gewisse Gemeinsamkeiten mit diesem Science-Fiction-Film, dessen Name mir gerade nicht einfällt, ihr wisst schon. Der böse Count Zarth Arn, unglaublich übertrieben verkörpert von Joe Spinell, irgendwo zwischen Graf Zahl, Las Vegas Magier und Zirkusdirektor, bedroht die Galaxie, Gott sei Dank gibt es Stella Star (!) und ihren sonnengebräunten, extrem lockigen Grinsekasper Akton, die sich für keine Grimasse zu schade sind und mit vollem Einsatz die Welt retten. Ihnen zur Seite steht C-3PO, pardon, Al, ein Polizei-Roboter mit Emotionsmodul und es gibt auch den guten Prinz, gespielt von...tata...David Hasselhoff! 


Netter Planet...
Die abenteurliche Reise führt Stella und Löckchen zu merkwürdigen Planeten, die laut Löckchen unentdeckt sind, aber bekannt sind und einen Namen haben, muss man wohl nicht verstehen, voll mit Amazonen, Höhlenmenschen und anderen typischen Aliens. Die anfangs extrem unbekleidete Stella prügelt sich mit beeindruckenden Martial Arts Fahigkeiten todesmutig mit dem ganzen Pack, während Löckchen immer auf dem Schiff bleibt und kluge Tipps gibt. Später trägt Stella leider etwas mehr Stoff, bzw. Plastik (Löckchen hat übrigens einen totschicken Latexanzug), drohte sich wohl zu erkälten, und ihr gut geföhnter Kumpane erwähnt mal ganz am Rande, dass er in die Zukunft sehen kann. Super, Mission jetzt voll easy, aber halt: Löckchen darf nichts sagen, denn das würde ja das Schicksal beeinflussen, schade. Im Endeffekt also null Hilfestellung, stattdessen wird trotzdem das Leben riskiert und der Grinsekater erklärt später nur neunmalklug, was man gerade selbst rausgefunden hat. Vielen Dank dafür.


The Hoff lässt etwas aus sich warten, wenn er dann zu dem Duo mit dem Brett vorm Kopf stößt, klinkt er sich dort wunderbar ein. Wenn er und Löckchen nebeneinander stehen, weiß der Zuschauer gar nicht, wer wohl das Lichtdoubel von wem ist. Haben definitiv den selben Friseur, nur Löckchens Matte wippt schöner und bietet Platz für eine ganze Vogelfamilie. Christopher Plummer darf übrigens auch mitspielen, in der Rolle von Hoffis Papa, dem guten Emperor, muss der heute stolz darauf sein.


Stella, Löckchen 1 & Löckchen 2
Bemerkenswert ist neben den großartigen Sets, Kostümen und Requisiten (die Waffen sehen größtenteils aus wie aus der Küchenschublade oder dem Baumarkt) die fast finale Endschlacht mit Graf Zahls "Todesstern", in der doch tatsächlich ganze Einstellungen aus diesem anderen Science-Fiction-Film nachgestellt werden, nur halt in ganz billig. Das muss du erstmal bringen. Das Weltall wird ohnehin knuffig dargestellt, als würden die durch eine Lava-Lampe fliegen. Speziell bei der Super-duper-Todeswaffe von Count Chocula erinnert das an jenes Dekostück oder auch an Zini aus "Spaß am Dienstag", falls das noch jemand kennt. So richtig tödlich ist die irgendwie auch gar nicht, zumindest nicht für Stella, die nur "ah, mein Kopf" brüllt und C-3POs schwarzer Bruder Al stimmt da mit "ah, meine Schaltkreise" zu, so eine Art Migränekanone, wie fieß. Ach so, Lichtschwerter gibt es auch, aber das muss wohl nicht extra erwähnt werden.


Es ist ein Fest, ein einziges Fest. Wie man so ungeniert alles klaut was bei drei nicht auf dem Baum ist, immer haarscharf an einer Copyrightklage vorbei, und dann auch noch so unfassbar dämlich und billig umsetzt, sagenhaft. Hat Corman zwei Jahre später bei "Galaxy of Terror" noch mal gebracht, da hat er dann diesen anderen Science-Fiction-Film mit diesem schweizer Schleimmonster kopiert, nur "Star Crash" ist noch viel witziger. Eigentlich nicht bewertbar, für diese Gaudi passt kein Punktesystem. 

6
von 10 Gerichtsprozesse mit George Lucas

Trailerpark: ELYSIUM - Der neue Film von "District 9"-Regisseur

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Fans von "District 9", heute ist ein schöner Tag. Der erste Trailer zu Neill Blomkamps neustem Film ist endlich da. Ansehen, genießen und die Vorfreude auf den 22. 8. 2013 sacken lassen. Und hey, die Frisuren im Film scheinen - wie bei unserer letzten Trailerpark-Post - auch wieder grandios zu sein. Hier ein paar Impressionen:

Jodie Foster mit Bubischnitt
Matt Damon erinnert hier an Robocop ohne Rüstung
Sharlto Copley als Kruger mag es wild und undgepflegt


So, aber genug Haare bestaunt. Hier der Trailer.



Review: VIDEODROME - Es lebe das neue Fleisch

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Fakten:
Videodrome
CAN, 1983. Regie & Buch: David Cronenberg. Mit: James Woods, Deborah Harry, Sonja Smits, Peter Dvorsky, Les Carlson, Jack Creley, Lynne Gorman, Julie Khaner u.a. Länge: 89 Minuten (Director's Cut), 87 Minuten (Kinofassung). FSK: keine Freigabe. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Max Renn gestaltet das Programm eines kleinen, kanadischen Fernsehsenders. Um seinen Sender gegenüber der Konkurrenz zu behaupten kennt er nur eine Marschrute: Sex und Gewalt, so viel und extrem wie möglich. Bei der Suche nach neuem Material stößt er auf das Signal von Videodrome. Dort ist das zu sehen, was er als das Format er Zukunft ansieht. Er begibt sich auf die Suche nach dem Ursprung von Videodrome. Was er findet, ist der Verlust der Wirklichkeit und die Eintrittskarte zu seinem persönlichem Albtraum.












Meinung:
Nach seinen sexuell motivierten Body-Horror-Filmen der 70er widmete sich David Cronenberg Anfang der 80er mit "Scanners" einer neuen Thematik: Der Kraft der Gedanken, der tödlichen Macht des Geistes. Was großartig begann, findet mit dem Folgefilm "Videodrome" seinen Höhepunkt. Hintersinnig, intelligent, subtext-lastig waren bisher alle seine Filme, versteckt hinter der Fassade aus Blut und Gekröse. "Videodrome" wagt sich erstmals weit über den Tellerrand hinaus. Waren seine Werke bis dato auch abseits jeglicher Symbolik frei genießbar und oberflächlich als reine Genrekost zu verkaufen, geht "Videodrome" den gewagten Schritt weiter. Cronenbergs Film soll nicht mehr als "einfacher" Horrorfilm wahrzunehmen sein, er durchbricht bewusst die Grenze zwischen Genrefilm und Anspruch, wie seine Figuren die Grenze zwischen Wahn und Verstand, Bildschirm und Wirklichkeit. Cronenberg erweist sich lange vor dem Zeitalter des Internets als erschreckend visionär. Was sich heute jedes Kind mit den entsprechenden Links problemlos auf den heimischen Bildschirm zaubern kann , ist bei "Videodrome" noch beruhigend weit weg. Und deshalb so interessant. Was ist eigentlich der größere Horror?





Getrieben von der Gier, sein Publikum durch Sex und Gewalt zu gewinnen, durch angestrebte Tabubrüche die Einschaltquoten hoch zu treiben, begibt sich Max Renn (grandios: James Woods) auf die Spuren von Videodrome. Einem Kanal, der genau das bietet, was er als die Zukunft der Unterhaltung ansieht.


Max sieht rot.
Was Cronenberg daraus macht scheint erst eine reine Satire auf die Medien- und Konsumgesellschaft, doch es offenbart sich weit mehr. Sein Werk führt den Zuschauer wie seinen Protagonisten Schritt für Schritt an einen Abgrund, dessen Boden nicht mehr zu sehen ist. Vollkommen unvorbereitet stürzen wir immer tiefer, die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion fließen zusammen, am Ende lässt sich nicht mehr ausmachen, wo wir uns gerade bewegen. Aversion und Perversion verschmelzen wie das Fleisch mit dem Stahl. Nicht ist mehr logisch oder konventionell, alles scheint möglich und wird es auch. "Videodrome" öffnet Türen, die damals kaum vorstellbar waren und selbst heute, wo wir uns direkt im ungefilterten Medienzeitalter bewegen, ist dies noch der pure Horror. Die Welt hinter dem Bildschirm wird zur Realität, das Unvorstellbare und mit der entsprechenden Distanz Interessante wird zum Albtraum. Cronenberg hält der Gesellschaft Anfang der 80er einen Spiegel vor, den sie heute viel nötiger hätte. Er repräsentiert das Chaos, das Ende der greifbaren Wirklichkeit, den Übergang vom Voyeur zum Täter. 





Es ist das Innere, was zählt.

Das geschieht in einer beeindruckenden Form, atmosphärisch unglaublich packend und inszenatorisch weit über dem Niveau, auf dem sich "Videodrome" eigentlich bewegen müsst. Erst danach wurde Cronenberg für größere Studios interessant, dass es sich hier noch um eine eher kleiner Produktion handelte, adelt sie um so mehr. Als Maßstab dafür müssen nur die Effekte genommen werden. Besonderes Lob gebührt dafür Rick Baker, der für seine Arbeit bei "American Werewolf" ein Jahr zuvor den Oscar erhielt. Was "Videodrome" in dieser Hinsicht auffährt, muss jedem CGI-Anhänger zu denken geben. Das ist brillant, teils sogar ekelhaft, aber wollen wir nicht genau das sehen? Auf dem Niveau auf jeden Fall. "Videodrome" ist ein einschnürender, grauenvoller, hochintelligenter Unruhestifter von einem genialen Filmemacher, hier auf seinem Gipfel angelangt.


9 von 10 subkutanen Videokassetten

Review: 2001 - ODYSSEE IM WELTRAUM - Affen, Monolith, HAL 9000...die Reise lohnt sich

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Fakten:
2001 - Odyssee im Weltraum (2001 - A Space Odyssey)
GB, USA, 1968. Regie & Buch: Stanley Kubrick. Mit: Keir Dullea, Gary Lockwood, William Sylvester, Daniel Richter, Leonard Rossiter, Margaret Tyzack, Robert Beatty u.a. Länge: 148 Minuten. FSK: ab 12 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.

Story:
Lange vor der Menschheit finden Affen einen merkwürdigen Stein...
Tausende Jahre später finden Astronauten einen gleichen Stein auf dem Mond...
Fünf Astronauten befinden sich auf einer Expedition zum Jupiter. Die Kontrolle über das Schiff hat HAL 9000, der perfekte Computer...






Meinung:
Perfektion ist ein ultimativer Begriff. Dies zu entschlüsseln oder das Gefühl dafür den Menschen nahe zu bringen, die es nicht selbst erlebt haben, ein schier unmögliches Unterfangen.

Daher lieber von vorne anfangen: Stanley Kubrick ist 1968 ein Film gelungen, der gleich in mehrerer Hinsicht beeindruckend ist. Er war seiner Zeit weit voraus, weiter als die Unendlichkeit des Alls. Klar, irgendwann gibt es immer den Film, der seiner Zeit voraus ist. Gott sei Dank. Nur "2001" wurde niemals übertroffen. Grundsätzlich ist er der Zeit immer noch voraus. Das ist empirisch unmöglich, da nun 45 Jahre vergangen sind und unzählige Filme direkt oder indirekt durch ihn beeinflusst wurden. Es ist wohl dieser eine Moment, in dem etwas geschaffen wird, das sich in seiner Gesamtheit niemals übertreffen lassen wird.
"2001" ist eine Komposition aus visionären Verständnis für den Film, wie dessen Mittel auf den Zuschauer wirken, von seiner technischen Umsetzung wie der Kraft seiner Geschichte. Ein unglaublicher Rausch aus Bild, Ton und Atmosphäre, der sich so bisher nicht wiederholen ließ und womöglich auch nie mehr lässt.


HAL hat alles im Blick

Kubrick beginnt mit "The Dawn Of Man". Der Affe vollzieht die Evolution zum Menschen. Mit dem Erscheinen des Monolith beginnt die Entwicklung. Der Knochen wird zum Werkzeug. Das Tier geht einen Weg, der eventuell von der Natur nicht so vorhergesehen war. Diesen Eindruck vermittelt Kubrick zumindest. Sollte der Affe nie zum Menschen werden? War es der Monolith oder ist das alles purer Zufall? Die Frage wird nicht beantwortet, der Raum für Spekulation und Interpretation ist weit geöffnet.




Viele Jahre später erobert der Mensch das Weltall. Das war sicher niemals von der Natur vorgesehen, aber der Mensch hat die Evolution schon lange besiegt. Er ist die Evolution. Doch ist er selbst dazu geworden oder wurde er dazu gemacht? Der Monolith wird ein weiteres Mal auftauchen, wieder mit entscheidenden Folgen...


Lucy in the sky with diamonds...

Der Mensch ist nun nicht mal mehr sein eigener Herr. Er hat sich sein größeres Bewusstsein geschaffen. Keinen Gott, sondern HAL 9000. Einen Computer, unfehlbar, dominierend, das Werkzeug am Ende der Nahrungskette. Der Affe geschlagen vom (eigenen?) Knochen...
Das ist natürlich nur einer der vielen Deutungsansätze, die "2001" bietet. Stanley Kubrick hat ein wahres Monster von Film erschaffen, vielleicht hat er auch einen Monolith im heimischen Garten gefunden. Denn was er hier abfeuert, scheint nicht von dieser Welt. Wegweisend waren viele Filme, doch wurden sie meistens von irgendeinem wieder eingeholt und überboten. "2001" scheint zu groß dafür. Selbst im heutigen CGI-Zeitalter setzt er Maßstäbe, die einfach unschlagbar sind. Nie zuvor und danach konnte ein Film schon allein durch seinen Koitus aus Optik und Akustik so zerstören und gefangen machen, doch damit nicht genug. "2001" ist bedrohlicher und gespenstischer als jeder Horrorfilm. Kubrick zaubert eine Atmosphäre und erschafft Szenen, die so einfach nie mehr zu kopieren sind.


 Es lassen sich Romane über diesen Film schreiben und jeder wäre wohl auch lesenswert, ich belasse es mal bei diesem Text. Einer der perfektesten Filme, die jemals zu sehen waren. Was in der Zukunft noch kommt, wer weiß, aber Stand jetzt, eigentlich nicht zu übertreffen.

 10 von 10 schwarzen Weltraumbrocken.

Review: LIFEFORCE - Quatschkram aus dem Weltall

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Fakten:
Lifeforce 
GB, USA, 1985. Regie: Tobe Hooper. Buch: Dan O'Bannon, Don Jakoby. Mit: Steve Railsback, Peter Firth, Frank Finlay, Mathilda May, Patrick Stewart, Michael Gothard u.a. Länge: 98 Minuten. FSK: ab 16 Jahren freigegeben. Auf DVD erhältlich.


Story:
Eine britische Raummission zur Erforschung des Halley'schen Kometen entdeckt in seinem Schweif ein geheimnisvolles Flugobjekt. An Bord findet die Crew neben einigen Leichen zwei Männer und eine verführerische Frau im Tiefschlaf. Die Crew beginnt mit der Bergung und löst damit eine Katastrophe aus, denn als das Raumschiff auf der Erde landet, ist es ausgebrannt und die Besatzung bis auf Kommandant Carlsen tot. Die drei Passagiere stürzen als blutsaugende Aliens London in ein apokalyptisches Chaos...



Meinung:
- "Sie hat sich einen anderen Körper gesucht."
- "Woher wissen sie das?"
- "Ich kann es sehen...in ihrem Geist!"

Alles klar? Das möchte man gerne auch Tobe Hooper und vor allem Dan O'Bannon fragen, den Regisseur und den Autor dieser Trashparade. Hooper, der einst mit "Texas Chainsaw Massacre" das Horrorgenre maßgeblich prägte und später mit "Poltergeist" immerhin noch die Marionette von Steven Spielberg sein durfte (böse, aber wohl nicht ganz falsch) und O'Bannon, der die Drehbücher für Carpenters "Dark Star", aber ganz besonders für Klassiker wie "Alien" und (nach "Lifeforce ") "Total Recall" verfasste, das klingt doch nach einer Kombo mit einer gewissen Erwartungshaltung.


Es knistert ganz gewaltig zwischen den Figuren.
Wer bei "Lifeforce" aufgrund dessen einen ernstzunehmende Sci-Fi-Horror-Schocker erwartet, der sei eindringlich gewarnt. Relativ schnell dürfte klar sein, wohin die Reise geht, auch wenn sich in der ersten Hälfte der Quatsch noch im Rahmen hält. Da macht der Streifen allerdings auch nicht so viel Spaß, denn das schleift schon manchmal recht deutlich, aber die liebevoll gestalteten Masken und Effekte (sowie die durchgehend nackte Mathilda May) wissen zu gefallen. Ernstzunehmen ist es aber da schon nicht, zu einfältig sind die Dialoge und die Geschichte riecht schon nach dem, was später folgt. Ab der Ankunft von Carlsen und Co. in dem Sanatorium gehen "Lifeforce" endgültig die Zügel durch. Besonders Hauptdarsteller Steve Railsback scheint von allen guten Geistern verlassen, schreit und ohrfeigt wild um sich, jetzt wird die Nummer richtig amüsant. Die Story um Body-Snatcher-Vampir-Zombie-Dingenskirchen-Aliens wird immer konfuser, die Dialoge erreichen eine ungeahnte Qualität an Unsinn, die Darsteller bringen das mit einer Ernsthaftigkeit, dass es vollkommen konträr zum Gezeigten erscheint.

Ein Vogel? Ein Flugzeug? Ein Weltraumvampir!
Egal, was für merkwürdige Ereignisse auf die Protagonisten einprasseln, nichts scheint sie zu irritieren, für alles wird sofort die richtige Theorie aufgestellt, die sich natürlich als goldrichtig erweißt, zweifelt eh niemand dran. Das anfänglich etwas träge Tempo gehört der Vergangenheit an, die grob angepeilte Stimmung für einen ernsten Horrorfilm auch, nun geht die Post ab. Kleine Dialogkostprobe: 
- "Wissen sie über das außerirdische Raumschiff bescheid?"
- "Raumschiff ?"
- "Das Objekt vom Halley'schen Kometen."
- "Ach so... (DAS Raumschiff!)"

Unglaublich. Das letzte Drittel ist so blöd und gleichzeitig super unterhaltsam. Ob das so geplant war, ich wage es dezent zu bezweifeln, aber was soll's? "Lifeforce" ist Sci-Fi-Kasperletheater mit guten Effekten und namenhaften Leuten hinter der Kamera, die sich das allerdings wohl so nicht vorgestellt hatten. 

6 von 10