Jeder hat’s gesehen,
wie dieser pummeliger Handyverkäufer mit den schlechten Zähnen zuerst nur
Gelächter erntete, als er bei der Castingshow „Britains got Talent“ auftrat und
der Jury erzählte und würde jetzt eine Stück aus einer Oper singen. Doch aus
dem Gelächter wurde Sprachlosigkeit, denn dieser unscheinbare Typ namens Paul
Potts konnte wirklich wunderschön singen. Seine Performance ging medial einmal
um die Welt und nachdem seine Zähne gerichtet wurden, trat er in diversen
anderen Shows, Werbespots und Events auf. Eine wahre Geschichte, die ein wenig
an die Legende des Tellerwäschers erinnert, der zum Millionär wurde. Ideal also
für eine Verfilmung. Regisseur David Frankel („Der Teufel trägt Prada“) nahm
sich der unglaublichen Story an. Zugegeben, mehr als stringentes Gefühlskino
darf wohl keiner erwarten, aber wenn der Film es schaffen sollte, diesen einen
großen Moment des Paul Potts zumindest grobschlächtig so emotional packend
einzufangen wie es damals war, dann dürfte mit „One Chance“ zumindest ein
simpler aber gut konsumierbarer Film dabei rauskommen. Als Potts ist James Corden zu sehen, der zuvor nur in kleineren Rollen zu sehen war. Wann „One
Chance“ bei uns startet ist noch nicht bekannt.
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Review: FITZCARRALDO - Schiff-Hanger
Eingestellt von
JackoXL
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Fakten:
Fitzcarraldo
BRD, 1982. Regie & Buch: Werner Herzog. Mit: Klaus Kinski, Claudia Cardinale, José Lewgoy, Paul Hittscher, Miguel Ángel Fuentes, Huerequeque Enrique Bohorquez, Grande Otelo, David Pérez Espinosa, Milton Nascimento u.a. Länge: 151 Minuten. FSK: ab 12 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.
Story:
Brian Sweeney Fitzgerald, genannt Fitzcarraldo, hat sein gesamtes Geld bei dem gescheiterten Versuch verloren, eine Eisenbahnlinie durch den Dschungel Perus ins Leben zu rufen. Sein neuestes Ziel ist eine reine Herzensangelegenheit: Er will ein Opernhaus bauen. Um das nötige Kleingeld für dieses gewagte Projekt zu bekommen, muss er erst ein noch viel unmöglicheres realisieren. Fitzcarraldo erwirbt die Rechte für ein Gebiet mitten im tiefsten Dschungel, reich an gewinnbringenden Kautschuk. Der Haken an der Sache: Die Region scheint unerreichbar. Zum einen wird die Gegend von gefährlichen Wilden bewohnt, zum anderen führt der einzige Flußzugang durch undurchquerbare Stromschnellen. Doch Fitzcarraldo hat schon einen Plan, dessen Durchführung schlicht unmöglich klingt.
Meinung:
Zehn Jahre nach "Aguirre, der Zorn Gottes" begeben sich Werner Herzog und sein liebster Feind Klaus Kinski wieder gemeinsam in den Dschungel. Das Herzog nach den damals abenteuerlichen Dreharbeiten mit Kinski ihn danach noch für "Nosferatu - Phantom der Nacht" und "Woyzeck" verpflichtete muss für den normalen Menschenverstand im ersten Moment unerklärlich klingen, doch irgendwie brauchten sich die Beiden. Freund und Feind in einer Person, zwei eigenwillige Ausnahmekünstler, auf ihre total unterschiedliche Art verrrückt und genial. Gegensätze ziehen sich an, stimmt wohl. Doch diesmal wurde das erneute Dschungel-Camp aus der puren Not geboren. Ein Glücksgriff, der dafür wieder reichlich Nerven kostete. Wiedermal musste Kinski froh sein, die Dreharbeiten lebend überstanden zu haben. Wer die, sehr sehenswerte, Doku "Mein liebster Feind" über die unglaubliche Zusammenarbeit von Herzog und Kinski gesehen hat wird wissen, welche Momente, sowohl beim "Aguirre" und "Fitzcarraldo" Dreh, gemeint sind. Wer nicht, ich verrate nichts, klingt viel schöner, wenn Herzog das selbst preisgibt.
| Oper für die Wilden |
Um nicht abzuschweifen: Kinski war überhaupt nicht
vorgesehen für den Film (Selbschutz von Herzog?), sondern Jason
Robards. Der erkrankte jedoch während des Drehs (im fortgeschrittenen
Stadium der Produktion, für so aufwendige Film kann das schon den Genickbruch
bedeuten). Eigentlich sehr schade, denn erstens wären Robards und
Claudia Cardinale ein schönes Paar gewesen, war ihnen ja bei Sergio
Leone nicht vergönnt, zweitens hätte Robards auch gut auf die Rolle
gepasst. Ich könnte ihn mir, normalerweise, sehr gut vorstellen. Aber
was ist bei Herzog/Kinski schon normal...
Das Kuriose ist dann eben: Der, mehr oder weniger, aus Verzweiflung aus dem Hut gezauberte Kinski spielt das so stark, tut mir leid für Robards, dagegen ist er zweite Wahl. Denn in diesem Projekt geschieht etwas sehr seltenes: Kinski darf hier zwar wieder eine, im weitesten Sinne, wahnsinnige Figur spielen, aber einen durch und durch sympathische. Seine größten Rollen waren nun mal die als Bad Guy, als Psychopath, das kam seinem explosiven Spiel zu gute. Hier ist er so liebenswert wie selten. Natürlich schlummert auch in dieser Figur eine gewisse Form von Wahnsinn, aber nie negativ belastet.
Das Kuriose ist dann eben: Der, mehr oder weniger, aus Verzweiflung aus dem Hut gezauberte Kinski spielt das so stark, tut mir leid für Robards, dagegen ist er zweite Wahl. Denn in diesem Projekt geschieht etwas sehr seltenes: Kinski darf hier zwar wieder eine, im weitesten Sinne, wahnsinnige Figur spielen, aber einen durch und durch sympathische. Seine größten Rollen waren nun mal die als Bad Guy, als Psychopath, das kam seinem explosiven Spiel zu gute. Hier ist er so liebenswert wie selten. Natürlich schlummert auch in dieser Figur eine gewisse Form von Wahnsinn, aber nie negativ belastet.
| Schiff auf Abwegen |
Fitzcarraldo
ist ein Träumer, ein Mann, der schon mal alles verloren hat, aber sich
trotzdem unermüdlich an eine Passion klammert. Er hat ein Ziel und ist
bereit, es mit allen Mitteln durchzusetzten, egal, ob es ihn endgültig
ruiniert oder er sogar sein Leben lassen muss. Es ist noch nicht mal ein
egoistisches Ziel, er will diesem Fleck der Welt etwas schenken, was
sie sonst nie erleben werden. Kinski wirkt niemals wie ein Verrückter,
sondern nur wie ein Leidenschaftlicher. Das ist der große Unterschied zu
seinen meist gezeigten Rollen. Das Herz des Zuschauers ist immer bei
ihm und jeder Rückschlag schmerzt ihn wie uns. Bedenkt man, was hinter
den Kulissen für ein unfassbarer Zirkus abging, von Wutausbrüchen
bis zu fast Totschlägen, ist das angesichts seiner Leistung kaum
vorstellbar. Da ist zu sehen, wie extrem der Mann doch zwischen eigener
Persönlichkeit und Auftretten vor der Kamera umschalten konnte.
Das größte Lob gebührt aber eindeutig Werner Herzog. Fast jeder hätte entweder nach dem Robards-Desaster, spätestens wohl während des Drehs mit Kinski die Brocken entnervt hingeworfen, vollkommen verständlich, aber letztendlich findet sich Herzog in dem Punkt wohl in der Rolle des Fitzcarraldo wieder. Er hat einen Traum, und egal was passiert, er setzt es um. Ich ziehe meinen Hut davor, dass es einerseits dem fertigen Film nicht anzusehen ist und andererseits, dass am Ende sogar einer der größten, besten deutschen Filme aller Zeiten entstanden ist. So episch, aufwendig war deutsches Kino nie mehr (nach über 30 Jahren, jetzt dürfen sie traurig sein), die Dreharbeiten können kaum verrückter und anstrengender gewesen sein, als das geschilderte Szenario (und selbst das ist ja schon irre).
Ein wunderschöner, riesengroßer Film, ein Meisterwerk. Mein persönlicher Favourit bei Kinski/Herzog bleibt zwar "Aguirre, der Zorn Gottes", aber das ist Haarspalterei. Unglaublich. Werner, magst du nicht noch mal in den Dschungel gehen? Aber NICHT bei RTL...
8,5 von 10 Nacktärschen
Das größte Lob gebührt aber eindeutig Werner Herzog. Fast jeder hätte entweder nach dem Robards-Desaster, spätestens wohl während des Drehs mit Kinski die Brocken entnervt hingeworfen, vollkommen verständlich, aber letztendlich findet sich Herzog in dem Punkt wohl in der Rolle des Fitzcarraldo wieder. Er hat einen Traum, und egal was passiert, er setzt es um. Ich ziehe meinen Hut davor, dass es einerseits dem fertigen Film nicht anzusehen ist und andererseits, dass am Ende sogar einer der größten, besten deutschen Filme aller Zeiten entstanden ist. So episch, aufwendig war deutsches Kino nie mehr (nach über 30 Jahren, jetzt dürfen sie traurig sein), die Dreharbeiten können kaum verrückter und anstrengender gewesen sein, als das geschilderte Szenario (und selbst das ist ja schon irre).
Ein wunderschöner, riesengroßer Film, ein Meisterwerk. Mein persönlicher Favourit bei Kinski/Herzog bleibt zwar "Aguirre, der Zorn Gottes", aber das ist Haarspalterei. Unglaublich. Werner, magst du nicht noch mal in den Dschungel gehen? Aber NICHT bei RTL...
8,5 von 10 Nacktärschen
Trailerpark: Trailer zu Dustin Hoffmans Regie-Debüt QUARTET
Eingestellt von
stu
Keine Kommentare:
Das Schauspieler sich als Regisseur versuchen ist keine Seltenheit, dennoch ist es schon erstaunlich, dass jemand wie der große Dustin Hoffman erst jetzt hinter der Kamera platz genommen hat. Sein Regie-Debüt hat den Titel "Quartet". Vor der Kamera agieren Maggie Smith, Billy Connolly und Michael Gambon. Der Film startet Ende des Jahres in den USA und im Januar in Groß Britannien. Ein deutscher Starttermin ist noch nicht bekannt. Könnte nett werden.
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Hier noch schnell die offizielle Inhaltsangabe:
Lifelong friends Wilf and Reggie, together with former colleague Cissy, are residents of Beecham House, a home for retired opera singers. Every year on Giuseppe Verdi’s birthday, the residents unite to give a concert to raise funds for their home. But when Jean Horton, a former grande dame of the opera fallen on hard times, also Reggie’s ex-wife and the fourth and most celebrated member of their former quartet, moves into the home to everyone’s surprise, the plans for this year’s concert start to unravel.
As old grudges threaten to undermine past glories and theatrical temperaments play havoc with the rehearsal schedule, it becomes apparent that having four of the finest singers in English operatic history under one roof offers no guarantee that the show will go on.
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