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Review: TREMORS 2-4 - Würmer, wollt ihr ewig leben

1 Kommentar:


Fakten:
Tremors 2 – Die Rückkehr der Raketenwürmer (Tremors II: Aftershocks)
USA, 1996. Regie: S.S. Wilson. Buch: Brent Maddock, S.S. Wilson. Mit: Fred Ward, Chris Gartin, Helen Shaver, Michael Gross, Marcelo Tubert, Marco Hernandez, José Ramón Rosario, Thomas Rosales Jr. u.a. Länge: 99 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Earl Basset hat den Angriff der Raketenwürmer als Held überlebt, übrig geblieben ist von dem Ruhm nichts Zählbares. Deshalb bleibt ihm kaum eine Wahl, als ein Ölkonzern ihm ein lukratives Angebot unterbreitet: Auf ihrem Land in Mexiko sind die Monster wieder aufgetaucht. Für jeden toten Wurm bieten sie 50.000 $, für ein lebendiges Exemplar sogar das Doppelte. Earl willigt ein und zunächst scheinen er, sein neuer Partner Grady und Perfection-Veteran Burt noch locker Herr der Lage. Bis ihnen eine Laune der Natur einen gehörigen Strich durch die Rechnung macht.


                                                                        

Meinung:
Neues Land, neue Regeln. Hier oben ist es auch ganz schön...
Kaum zu glauben, aber „Tremors 2 – Die Rückkehr der Racketenwürmer“ fällt nur minimal im Vergleich zu seinem Vorgänger ab. Es riecht alles nach billigem, unnötigem DTV-Sequel, dabei ist das ein großer Spaß. Kevin Bacon ist raus, muss halt keine Würmer mehr jagen, Fred Ward schon und der bekommt zunächst einen ätzenden, neuen Sidekick gestellt, da hat man schon wenig Bock. Den Muff legt der Film von S.S. Wilson (Co-Autor des Originals) nach einer gewissen Zeit ab und überrumpelt einen mit einem hervorragenden Timing und ganz besonders mit dem nötigen frischen Wind, der diesen meist lieblos hingerotzten Spät-Sequels oft bis immer abgeht. Riesen-Buddel-Würmer, schön und gut, aber das ist nicht alles. Leider muss an einigen Stellen sehr mageres CGI bemüht werden, das lässt sich insgesamt mit einem leichten Zähneknirschen verschmerzen. Budget und Aufwand geschuldet. Wenn das Viehzeug handgemacht wird, ist alles dufte. Wie die grandiose zweite Hälfte, die locker mit dem Vorgänger mithält, wenn ihn nicht sogar teilweise übertrumpft. Der heimliche Star ist sowieso Michael Gross als Burt, der Bringer schlichthin („Ich hab nicht eine einzige Kugel mehr. Das ist mir noch nie passiert.“). Alles eine halbe Stufe ärmer, aber keinesfalls armseliger. „Tremors 2  - Die Rückkehr der Racketenwürmer“ ist eigentlich Referenzmaterial. So kann eine viel zu spät, viel zu günstig reanimierte Idee voll zünden. Wenn es Preise für überflüssige Kategorien wie DTV-Sequels geben würde, wir hätten den ewigen Gewinner. Der Film ist nicht mehr wie Kevin Bacon, aber wie Fred Ward & Michael Gross.

7 von 10 Pistolen für die Ex






Fakten:
Tremors 3 – Die neue Brut (Tremors: Back to Perfection)
USA, 2001. Regie: Brent Maddock. Buch: S.S. Wilson, Brent Maddock, Nancy Roberts, John Whelpley. Mit: Michael Gross, Shawn Christian, Susan Chuang, Charlotte Stewart, Ariana Richards, Tony Genaro, Barry Livingston u.a. Länge: 104 Minuten. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich. 


Story:
In Perfection ist wieder Ruhe eingekehrt. Das Kaff ist durch die Wurmangriffe vor elf Jahren sogar eine kleine Touristenattraktion geworden. Plötzlich sind die Monster wieder da. Doch Waffenexperte Burt und die anderen Überlebenden von damals stellen sich ihnen entgegen. Aber wie bereits in Mexiko, die Viecher entwickeln sich weiter…



Meinung:
In der C-Movie-Gülle versunken: Michael Gross.
Elf Jahre lang war Ruhe in Perfection Valley. Nach seinem Ausflug nach Mexiko ist Fred Ward nicht mehr zurückgekehrt, wer könnte es ihm verübeln, dafür Michael Gross und mit ihm der Rest vom ursprünglichen Cast, der sonst auf Conventions Autogramme schreiben muss/darf, wenn sie denn noch erkannt werden. Wie ein Klassentreffen, leider auch ähnlich unnötig und ein reines Schwelgen in Erinnerungen an bessere Tage. Konnte das direkte Sequel zum Raketenwürmer-Quatsch noch erstaunlich viel Laune verbreiten, ist dieser Aufguss verdammt peinlich geraten. Eine ABM-Maßnahme, billig gefilmt und stellenweise schon auf dem Niveau der Asylum-Schmiede. Wenn die Wurmbrut noch handgemacht ist, sehen die bereits recht bescheiden aus, das sind leider schon die Highlights und nur Momentaufnahmen. Gegen Ende kommen die Arschknaller (ja, so weit sind wir schon, die Evolution ist wortwörtlich am stinkenden Ende angekommen) aus einer vergleichbaren CGI-Tonne wie bei den Filmvergewaltigern mit dem kreativen Titeldiebstahl nah an einer Copyrightklage. Ohne Michael Gross als Waffenstricher Burt wäre hier komplett der Ofen aus. Für ein bis zwei kleine Momente kann er noch herhalten (und damit wären wir erneut bei THE ASYLUM: Die beste Szene hier wurde praktisch für das Finale von „Sharknado“ stibitzt, wie passend). Alles andere ist das, was leider zu erwarten war. Man hätte die Würmer in Mexiko beerdigen sollen. So beerdigt sich die Reihe selbst. Qualitativ, nicht faktisch. Alles hat ein Ende, nur der Wurm hat zwei.

3,5 von 10 Heckantrieben





Fakten:
Tremors 4 – Wie alles begann (Tremors 4: The Legend Begins)
USA, 2004. Regie: S.S. Wilson. Buch: S.S. Wilson, Brent Maddock, Nancy Roberts, Scott Buck. Mit: Michael Gross, Sara Botsford, Billy Drago, Brent Roam, August Schellenberg, J.E. Freeman, Ming Lo, Lydia Look, Sam Ly u.a. Länge: 101 Minute. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Nevada, 1889: Während der Arbeiten in einer Silbermine kommen 17 Arbeiter ums Leben. Besitzer Hiram Gummer kommt in die Stadt, um den Vorkommnissen auf den Grund zu gehen. Der Rest ist, mehr oder weniger, Geschichte…




Meinung:
Flinkes Händchen, aber keinen Rückspiegel.
Das (bisherige) Finale der Raketenwurmsaga. Ein Prequel, na klar, allerdings gar keine so dumme Idee. Der Drops war nach dem fatalen dritten Teil eh gelutscht, als im Wilden Westen angelegte Vorgeschichte ist da durchaus noch was rauszuholen. S.S. Wilson übernimmt nach dem starken zweiten Teil wieder die Regie und es ist zu erkennen, dass er sich mehr Mühe gibt als sein Autorenkollege Brent Maddock, der bei Teil 3 Regie führen durfte und ihn zur billigen, CGI-geschwängerten Lachnummer verkommen ließ. Vielleicht auch abgeschreckt dadurch geht Wilson das Projekt viel zu ernst an, der Witz der Vorgänger (der nur beim letzten Auftritt zu blöd war) wird stark vermisst. Ein gewisser Charme in Form durch Anspielungen auf die vorherigen Teile ist klar vorhanden (allein, dass einem Gummer erst das Schießen beigebracht werden muss, beste Idee des Films), generell gefällt die Kreuzung aus Western und Creature-Film. Lange nicht so schäbig hingerotzt wie der direkte Vorgänger, nur wirklich nötig oder gar gut ist auch „Tremors 4 – Wie alles begann“ nicht. Bemüht, das könnte man noch gelten lassen. Richtig schön und dem Retro-Setting angepasst: Die Monster sind wieder handgemacht. Schon deshalb eine Steigerung. Es gibt viel schlimmere Sequels bzw. Prequels, hier wurde sich noch halbwegs angestrengt. Das kann man von wenigen DTV-Nachlegern in der dritten Generation behaupten. Gemessen an dem Standard ist selbst ein „Tremors 4 – Wie alles begann“ recht solide. Braucht kein Mensch, aber hey, wer braucht schon so einige aktuelle Kinofilme? In Anbetracht dessen bald lieber so was. 

4 von 10 Urahnen mit Schnauzer

Review: TREMORS - IM LAND DER RAKETENWÜRMER – Die überdimensionale Gefahr aus dem Erdreich

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Fakten:
Tremors – Im Land der Raketenwürmer (Tremors)
USA. 1990. Regie: Ron Underwood. Buch: Ron Underwood, Brent Maddock, S.S. Wilson. Mit: Kevin Bacon, Fred Ward, Ariana Richard, Michael Gross, Victor Wong, Reba McEntire, Charlotte Stewart, Richard Marcus, Finn Carter u.a. Länge: 96 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Auf Blu-ray und DVD erhältlich.


Story:
Obwohl das staubige Nest in der Wüste Nevadas auf den Namen Perfection hört, ist die Lage für die recht geringe Bevölkerung alles andere als perfekt. Nachdem der Boden zum ersten Mal zu starken Erschütterungen neigte, gingen die ersten Behauptungen in Richtung eines Erdbebens, doch falsch gedacht: Unter dem Wüstenkaff lauert ein gehöriges Nest prähistorischer Raketenwürmer, die sich rasend schnell durch den trockenen Boden graben und nur darauf warten die Bewohner in ihr unterirdisches Nest zu zerren. Die Bewohner Perfections sagen den stinkigen Würmern
jedoch den Kampf an…






Meinung:
Auch wenn es oft paradox erscheint und die strikte Humorlosigkeit des Feuilleton im Umgang mit kinematographischen Unsinn ein Teil der forcierten Autorität sein mag: Kritiker sind, genau wie jeder anderer Geek, nicht jeder Art von oberflächlichem Quatsch gänzlich abgeneigt.  Nur wie muss ein solcher Film aufgezogen sein, damit er auch in professionellen wie prädestinierten Fachkreisen auf positive Resonanzen stoßen darf? Es handelt sich dann wohl um ein Werk, dass sich zwar mit einer reichlich bescheuerten Story schmückt, sich darüber hinaus ihrer eigentlichen Banalität aber vollkommen im Klaren ist und den aufgesetzten Trash-Rahmen so leise untergräbt, ohne intelligenter zu sein als es das Konzept schlussendlich zulassen würden – Der Metaradar darf Schweigen bewahren. Ein Musterbeispiel dafür ist Ron Underwoods B-Movie-Kult „Im Land der Raketenwürmer“ aus dem Jahre 1990. Ein wunderbarer Beweis mit resolutem Widerhall dafür, dass es eben nicht immer das bedrückende Format eines Michael Haneke („Das Weisse Band“) sein muss.


Ob das Arsenal reichen wird? 
Wer die Vermutung aufstellt, „Im Land der Raketenwürmer“ würde über eine ausgereifte Dramaturgie mit versierten Charakteren verfügen, der wird nach Ablauf der 90 Minuten Spielfilmdauer zwar eines Besseren belehrt worden sein, die Stigmatisierung, dass Ron Underwood einen vollends dummen Streifen abgeliefert hat, ist an dieser Stelle aber ebenso ungerechtfertigt. Es ist eben ein eklatanter Unterschied, ob sich ein Film als eigenständiges Machwerk in grenzenloser wie unfreiwilliger Blödheit vergräbt oder ob er sich nur vordergründig einem – zugegeben – recht transparenten Duktus anschließt, der aber vielmehr einem ganz anderen Zweck dienlich ist: Nämlich der tributzollenden Hommage. Und für einen standesgemäßen Kniefall sollte man sich nicht nur gewisse Genre-Filme zu Gemüte geführt haben, man sollte sie auch mit dem eigenen Herzblut in Verbindung bringen können, um  sich in die intentionale Ausarbeitung hineinversetzen zu können. Auch unter diesem Aspekt geht die kreativ kalkulierte Rechnung in „Im Land der Raketenwürmer“ über die gesamte Laufzeit vollends auf.


Unerwünschter Besuch taucht auf
Es fängt wie immer bei der allgemeinen Charakterzeichnung an, die in „Im Land der Raketenwürmer“ natürlich keine Imitationen der Kunstauffassung des Ingmar Bergmans darstellt – Aber warum auch? In diesem Fall genügt es doch, zwei sympathische Haudegen in den Fokus zu rücken, die ähnlich handeln würden wie der Zuschauer und den emphatischen Zugang zum Geschehen ermöglichen, was wiederrum bedeutet, dass der Handlungsverlauf zu keinem distanzierter Staffellauf verkommt, sondern die Charaktere zusammen mit seinem Publikum einbindet. Mit Kevin Bacon als Valentine McKee und Fred Ward als Earl Bassett hat man ein charismatisches und cleveres Hauptgespann gefunden, dass den Ansprüchen ohne Probleme gerecht wird, gerade weil sie nicht nur von der individuellen Popanz zehren, sondern ein Eigenleben zugesprochen bekommen. Genau wie die kauzigen Nebenfiguren,  die mit Finn Carter als Seismologiestudentin Rhonda und Michael Gross und Rebe McEntire als herrliche Lobbyistenkarikaturen wunderbar besetzt wurden.


Wenn „Im Land der Raketenwürmer“ etwas richtig gut beherrscht, dann ist es den Zuschauer von Anfang bis Ende im höchsten Maße wunderbar zu unterhalten. Natürlich ist die Basis vollkommen schwachsinnig, aber der Film will sich weder als verblödeter Unfug, noch als durchgehend logisches Unterfangen vermarkten, sondern hat das Herz am rechten Fleck und manifestiert sich immer deutlicher als waschechte Hommage an die amüsanten Monsterstreifen der goldenen Ära. Da wird dann mit dramaturgischen Klischees gespielt und mit so mancher Überhöhung jongliert, aber alles bleibt sich und seinem kreierten Universum durchgehend treu, ohne auch nur einmal über das mit orangenem Schnappoidenblut markierte Ziel hinauszuschießen. „Im Land der Raketenwürmer“ ist ein entzückendes B-Movie mit Hingabe und Leidenschaft, mit Kreativität und Innovationskraft; Kino ohne Verfallsdatum, wenn man so will, welches auch nach dem 10. Mal ohne Abnutzerscheinungen auftritt und einfach jede Menge Spaß macht. Herrlich.


7 von 10 Zerplatzenden Riesenwürmern


Von Souli