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Review: THE RIDICULOUS 6 – Blödelalarm im wilden Westen

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Fakten:
The Ridiculous 6
US, 2015. Regie: Frank Coraci. Buch: Tim Herlihy, Adam Sandler. Mit: Adam Sandler, Taylor Lautner, Luke Wilson, Rob Schneider, Jorge Garcia, Terry Crews, Nick Nolte, Steve Buscemi, Danny Trejo, John Turturro u.a. Länge: 119 Minuten. FSK: Ungeprüft. Ab sofort im Stream per Netflix verfügbar.


Story:
Tommy ist als Waisenjunge von Indianern großgezogen worden. Als sein Vater von Cowboys
gefangen genommen wird, denen er Geld schuldet, will der Sohn ihn befreien. Auf seiner
turbulenten Rettungsmission, auf der er das benötigte Geld von Kriminellen stehlen will, trifft er auf seine fünf Halbbrüder, die sich ihm anschließen, um den gemeinsamen Vater zu retten.

                                                                                  
Meinung:

Adam Sandler. Diese zwei Wörter alleine genügen schon, um bei vielen Menschen ein genervtes Augenrollen oder gereiztes Zähneknirschen zu verursachen. Der amerikanische Schauspieler, welcher meist in Komödien mitwirkt, welche einen gelinde gesagt höchst speziellen Humor bedienen, polarisiert seit eh und je. Nun hat Sandler zuletzt wieder für kontroverse Aufmerksamkeit gesorgt, nachdem er mit dem äußersten beliebten Streaming-Dienst Netflix einen Deal abgeschlossen hat. Aus dieser Zusammenarbeit sollen insgesamt vier Filme entstehen. Mit "The Ridiculous 6" ist jetzt der erste Film erschienen, den man sich ab sofort ansehen kann, sofern man ein Netflix-Abo besitzt.

 

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So sieht er aus, der Schrecken des Wilden Westens
Der Streifen ist als Parodie auf klassische Western, speziell "Die glorreichen Sieben", angelegt und erzählt die Geschichte eines unter Indianern aufgewachsenen Waisenjungen, der sich auf eine Mission macht, um seinen Vater aus der Gefangenschaft kaltblütiger Cowboys zu befreien. Auf seiner Rettungsaktion trifft er nach und nach auf seine verschiedenen Halbbrüder, die sich ihm anschließen. Man braucht gar nicht lange drum herum reden: Wer Adam Sandler bislang nicht mochte, seine Komödien nicht im Ansatz witzig fand und seine ganze Art infantil bis peinlich einstufte, wird auch mit "The Ridiculous 6" auf keinen Fall eines Besseren belehrt. Obwohl der Streifen anfangs eine fast schon ernst gemeinte Handlung andeutet, die sich an klassischen Western- Motiven orientiert, verpufft dieser Ansatz des ernstgemeinten Geschichtenerzählens ebenso schnell wieder. Spätestens ab dem Moment, in dem Hauptfigur Tommy aka "White Knife", natürlich gespielt von Sandler selbst, auf den ersten seiner insgesamt fünf Halbbrüder trifft, verwandelt sich der Film zur typischen Blödel-Parade, wie sie so ziemlich jeder Film bisher war, in dem Sandler mitgespielt hat oder am Drehbuch beteiligt war.

 

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Sicher Papas ganzer Stolz...
Der Humor des Streifens ist dabei vielfältig gestreut, aber praktisch zu keinem Zeitpunkt auf positive Weise. Mal zünden die Gags kein bisschen aufgrund des miserablen Timings, mal sind sie niveaulos und laden zum Fremdschämen ein und überwiegend stimmen sie einfach nur ratlos, ob man nun lachen soll oder ob dieser fast schon als Anti-Humor zu bezeichnende Klamauk überhaupt lustig gemeint ist. Ehrlicherweise muss man zugeben, dass so mancher Witz derart surreale Ausmaße annimmt, dass man durchaus schmunzeln darf, doch diese Momente sind spärlich gesäht. Was einen außerdem zutiefst ratlos stimmt, ist die Riege an durchaus begabten Schauspielern, die sich mal wieder für solch einen Film verpflichten ließen. Was sich Darsteller wie Steve Buscemi, Harvey Keitel, Nick Nolte, Luke Wilson oder John Turturro dabei dachten, für ihre mitunter kurzen und umso beschämenderen Rollen zu unterschreiben, lässt sich einfach nicht begreifen. Hier fällt lediglich Taylor Lautner positiv auf, dessen Darstellung des geistig zurückgebliebenen Lil´ Pete zwar überwiegend für die gleichen Späße verwendet wird, aber aufgrund des herrlich gegen sein Image besetzten Schauspielers trotzdem gut unterhält.


Fast schon bizarr ist überdies der völlig inkonsistente Tonfall, bei dem der mit geschlagenen zwei Stunden Laufzeit mindestens eine halbe Stunde zu lang geratene Streifen andauernd andere Stimmungen einschlägt, die nie zusammenpassen wollen. Eine ernst gemeinte Geschichte, die bisweilen sentimentale bis herzerwärmende Szenen evozieren möchte, trifft dabei auf eine respektlose Parodie voller absurder Zoten und rassistischer Stereotype, während auf harmlose Kalauer auf einmal unerwartet brutale Gewalteinschübe folgen. Sicherlich kann man dem Film seine Produktionswerte nicht absprechen und "The Ridiculous 6" ist solide gefilmt, mit einladenden Western-Kulissen und prächtigen Landschaftspanoramen. Dieser Aspekt und vielleicht 3-4 amüsante Momente machen aber noch längst keinen gelungenen Film.

3 von 10 Brustwarzen

von Pat

Review: TRACERS - Run, Taylor. Ruuun!

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Fakten:
USA. 2015. Regie: Daniel Benmayor. Buch: Kevin Lund, Leslie Bohem, Matt Johnson, Matthew Johnson, T.J. Scott. Mit: Taylor Lautner, Marie Avgeropoulos, Adam Rayner, Rafi Gavron, Luciano Acuna, Josh Yadon u.a. Länge: 90 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Ab dem 28. Mai 2015 im Kino.


Story:
Cam braucht ganz dringend Geld und trifft auf die reizende und überaus sportliche Nikki. Nun denkt er sich, dass er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann, wenn er in Nikkis Parkour-Clique mitmachen darf, die nebenbei auch noch mittels Diebstählen ordentlich Geld verdienen.





Meinung:
„Twilight“ ist Geschichte und die Schauspieler müssen sich neue Projekte suchen, um sich nicht zu langweilen. Kristen Stewart und Robert Pattinson scheinen sich auf kleinere Filme zu konzentrieren, in denen ihre schauspielerischen Fähigkeiten auf die Probe gestellt werden (und das auch noch äußerst erfolgreich für Ms. Stewart). Jacob Black-Darsteller Taylor Lautner dagegen  ist nun nach „Atemlos“ in einem weiteren Actionfilm zu sehen. Mit 11 Millionen Dollar wurde der Regisseur Daniel Benmayor betraut, der ansonsten in seiner Filmographie nicht viel vorzuweisen hat - abgesehen vielleicht von einem Film über Paintball. Dieser Film jedoch beschäftigt sich mit der Sportart, die Parkour genannt wird und bei der es darum geht, durch die Stadt zu hetzen und dabei Autos, Häuser, Treppen und alles andere möglichst stilvoll zu benutzen und überwinden. Weil das dem Laien aber ein wenig ziellos vorkommen mag, nutzt die Truppe um Cam (Lautner) ihre Fähigkeiten, um erfolgreich von Diebstählen zu entkommen.


Einsatzbesprechung der Marke "Tracers"
Fünf Leute zeichnen für das Drehbuch verantwortlich. Fünf. Da möchte man echt meinen, dass fünf kreative Köpfe es schaffen sollten, mehr als nur Schema F hinzurotzen. Aber offensichtlich verlangt man da zu viel. Regie und Buch halten sich ebenso brav an alle festgefahrenen und starren Regeln der Kunst des 08/15-Filmes, wie sie in so vielen anderen billig produzierten Actionfilmen zu finden sind. Das kann man als Solidarität auffassen - oder als Faulheit. Allerdings, nach etwa 20 Minuten, plärrt einem der Soundtrack „We’ve seen it all before“ entgegen. Ist das etwa ein Anflug von Selbstironie? Nein, leider nicht, wer Humor erwartet ist hier bei der falschen Adresse. Nein, bei der Auswahl des Liedes ging es eher um die Zeile „Hey you“. Cam hat nämlich  grad die Frau entdeckt hat, die er gesucht hat seit sie einen intimen Moment hatten, weil er mit seinem Fahrrad in sie gerumst ist. Humor geht weite Wege; „Tracers“ kann damit jedoch keine Pluspunkte sammeln. Das würde ja aber gar nicht weiter stören, schließlich gibt es genug ernste Actionfilme, die auch ohne die modern gewordene, mal schlecht mal recht ausgeführte Selbstironie auskommen, wenn der Film in anderen Kategorien punkten könnte.


Mit Bart und Knarre. Hach, der Taylor wird erwachsen
Angefangen bei der Inszenierung, nicht jener der Actionszenen, sondern der Inszenierung an sich. Die ist nämlich die reinste Baustelle und zeugt von einem Desinteresse des Regisseurs. Desinteresse daran, eine flüssige Geschichte zu erzählen. Und Unfähigkeit im Umgang mit Spannung, Handlungssträngen, Timing, ach, es gibt so viele Problemzonen, dass man sie nur an zwei oder mehr Händen abzählen kann. Der Film braucht geschlagene 30 Minuten (also ein Drittel seiner Laufzeit) um auf den ersten Punkt zu kommen. Um dem Zuschauer eine Richtung vorzugeben, in die es gehen soll. Vorher schaut man einfach nur Leuten zu, die einen nicht interessieren und die irgendwas machen. Es wird einem nicht klargemacht, ob es sich nun um Statisten oder Protagonisten handelt. Harmonie oder Chemie zwischen den Darstellern gibt es gar nicht, was nicht einzig und allein an Lautner und Konsorten liegt, sondern auch an der Regie, die jegliche Stimmung im Keim erstickt. Momente, in denen die Chemie deutlich werden soll, stechen bloß hervor, weil die ständig wummernde Dubstep-Mucke verstummt und sich zwei Menschen im Close-Up in die Augen schielen. Das soll aber nicht heißen, dass die Schauspieler schuldlos seien, ganz bestimmt nicht. Deren Darbietungen ließen sich nämlich wohl am besten als „anwesend“ zusammenfassen.


Hü-Hüpf. Lautner als Flip
Dass die Verantwortlichen des Films Nichtskönner sind, wird jedoch am schmerzlichsten in den Actionszenen deutlich, was verdammt schade ist, da es sich hier um einen Actionfilm handeln soll. Spannung kommt in den Szenen nicht auf, Hektik wird mit Wirrwarr verwechselt, unterhaltsam ist der Schmarn auch nicht und als wäre das noch nicht genug, sind auch die Parkour-Läufe an sich nicht wirklich atemberaubend anzusehen. In einem Film, der ein Synonym der Sportart als Titel trägt, ist das nicht weniger als eine Schande. Benmayor versucht das Publikum mit einer Geschichte, die keine Lächerlichkeit auslässt, für dumm zu verkaufen. Dies tut er jedoch so offensichtlich und direkt, dass es nicht funktioniert, wenn man mit einem halben Auge und Ohr bei der Sache ist. Es wird nämlich ein Fehler begangen, den man wirklich erst einmal machen muss: Der Zaubertrick wird dem Publikum erklärt, bevor er überhaupt vorgeführt wird. Enttäuschung ist da zwangsweise vorprogrammiert. Da muss sich dann auch keiner der Beteiligten wundern, wenn das mit der Spannung ein Satz mit „x“ wird. Alfred Hitchcock erklärte einmal den Unterschied zwischen Surprise und Suspense so, dass man von der Suspense viel länger filmisch profitieren kann. Während Suspense über Minuten hinweg das Publikum in Atem halten kann, beeinflusst die Surprise nur für ein paar Sekunden die Gefühlswelt. Die Produzenten dieses Films scheinen das nicht zu verstehen.


Der langen Rede kurzer Sinn: Der Film taugt nichts. Lautner fährt Fahrrad und liefert sich dann später ein Schwanzmessen nach dem anderen mit Parkour-Futzis, die allesamt einen Namen aber keinerlei Profil haben. Manchmal nicht einmal das. Cam ist erst eine schwitzende Version ohne Lippenschluss vom Transporter Frank Martin und dann später irgendein Typ, der zu schnell beleidigt ist. In den 90 Minuten Laufzeit gibt es ganze drei oder vier Parkour-Szenen, die nicht wirklich beeindrucken, weil zwei davon ohne erkennbares Ziel oder irgendeine Motivation im Film sind. Wenn sich dann aber doch eine Jagd in den Film verirrt, dann nimmt sich der Film dank deppenhaftem Schnitt den Wind selbst aus den Segeln. Die Zeit zwischen den Actionszenen ist quälend lang und derart dumm, langweilig und aufgewärmt ausgefüllt, dass es wirklich besser gewesen wäre, das Endprodukt lieber um 10-15 Minuten kürzer ausfallen zu lassen. Interessant, neu, fulminant ist an diesem Film gar nichts geworden, abgesehen von den Fehlern und Böcken, die sich der Stab immer wieder leistet und die einen glauben lassen, dass es komischer nicht mehr werden kann, bis man ein weiteres Mal eines Besseren belehrt wird.


3 von 10 Regisseuren, die nicht wissen, was ein Twist ist


von Smooli

Specials: Von Depri-Nüssen und Furzkissen - Die TWILGHT-SAGA in unserer Review

2 Kommentare:



Die Marketing-Experten haben uns gesagt, wir sollten auch mal feminine Themen abhandeln. Also haben hat unser stu die "Twilight"-Saga sich angesehen und seine Meinung zu jedem einzelnen Teil niedergeschrieben. Okay, ob uns das wirklich mehr weibliche Leser bringt bleibt abzuwarten, aber zumindest haben wir stu so tiefe, seelische Narben zugefügt. Also Ladies (und evtl. auch Gentlemen) hier kommt fünfmal oldschooliger "Twilight"-Hass.





Twilight- Bis(s) zum Morgengrauen


Keine Überlichtung. Das sieht wirklich so aus.
Neben "Harry Potter" gehört die "Twilight" - Serie zu den bekanntesten und erfolgreichsten Romanen der letzten Jahre. Autorin StephEnie Meyer entstaubt in ihren Büchern alte Blutsaugermythen und verbindet dies mit jugendfreier Romantik und konservativen Moralbotschaften: Die Verfilmung des ersten Bandes tut es genauso. Dabei haben die Caster einen semi-guten Job gemacht, denn die Darsteller von Bella und Edward geben optisch vielleicht ein hübsches Pärchen ab, doch ihr Spiel wirkt unterkühlt und schmerzlich laienhaft, was dadurch verstärkt wird, dass das Drehbuch die Liebe zwischen Girl und Vampire in arg gekünstelte Bahnen lenkt, was zumindest in Sachen unfreiwilliger Komik Vorteile hat. So amüsiert das erste Kennenlernen zwischen Mensch Bella und der Vampirfamilie Cullen und wird so zu einem willkommenen Intermezzo in all der süßlichen und esoterischen Romantik, der es auf Dauer einiges an Leidenschaft fehlt. Aber wahrscheinlich lieben sich Bella und Edward genauso wie es sich 14-jährige Mädchen vorstellen, so gesehen ist das Buch wie auch der Film überaus konsequent, oder um in der Sprache eines Produzenten zu sagen, "der Film ist perfekt auf die Zielgruppe abgestimmt". Der Erfolg gibt den Produzenten recht, behaupten zumindest die Produzenten.

2,5 von 10 starrenden Vampiren



New Moon - Bis(s) zur Mittagsstunde

Er ist wirklich schockierend, dieser zweite Teil der „Twilight-Saga“. Damit ist aber nicht gemein, dass der Kampf um Bellas Liebes irgendwelche intensiven Spannungsschrauben in Gang setzt, eher im Gegenteil. Schockierend ist „New Moon“ vielmehr deshalb, weil er qualitativ auf dem Boden liegt, ungefähr so wie ein Vampir mit einem Pflock im Herzen. „Twilight“ gehört seit einigen Jahren zu der Gattung der Phänomene. Ähnlich wie einst Harry Potter bissen sich die Romane von Frau Meyer an der Spitze der Bestseller-Listen fest und eine gigantische Schar von Fans gruppierte sich darum, wie die Motten um Lichts. Das Hollywood die Autorin umgarnte ihre Werke zu verfilmen war da keine Überraschung genau wie sein kommerzieller Erfolg. Doch bereits beim ersten Film fiel auf, dass anders als etwas beim Zauberlehrling mit der Rundbrille, die von Meyer erdachte Welt eher etwas zweitklassig daher kommt. Klar, die Darsteller sahen alle schön aus, aber so richtig überzeugend waren sie nicht, ganz im Gegenteil zu ihrem Teint, der so blass war, dass so mancher Gruftie grün vor Neid wurde.


Romantisches anstarren per excellence
Teil eins, war gewiss kein guter Film. Er erfüllte brav die Anforderungen: Hübsche Darsteller, etwas Mystik und bitte alles schön sauber. Teil zwei geht noch Schritt weiter. Da die Hauptdarsteller mittlerweile zum wahren Objekten verkommen sind, scheint sich „New Moon“-Regisseur Chris Weitz mehr dafür zu interessiere wie man sie am hübschesten in rechte Licht setzt. Die Dramaturgie der Geschichte bleibt dabei auf der Strecke. Allgemein ist die Handlung eh ein müder Witz. Die Fans werden vielleicht seufzend dahinschmachten wenn die gute Bella wieder einmal ihren blassen Loverboy Edward sieht. Dass dies nur dann passiert wenn Bella sich in Gefahr bringt, fühlt sich dabei keineswegs nach einem Element des Mysteriösen an, sondern vielmehr nach einem Drehbuch, dass selbst so mancher Soap Opera peinlich wäre. Ähnlich platt und kaltschnäuzig wie in einer Seifenoper geht es dann auch bei „New Moon“ zu. Mag sein dass es sich um Liebe handelt, aber mit sonderlich viel Leidenschaft wurde dies nicht auf Zelluloid gebannt. Wer braucht schon Liebe wenn es genug Fans gibt? Die Hysterie rund um Edward, Bella und Jacob lässt keinen Platz für den eigentlichen Film. Es kommt einem so vor, als ob es auch gereicht hätte Robert Pattinson einfach nur 90 Minuten mit Dackelblick in die Kamera starren zu lassen. Es ist so unendlich traurig, denn Pattinson ist vielleicht ein guter Schauspieler, mit so einer langweilig konzipierten Figur wie Edward, dem Darling unter den Nachtwesen, wird er es aber nie beweisen können. Eine unwahrscheinlich große Belastung für einen Darsteller, vor allem diese eine Rolle wieder los zu werden. Interessant ist aber durchaus, dass es Pattinson mit nur einer Rolle geschafft sämtliche Schlagzeilen zu füllen. Dass er bereits in „Harry Potter und der Feuerkelch“ mitgespielt hat, wissen die wenigstens und trotzdem kommt es einem so vor, als ob er ein alter Hase wäre und dies nur deshalb, weil ich immer wieder mit unsäglich Klatschmeldung in den Medien zu finden ist. Und die Fans seufzen vor Glück.


Keine Panik, der Kerl oben ohne läuft immer so rum
„New Moon“ ist eigentlich eine Frechheit. Wenn man bedenkt mit welcher Promo der Film auf die Kinowelt zugerast ist, besitzt der Film eigentlich fast nichts. Die wenigen Effekte sind katastrophal. Die Verwandlungen sehen einfach nur stümperhaft. Der Verlauf der Gesichte ist so klar wie 4qm Plexiglas und die Metaphern, die bereits die Bücher füllten, wirken antiquiert, jedoch nicht in einer romantischen, sondern eher in einer peinlichen Form. Die Symboliken von Vampiren sind alt. Dass „gebissen werden“ von einem Vampir kann, vor allem in der „Twiliht-Saga“, als Akt der Entjungferung angesehen werden. Da Edward seine Bella aber vorher erst ehelichen will, bleibt alles gesittet, familienfreundlich, brav und langweilig. Die Bücher und Filme tun zwar so, als ob es um etwas Dunkles geht, eigentlich sind es aber nur konservative Lobgesänge auf die alten Sitten. Kein Sex vor der Ehe. Immer Bitte und Danke sagen. Vater und Mutter ehren. Vielleicht sehnt man sich in dieser Welt aus Schmutz und Fehlern nach solch einem System der Ordnung. Es ist natürlich nicht das erste Mal, dass solch ein Zwiespalt Erfolge feiert. Wer erinnert sich nicht an Britney Spears, die meinte erst zu heiraten und dann Sex zu haben, zeitgleich aber Songs wie „Hit me Baby one more Time“ zum Besten gab. Zumindest muss man bei dem zweiten Teil solchen musikalischen Terror nicht ertragen. Der Soundtrack ist gelungen.


Vampire, Werwölfe, Teenager in der Pubertät. Gleich drei Monster in einem Film. „New Moon“ erweist sich als seichtes, kitschiges und ausgesprochenes mutloses Werk, dass mit seiner qualitativ eher schlechten Machart zeigt, dass man sich wohl einiges erlauben kann, solange es nur genug Fans gibt, die ihre Helden anseufzen. Wirklich schade, denn gute Romanzen gibt es wahrlich genug und dass solch ein elendes Werk wie „New Moon“ nun so viel Aufmerksamkeit erhält ist wirklich beschämend. Und die Fans seufzen ...

0 von 10 Seufzern



Eclipse - Bis(s) zum Abendrot

"Eclipse" ist der beste Teil der Vampir-Soap. So. Dies soll aber nicht heißen, dass er wirklich gut ist. Im Gegensatz zum lethargischen ersten Teil und dem katastrophalen "New Moon", der für cineastische Masochisten wahrlich ein Freudenfest ist, besitzt der von David Slade inszenierte Film aber wenigstens ein paar interessante Momente, die allesamt jedoch nichts mit dem dösigen Liebes-Heck meck zwischen Kalkleiste Edward, der depressiven Nuss Bella und dem wandelnden Sixpack Jacob zu tun. Nein, die Romantik in "Eclipse" ist genauso kalt, aufgesetzt und unbeschreiblich billig wie in den Vorgängern, was zu gleichen Teilen dem (Dreh-) Buch, sowie den miserablen Schauspielleistungen zu schulden ist.


Wieso die Reihe als homoerotisch gilt? Keine Ahnung.
Was im dritten Teil gelungen ist, sind die wenigen Vorgeschichten der anderen Vampire, die Slade ganz ansehnlich in Szene gesetzt hat. Des Weiteren gelingt es dem Regisseur zumindest ansatzweise ein paar nette Horrorelemente einzufügen. Die sind zwar so kurz und zahm dass keine schwärmende Zahnspangenträgerin verängstigt wird und in ihr Pattinson-Taschentuch heulen muss, bringen dafür aber ein bisschen Abwechslung ins grottige Liebes-Wirrwarr. Am Ende sind diese Bemühungen nicht mehr als ein kleiner, einsamer Bluttropfen in einem leeren Blutsaugermagen, denn auch "Eclipse" ist wie die Vorgänger eine Katastrophe. Eine Katastrophe die weder ihren Hype noch den dazugehörigen Erfolg verdient hat. Die Ausnahme: Man mag esoterisch-konservatives Bla gemixt mit jugendfreier Homoerotik (so ist es nun mal liebe Zahnspangenträgerinnen) und einer lieblos und willkürlich wirkenden Geschichte, die nun auch noch in einem zweigeteilten Finale weitergeführt wird. Aber warum  Jammern um den gesplitteten Liebes-Showdown "Breaking Dawn", der diese krude Kein-Sex-vor-der-Ehe-Allegorie wohl in neue finanzielle Höhen hebt? Ich sehe es positiv: Nur noch zwei Filme und dieser Mist ist endlich vorbei.

3 von 10 von Zahnspangen im Hormonrausch



Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht - Teil 1

Nach dem Teil 3 (vor allem im Gegensatz zum katastrophalen „New Moon“) etwas Frischluft in die Reihe brachte, setzt sich Regisseur Condon bei der vampirischen Mormonenparade wieder auf das Furzkissen und lässt somit das bisschen Luft wieder raus. „Breaking Dawn – Teil 1“ ist wieder so schnarchig wie es eben nur geht. Für alle, die von Vampiren und Werwölfen außerhalb der müden Romanze nichts gehört haben, gibt es aber wenigstens ein paar gruselige Momente. Krass! Na ja, nicht wirklich. Die oft zitierte Geburtsszene ist im Gegensatz zum Rest des Franchises explizit, zumindest wenn man sonst in Filmen bei härteren Szenen  wegguckt oder noch nie das Nachmittagsprogramm der Privaten gesehen hat.


Wieso qüangeln? "New Moon" schauen ist viel schlimmer.
Hm… irgendwie erinnert mich das mit der Geburt wieder an ein Furzkissen. Man platziert es, wartet dass einer sich drauf setzt und bekommt dann endlich nach viel Warterei den unechten Pups zu hören. Ist bei „Twilight“ genauso. Drei Teile lang wartete man auf die Hochzeit. Danach wurde das Kissen wieder platziert, nur dass man diesmal keine 3 Filme sondern nur eine zähe, uninspirierte Stunde auf den gasigen Ausdunst warten muss. Statt einer Blähung kommt eben ein Baby raus. Dass das Baby Mutter Bella aka die Depri-Nuss innerlich ausmerzt hab ich erst recht spät bemerkt, denn Kristen Stewart spielt wie in den Vorgängern auch mit nur einem Gesichtsausdruck. Schwach, aber es passt zu den anderen Darstellern. Auch der Werwolf-Bubi braucht diesmal nicht einmal 4 Sekunden bis er sich seiner Oberbekleidung entledigt. Neuer Rekord. Glückwunsch.


Das größte Ärgernis ist dann aber nicht das miese Spiel, die für solch ein großes Projekt eher zweitklassige technische Umsetzung, sondern viel mehr, dass das Romantische nicht ankommt. Die Gefühle wirken so echt und ehrlich die Chinas Bemühungen für mehr Menschenrechte. Allerdings, dass muss ich ehrlich zugeben, zeigt die „Twilight“-Reihe eine netter Alternative für alle bleichen Emo-Girls im Teen-Alter: Bist du einsam und der Weltschmerz bringt dich um (so was nennt man Pubertät), dann ritz dich nicht, heirate lieber einen Vampir. Allerdings mit dem Sex warten bis zur Hochzeit und Verhütung ist auch voll scheiße. Wenn ich so überlege, dann könnte ich fast glauben der neue Graf Dracula sei der Papst. Glitzert Franziskus im Sonnenlicht?

1,5 von 10 Furzwitzen



Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht - Teil 2


Wie bereits beim Finale von Harry Potter wurde auch das letzte Kapitel der so geliebten wie gehassten „Twilght“-Saga zweigeteilt. Genau wie beim Zauberschüler mit der Brille bleibt eine Frage im Raum stehen: Warum? Die Antwort der Produzenten, dass das Finale zu viel Stoff bietet für nur einen Film erweist nun endgültig als Lüge. „Breaking Dawn“ verfügt gerade einmal über so viel Inhalt, dass ein Film damit vernünftig gefüllt werden könnte. Jetzt sind es eben zwei, die dafür umso mehr Leerstellen haben. Andererseits, wer kann es den Geldgebern verübeln? So eine Cashcow muss gemolken werden, solange der Hype noch warm ist und das nächste Franchise scharrt bestimmt schon mit den Hufen.


Und so bekam Stewart die Rolle in "Snow White..."
Der große Showdown der VampRom (yay, eine neue Genrebezeichnung) wird all denen Gefallen, die bereits bei den Vorgängern über zweitklassige Darsteller, fremdschämige Dialoge, uninspirierte Story, miserable Effekte und moralinsaure Wertvorstellungen hinwegsehen konnten. Ich kann es aber nicht. Vor allem aber verstehe ich es nicht warum Regisseur Bill Condon das Grande Finale der Reihe so hüftsteif und scheinbar ohne echte Klimax inszenierte. Zugegeben, sein Regie-Stil gleicht der Erzählung von Stephenie Meyer: tumb und ohne Verve. Besonders ersichtlich wird dies beim letzten Zusammentreffen zwischen Gut und Böse. Ein epischer Kampf? Eine knallige Entladung aller offener  Diskurse? Nö. Das Ende ist an Kreativ- und Mutlosigkeit kaum zu unterbieten. Zumindest bleibt das steife Gehampel auf einer unterhaltungstechnischen Ebene wie der Rest des Films. Verstärken tut dies darüber hinaus wie scheinbar wahllos hier Erklärungen aus dem Nichts gefischt werden. Miss Meyer hat sich beim Auflösen diverser Konflikte keinerlei Mühe gemacht, was bei der Verfilmung zu fast schon komischen Szenen der Marke „Ach ja, übrigens…“ führt.


Nun ist es also vorbei. All die Jahre, in denen die einen geschmachtet und die anderen (u.a. ich) geflucht haben. Eine Annäherung beider Parteien ist der Filmreihe nicht gelungen. War auch nicht nötig.

2 von 10 mies getricksten CGI-Babys