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Review: STAR WARS: DIE LETZTEN JEDI - Auf zu neuen Pfaden

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Fakten:
Star Wars: Die Letzten Jedi (Star Wars: The Last Jedi)
Regie und Buch: Rian Johnson. Mit: Daisy Ridley, Mark Hamill, Adam Driver, Oscar Isaac, John Boyega, Domhnall Gleeson, Carrie Fisher, Andy Serkis, Laura Dern, Benicio del Toro, Kelly Marie Tran, Gwendoline Christie, Billie Lourd, Peter Mayhew uvm. Länge: 151 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Ab dem 14. Dezember 2017 im Kino.

Story:
Rey (Daisy Ridley), mit den Erfahrungen ihres ersten großen Abenteuers in den Knochen, geht bei Luke Skywalker (Mark Hamill) auf dem Inselplaneten Ahch-To in die Lehre. Luke ist der letzte Jedi, der letzte Vertreter des Ordens, auf dem die Hoffnung ruht, dass Frieden in der Galaxis einkehrt. Doch die Schergen der Ersten Ordnung lassen Meister und Schülerin in der Insel-Idylle nicht lange in Ruhe. Und einer von Lukes ehemaligen Schützlingen, Kylo Ren (Adam Driver), hat die finstere Mission noch längst nicht beendet, die ihm Snoke (Andy Serkis) auftrug…




Meinung:
Vor zwei Jahren gelang es Regisseur J. J. Abrams das wohl beliebteste Filmfranchise aller Zeiten von dem furchtbaren Nachgeschmack der Prequels zu befreien. Er brachte Star Wars mit The Force Awakens wieder auf Kurs und leutete die neue Trilogie mit einem Paukenschlag ein. Doch mit der Zeit wurden die Stimmen derer immer lauter, die dem neuen Film zu große Ähnlichkeiten zu der alten Trilogie und hierbei insbesondere Episode 4 attestieren wollten. Es brauchte also einen frischen Wind in der weit weit entfernten Galaxie. Dieser trat in Form von Rian Johnson auf. Von Beginn an wurde die Wahl des Regisseurs begrüßt und der Cast machte in Interviews immer wieder klar, dass er interessante und auch riskante Entscheidungen getroffen hat. Doch ob das reicht um nun auch die Kritiker von Force Awakens auf seine Seite zu holen?

Die Sorge, dass wir mit The Last Jedi einen zweiten Empire Strikes Back bekommen, erweist sich zum Glück als unbegründet. Rian Johnson beschreitet komplett neue Pfade und geht große Risiken ein. Risiken, die sich meist auszahlen, aber nicht jedem gefallen werden. Als Grundhandlung des Films dient ein recht simpler Konflikt. Das gibt Johnson Zeit und Raum um sich auf die Charaktere und deren Entwicklung zu konzentrieren. Entwicklungen, die mit vielen Überraschungen daher kommen. Überraschend sind diese nicht zuletzt, weil Johnson ein Meister darin ist, den Zuschauer in die Irre zu führen. Immer wenn man denkt, man hätte den Code seines Filmes geknackt, macht er eine 180° Wende. Das hält die Spannung am Leben, die den ganzen Film durchzieht.

Auch visuell beschreitet Johnson neue Pfade, ohne dabei aber den von J.J. Geprägten Stil über Bord zu werfen. The Last Jedi ist ein unheimlich schöner Film, voll von tollen Einstellungen und Ideen. Herausragend sind dabei nicht nur die großen Set pieces, sondern auch kleine Charaktermomente. Beidem widmet Johnson seine volle Aufmerksamkeit und beides präsentiert er in atemberaubenden Bildern, die man sich am liebsten an die Wand hängen möchte. Aufgrund der technischen Möglichkeiten und auch seiner brillianten Ideen, mausert sich The Last Jedi damit zum visuell interessantesten der Star Wars Filme. Wenn man von Effekten spricht, muss man im Bezug auf Star Wars im gleichen Atemzug natürlich auch die Kreaturen erwähnen. Hier beweist Johnson erneut viel Kreativität. Die schon im Trailer angedeutete Casino-Szene wird von den merkwürdigsten Lebensformen bevölkert. Die auffälligsten Neuankömmlinge in der Galaxie sind aber wohl die schon im Vorfeld vielfach diskutierten Porgs. Bei dem süßen Anblick der Pinguin artigen Wesen, machte sich die Sorge breit, dass man hier etwas ähnlich nerviges wie Jar Jar präsentiert bekommt. Doch versteht sich Johnson zum Glück darin, die Porgs genau richtig zu dosieren. Man darf also auch nach dem Film pro Porg sein.

Nicht gänzlich, wohl aber anteilig muss sich Johnson auch für die Leistung seiner Darsteller verantworten. Das ist aber in keinem Fall negativ gemeint, denn der gesamte Cast macht seine Sache außerordentlich gut. Die alten Hasen schlüpfen erneut in ihre Rollen und schaffen es, den Charakteren neue Facetten zu verleihen und die Neuzugänge in Form von Kelly Marie Tran, Laura Dern und Benicio del Toro fügen sich nahtlos in die Welt ein. Alle drei bekommen im Film gut was zu tun und hinterlassen einen bleibenden Eindruck – wenn auch auf komplett unterschiedliche Art und Weise. Keinesfalls unerwähnt sei die großartige Performance von der leider viel zu früh verstorbenen Carrie Fisher, die sich mit The Last Jedi ein würdiges Denkmal setzt und sich mit einem Augenzwinkern von uns allen verabschiedet.

Nach den ganzen Lobgesängen auf Regisseur Johnson, sei auch ein wenig Kritik erlaubt. Im Gegensatz zu J.J., macht dieser wesentlich mehr Gebrauch von CGI. Das bemerkt der Zuschauer weniger in den wirklich toll animierten epischen Szenen, als viel mehr in den kleinen Charaktermomenten. Im Jahr 2017 sollte man als Zuschauer nicht mehr erkennen dürfen, wenn zwei Darsteller vor einem Greenscreen stehen. Insbesondere dann nicht, wenn ein Film so hoch budgetiert ist wie Star Wars. Auch inhaltlich muss sich Johnson einige Vorwürfe gefallen lassen. So ist die Geschichte von The Last Jedi nicht so sauber und flüssig erzählt wie die von The Force Awakens. Johnson macht immer wieder Schlenker, die sich wie Fremdkörper im sonstigen Geschehen anfühlen und den Fluss des Films stören. Ebenso gelingt das ständige hin und her schneiden zwischen den einzelnen Handlungssträngen nicht immer so mühelos, wie es sollte. Das ist zwar alles Meckern auf hohem Niveau und stört den Filmgenuss kaum, hätte aber auch recht einfach vermieden werden können.

Fazit: Mit The Last Jedi beschreitet Rian Johnson neue Pfade, die nicht jedem gefallen werden. Anstatt sich auf das große Ganze zu konzentrieren, widmet sich der Regisseur eher den Konflikten seiner Charaktere. Der von Spannung durchzogene und mit Überraschungen gefüllte Film ist eine würdige Erweiterung der Star Wars Saga, die uns mit großer Hoffnung auf die Zukunft des Franchises blicken lässt.

9 von 10 Porgs

von Tobias Bangemann

Review: STAR WARS: EPISODE VII - DAS ERWACHEN DER MACHT - Ein Film für alle, die das Kino lieben

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Fakten:
Star Wars: Das Erwachen der Macht (Star Wars: The Force Awakens)
USA. 2015. Regie: J.J. Abrams. Buch: Lawrence Kasdan, J.J. Abrams, Michael Arndt. Mit: Daisy Ridley, John Boyega, Adam Driver, Oscar Isaacs, Carrie Fisher, Domhnall Gleeson, Mark Hamill, Peter Mayhew, Andy Serkis, Lupita Nyongo’o, Max von Sydow, Gwendoline Christie, Anthony Daniels, Kenny Baker, Yayan Ruhian, Iko Uwais, Greg Grunberg, Ken Leung, Tim Rose, Kiran Shah, Simon Pegg u.a. Länge: 135 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Im Kino.


Story:
Luke Skywalker ist verschwunden. Die „Erste Ordnung“, die aus dem scheinbar zerstörten Imperium erwuchs, ist auf der Suche nach ihm, genau wie der Widerstand. Hingezogen in diese Suche werden zum einen der Stormtrooper Finn sowie die Schrottsammlerin Rey. Zusammen geraten sie in ein großes wie gefährliches Abenteuer.





Meinung:
Nachdem „Lost“-Creator J. J. Abrams nicht nur dem „Mission: Impossible“-Franchise mit seiner Regiearbeit beim dritten Teil der Reihe wieder neue Impulse verleihen konnte, nachdem John Woo die Serie zuvor mit „Mission: Impossible II“ gnadenlos havarieren ließ, sondern auch dem „Star Trek“-Universum eine gelungene Frischzellenkur mit „Star Trek“ und „Star Trek Into Darkness“ verabreichte, in dem er die aufregenden Geschichten um Captain Kirk und Mr. Spock in ein frisches Prequel-Gewand kanalisierte, stand dem New Yorker Multitalent mit seiner Arbeit an „Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht“ nun seine wohl größte Herausforderung bevor. Ob es sich dabei nun um ein Privileg oder doch eher um eine Bürde handelt, die J. J. Abrams zu stemmen hatte, möchte man als Außenstehender nicht wirklich kategorisieren. In jedem Fall hat es der Filmemacher aber gewagt, sich dem Flaggschiff des Fandom anzunehmen und einer gigantischen Anhängerschaft gestellt, die die Enttäuschungen über George Lucas Prequel-Trilogie noch immer nicht ganz verkraftet hat.


Luke ist aber alt geworden
Es sollte sich bei „Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht“ um einen Film handeln, der sich wie Balsam um die geschundene Fanseele legt. Dies zu betonen wurden die Verantwortlichen im Vorfeld nicht müde; und nachdem erste Bilder vom Set im Internet auf sich aufmerksam machten, auf denen J. J. Abrams nicht vor einem Greenscreen posierte, sondern sich inmitten von handgemachten Modellbauten präsentierte, war die Vorfreude selbstredend schon reichlich angeheizt. Nachdem dann auch der Trailer die Erwartungen innerhalb von gut zwei Minuten noch einmal ins Astronomische potenzierte, sah man sich wie so oft mit einem selbstgesteckten Problem konfrontiert: Der eigenen Erwartungshaltung. Doch egal, wie extrem man sich von „Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht“ endlich wieder einen ECHTEN Star-Wars-Film ersehnt hat – J. J. Abrams kann sich nun endgültig als Künstler definieren lassen, der zu seinem Wort steht. Diese Episode VII ist genau das Werk geworden, welches man sich als Fan des Franchise so inständig gewünscht hat.


Oh schaut doch mal, die Soldaten aus Panem sind auch mit dabei
Mit der glattpolierten Digitaloptik eines „Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung“ und Co. hat „Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht nichts mehr gemein. J. J. Abrams hat erkennbaren Wert darauf gelegt, die Physis zurück ins „Star Wars“-Universum zu bringen, was nicht nur bedeutet, dass wir uns über den abgenutzten Look der Sternenjäger, Frachter und Raumstationen erfreuen können, der uns an das verbogene Metall eines „Krieg der Sterne: Episode IV - Eine neue Hoffnung“ gemahnt. Die Charaktere sind wieder aus Fleisch und Blut, sie leiden, mühen ihre abgekämpften Körper durch die Wüste, durch den Wald, über das Eis – und handeln auch mal aus eigennützigem Antrieb. Mit Finn (John Boyega, „Attack the Block“), Rey (Daisy Ridley) und Poe Dameron (Oscar Isaac, „A Most Violent Year“) bekommen wir Figuren, die sich irgendwann auch in die Ahnengalerie der Serie einreihen dürfen, um ihren rechtmäßigen Platz neben Han Solo (Harrison Ford, „Jäger des verlorenen Schatzes“), Luke Skywalker (Mark Hamill, „Kingsman: The Secret Service“) und Ben Kenobi (Alec Guiness, „Der kleine Lord“) einzunehmen.


Herrje, Uhura ist traurig, aber wieso nur?
Bereits der Auftakt beweist, mit welcher Klasse „Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht“ seine Figuren einzuführen versteht: Während sich der neue Maskenbösewicht Kylo Ren (Adam Driver, „Inside Llewyn Davis“) anfangs als gewissenloses Monstrum darstellt, welches den Genozid an der Zivilbevölkerung des Planeten Jakku veranlasst, verbirgt sich hinter einer Sturmtrupplermontur Finn, der bereits im Kindesalter von der First Order (einem neuen Konzept des Imperiums) rekrutiert wurde, aber nicht in der Lage ist, dem Mord an Unschuldigen auf Kommando beizuwohnen: Sein mit blutverschmierter Held inmitten eines regelrechten Infernos zählt wahrscheinlich zu den eindrucksvollsten Bildern, die das „Star Wars“-Franchise insgesamt hervorgebracht hat. Dass in Finn die helle Seite der Macht stärker als die dunkle ist, steht außer Frage, doch in erster Linie geht es ihm darum, sich nur möglichst schnell möglichst weit von den finsteren Fängen der First Order zu distanzieren – und da stößt er auf den renommierten Renaissance-Piloten Poe und seinen quirligen, mit brisanten Informationen ausgestatteten Astromechdroiden BB-8.


Chewie is back! Ernsthaft, wer kennt Chewie nicht?
Noch besser aber gefällt Rey, eine drahtige Schrottplünderin, die sich auf dem von Krieg gebeutelten Planeten Jakku eigenständig beigebracht hat, wie man auf eigene Faust überlebt. Ihre Figur birgt das unbändige Potenzial in sich, die Rolle des Luke Skywalker zu beerben, „Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht“ jedenfalls veranschaulicht sie als eine so renitente wie smarte Persönlichkeit, die die Macht in sich trägt und nur einen Stimulus benötigt, um sich dessen in dieser identitätslosen Zeit (die Jedi-Ritter respektive der galaktische Bürgenkrieg werden für Mythen gehalten) gewahr zu werden. Dass sich dazu auch ein Kylo Ren weniger als erbarmungsloser Antagonist entpuppt, sondern als innerlich zerrissenes und letztlich zu beeinflussbares Kind, auf dessen Helm der gesamte Kampf von Gut gegen Böse farbdramaturgisch festgehalten wird, stellt nur noch weiter unter Beweis, dass das Drehbuch von „Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht“ den Basiskoordinaten des Originals die unbedingte Treue geschworen hat.


Zurück zum Ursprung der Mythologie aber scheint indes nur auf den ersten Blick bisweilen die Devise gewesen zu sein. Ohne Frage, „Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht“ bereitet reinrassigen Fanservice auf, mit jeder Menge Easter Eggs, Querverweisen und cineastischen Referenzen versehen. J. J. Abrams aber ist in der Lage, seine Star-Wars-Revitalisierung mit einer Eigendynamik durchströmen zu lassen, die sich aus der Synergie des hintergründigen Wissens des Zuschauers und der hier dargebotenen neuen Zeitrechnung zusammensetzt: Nostalgie verkommt hier keinesfalls zum Deckmantel, unter dem es sich zu verstecken gilt. Das Alte umrahmt vielmehr das Neue und lässt den offenherzigen Fan sowie den unberührten Neuling über gut 140 Minuten auf einer eskapistischen Wolke durch das innig geliebte Universum im interstellaren Raum treiben, welches einst so bahnbrechend, stilprägend und liebevoll mit „Krieg der Sterne“ von George Lucas initiiert wurde. Man kann J. J. Abrams für diesen Siegeszug wahrlich nur gratulieren.


8,5 von 10 Echos aus der Vergangenheit


von souli

Review: STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHT - Grandioses Recycling

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Fakten:
Star Wars: Das Erwachen der Macht (Star Wars: The Force Awakens)
USA. 2015. Regie: J.J. Abrams. Buch: Lawrence Kasdan, J.J. Abrams, Michael Arndt. Mit: Daisy Ridley, John Boyega, Adam Driver, Oscar Isaacs, Carrie Fisher, Domhnall Gleeson, Mark Hamill, Peter Mayhew, Andy Serkis, Lupita Nyongo’o, Max von Sydow, Gwendoline Christie, Anthony Daniels, Kenny Baker, Yayan Ruhian, Iko Uwais, Greg Grunberg, Ken Leung, Tim Rose, Kiran Shah, Simon Pegg u.a. Länge: 135 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Im Kino.


Story:
Luke Skywalker ist verschwunden. Die „Erste Ordnung“, die aus dem scheinbar zerstörten Imperium erwuchs, ist auf der Suche nach ihm, genau wie der Widerstand. Hingezogen in diese Suche werden zum einen der Stormtrooper Finn sowie die Schrottsammlerin Rey. Zusammen geraten sie in ein großes wie gefährliches Abenteuer.





Meinung:
„Star Wars“. Überall. Im Supermarkt kann man „Star Wars“-Treuepunkte sammeln, auf den weihnachtlichen Wunschlisten der Kinder stehen Actionfiguren und Videospiele rund um den wohl niemals endenden Krieg der Sterne und die Städte sich zugekleistert mit den Werbepostern, zu dem Film, der die Prequel-Trilogie vergessen lassen und das Franchise in eine neue, bessere Zukunft lenken will. Neuer Kommandeur der Operation Sternenkrieg ist J.J. Abrams. Der war bereits dafür zuständig das „Mission: Impossible“- sowie das „Star Trek“-Franchise wieder salonfähig zu machen, bzw. wiederzubeleben. Beides mit Erfolg und auch bei „Star Wars“ ist es ihm gelungen den alten Zauber wiederzuerwecken. Das Blockbusterjahr 2015 konnte nicht besser enden, als mit diesem Geschenk an die alten „Star Wars“-Fans.


Finn auf der Flucht in ein großes Abenteuer
Dieses Geschenk hat aber, da muss man ehrlich sein, auch seine Macken und Tücken – vor allem für diejenigen, die „Star Wars“ als unterhaltsame Filmreihe sehen, aber keine Fanboys sind. „Das Erwachen der Macht“, so der Titel der nun mehr siebten Episode der Reihe, ist von seiner Geschichte her, nämlich sehr deutlich – eigentlich schon überdeutlich – eine abgewandelte Kopie des aller ersten Teils aus dem Jahre 1977. Wieder wird ein Droide gejagt, weil er in Besitz eines sogenannten MacGuffins ist, erneut besitzen die Bösen eine gewaltige Waffe und auch von den Locations erinnert viel an die Ur-Trilogie. Das ist oftmals wirklich feister Fan-Service, aber trotz allem funktioniert er. Die Geschichte entwickelt sich ohne zu stolpern und vor allem erweisen sich die neuen Figuren als unglaublich charismatisch. Ex-Sturmtruppler Finn changiert zwischen liebenswertem Großmaul und ängstlicher Reserviertheit, während Schrottsammlerin Rey kurz gesagt einfach nur ein sensationell ist. Darstellerin Daisy Ridley ist die Entdeckung des Films und mit welcher Selbstverständlichkeit, Abrams hier eine weibliche Heldin in den „Star Wars“-Kosmos integriert, ist schlicht und ergreifend grandios.


Das Imperium hat noch immer die größten Waffen
Auch „Girls“-Darsteller Adam Driver als neuer Darth Vader, Kylo Ren, ist toll. Seine Figur spiegelt die bekannten Begierden und Verlockungen, die wir von Luke Skywalkers Ausbildungszeit als Jedi kennen, nur dass Ren eben auf der dunklen Seite steht. Das Besondere bei den genannten Figuren: Sie bleibt stets menschlich. Selbst Kylo Ren verkommt niemals zur bloßen Einbahnstraße. Die alten Recken hingegen haben sich wenig weiterentwickelt, allerdings spielen diese auch nicht unbedingt die erste Geige. Han Solo darf sich erneut als bärbeißiger Schmuggler profilieren und Fans von Chewbacca kommen auch voll auf ihre Kosten. Zu Leia und Luke wird hier aber nichts gesagt. Nur so viel: Sie Darsteller in ihren bekannten Rollen wiederzusehen ist schlicht und ergreifend ein Fest für Fans. Ja, „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ ist schlicht und ergreifend pure Bedienung der Fans und Abrams macht das wirklich mehr als anständig, vor allem weil trotz allem überall durchschein, dass Episode VII auf der Beginn, bzw. ie Profilierung neuer Helden und Schurken sind. Am Ende des Films hat man Finn und Rey ins Herz geschlossen, wünscht sich insgeheim auch einen Droiden wie BB-8 und fragt sich, was das Imperium (die diesmal noch deutlich als Nazis gezeigt werden) wohl als nächstes vorhat.


Okay, sein wir ehrlich, diese Review wurde durch eine rosarote Fanbrille geschrieben. Eventuell kommt in den nächsten Tagen noch eine etwas differenzierte Kritik, aber selbst die dicksten Brillengläser nostalgischer Verklärung können nicht darüber hinweg täuschen, dass „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ das Franchise mit ganz viel Kinomagie in die Zukunft führt und dafür neue Figuren auffährt, die man einfach nur lieben muss. Eine alte Liebe, neu entfacht. Danke Mr. Abrams.


9 von 10 Droiden-Thumbs-Up

Trailerpark: "Chewie, we're home" - Neuer Trailer zu STAR WARS- EPISODE VII - THE FORCE AWAKENS

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Auf dem Star Wars Celebration Event wurde heute der neue Trailer zu „Star Wars: Episode VII – The Force Awakens“ vorgestellt und er ist phantastisch. Bei uns läuft der Trailer in Dauerschleife und vor allem die Szene ab 1:34 begeistert uns enorm. Der Film startet am 16 Dezember 2015 in unseren Kinos. Und jetzt schaut ihn euch an!

Review: KINGSMAN: THE SECRET SERVICE – Prolet im Maßanzug

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Fakten:
Kingsman: The Secret Service
USA. UK. 2015.
Regie: Matthew Vaughn. Buch: Jane Goldman, Matthew Vaughn, Mark Millar (Vorlage). Mit: Taron Egerton, Colin Firth, Samuel L. Jackson, Mark Strong, Sophie Cookson, Michael Caine, Mark Hamill, Sofia Boutella, Jack Davenport, Corey Johnson u.a. Länge: 129 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Ab 30. Juli 2015 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Als Kind verlor Eggsy seinen Vater, als dieser im Einsatz für sein Vaterland sein Leben opferte. Harry Hart, der damalige Freund und Kollege seines Vaters, möchte dies wieder gut machen und versucht aus Eggsy einen Geheimagenten zu machen, denn Harry gehört zu einer streng geheimen Organisation von Gentleman, die für die Sicherheit der Welt tagtäglich ihr Leben riskieren. Eggsy willigt widerwillig ein und muss ein sehr spezielles Training absolvieren. Derweil plant der Internet-Milliardär Valentin einen großen, diabolischen Coup.





Meinung:
Es gibt mal wieder eine neue Comicverfilmung. Diesmal aber keine mit einem oder mehreren Helden mit Cape und Superkräften, sondern eine Agentengeschichte. Beruhen tut „Kingsman: The Secret Service“ auf dem gleichnamigen Comic von Mark Millar, dessen Werke seit jeher für brutale wie gewitzte, aber auch moralisch stets sehr fragwürdige Geschichten und Figuren stehen. Mit „Wanted“ kam 2008 die erste Millar-Verfilmung in die Kinos und machte – auch wenn die Vorlage eindeutig gewagter und zeigefreudiger war – klar, wie rigoros, stupide aber auch faszinierend unseriöse Action, die sich letztlich doch nur um ihren Selbstzweck dreht, sein kann. Nach dem erfolgreichen „Kick-Ass“ und dem weniger erfolgreichen Sequel, kommt nun also „Kingsman: The Secret Service“ zu uns. Ein Film der Spaß macht, der aber auch seine klar erkenntlichen Makel besitzt.


Harry versucht Eggsy die Welt der Gentleman näher zu bringen
Eigentlich müssen die Namen Matthew Vaughn und Mark Millar gar nicht im Abspann erwähnt werden, denn jeder der „Kick-Ass“, die unterhaltsame Verfilmung des gleichnamigen Comics von Millar gesehen hat, wird zwangsläufig auffallen, dass „Kingsman: The Secret Service“ von den beiden Herrschaften stammt, denn die Comicverfilmung fügt sich stilistisch nahezu identisch ins „Kick-Ass“-Korsett ein. Das bedeutet, dass auch die komödiantische aufgepumpte Agenten-Action sich mit sichtbarer Impertinenz und Freude an der Regelübertretung immer wieder dem blutigen Schabernack hingibt. Dies geht soweit, dass Vaughn dem ewigen Gentleman Colin Firth gleich dutzende von Menschen töten lässt, während eines Amoklaufs. Diese Szene, die inszenatorisch so wahnsinnig übertrieben ist, dass man eigentlich schon gar nicht mehr von einem Augenzwinkern sprechen kann - sondern mehr von zwei geschlossenen Augen - wird gewiss die Zuschauerschaft spalten: Hirnrissige wie verrohende Gewaltphantasie oder doch hemmungslose wie leidenschaftliche Over-the-Top-Action? Definitiv wirkt diese Szene irritierend. Irritierend weil der Härtegrad hier, trotz akustischer Verbalisierung, in die Höhe schießt und die gallige wie satirische Approbation, die sich „Kingsman: The Secret Service“ selbst erteilt, dann doch zu fadenscheinig und vor allem zu redundant wirkt. Trotzdem, stellt man scheinheilige wie ideologische Moralbedenken bei Seite, gehört diese Szene zu einen der Höhepunkte des Films. Sie wird letztlich am Ende überboten von einem grandios inszenierten Farbenspiel explodierender Köpfe, welches allerdings gar nicht einmal so gewalttätig wirkt. Unglaublich was Farben ausmachen können.


Bilderrätsel: Finde den Fehler
Abseits dieser einen großen Irritation funktioniert „Kingsman: The Secret Service“ als gut geschmierte Unterhaltungsmaschinerie, die durch den Newcomer Taron Egerton sowie Colin Firth, der mit seiner Rolle sein eigenes Image konterkarikiert und dies mit großem Genuss tut, gleich zwei Schauspieler besitzt, die den Film tragen können. Samuel L. Jackson als lispelnder Gutmensch-Verbrecher, Mark Strong als Q-Ersatz und Michael Caine als altehrwürdiger Spionagechef machen die Besetzung dann vollends komplett und rund. Dabei beruhen ihre Figuren ganz klar auf den Regularien der alten Bond-Filme und so überrascht es eher wenig, das Vaughn und Millar ständig die Klassiker entweder rezitieren oder sie liebevoll durch den Fleischwolf drehen. Einhergehend damit versteht sich „Kingsman: The Secret Service“ auch als popkultureller Kommentar aufs Sub-Genre der Agentenfilme und serviert dem Publikum dazu noch eine Art Best-of der aktuell beliebtesten Actionfilm-Elemente. Das wirkt zwar des Öfteren etwas zu aufgesetzt und auch ein wenig zu singulär und dezidiert (etwa die kurze Parcours-Einlage von Held Eggsy), als sauber produzierter, sehr neckischer Spaß gewährt der Film aber insgesamt zwei sehr vergnügliche Stunden.


„Kingsman: The Secret Service“ wirkt wie ein Spin-Of von „Kick-Ass“. Ob man Vaughn und Millar dies nun zugutehält, oder die Ausbeutung einer bekannten Rezeptur kritisiert ist neben der (schon sehr plakativ auf Skandal getrimmten) Amokszene die große Unsicherheit der Action-Komödie. Am Ende ist „Kingsman: The Secret Service“ aber dann ein teurer Spaß, der pubertäre bis fast schon infantile Action- und auch Gewaltphantasien in comichafte Chuzpe kleidet und damit ein erfrischendes Erlebnis geniert. Mag sein, dass diese Frische durchzogen ist von verlogener Faulheit, aber es hilft dennoch nichts, es macht manchmal halt einfach Spaß einem Film zu sehen, der mit großer Liebe und Stolz zum (von langer Hand geplanten) Anecken durchzogen ist, dabei zeitgleich jedem der will den Stinkefinger präsentiert und trotz allem seinem Genre auf eine fast schon innige und sehr verbundene Weise huldigt. Ein Prolet im Maßanzug bleibt ein Prolet, aber dieser hier sieht wirklich verdammt gut darin aus.


7,5 von 10 Cheeseburger mit Spezialsauce