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Review: DESIERTO - TÖDLICHE HETZJAGD - Willkommen in Amerika

1 Kommentar:

Fakten:
Desierto – Tödliche Hetzjagd
USA, Mexiko, Frankreich. 2015. Regie: Jonás Cuarón. Buch: Mateo Garcia, Jonás Cuarón. Mit: Gael García Bernal, Jeffrey Dean Morgan, Diego Catano, Alondra Hidalgo, Marco Pérez, Oscar Flores, Butch McCain, David Lorenzo u.a.. Länge: 94 Minuten. FSK: freigegeben ab 18 Jahren. Ab 12. Oktober 2016 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

Story:
Um endlich seinen Sohn wiederzusehen, hat der Mexikaner Moises eine riskante Reise angetreten. Er hat zwei Führer bezahlt, die ihn als Teil einer Gruppe von Gleichgesinnten durch die Wüste führen und illegal den Weg in das Land der unbeschränkten Möglichkeiten weisen sollen. Doch als der Lastwagen mitten in der Wüste streikt, müssen die Leute den Rest des Weges zu Fuß zurücklegen. Aber kaum, dass sie über der Grenze sind und US-amerikanischen Boden betreten haben, kreuzt Sam ihren Weg. Mit seinem Hund und seinem Gewehr bewaffnet hat der gnadenlose Südstaatler die Grenzpatrouille in die eigene Hand genommen und will den Immigranten eine Lektion erteilen.




Meinung:
„Du hast Problem“ sagt der Teddybär mit Stimmfunktion zu Beginn von Desierto – Tödliche Hetzjagd, während Moises versucht ihn wieder abzustellen. Ja, Moises hat als illegaler Einwanderer ein Problem. Er will über die Grenze in die USA. Raus aus Mexiko, rein ins Land der Freiheit. Mit ihm sind über ein Dutzend anderer, die ebenfalls ihr Glück versuchen wollen und dabei auf die Hilfe von erfahrenden Führern vertrauen. Eine Szenerie wie man sie vermutlich tagtäglich an der amerikanisch-mexikanischen Grenze erlebt. Doch bei Desierto – Tödliche Hetzjagd haben den Einwanderer neben der Hitze, dem Staub und der sporadisch auftauchenden Grenzpatrouille noch ein weiteres Problem: Sam.


 
Sam. Alleine der Name ist pures Sinnbild. Doch dieser Uncle Sam ist kein strahlender Held, sondern ein wandelndes Klischee. Waffen- und Kruzifix-Tattoos befinden sich auf seinen Oberarmen, im Getränkehalter seines versifften Pick-Ups ist eine Dose Bier eingeklemmt, im Radio dudelt Countrymusik, die Flasche Billig-Whiskey ist in der Mittelkonsole verstaut und sein Hund Tracker, erinnert sehr an einen deutschen Schäferhund. Es reicht die erste Einstellung, um zu wissen, dieser Sam wird die mexikanischen Einwanderer, die gerade durch die Spärlichkeit des Grenzgebiet huschen, nicht willkommen heißen und es dauert nicht lange, da eröffnet der Jäger das Feuer auf seine Beute. Peng! Peng! Er richtet ein Massaker an und Regisseur Jonás Cuarón fängt dies ähnlich ein wie die Wüstenlandschaft: amusisch und karg.

 
Desierto – Tödliche Hetzjagd bietet innerhalb seiner Geschichte viele Momente, um diesen Sam zu einem psychopathischen Derwisch verkommen zu lassen, ähnlich wie den Killer Mick Taylor in den Wolf Creek-Filmen. Doch Cuárón verzichtet darauf. Sam ist ein manchmal fast schon sympathisches wie verbittertes, wandelndes Stereotypenersatzlager, aber in seiner direkten und geerdeten Art nicht uninteressant Vor allem weil seine Motivation sowie seine Entscheidung statt Hasen nun Menschen zu jagen so unspektakulär wie lapidar erscheint. Das ist sein Land, die illegalen Einwanderer sind für ihn Vieh. Auch wenn Sam es niemals frontal ausspricht, seine Haltung und Einstellung ist im Grunde eine radikale Kanalisierung des heutigen Rassismus. Ihm ist es egal, warum diese Menschen, die mit seinem Gewehr aufs Korn nimmt in den Staaten wollen. Sie gehören für ihn einfach nicht dort hin. Ordnung muss für ihn eben sein, mit allen tödlichen und barbarischen Konsequenzen. Sein direkter Gegenspieler Moises, ein überlegter wie hilfsbereiter Kerl, bietet da den passenden Kontrast. Doch Desierto – Tödliche Hetzjagd macht es sich schon sehr einfach diese beiden Figuren gegenüber zu stellen und recht rasch verliert sich das Kritische der Handlung und was übrig bleibt ist pure Genre-Ware - eben eine Hetzjagd durch die Wüste. Jäger und Gejagter.


Das ist bedauerlicherweise nie so fesselnd wie es hätte sein können und gerade das Finale wirkt vom Spannungsaufbau erstaunlich kraftlos, auch wenn das Ende an sich, für einen Genre-Film, fast schon mutig und rebellisch erscheint. Dennoch bleibt letztlich der Gesamteindruck zurück, dass Desierto – Tödliche Hetzjagd viel Potenzial verschenkt hat. Damit ist nicht seine politische und gesellschaftlich Ebene gemeint, sondern ganz einfach sein nicht immer zufriedenstellender Umgang mit den eigenen Möglichkeiten das Publikum zu fesseln. Dafür sieht der Film optisch grandios aus und der unaufdringliche aber dennoch gelungene Soundtrack von Musiker Woodkid kann sich auch hören lassen.


5,5 von 10 Klapperschlangen

Review: DIE VORSEHUNG - Serienmorde, übersinnlich Begabte und überforderte Ermittler

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Fakten:
Die Vorsehung (Solace)
US. 2015. Regie: Afonso Poyart. Buch: Sean Bailey, Ted Griffin. Mit: Anthony Hopkins, Jeffrey Dean Morgan, Abbie Cornish, Colin Farrell, Marley Shelton, Janine Turner u.a. Länge: 102 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Das FBI jagt einen Serienkiller, der stets nach dem gleichen Schema mordet. Unterstützung holt sich FBI-Agent Joe Merriweather schließlich bei John Clancy. Der ist übersinnlich begabt und hat die Fähigkeit, in die Vergangenheit und Zukunft von Menschen zu blicken. Der Fall wird allerdings bald verzwickter als anfangs gedacht, denn der gesuchte Serienkiller verfügt über genau die gleichen Fähigkeiten, welche womöglich noch stärker ausgeprägt sind als bei Clancy.






Meinung:
Der brasilianische Regisseur Afonso Poyart war im Filmgeschäft bislang eher ein unbeschriebenes Blatt. Sein Debüt "2 Coelhos", ein ausgeflippter Actionfilm mit komplett unbekanntem Cast, hatten die wenigsten auf dem Schirm und so überrascht sein zweiter Film dann durchaus. Für "Die Vorsehung" konnte Poyart mit Anthony Hopkins, Colin Farrell, Jeffrey Dean Morgan und Abbie Cornish einige durchaus namhafte Darsteller gewinnen.


Colin Farrell an einem nicht so gut gelaunten Tag
Das Drehbuch von Sean Bailey und Ted Griffin, welches viele Jahre unverfilmt blieb, wurde nun von Poyart inszeniert. Die Geschichte, in der das FBI einen Serienkiller jagt, der nach dem immer gleichen Schema mordet und anscheinend einen höheren Zweck in seinen skrupellosen Taten sieht, klingt nicht nur allzu bekannt, sondern wird bedauerlicherweise kaum um nennenswerte Faktoren bereichert, um sich von dutzendfach gesehenen Vertretern aus dem Thriller-Genre abzuheben. Das Potential hierfür ist durchaus gegeben, denn der Krimi-Plot wird durch zwei übersinnlich begabte Menschen erweitert, welche eine Art mediale Fähigkeit besitzen, durch die sie Hintergründe von Menschen aus der Vergangenheit sofort erkennen können, aber auch Ereignisse aus der Zukunft voraussehen. Das pikante dabei: Einer von beiden, gespielt von Anthony Hopkins, steht den Ermittlern des FBI als Berater zur Seite, der andere, verkörpert durch Colin Farrell, ist der gesuchte Serienkiller. Eine überaus interessante Konstellation also, mit genügend Gelegenheiten, um die Haupthandlung mit überraschenden, verspielten Impulsen zu versehen, doch "Die Vorsehung" zerfällt nach dem ersten Drittel inhaltlich in unausgegorene und zähe, nicht sauber erdachte Einzelteile.


Hände hoch oder Opi macht Dampf
Über weite Strecken folgt die Dramaturgie der üblichen Struktur eines Krimi-Thrillers, bei dem Tatorte besichtigt, Zeugen befragt, Spuren rekonstruiert sowie eifrig Rückschlüsse gezogen werden. Das eigentliche Duell, überhaupt die allererste Begegnung zwischen Medium und Medium findet viel zu spät statt und allgemein ist der Umgang mit den Figuren mitunter haarsträubend. Da werden zentrale Hauptfiguren, denen zunächst immerhin ansatzweise Charakterzeichnung zugestanden wird, irgendwann auf einmal komplett unter den Teppich gekehrt und lieblos mit konstruiert wirkenden Wendungen abgespeist. Es ist nicht so, dass man den Schauspielern nicht gerne zusieht, doch es wirkt oftmals, als würden sie machtlos gegen ein Drehbuch anspielen, das sie zu häufig unterfordert. Auch bei der Regie wechseln sich Licht und Schatten unentwegt ab. Die Szenen, in denen die Fähigkeiten der medial Begabten einsetzen, werden von Poyart in clipartig montierten Passagen inszeniert, die dem Werk zusammen mit dem düsteren Grundton und einigen brutalen Einlagen merklich Atmosphäre verleihen. In anderen Szenen wirkt der Film aber geradezu stümperhaft. Da wird planlos umhergeschwenkt, andauernd gibt es kurze Zooms, die keinen Sinn ergeben und wird in ruhigen Szenen auf schnelle Fahrten Wert gelegt, in denen es unangebracht ist.


Am Ende überwiegt der negative Eindruck einfach zu sehr, als dass hier wenigstens passable Genre-Unterhaltung für zwischendurch herausgekommen ist. "Die Vorsehung" hat gute Darsteller, eine interessante Ausgangslage und einige überaus atmosphärische Momente. All das wird aber durch ein schludriges Drehbuch und eine immer wieder planlose, amateurhafte Inszenierung zunichte gemacht, was zu einem unterdurchschnittlichen Thriller von der Stange führt, der höchstens für einen extrem langweiligen, verregneten Sonntagnachmittag taugt.


4,5 von 10 überraschende Begegnungen in der Bar


von Pat

Review: THE SALVATION - Alte Rache währt am Besten

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Fakten:
The Salvation
Dänemark, Groß Britannien, Südafrika. 2014. Regie: Kristian Levring. Buch: Anders Thomas Jensen, Kristian Levring. Mit: Mads Mikkelsen, Eva Green, Jeffrey Dean Morgan, Jonathan Pryce, Mikael Persbrandt, Eric Cantona, Sean Michael, Langley Kirkwood, Robert Hobbs, Alex Arnold, Toke Lars Bjarke u.a. Länge: 100 Minuten. FSK: noch nicht bekannt. Ab 24. Februar 2015 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Amerika in den 1870ern: Der eigentlich friedlich gestimmte Siedler John (Mads Mikkelsen), der in einer korrupten Gemeinschaft lebt, will Rache für die Ermordung seiner Familie nehmen. Er bringt die Täter zur Strecke, doch einer von ihnen war der Bruder des einflussreichen Anführers Delarue (Jeffrey Dean Morgan). Delarue und seine Gang sind nun hinter John her.





Meinung:
Das gibt's ja nicht so oft - einen dänischen Western. ZENTROPA dreht die Wüste dabei vor allem im ergiebigen Südafrika auf, um das Wild-West-Americana wieder auferstehen zu lassen und die verdammte Hitze spürbar zu machen. Und Junge, haben die wirklich Wert darauf gelegt, eine ganz saubere Genre-Affäre zu präsentieren. THE SALVATION gestaltet sich nämlich wie so viele Vertreter seiner Art als fiese Rachegeschichte zwischen Blut, Staub und Blei - Mads Mikkelsen versucht darin als Siedler und ehemaliger, dänischer Söldner Jon endlich seinen Seelenfrieden mit einem guten Stück Land inkl. Frau und Kind in der weiten Prärie des Amerikas um 1870 zu finden. Aber wie der böse Zufall es so will, steigen in ihre Heimfahrt-Kutsche ein paar schmierige, jüngst aus dem Knast entlassene Halunken ein, die pöbeln, saufen und Jon's Gattin Marie (Sängerin und Songwriterin Nanna Øland Fabricius) zwischen die Beine fassen. Wahrhaft unangenehme Zeitgenossen und recht ungemütlich-inszeniert auf den einengenden Pfaden fiesester Rape-&-Revenge-Ausgangslagen wie 'MÄDCHEN IN DEN KRALLEN TEUFLISCHER BESTIEN'.


Mads Mikkelsen, gut abgehangen
Knarren haben die auch noch, um ihre 'Gäste' in Schach zu halten, doch zunächst scheint es so, als ob Jon sie überlisten könnte - doch da schnappt die Falle zu und die Beiden treten ihn in die dunkle Nacht hinaus. Man mag sich kaum vorstellen, was den beiden Verbliebenen passiert, ganz bittere Sache, doch Jon rast ungebremst und wutentbrannt hinterher, kann zwar nur Leichen aufsammeln, aber immerhin seine schnelle Rache ausführen. Doch er bleibt ein gebrochener Mann, begräbt seine Familie in der Erde, die ihre neue Heimat werden sollte und entschließt sich mit seinem Bruder Peter (Mikael Persbrandt), ebenfalls ein ausgelaugter Kriegs-Veteran, alles zu verkaufen und wegzuziehen. Kein schöner Land. Doch so einfach sind sie nicht aus dem Rache-Kreislauf raus, schließlich ist der Bruder von einem der Getöteten niemand Geringeres als Geldeintreiber Delarue (Jeffrey Dean Morgan), ein unbarmherziger Terror-Kerl, der das eingeschüchterte Städtchen Black Creek ausnimmt und mit korrupten Regierungs- bzw. Geschäftsmännern die Öl-Lage des Gebiets als erpresserisches Verhandlungsmittel benutzt, nachdem sie Jahre zuvor die Indianer von dort vertrieben haben.


Come to where the flavour is
Der politische Subtext dabei greift natürlich sehr stark auf den jüngsten Irak-Krieg zurück und was daraus geworden ist, fühlt sich ein bisschen schwerfällig-naiv eingearbeitet an, erdet das Geschehen aber in eine ideologische Nachvollziehbarkeit, die noch immer passend zum Genre und seinen Formalitäten harmonisiert. Schließlich fürchten die Einwohner so sehr die Rache Delarues, der solange Unschuldige umbringen wird, bis man den Täter gefasst hat, dass sie Jon schließlich schnappen und ihm widerstandslos überlassen - Hauptsache die Machtverhältnisse bleiben erhalten, damit sie nicht irgendwann daran zugrunde gehen. Doch bitter bleibt es für sie alle - nicht nur für diejenigen, die ihre Familien an Delarues Willkür verloren haben, sondern auch Sheriff Mallick (Douglas Henshall), der gleichzeitig als Priester der Gemeinde wirkt und sich ebenso seit Langem die titelgebende Erlösung wünscht. Diese christliche Symbolik führt sich sodann fort, als Jon von Delarues Bande an den Armen aufgehängt wird, um in der glühenden Sonne zu vertrocknen und gleichzeitig reichlich Prügel einzustecken - Albert Pyuns CYBORG lässt grüßen.


Mach et Madse
Dort begegnet er auch von Angesicht zu Angesicht der Ehefrau des Mannes, der seine Familie getötet hat: Madeleine (Eva Green), von Delarue stolz die 'Prinzessin' genannt und als Buchführerin seiner ertragreichen Verbrechen tätig. Doch ganz freiwillig ist sie nicht bei der Sache dabei, eher scheint sie nur aus Verpflichtung zu bleiben, nachdem Delarue sie von den Indianern befreit hat, die ihr die Zunge rausschnitten und eine tiefe Narbe am Mund hinterließen - zärtlich ist er aber nicht gerade zu ihr, schließlich ist sie auch nur ein Besitztum des selbstgerechten Machthabers dieses eroberten, ölverschmierten Kaffs. Drum flüchtet sie auch, sobald Jon von Peter im nächtlichen Nebel befreit wird - doch die Flucht ist für beide Parteien vergebens: sie kann den Tod erwarten, während Jon mit ansehen muss, wie sein Bruder von Pferden am Boden entlang geschleift wird. Damit ist das Maß aber endgültig voll und folglich kennt er keine Gnade mehr, endgültig blutige Gerechtigkeit walten zu lassen. Ab dem Zeitpunkt wirkt die 'Erlösung' leider reichlich vorhersehbar und konventionell, zudem mit gefaketen CGI-Flammen ausgestattet, aber immerhin angenehm straight-faced und Genre-gemäß kathartisch. Eine ziemlich naive Angelegenheit im Selbstjustiz-Modus, aber vom Karma her durchaus berechtigt und wie der gesamte Film stilvoll-unexplizit ausgeführt.


Und weils so eine Erinnerung an schönes, klassisches Männerkino ist, bleibt der Ritt in den Horizont mit der Frau unserem Helden ebenso nicht erspart, doch hat man mit der Gewalt dieses Landes und vorallem dem Öl abgeschlossen - die Zukunft heißt hier nicht Amerika, auch wenn man sich vom Filmischen her gerne an die Jahrhunderte-alten Versatzstücke jener Geschichten orientiert hat, aber doch einen guten Einschlag italienischer Trostlosigkeit und demaskierender Härte einbaut, die nicht nur schlicht einen Hauptbösen als Ursache alles Schrecklichen auserwählt, sondern auch das System des normalen Volkes, welches seine Handlungen aus Furcht und auch Respektabilität unterstützt. Gewiss werden dadurch keine neuen Ebenen im Western-Kino eröffnet, stattdessen so ehrfürchtig im Altbewährten aufbereitet, dass die Intensität der Enge vom terrorisierendem Anfang im Verlauf immer mehr abnimmt, bis nur noch ganz gefälliges Publikums-Beruhigen übrig bleibt - aber so, als geradlinige und ruppige, Bullshit-freie Erlöser-Fantasie im staubig-dreckigen Wilden Westen ist THE SALVATION ein recht ordentlicher Reißer fürs Rechtschaffene.


6 von 10 Leichen im Öl


vom Witte

Trailerpark: Mads Mikkelsen goes Wild West - Trailer zu THE SALVATION

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Der dänische Western „The Salvation“, der in diesem Jahr in Cannes seine Premiere feiern wird, hat nun seinen ersten Trailer. Mads Mikkelsen spielt darin einen skandinavischen Einwanderer, der im Wilden Westen des Jahres 1870 zum Mörder und gesuchten Straftäter wird, nachdem er die Meuchler seiner Familie richtet. Auf die Jagd nach Mikkelsen wird Jeffrey Dean Morgan („Watchmen – Die Wächter“) gehen. Außerdem noch mit von der Partie sind Eva Green („300: Rise of an Empire“), Mikael Persbrandt („Der Hypnotiseur“) und Jonathan Pryce („Fluch der Karibik“). Einen deutschen Kinostart hat der Film von Kristian Levring („Fürchte mich nicht“) noch nicht.


Review: RED DAWN - Teenager ziehen in den Krieg

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Fakten:
Red Dawn
USA. 2012. Regie: Dan Bradley. Buch: Carl Ellsworth, Jeremy Passmore, John Milius, Kevin Reynolds. Mit: Josh Peck, Chris Hemsworth, Josh Hutcherson, Adrianne Palicki, Connor Cruise, Isabel Lucas, Will Yun Lee, Edwin Hodge, Alyssa Diaz, Bret Cullen, Jeffrey Dean Morgan, Michael Beach, Ken Choi, Matt Gerald u.a. Länge: 94 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Marine Jed Eckert ist auf Heimaturlaub und besucht seinen Vater und seinen jüngere Bruder Matt. Ein Wiedersehen welches alte Wunden aufreißt, doch für Aussprachen bleibt keine Zeit, denn kurz nach Jeds Ankunft überfällt die nordkoreanische Armee die USA. Die Eckert Brüder fliehen mit ein paar Freunden in die Wälder und beginnen ihren Kampf gegen die Invasoren.





Meinung:
1984 wehrten sich die Jungstars Patrick Swayze, C. Thomas Howell und Charlie Sheen gegen eine russische Invasion auf amerikanischen Boden. Das Ergebnis hieß „Die rote Flut“ und hat auch heute nichts von seiner verlogenen Aussage verloren. Ein faschistoides Actionwerk ohne einen Funken Diplomatie oder gar politischer Intelligenz, welches fast schon steinzeitliche Tugenden feierte und blinden Hurra-Patriotismus genauso eine grobschlächtige Bühne bot wie einem konservativen Weltbild. „Die rote Flut“ war ein Film des kalte Krieges, der High School Schüler in kleine Rambos und aus Russland das ultimative Böse verwandelte. Der ultimative Flick zur Eiszeit des kalten Krieges. Einen interessanten Punkt besaß die müde Kaltkriegspropaganda allerdings, denn einen gewissen Reiz, der davon ausgeht, dass hier die jungen Amerikaner mittels Guerilla-Taktiken eine feindliche, militärische Übermacht bekämpfen, weckt Erinnerungen an den Vietnamkrieg, nur dass es jetzt Uncle Sams Kinder sind, die im Unterholz agieren und den mächtigen Gegner peu á peu in die Knie zwingen. Aber dieser Aspekt bleibt nicht mehr als ein kurzes Gedankenspiel. Einen ganzen Film trägt es nicht und es entschuldigt ihn auch nicht, denn neben den zahlreichen Fragwürdigkeiten war „Die rote Flut“ vor allem eines: sterbenslangweilig. Dennoch hat der Film vor allem in seiner Heimat genug Fans und den nötige Status, um ein Remake herzustellen, welches 2012 nach einigen Verschiebungen in die Kinos kam.


Mit Waffen macht sogar Wandern spaß
„Red Dawn“ von Dan Bradley ist ein Remake, welches nur augenscheinlich eine modernisierte Variante des Originals erzählt. Aus den Russen sind Nordkoreaner geworden (eigentlich zuerst Chinesen, welches in der post production mittels Bildbearbeitung jedoch geändert wurde, um den wachsenden, chinesischen Filmmarkt nicht zu verärgern), aus den 1980ern wurde die Gegenwart und die Invasoren dürfen ihren großen Überraschungsangriff mit EMP-Waffen beginnen. Ansonsten verharrt Dan Bradleys Spielfilmdebüt im fauligen Stillstand. Egal ob die Figuren, die Expositionen oder die Actionszenen, allem hängt der modrige Mief vergangener Tage an. Mag sein, das „Red Dawn“ 2011/12 entstanden ist, aber sein Look sowie seine Aussage wirkt wie aus den Tagen, als Videorekorder ihren Siegeszug durch die heimischen Wohnzimmer begannen. Die hier präsentierte Action erweist sich als bieder bebildertes und fades Abhandeln vom Einmaleins des Actionfilms, ohne jedoch eine Eigendynamik oder Wiedererkennungswert zu entwickeln. Dass das Remake nicht das Budget eines durchschlagskräftigen Blockbuster-Actioners zur Verfügung hatte kann Regisseur Dan Bradley zu keiner Zeit wirklich kaschieren. Da können auch die Jungstars nicht weiterhelfen. Egal ob Josh Hutcherson („Die Tribute von Panem“, „Die Reise zur geheimnisvollen Insel“), Adrianne Palicki („G.I. Joe: Die Abrechnung“, „Legion“), Isabel Lucas („Transformers: Die Rache“, „Krieg der Götter“) oder Josh Peck („The Wackness“, „Drillbit Taylor“), sie alle werden weder herausgefordert, noch in irgendeiner Weise in wirklich gute Rollen gequetscht. Dasselbe gilt auch für „Thor“-Darsteller Chris Hemsworth, der hier das Alphatier der Jungrebellen spielen darf. Vermutlich würde Hemsworth mit seiner aktuellen Starpower einen Film wie „Red Dawn“ links liegen lassen, was zeigt wie schnell sich der Status eines Schauspielers innerhalb weniger Jahre ändern kann.


Das wirklich Ärgerliche an  „Red Dawn“ sind aber nicht seine unbeeindruckenden Actionszenen oder die unterforderten Darsteller, sondern seine steife, politische Haltung. Ähnlich wie der als Actionfilm getarnte Propaganda-Müll „Act of Valor“ werden die widerlichen Standards einer Gesinnung gefeiert, die das Kämpfen für ein Allheilmittel halten. Bei „Red Dawn“ wird das Töten wie das Sterben fürs Vaterland zelebriert. Ein Remake, welches in seiner Arroganz und Starrsinn genau denselben erschreckend wie lähmenden Ton trifft wie das Original. Selten war ein Remake so nah am Original – leider.


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