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Review: DIE PUTE VON PANEM - THE STARVING GAMES - Spoof-Wahnsinn

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Fakten:
Die Pute von Panem – The Starving Games (The Starving Games)
USA. 2014. Regie und Buch: Jason Friedberg, Aaron Seltzer. Mit: Maiara Walsh, Cody Christian, Diedrich Bader, Brant Daugherty, Chris Marroy, Kennedy Hermansen, Dean J. West, Nick Gomez, Lauren Bowles u.a. Länge: 83 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Ab 6. Juni 2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
In seiner postapokalyptischen Zukunft meldet sich die junge Kantmiss Evershot mehr oder wenig freiwillig für die 75. Straving Games. Zusammen mit dem Bäckersohn Peter Malarkey versucht sie die Spiele zu überstehen, denn als Gewinn warten unter anderem ein alter Schinken...





Meinung:
Parodie ist tot. Gab es vor zwei, drei Dekaden noch qualitativ hochwertige Parodien, die dem Publikum präsentiert wurden, wie etwa „Die nackte Kanone“, „Loaded Weapon“ oder „Frankenstein Junior“, versauert das Sub-Genre der Parodie aktuell im feuchten Keller der Belanglosigkeit. Einsortiert noch hinter dem Western und dem Sandalenfilm. Dabei werden heutzutage gefühlt noch mehr Parodien produziert als früher. Problem dabei: die Qualität dieser gleicht meist einem Fiasko. Diesbezüglich ist es eigentlich eine gute Sache, dass die Bezeichnung Parodie mittlerweile gegen den Begriff Spoof-Movies ausgetauscht wurde. Die Könige der Spoofs sind Aaron Seltzer und Jason Friedberg, die dem Publikum im Jahrestakt ihre Billig-Persiflagen auf aktuelle Kinotrends und Zuschauerlieblinge vor die Füße kippen. Mit „Die Pute von Panem“ stehen nun also die Hungerspiele im Visier der beiden Blödel-Regisseure, deren Humor-Timing auch bei ihrem siebten Film immer noch so hakelig und anti-dynamisch ist wie ein Parkinsonkranker mit Tourette-Syndrome, der ein Kartenhaus aufbaut.


"Lass los! Da sind vielleicht die guten Pointen drin!"
„Die Pute von Panem – The Starving Games“ führt den kranken Spoof-Wahnsinn von Friedberg und Seltzer ungehemmt und qualitativ unverändert fort. Genau wie etwa bei „Meine Frau, die Spartaner und ich“, „Date Movie“ oder „Fantastic Movie“ werden hier popkulturelles Kinos humoristisch verramscht. Dabei steht wie immer ein junges Publikum im Fokus, denn weder gibt es Anspielungen und Gags auf Filme, die älter als 5 Jahre sind, zum anderen sind die Pointen allesamt so einfach und platt gehalten, dass selbst der pubertierenste Verstand noch ohne Schwierigkeiten mitkommt. Dies hat aber auch zur Folge, dass die Gags über allem stehen, auch wenn der Humor komplett ohne Emphase auskommen muss. Selbst die Figuren sind nichts weiter als charakterliche Abziehbilder aktueller Kinohelden. Aber wie bereits erwähnt, Friedberg und Seltzer entwickeln sich nicht weiter. Sie stagnieren auf ihrem ganz eigenen, niedrigen Niveau. Ganz ehrlich, wer den Episodenfilm „Movie 43“ als Komödiendebakel ansieht, der hat wohl noch keinen ganzen Friedberg/Seltzer-Film gesehen.


Das, was alle Filme von Seltzer und Friedberg „auszeichnet“ ist, dass die beiden Regisseure und Autoren nicht bloß jedes Mal eine schlechte Parodie abliefern, sondern auch einen schlechten Film. Von der Maske, übers Produktionsdesign bis hin zur Nachbearbeitung „Die Pute von Panem – The Starving Games“ ist ein weiterer Sargnagel des Parodie-Genres. Viel schlimmer als dass die Regisseure immer noch Geld bekommen, ist die Tatsache, dass ihre Filme immer noch ein Publikum finden. Ihr vorletzter Film „Beilight – Bis(s) zum Abendbrot“ gelang in den deutschen Kinos sogar auf Platz 1 der Kinocharts! Vielleicht sollte man mal eine Petition ins Leben rufen… wobei diese sind mittlerweile auch nicht mehr als ein müder Witz. Sie würden also thematisch zumindest ganz gut passen.


1 von 10 schmackhaften Hamstern

Review: DIE TRIBUTE VON PANEM - THE HUNGER GAMES - Harter Stoff schön weich gekocht

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Fakten:
Die Tribute von Panem - The Hunger Games (The Hunger Games)

USA, 2012. Regie: Gary Ross. Buch: Gary Ross, Suzanne Collins, Billy Ray. Mit: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Woody Harrelson, Elisabeth Banks, Lenny Kravitz, Stanley Tucci, Donald Sutherland, Wes Bentley u.a. Länge: 138 Minuten. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.

 
Story:
In dem von einem totalitären Regime regierten Staat Panem finden jedes Jahr die "Hunger Games" statt. 24 Kinder, je ein Mädchen und ein Junge aus den 12 Distrikten, werden per Losverfahren ausgewählt, um anschließend in einem begrenzten, überwachten Arial auf Leben und Tod zu kämpfen. Mit dem im Fernsehen übertragenen Spektakel soll die Macht der Regierung demonstriert werden, das Volk kleingehalten werden und es dient gleichzeitig zur morbiden Unterhaltung. Um zu verhindern, dass ihre kleine Schwester in die Arena geschickt wird, meldet sich Katniss freiwillig für den verarmten Distrikt 12. Traditionell sind die Kandidaten aus diesen Bezirken gegen die gut ausgebildeten, wohlhabenden und auf dieses Ereignis gedrillten Kandidaten der Distrikte 1 und 2 chancenlos, doch Katniss erweist sich in der Vorbereitungsphase als Geheimfavoritin. Der Regierung ist sie damit ein Dorn im Auge, schließlich soll ein Aufbegehren der verarmten Bezirke vermieden werden.



                                                                           



Meinung:
Neben Remakes, Reboots, Sequels und Comicverfilmungen stehen in den letzten Jahren besonders die aufwendigen Mehrteiler im US-Kino hoch im Kurs. Besonderes Merkmal: Das Zielpublikum scheint klar definiert. Insbesondere Serien wie "Twilight" oder "Harry Potter" richten sich vornehmlich an jüngere Zuschauer, die Jahr für Jahr wieder in die Kinos gelockt werden sollen, um den finanziellen Erfolg der meist kostspieligen Projekte nicht nur zu rechtfertigen, sondern sie zu einem lukrativen Geschäft zu machen (inklusive DVD/BR Einnahmen, Merchandising usw.). Im letzten Jahr startete mit "Die Tribute von Panem: The Hunger Games" das nächste Großprojekt, basierend auf der Romantrilogie von Suzanne Collins, die Fortsetzung "Catching Fire" steht schon in den Startlöchern. Das Feedback der Zielgruppe gibt den Produzenten recht, doch was taugt der erste Teil denn für den Rest der Filmfans?

Turteln vor der großen Schlacht.
Gerade denen dürfte eines ganz besonders ins Auge springen, was sich Autorin Suzanne Collins schon bei der Veröffentlichung ihrer Bücher als Kritikpunkt vorwerfen lassen musste: Die Story rund um die "Hunger Games" orientiert sich nicht nur stark an dem japanischen Roman (und dessen Verfilmung) "Battle Royale", sie geht in vielen Punkten eigentlich nur als reines Plagiat durch. Zumindest in diesem ersten Film, der die Todesarena in den Mittelpunkt stellt. Schon "Battle Royale" wies diverse Parallelen zu anderen Werken auf, aber was sich Collins hier erlaubt hat, ist schon ein starkes Stück. Die Story rund um das Reich Panem und seine verschiedenen Distrikte entfernt sich zwar von der etwas mehr in der Realität verankerten "Vorlage" aus Japan, die komplette zweite Filmhälfte wirkt dafür wie eine weichgespülte Milchzahn-Version von ihr. Daher ist der Vergleich fast unumgänglich und der größte Reiz am Film - die eigentlich recht packende Grundprämisse - relativiert sich gnadenlos. 


 
Die Spannung ist kaum auszuhalten.
Aber der Reihe nach. Schon die Darstellung des totalitären Dystopie-Staats kann nicht ernsthaft sein Potenzial entfalten. Der bewusst bunt-schrille Stil steht im Kontrast zur eigentlichen Handlung, wirkt eher deplatziert und mehr als einmal recht albern. Das geht bei ernsthaft bissigen Satiren auch mal voll in Ordnung, auch Kubrick's "Clockwork Orange" wirkte zum Teil so, allerdings nur optisch. "The Hunger Games" verwendet viel Zeit zur Einführung und Vorstellung der Szenerie und der Figuren, ohne das dabei viel rumkommt. Die verarmte, herzensgute und trotzdem so taffe Katniss ist die glasklare Sympathieträgerin und Identifikationsfigur, die arroganten und gnadenlosen Snobs aus den Elitedistrikten die Buh-Männer (und Frauen), die Regierung mächtig und böse, das Volk arm und gut, dafür die Hälfte der üppigen Laufzeit zu verbraten so unnötig wie uninteressant. Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence wurde vor gut drei Jahren durch ihre Leistung im kalten Drama "Winter's Bone" bekannt und (zu recht) gelobt wie Oscar-nominiert, startete danach richtig durch und gewann für "Silver Linings" Anfang des Jahres sogar die Trophäe, nur mit so einer Leistung wie hier gewinnt sie nicht mal die goldenen Steckrübe von Meppen (vom Teenie-Publikum direkt gewählte Awards mal ausgenommen). Belanglos durch die Gegend starren, zwischen drei bis vier (sehr ähnlichen) Gesichtsausdrücken wechseln und das über mehr als zwei Stunden, geht flott auf den Pinsel. Die guten Namen im Cast haben aussschließlich Nebenrollen, im Mittelpunkt stehen die Lawrence und andere Schnuckis zum anhimmeln oder richtig gemein finden, wie in einem typischen Highschool-Film. Das liebe Mauerblümchen, ihr schmachtender Möchtegern-Boy-Friend und die blöden Schnösel-Bullys. Das Schema wird zur vollsten Zufriedenheit erfüllt.


 
Kurz mal setzen, gleich wird gekillt.
Wenn es nach einer gefühlten Ewigkeit endlich zur Sache kommt, kann "The Hunger Games" zwar etwas punkten, doch wie schon erwähnt, das kennt man doch irgendwo her. Nur da in richtig gut. Für das angepeilte Publikum geht es zwar schon verhältnismäßig krass zur Sache, dem Thema jedoch noch lange nicht angemessen genug. "Battle Royale" war nicht nur das zünftigere Pendant, ist auch schwer zu toppen, vor allem war es dort wesentlich galliger, bissiger, mutiger und die Figuren wie die eigentlichen Konflikte in so einer Situation klar besser ausgearbeitet. "The Hunger Games" kann und will gar nicht richtig schocken, das Thema drastisch und schmerzhaft angehen, das soll an klar definierten Punkten etwas rühren, Sympathien und Antipathien unmissverständlich verteilen, alles bitte nicht zu gewagt und noch im Rahmen. Auf ein Ende zusteuern, das allein schon durch den Mehrteilerstatus nicht überraschen kann. Typisches Problem solcher Filme: Hauptfiguren kann praktisch nichts passieren, kommen ja noch Filme, das Ende ist nur ein Zwischenstopp, der Hauptpart eigentlich nur eine Zugabe zum Prolog, denn mehr kann logischerweise nicht passieren. Das soll anfüttern, für sich gesehen satt machen praktisch unmöglich. Zumindest hier, wenn das Highlight nur eine mäßig spannende Variation einer bekannten und guten Geschichte ist.


 
Zumindest bleibt die Möglichkeit, dass die Fortsetzungen mehr zu bieten haben. Die Arena wäre abgehakt, nun können eigene Ideen kommen. Dann ist in Panem sogar was möglich. Allerdings unwahrscheinlich, dass die nächsten Teile sich mehr an das Publikum allgemein richten, auf wen das Ganze zugeschnitten ist und wohl auch bleibt dürfte kein Thema werden. Denen viel Spaß, für den Rest kommen ja auch noch andere Filme. Hoffentlich...


 
4 von 10 Teenies im Blutrausch

Trailerpark: Neues von Spoof-Duo Infernal - Trailer zu THE STARVING GAMES von Jason Friedberg und Aaron Seltzer

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Die Großmeister der humorfreien Parodie, der peinlichen Klamotte, des ungehemmten Stumpfsinns, der saublöden Pointen, der furzverseuchten Komödie melden sich zurück. Jason Friedberg und Aaron Seltzer wollen einfach nicht aufhören die Kinos und Videotheken mit billigen Spoof-Movies zu überschwemmen. Jetzt ist es mal wieder soweit. Erneut persiflieren sie einen großen, bekannten Blockbuster und stopfen diesen noch mit zig anderen Anspielungen zu beliebten Filmhits voll. Am 5. Dezember können alle, die es wollen, Seltzer und Friedberg finanziell unterstützen, in dem sie eine Kinokarte zu „Die Pute von Panem – The Starving Games“ kaufen. Wir raten davon ab!





 



Trailerpark: Neuer Trailer zu THE HUNGER GAMES - CATHCING FIRE

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Die Fans der Vorlage und des ersten Films machen schon mal ihr Füllhorn bereit, die Huner Games gehen bald weiter und deswegen wurde jetzt endlich ein richtiger Trailer veröffentlicht. Unter der Regie von Francis Lawrence ("Constantine", "I am Legend", "Wasser für die Elefanten"), der auch die nachkommenden Teile inszenieren wird, werden wir also erneut in die Welt von Panem geführt. Neben den Stars des Vorgängers (die frisch oscargekrönte Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Heamworth, Donald Sutherland, Woody Harrelson, Stanley Tucci, Elizabeth Banks) kommen nun Jeffrey Wright als Beetee und Philip Seymour Hoffman als Heavensbee zum Cast dazu. Das Drehbuch schrieb u.a. Michael Arndt, der auch für den neuen "Star Wars"-Film in die Tasten haut und für sein Debüt-Script "Little Miss Sunshine" einen Oscar bekam. Aber auch der "Ganz oder gar nicht" und "Slumdog Millionaire"-Drehbuchautor Simon Beaufoy durfte zum Script etwas beitragen. Uns ist das Sequel ja ziemlich egal, da uns Teil eins nicht gerade begeisterte, aber vielleicht beweist Francis Lawrence, dass eine Fortsetzung überzeugen kann. Ab dem 21. November können wir uns ein Bild davon machen.


 


Review: DIE TRIBUTE VON PANEM - THE HUNGER GAMES - Transparenter Überlebenskampf

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Fakten:
Die Tribute von Panem - The Hunger Games (The Hunger Games)
USA. 2012. Regie: Gary Ross. Buch: Billy Ray, Gary Ross, Suzanne Collins (Vorlage). Mit: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Stanley Tucci, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Alexander Ludwig, Liams Hemsworth, Wes Bentley, Donald Sutherland, Lenny Kravitz, Isabelle Fuhrman, Willow Shields, Toby Jones, Amandla Stenberg, Leven Rambin u.a. Länge: 142 Minuten. FSK: Ab 12 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.

Story:
In der Zukunft: Katastrophen natürlichen oder menschlichen Urpsrungs hat die Welt verändert. Die USA ist jetzt das Land Panem und wurde in zwölf Distrikte aufgeteilt. Während die reichen Bürger des Capitol es sich gut gehen lassen, müssen die Distrikt-Bewohner tagtäglich um ihr Leben kämpfen. Um die Bevölkerung an die blutigen Folgen eines früheren Aufstandes zu erinnern, inszeniert die Regierung eine bestialisches Event: Jedes Jahr werden in jedem Distrikt ein Junge und ein Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren ausgelost, welche als Tribute von Panem an den Hunger-Spielen teilnehmen müssen. Dort müssen die 24 Kandidaten mehrere Tage lang auf Leben und Tod gegeneinander kämpfen, bis es am Ende nur noch einen Überlebenden gibt.




Meinung:

„The Hunger Games“ besitzt durchgängig interessante Stärken. Jennifer Lawrence ist eine gute Darstellerin, der restliche Cast ist, vor allem in den Nebenrollen, gut besetzt, die utopische Welt ist abwechslungsreich und die Idee von modernen, medial angeheizten Gladiatorenkämpfen hat durchaus das Potenzial kehlenzuschnürende Eindringlichkeit zu erzeugen. Doch ach, irgendwie haben die Macher ihre Stärken nicht wirklich genutzt.


Die gute Jennifer Lawrence hat Talent, doch ihre Rolle, Heldin Katniss,  bleibt durchgängig unterkühlt. Selbst bei Szenen, in denen ihr Charakter eigentlich Wärme und Liebe ausstrahlen müsste, kam bei mir nur ein eisiger Wind an. Die Nebendarsteller leiden derweil darunter, dass ihre Figuren nie mehr sind als statische Schablone. Die größte Stärke des Films ist auch ihre größte Schwäche. Die utopische Welt wirkt wegen ihrer visuellen Vielseitigkeit durchweg erfrischend anders. High-Tech trifft auf Rotton Redneck County, buntskurrile Avantgarde wird mit  klinisch sauberem Hochglanz vermischt, das hat was, auch wenn es nie wirklich ein homogenes Ganzes ergibt und die Wechsel zwischen den einzelnen Stilen die Inszenierung hart ins Stocken bringt, aber es wirkt durchweg „mal anders“ und war für mich das beste und interessanteste des Films. Nun hat „The Hunger Games“ folgendes Problem mit seinem Abwechslungsreichtum: es wirkt alles nicht echt. Alles, sei es der Wald, die Heimat von Katniss, sogar Katniss selbst und ihre Feinde und Freunden wirken artifiziell. Regisseur Gary Ross erschuf mit seiner Romanverfilmung eine Welt die sogar dann künstlich wirkt, wenn sie es gar nicht soll.


ACHTUNG: SPOILER

Einen großen Teil zu dieser störenden Künstlichkeit hat die Logik des Films. Auch wenn mich Fans von Buch und Film dafür auspeitschen, aber da werden seit Jahrzehnten diese Todesspiele ausgerichtet, um diese 12 Distrikte an eine uralte, blutige Revolution zu erinnern und ihnen klar zu machen, dass es so eine Revolution nie mehr geben darf und um die Distrikte zu beruhigen, bzw. einzuschüchtern werden jedes Jahr ca. 20 Kinder getötet. Are you serious? Die Distrikte nehmen das hin? Solch ein brutales, inhumanes Vorgehen erzeugt normalerweise Rebellion. Natürlich wird im Film angedeutet, dass es der Heldin gelingt eine solche Rebellion zu starten, aber das wirkt dermaßen aufgesetzt, dass es sich ohne weiteres in die Künstlichkeit des Films einreihen kann. Vielleicht wird es im Roman erklärt, wahrscheinlich im Sequel, aber jetzt wirkt die Erklärung warum und wieso diese Hunger Games ausgetragen werden mehr als befremdlich, na ja, es wirkte sogar regelrecht billig auf mich. Ebenso kostengünstig wirkten dann auch andere Dinge auf mich. Die zwanghafte Romanze der Helden war mehr eine Pflichtübung als wirklich notwendig. Den eigentlichen Spielen fehlte es oftmals an Intensität. Vielleicht hätte Regisseur Ross Wes Craven diese Szenen inszenieren sollen, oder jemand anderen, der sich mit Teenager-Dezimierungen auskennt. Damit meine ich nicht die Brutalität, die war so schon in Ordnung und für einen FSK12-Film mehr als ausreichend. Viel mehr wirkte das nicht sehr intensiv. Es wirkte wie eine Abhakliste. Der Kerl aus Distrikt 4 war während des Trainingsszenen kaum zu sehen: Tod nach spätestens eineinhalb Minuten. So erzeugt man keine Spannung. So erzeugt man nicht gerade spannungsförderliche Transparenz.

Das „The Hunger Games“ auch so etwas wie einen Schurken braucht ist natürlich Ehrensache.  Die gibt es hier zuhauf: Spielleiter, Neo-Patrizier, Präsidenten und natürlich Psycho-Spielteilnehmer der Marke „Ich bin ein Psycho, ich töte gern“. Solche Psychopathen können durchaus für den einen oder anderen markerschütternden Moment sorgen, wenn man ihn aber vergisst richtig einzuführen, ihn dann über weite Strecken irgendwo im Dickicht des Waldes vergisst und ihn am Ende plötzlich  zum immer noch mörderischen aber selbst- und systemkritischen Kerl um modelliert, kann auch der beste „I love Killing“-Psycho nicht helfen die Widerwärtigkeit der Spiele noch deutlicher zu machen. Trotz Toter und der uralten Attitüde von Brot und Spielen wirken die „Hunger Games“ mehr wie ein Trip mit den Pfandfindern. Daran ändern auch Feuerbälle, bescheiden getrickste Riesenkampfhunde und tote Kinder, bzw. verliebte Teenager nichts.


4 von 10 CGI-Monsterhunden