Posts mit dem Label David Caruso werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label David Caruso werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Review: KING OF NEW YORK - Der König kehrt zurück

Keine Kommentare:

https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEg_XKyOlmOFgcEhCgpmujPK6oCA2yKvt41h3uu_3hTHsONpZiyCynJ8Fsl2fN_Z3UgNwFK0Kf-l1ZQ5aRQpoIpFIEW9ZkYgvXIqxw7KQ1JKRerpyBkE9bQgY4fyjRXPGa9phtSte_HqLOQu/s1600/king_of_new_york_ver2.jpg


Fakten:
King of New York
USA, IT, 1990. Regie: Abel Ferrara. Buch: Nicholas St. John. Mit: Christopher Walken, Laurence Fishburne, David Caruso, Wesley Snipes, Victor Argo, Janet Julian, Joey Chin,  Giancarlo Esposito, Steve Buscemi u.a. Länge: 103 Minuten. FSK: Freigegeben ab 18 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.




Story:
Frank White wird nach einer langen Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen. Einst war er der König der Unterwelt und strebt nun nichts Geringeres an. Mit aller Härte und Gewalt kämpft er sich wieder an die Spitze der Nahrungskette und zieht eine Blutspur durch die Bronx, was bald wieder seine Jäger auf den Plan ruft.



                                                                     

Meinung:
"Ich bin nicht das Problem, ich bin nur ein Geschäftsmann." 

Frank White verlässt das Gefängnis, an der Pforte erwartet ihn eine Limousine. Der König ist zurück in seinem Königreich, bereit den Thron erneut zu besteigen. Alle selbsterkorenen Thronfolger haben sich zu verkrümeln oder werden verkrümelt.


The King is (not yet) dead, long lives the King.


Frank ist ein König ohne Berührungsängste.
Regisseur Abel Ferrara sagte mal über Christopher Walken (sinngemäß), er hätte mehr Talent im kleinen Finger als die meisten Darsteller überhaupt. Stimmt schon und wenn man das hier sieht ist es nur zu verständlich, das Walken in vielen Filmen von Ferrara spielte. Er ist der King of New York, ohne Frage. Eine erhabene Performance, von der kleinsten Nuance bis zum gesamten Auftreten. Ferrara zeigt in seiner Gossen-Oper die schmutzigen Seiten des Big Apple, zwischen Prunk und brennenden Mülltonnen, zwischen Gangsta-Rap und Streichkonzert. Über allem schwebt der eiskalte Frank White, der König zwischen Tag und Nacht, unglaublich verkörpert von Christopher Walken.


„Room-Service, jetzt wird abgeräumt.“


Echte Gangster feuern in Stereo.
Ferarra setzt voll auf die Ausstrahlung seines Zugpferdes und fängt jede minimale Mimik und Gestik gezielt ein, was bei einem Walken in Bestform keine dumme Wahl ist. So dominant wie hier war er selten, das will schon was heißen. Auch Ferrara war selten so drastisch, er kennt keine Kompromisse, die Gewalt wird schonungslos und explizit vorgetragen. Seine Ballade der Unterwelt wird wunderschön und eiskalt zelebriert, weshalb dieser Film lange nicht ungeschnitten in Deutschland erhältlich war. Von Gangster-Romantik weit entfernt wird das Verbrechen nie glorifiziert, sondern in seiner ganzen Brutalität aufgezeigt. Ein moderner Film Noir in New York, mit Stallgeruch und einem großen Ensemble an bekannten Darstellern, die bis auf Walken damals alle noch nicht sehr bekannt waren.


Zum ganz großen Wurf fehlt letztendlich das Skript, das ab und an deutlich auf der Stelle tritt oder sich im Kreis dreht, seine Spirale und den Ansatz aber nie aus den Augen verliert. Das sind Schönheitsfehler in einem sonst enorm packenden und hämmernden Gangsterfilm, der so bitter-böse und konsequent seinen Weg beschreitet, dass man erstaunt sein sollte, warum es heute kaum vergleichbare Werke gibt. Zumindest von der Stimmung, von seiner Power. Wenn alles auf einem vergleichbaren Niveau spielen würde, kaum auszudenken. So ist das „nur“ ein packendes Gewalt-Ballet mit typischen Merkmalen des Genres, mit erzählerischen Mängeln, dafür mit einem mehr als grandiosen Hauptdarsteller, generellen Durchschlagskraft, einigen unglaublich druckvollen Szenen (die Club-Schießerei inklusive Verfolgungsjagd, sensationell!) und einem Regisseur am Nabel von Ort, Geschehen und dem notwendigen Geschick, um einen starken Gangsterfilm auf die Beine zu stellen, der viel zu wenig bedacht wird.

7,5 von 10 Hühnchen mit Remoulade.

Review: EIN OFFIZIER UND GENTLEMAN - Zwischen Drill und Herzschmerz

2 Kommentare:
http://www.movieposter.de/anzeigen/wp-content/uploads/2011/09/60652-355x500.jpg
                                                                                

Fakten:

Ein Offizier und Gentleman (An Officer and a Gentleman)
USA, 1982. Regie: Taylor Hackford. Buch: Douglas Day Stewart. Mit: Richard Gere, Debra Winger, David Keith, Louis Gossett jr., Harold Sylvester, Lisa Blount, Lisa Eilbacher, Robert Loggia, David Caruso, Tony Plana, Victor French, Grace Zabriskie u.a. Länge: 120 Minuten. FSK: ab 16 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.



Story:
Zack Mayo tritt der Navy-Offiziers-Akademie bei, um Jetpilot zu werden. Er und seine Kameraden werden von dem beinharten Ausbilder Foley bis zur Erschöpfung gedrillt, Mayo fällt als Querschläger immer wieder unangenehm auf. Er und sein Kumpel Sid lernen Paula und Lynette kennen, die nebenan in einer Papierfabrik arbeiten. Die Beziehungen gestallten sich schwierig, denn beide Anwärter haben mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen.




                                                                                 

Meinung:
Es fängt ja wirklich gut an: Taylor Hackfords "Ein Offizier und Gentleman" scheint anfänglich gar nicht die befürchtete Überdosis Kitsch zu sein, die die berühmt-berüchtigte Schlusseinstellung befürchten lässt (die dürfte wohl jedem bekannt sein, zählt zu den wohl meist parodierten Szenen der Filmgeschichte). Um das gleich vorwegzunehmen: Die ist selbst schon fast eine Parodie, heiliger Vater, da kann man wohl nur dahinschmelzen oder grinsen. Na ja, aber bis dahin vergehen ja zwei Stunden. Die erste davon ist auch recht passabel. Wir sehen Richard Gere als Offiziers-Anwärter Mayo, der samt seiner Leidensgenossen von dem übelen Drillsergeant Foley (großartig und oscarprämiert: Louis Gossett jr.) so richtig durch den Wolf gedreht werden. Taylor Hackford zeigt hier, dass er ein guter Regisseur ist, das geht flott von der Hand und wird stets gut eingefangen. So weit, so gut. Aber dann....

 

Zack und Sid auf Brautschau
Die zweite Filmhälfte offenbart unweigerlich, dass das Script wohl irgendwo auf dem Baum gewachsen ist, denn aus dem guten Start entwickelt sich kaum was. Die eigentlich im Mittelpunkt stehende On-Off-Romanze zwischen Gere und (der wirklich hinreissenden) Debra Winger ist weder wirklich interessant, noch von ihrem Ablauf glaubhaft oder nachvollziehbar. Das liegt in erster Linie an der platten, nur extrem oberflächlich angerissenen und klischeehaften Charakterisierung der Figuren. Da mag man sich, dann wieder nicht und am Ende stellt sich die Frage, warum dann dieses überzuckerte Finale überhaupt funktionieren soll. Nichts gegen Romantik, aber in der Form geht das ja voll an mir vorbei, weil ich es einfach nicht begreifen kann.

 

Einzelbetreuung gehört zum Service
Schade ist vor allem, dass der Film hinter diesem seicht-unglaubwürdigen Gebalze das Beste versteckt: Die Story von Nebenfigur Sid (David Keith) ist echt nicht uninteressant, zumindest deutlich mehr als die von Mayo. Das als Mainplot, hätte funktionieren können. Zudem erweißt sich Richard Gere in einem sonst wirklich gutem Cast als Schwachstelle. Physisch ist er zwar voll auf der Höhe, wer hätte gedacht, dass der gute Mann sich als recht hartes Kampfschwein zeigen kann und das sehr anständig, nur scheitert er immer dann, wenn impulsive Emotionen in's Spiel kommen. Da sind seine Grenzen zu sehen. Insgesamt quetscht sich in der zweiten Hälfte immer wieder Pathos in die Handlung, der echt nicht hätte sein müssen, aber wohl unumgänglich ist, um über die Drehbuchschwächen hinwegzutäuschen.


Fair will ich aber bleiben, schlecht ist der Film nicht, hat seine Momente und geht eine Zeit lang angenehm durch. Nur irgendwann wird es schwierig und am Ende steht ein handwerklich gut gemachter, aber inhaltlich wenig ausgereifter Streifen mit einer etwas merkwürdigen Verherrlichung von US-Ausbildungsmethoden. Als Berieselung für den Feierabend, besonders wenn eine Dame zu Hand ist, mag das mal gehen, aber dann wäre das Potenzial auch schon ausgeschöpft.



5 von 10 harten Herzensbrechern

Review: RAMBO - Die Ein-Mann-Armee

Keine Kommentare:
https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhgH7yfL71wtJ2ud9QAYgd9kLSTk9tq0wQoGlIhoybCGKXjTBbtESt5-y52tsaI2F6GXb1xaPcyxCGYbfxq3OvammerY2hWPI7Ba8DFkSRdn_eK-StqhXFS1mH69gD7UufXHANEAzDm3z0/s1600/Rambo-First-Blood-poster-1982.jpg
                                                                              

Fakten:
Rambo (First Blood)
USA, 1982. Regie: Ted Kotcheff. Buch: Michael Kozoll, William Sackheim, Sylvester Stallone. Mit: Sylvester Stallone, Richard Crenna, Brian Dennehy, Bill McKinney, Jack Starrett, David Caruso, Michael Talbott, Chris Mulkey, John McLiam, Alf Humphreys, David L. Crowley u.a. Länge: 94 Minuten. FSK: ab 16 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Vietnam-Kriegs-Veteran John Rambo wird auf seinem Weg durch eine US-Provinz-Stadt vom zuständigen Sheriff aufgegriffen, als unnützer Landstreicher bewertet und über jedes gesetzliche Mass gefoltert. Er entkommt dieser Hölle, nur um sich ab dann in der Hölle seiner Vergangenheit wiederzufinden. Vietnam in den Wäldern der Idylle, John Ramo wird zu  allem gezwungen, aber ist perfekt ausgebildet.
                                                        
                                                                                                                                                                                                                                       
                                                                  
                                                                                        
                                                                                   

Meinung:
 

"Ich werde ihm seine Tapferkeitsmedaille auf den Arsch nageln. Das werde ich tun. Mit dir zusammen, oder ganz allein."

Das hatten sie sich leichter vorgestellt...
Der erste Auftriff von John Rambo ist weit weg von dem prolligen Ronald-Reagan-Propaganda-Kinos der wilden 80er, zu dem auch weit entfernt von den Fortsetzungen des Films wie den Sternstunden von Chuck Norris oder auch Anti-Perlen wie "Die rote Flut . "First Blood" ist hinter seiner plakativen, extremen schwarz-weißen Skizzierung dieses verdreckten Vietnam-Traumas ein einnehmender, sogar hintersinniger Survival-Thriller. Wir haben die Krieg verloren, wer jetzt sich dafür noch einen Orden erschleichen will, gehört vertrieben, eingeschüchtert oder erschossen. Was nach typischer No-Brainer-Action klingt, ist eigentlich sehr überlegt, dabei trotzdem knallhart und zielorientiert, das viele Filmfreunde daran ihre helle Freude haben dürften, nur nicht immer aus den gleichen Gründen.



Rasur gefällig?
Es war einmal...ein Krieg, der schon als so gut wie gewonnen gestartet wurde, dessen Verlauf zum reinen Bauchschuss mutierte. Eine Übernation verblutete, langsam, aber konstant, bevor das erkannt wurde, war es schon geschichtlich. Ein Trauma auf zwei Beinen, John Rambo, verkannter Held eines verlorennen Krieges, wird zu Zielscheibe einer Gesellschaft aus Kleinstadtvögeln, die den Horor nur aus dem Fernseher kennen, die das Versagen aber bitte nicht vor ihrer Haustür haben wollen. Weggejagt, und wenn es nicht kleinbeigeben will, wird es schon sehen.. und wenn es bis zum Tode gehetzt werden muss. Das gedrillte Tier wurde zum Mensch, nur die Menschen wollen das Tier nicht haben, jagen es, weil es leicht besiegt werden kann. Ein Raubtier wird dann besonders gefährlich, wenn es nicht mal mehr seinen Bau hat...und seinen Jägern gnadenlos überlegen ist.

"Rambo" ist simpeles, aber dennoch zeitbezogenes und technisch grandios inszeniertes Tempo-Kino mit historischem Zeitgeist, stellenweisse leicht naiv, aber viel mehr wichtig und gewagt, brachial wie unterhaltsam-kritisch: Irgendwo zwischen Satire, Statement und Action-Survival-Wucht, unsterblich wie einfach, aber wegweisend dürfte unbestreitbar sein. Ein Meilenstein, aus heutiger Sicht sicher ausbaufähig, aber von seiner Idee und seinem Konzept großartig. Einer, wenn nicht der, beste(n) Action-Film(e) von Sly, den man bis "Copland" niemals ernster nehmen konnte.
"Hör hauf oder du hast einen Krieg, den du nie begreifen wirst".

8 von 10 toten Kötern