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Review: LAST BOY SCOUT – Bruce lässt auf Taten Sprüche folgen

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Fakten:
Last Boy Scout (The Last Boy Scout)
USA. 1991. Regie: Tony Scott. Buch: Shane Black, Greg Hicks. Mit: Bruce Willis, Damon Wayans, Chelsea Field, Taylor Negron, Noble Willingham, Danielle Harris, Halle Berry, Bruce McGill, Kim Coates u.a. Länge: 96/101 Minuten. FSK: Ab 16/18 (indiziert) Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-Ray erhältlich.


Story:
Während ein Runningback während eines Footballspiels plötzlich eine Waffe zieht und seine Gegner niederschießt, wacht der versiffte Ex-Secret-Service-Agent und jetzt Privatdetektiv Joe Hallenbeck (Bruce Willis) verkatert in seinem Wagen in Los Angeles auf. Nachdem er seine Frau bei einer Affäre mit seinem besten Freund erwischt hat und letzterer bei einem Anschlag mit einer Autobombe ums Leben gekommen ist, macht er sich an die Arbeit, dem Auftrag seines Kumpels nachzugehen. Er soll die Nachtclub-Tänzerin Cory beschützen – jedoch wird er zusammengeschlagen und Cory wird erschossen. Entschlossen macht sich Joe mit Corys Freund Jimmy (Damon Wayans) auf die Suche nach den Mördern Corys.




Meinung:
In Tony Scotts „Last Boy Scout“ kämpft sich Joe (Bruce Willis), ein Ex-Secret Service-Agent, gemeinsam mit Jimmy (Damon Wayans), einem Ex-Football-Star, durch Los Angeles. Als mittlerweile heruntergekommener Privatdetektiv erhält er den Auftrag, die Stripperin Cory (Halle Berry) zu beschützen, doch die wird auf offener Straße erschossen. Joe und Corys Freund Jimmy, diese beiden ungleichen Männer, tun sich deshalb zusammen, um die Hintergründe des mörderischen Anschlags aufzuklären und geraten in einen gefährlichen Strudel aus Erpressung und Mord.


„Ich reite echt gut, Mann. Vielleicht kann ich deine Tochter mal mitnehmen. Wie ist sie denn so?“
„Sie ist 13 und wenn du sie schräg ansiehst, steck ich dir einen Regenschirm in den Hintern und spann ihn auf.“


Das ungleiche Buddy-Paar beim coolen Carsitting
Keiner, ich wiederhole, keiner bringt One-Liner so gut rüber wie Bruce Willis. Und nie ist er besser, als wenn er mit Vier-Tage-Bart und total runtergekommen durch die Gegend laufen darf. Beides ist in diesem Action-Klassiker der Fall, dazu von der Frau mit seinem besten Freund betrogen, von der Tochter gehasst. Er hat es wirklich nicht leicht. Doch genau dann fährt unser Brucie zur Höchstform auf. Er zündet ein Sprüchefestival sondersgleichen und mit Damon Wayans hat er den passenden Partner gefunden, der ebenfalls nicht gerade auf den Mund gefallen ist. Das ist ein Buddy-Gespann, das es sicher in die Top 3 jeder Buddy-Liste schafft. Eine vor den Latz knallen, aber eben doch einander vertrauen. Das muss so und das ist gut so. Natürlich haben wir das auch einem Shane Black zu verdanken. Wenn sich dieser Mann an ein Drehbuch setzt, dann ist die Kultspruchdichte schon besonders hoch, wie er mit den Büchern zu drei „Lethal Weapon“-Filmen, dem Schwarzenegger-Film „Last Action Hero“ oder der schwarzen Komödie „Kiss Kiss Bang Bang“ mehrfach bewiesen hat.


Sag nochmal, dass meine Frisur lächerlich ist...
Eine klasse Drehbuch, viele kultverdächtige Sprüche und ein cooles Buddy-Duo, wie es im Lehrbuch steht, bringen den Film schon richtig auf Touren, doch ohne passende Gegenspieler kann das alles auch nach hinten losgehen. Und hier haben sie die richtigen Gesichter gefunden. Fies genug, dass man sie verabscheuen kann, unauffällig genug, um sich nicht in den Vordergrund zu spielen und doch so besonders, dass sie im Gedächtnis bleiben. So müssen die Bösewichte in einer guten Action-Komödie sein und genau so sind sie. Egal ob nun Noble Willingham, der Oberkiller Taylor Negron oder Kim Coates, der mittlerweile in der Serie „Sons of Anarchy“ aus seinem Schattendasein ausgebrochen ist und große Erfolge feiert, sie sind genau solche Typen und sind damit perfekt als Gegenspieler besetzt. Die Action ist cool inszeniert, typisch für die frühen 90er hart, immer ein kleines bisschen drüber und einfach spaßig anzuschauen. Und vor allem gibt es reichlich davon, immer garniert mit einem flotten Spruch.


"Sie ist so fett, daß ich Sie in Mehl rollen mußte, um die feuchte Stelle zu finden!"


Tony Scotts „Last Boy Scout“ ist nicht nur eine tolle Actionkomödie, sondern kann darüber hinaus mit einem der besten Buddy-Duos des Filmgeschichte aufwarten. Die lässigen, sarkastischen oder süffisanten Sprüche von Bruce Willis und Damon Wayans lassen schlussendlich den Actionklassiker unvergesslich werden.


8 von 10 durchgedrehte Runningbacks

Review: COLORS - FARBEN DER GEWALT - Im Pulverfass

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Fakten:
Colors - Farben der Gewalt (Colors)
USA. 1988. Regie: Dennis Hopper. Buch: Michael Schiffer, Richard Dilello. Mit: Sean Penn, Robert Duvall, Maria Conchita Alonso, Randy Brooks, Grand Bush, Don Cheadle, Glenn Plummer, Trinidad Silva, Damon Wayans u.a. Länge: 116 Minuten. FSK: ab 16 Jahren freigegeben. Auf DVD erhältlich.


Story:
In den Straßen von L.A. eskaliert der blutige Bandenkrieg zwischen den "Bloods" und "Crips". Die andauernde Rivalität der Gangs gipfelt in eiskalten Mordanschlägen. Die Cops von "C.R.A.S.H.", einer zu Bekämpfung der Straßengangs gegründeten Sondereinheit, stehen dem Chaos aufgrund ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit fast hilflos gegenüber. Dem erfahrenen Haudegen Hodges wird der heißblütige Neuling McGavin zur Seite gestellt. Während Hodges sich mit seiner besonnenen, diplomatischen Art auf der Straße einen gewissen Respekt erarbeitet hat, macht sich McGavin bald durch seine ungestüme Hitzköpfigkeit einen Namen. Das führt nicht nur zu Spannungen zwischen den Kollegen, sondern macht McGavin bald zur Zielscheibe.






Meinung:

"Colors" zählt mit Sicherheit zu den besseren Arbeiten von Gelegenheitsregisseur Dennis Hopper und war aufgrund seiner brisanten Aktualität seiner Zeit ein aufsehenerregender Film. Der bis heute bestehende Bandenkrieg in Los Angeles erreichte in den 80er Jahren eine neue Qualität. Skrupelloser und schwerer bewaffnet kämpften "Bloods" und "Crips" um die Vorherrschaft im Drogengeschäft, in erster Linie ging es jedoch schlicht um die jahrzehntelange Fehde untereinander. Die Gangproblematik rückte durch den Film verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit, speziell im Ausland. "Colors" war zur richtigen Zeit am richtigen Ort, zweifellos.


McGavin & Hodges: Gleicher Look, verschiedeneAnsichten,
Mit etwas Abstand, der Film feiert in diesem Jahr sein 25. Jubiläum, lässt er sich sachlicher beurteilen und es bleibt festzustellen, fehlerfrei ist er absolut nicht. Obwohl die aus Armut und Perspektivlosigkeit resultierende, sinnlose Gewaltspirale stellenweise durchaus authentisch und realitätsnah dargestellt wird, Klischees und recht simple Erzählmuster sind kaum von der Hand zu weisen. Die Figurenkonstellation vom erfahrenen Routinier Hodges (Robert Duvall) und seinem neuen Partner, dem Heißsporn und Draufgänger McGavin (Sean Penn) ist ganz klassischer Natur und entspricht relativ künstlichen Stereotypen. Der Eine abgeklärt, fast weise und respektiert, der Andere arrogant, stürmisch und verhasst. Der Konflikt ist so deutlich vorprogrammiert wie die Entwicklung, die es zum Ende hin nehmen wird. An der Stelle büßt "Colors" leider unnötigerweise Punkte ein, denn an den Darstellern liegt es beileibe nicht. Im Gegenteil, Duvall und Penn sind nicht nur ideal auf die Rollen besetzt, sie bringen auch hervorragende Leistungen. Duvall stellt Penn mit seiner wunderbar charmanten, raubeinigen und trotzdem überlegten Art sogar leicht in den Schatten, was sonst kaum jemand geschafft hat.


Was den Ablauf der Geschichte angeht, so erreicht "Colors" ebenfalls nicht die Oberliga. Das Tempo ist manchmal etwas schleppend, manchmal tritt der Film auch auf der Stelle, ohne sich entscheidend voran zu bewegen. Das ist wirklich schade, denn er überzeugt gleichzeitig in vielen Punkten. Die Darsteller wurden bereits lobend erwähnt, ebenso die stellenweise Authentizität und seinen zeitbezogenen Sprengstoff. Starke, kleine Szene ist die hitzige Diskussion zwischen aufgebrachten Bürgern und der Polizei, in der sich gegenseitig die Schuld für das Abgleiten der Jugend in die Kriminalität zugeschoben wird, was dem im Hintergrund lauschenden Hodges zum Schmunzeln verleitet. Da trifft "Colors" sehr gut den Kern der Sache, offenbart die Hilflosigkeit mit der Situation.


Auch wenn "Colors" nicht perfekt ist, er ist heute noch sehenswert. Das Pulverfass L.A. ist spürbar, die Stimmung gelungen, die musikalische Untermalung trifft genau ins Schwarze, die Darsteller sind klasse. Mit einem besseren Drehbuch wär es ein großartiger Film, der die Zeit sicher besser überstanden hätte.


7
von 10