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der erste vollwertige Trailer zum „24“-Nachklapp “Live another Day“. Am 5. Mai
startet die 12teilige Serie in den USA und Jack Bauer-Fans scharen nicht erst
seit gestern mit den Hufen, um endlich ihren Helden wiedersehen zu können.
Diesmal operiert Jack Bauer in London und zwar auf eigene Faust und versucht
ein Attentat auf den US-Präsidenten zu vereiteln. Er tut also das, was er
schon immer getan hat. Wir sind gespannt wie „24: Live another Day“ beim
Publikum ankommt und ob die Masche des landestreuen Helden heute, in den Zeiten
von „Breaking Bad“ und „Homeland“ noch funktioniert und angenommen wird.
USA. 1993.
Regie: Marco Brambilla. Buch: Daniel Waters, Robert Reneau, Peter M. Lenkov.
Mit: Sylvester Stallone, Sandra Bullock, Wesley Snipes, Nigel Hawthoren,
Benjamin Bratt, Bob Gunton, Denis Leary, Rob Schneider u.a. Länge: 110 Minuten.
FSK: Ab 16 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-Ray erhältlich.
Story:
Im Jahr 1996 wird der knallharte Cop John Spartan, nachdem er den
Gangster Simon Phoenix gefasst hat, wegen der Tötung von Zivilisten
verurteilt und eingefroren. Cut. Das Jahr 2032. Die Städte der Westküste
existieren nicht mehr, stattdessen gibt es die Metropolregion San Angeles, in
der es keine Gewalt und keine Verbrechen, sondern nur noch „friedfertige
Humanität“ gibt. Als Phoenix aber ausbrechen kann, zeigen sich die Polizisten
vollkommen überfordert mit dem brutalen Verbrecher und der „Demolition Man“ Spartan
wird aufgetaut, damit er mit der jungen und naiven Polizistin Lenina Huxley
Phoenix wieder einfängt.
Meinung:
Der 1993 gedrehte Film spielt schon zu Beginn im Jahr 1996, ist also von Anfang
an in der Zukunft angesiedelt. So ist es auch möglich, dass der knallharte Cop
mit dem sprechenden Namen John Spartan nach seinem teilweise verpatzten Einsatz
in ein „kryogenisches“ Gefängnis gesteckt wird – im Klartext: Er wird mithilfe einer
brandneuen Technologie eingefroren und soll nicht so schnell wieder aufgetaut
werden. Als er dann im Jahr 2032, also fast 40 Jahre im Eis später wieder
aufgetaut wird, so ist es nicht verwunderlich, dass sich in dieser Welt sehr
viel verändert hat.
Snipes vs. Stallone - ein starkes Duell
Diese Welt im Jahr 2032, die hat sich nicht nur verändert, sie ist eigentlich
das komplette Gegenteil davon, wie es Spartan bisher immer gekannt hat. Wer
schon bei „Die Tribute von Panem“ von weichgespült spricht, dem werden hier
sicherlich die Augen aus dem Kopf fallen. Denn die Welt in „Demolition Man“ ist
eine Zukunftsvision, in der keinerlei Gewalt herrscht, in der nicht mal der
Hauch von Kraftausdrücken gesagt werden darf. Straftaten gibt es eigentlich so
gut wie keine, der letzte Mordfall liegt schon Jahre zurück. Man kann
vielleicht von einer Mischung aus Dystopie und Utopie sprechen, zumindest ist
das Szenario äußerst unglaubwürdig. Das macht aber nichts, denn darauf kommt es
den Machern auch gar nicht an. Wichtig war es, eine Welt zu erschaffen, die mit
den Gladiatoren aus den 90er Jahren völlig überfordert ist, sodass die Action
beinahe komplett auf die Hauptdarsteller Sylvester Stallone und Wesley Snipes
ausgelegt ist.
Die zwei Darsteller harmonieren prächtig, spielen ihre jeweiligen Stärken aus
und lassen so richtig die Fetzen fliegen. Außerdem zeigen sie sich herrlich
selbstironisch und scheißen dabei auf politische Korrektheit oder irgendwelche
Vorschriften. Sie lassen sich einfach treiben und haben Spaß dabei. Daneben präsentiert
Sandra Bullock als Polizisten Lenina Huxley in einer ihrer ersten größeren
Rollen ihr komisches Talent. Einerseits vollkommen naiv, andererseits aber auch
immer wieder rebellisch ist sie vom „Demolition Man“ Spartan enorm fasziniert
und versucht ihn in dieser ungewohnten Welt bestmöglich zu unterstützen.
Daneben treten auch weitere bekannte Gesichter wie Benjamin Bratt, Rob Schneider
oder Bob Gunton auf.
"Eine Frage noch Sir: Warum die drei Muscheln?"
Die Action ist klasse, das war bei zwei solchen Granaten wie Stallone und
Snipes auch nicht anders zu erwarten. Gebäude fliegen in die Luft, Snipes darf
seine Kampfsportkenntnisse auspacken und zusammen schießen sie alles kurz und
klein, was ihnen in den Weg kommt. Besonders die Endsequenz ist spektakulär
ohne Ende. Richtig schön sind auch die coolen und vor Sarkasmus strotzenden
Sprüche Slys, der lässige Wahnsinn von Snipes und die sympathische Unwissenheit
Bullocks, die zusammen den Film zu einem Gagfeuerwerk werden lassen. Aber was
den Film wirklich von einem guten Actionfilm abhebt, das sind die kleinen
Details. Die Dinge, mit denen diese Welt in der Zukunftsvision ausgeschmückt
ist und von denen es beinahe unzählige gibt. Egal ob es nun drei Muscheln auf
dem Klo sind, alte Werbejingles, die als „Oldies“ im Radio rauf und runter
laufen, oder eine erstaunliche Weitsicht, mit der Arnold Schwarzenegger bereits
im Jahr 1993 zum Präsidenten der Vereinigten Staaten ausgerufen wurde.
Diese und noch viel mehr kleine Dinge machen den Film unglaublich sympathisch.
Kombiniert mit der für einen Actionfilm ansprechenden Story, den perfekt
ausgesuchten Schauspielern, den spektakulären Actionszenen und einer witzigen
und nicht mal so dummen Zukunftsvision wird „Demolition Man“ zu einem Augen-
und Ohrenschmaus. Ein Actionfilm mit viel viel Witz und Charme, der einfach riesengroßen
Spaß macht und keine Wünsche von Actionfans offen lässt.
„Aber eins würd‘ ich gerne noch wissen: Wie funktioniert das mit den drei
verdammten Muscheln?“