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Review: LONDON HAS FALLEN - Ein Actionfilm für Donald Trump

1 Kommentar:

Fakten:
London Has Fallen
USA. 2015.
Regie: Babak Najafi. Buch: Creighton Rothenberger, Katrin Benedikt, Chad St. Joh, Christian Gudegast. Mit: Gerard Butler, Aaron Eckhart, Morgan Freeman, Charlotte Riley, Alon Moni Aboutboul, Angela Bassett, Melissa Leo, Radha Mitchell, Jackie Earle Haley, Robert Forster, Colin Salmon, Sean O’Bryan, Waleed F. Zuaiter u.a. Länge: 99 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Nach dem plötzlichen Tod des britischen Premierministers finden sich die Staatsoberhäupter der westlichen Welt in London ein, um der Beerdigung beizuwohnen. Dazu zählt auch Benjamin Asher, Präsident der Vereinigten Staaten. Doch an trauern ist nicht mehr zu denken, als Terroristen die englische Metropole mit taktischen wie überaus zerstörerischen Angriffen überziehen und dabei bis auf Asher auch sämtlichen Politiker des Auslands ermorden. Asher kann dank der Hilfe seines Bodyguards Mike Banning entkommen. Gemeinsam fliehen sie in den Untergrund und versuchen irgendwie zu überleben, denn in der jetzigen Situation können sie niemanden wirklich trauen.




Meinung:
Er kam quasi aus dem Nichts, dieser Actionfilm mit dem Titel „Olympus Has Fallen“ aus dem Jahre 2013 und trotz dessen gelang es ihm an der Kinokasse ordentlich einzuschlagen und sogar de storytechnisch ähnlich gelagerten „White House Down“ von Roland Emmerich in Sachen Einspielergebnis zu toppen. Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis Gerard Butler als Präsidenten-Beschützer Mike Banning zurück auf die Leinwand kommt, um erneut seinen Schützling vor terroristischen Abgriffen zu schützen. Diesmal geht dabei aber nicht bloß das Weße Haus zu Bruch, sondern halb London sowie die mächtigsten Politiker der Welt –natürlich abgesehen vom Präsidenten.


Damit das klar ist: Wenn Banning Leute foltert ist das absolut okay!
Dass Banning erneut zur scheinbar einzigen Lebensversicherung des mächtigsten Mannes der Welt wird, liegt an einem groß angelegten Plan von Terroristen, die eine Trauerfeier in London nutzen, um kompromisslos deutlich zu machen, dass mit ihnen nicht zu spaßen ist. Der Initiator des Terror-Großangriffs ist dabei der Waffenhändler Barkawi. Hier gelingt dem Film zu Beginn eine kleine Überraschung, denn statt Barkawis Gründe für seine bestialischen Pläne mit simplen Gut-Böse-Mentalitäten abzuhaken, erzählt „London Has Fallen“ wie ein militärischer Drohnenangriff der Großmächte dazu führte, dass ein Großteil von Barkawis Familie – und mit ihnen dutzende von Unschuldige – den Tod fanden. Dessen großspurige Rache ist also nicht mehr als eine Reaktion. All das, was danach folgt entspringt dem politischen wie militärischem Kalkül der großen Nationen. Daraus lässt sich nicht bloß dramaturgisch einiges machen. Doch obwohl sich „London Has Fallen“ diese große Chance aufbaut, die vollgestopft ist mit Ambivalenzen, nutzt sie der Film nicht. Als gäbe es die ersten Minuten nicht, wandelt der Actioner lieber brav auf einfachen Wegen: Die sind böse, wir gut.


2 der 3 Darsteller auf diesem Bild werden verheizt
Aber diese krude und faule Mentalität ist bei weitem nicht das Übelste, was „London Has Fallen“ seinem Publikum auftischt. Wie beim Vorgänger von Regisseur Antoine Fuqua („Training Day“) wird auch hier alles, was nicht amerikanisch ist, entweder als gefährlich, urchtrieben oder schlicht und ergreifend inkompetent dargestellt. Das gipfelt dann sogar in Szenen, in denen andere Führer großer Nationen zuerst mit allerlei Klischeegesuppe vorgestellt werden, nur um sie dann meist explosiv über die Klinge zu schicken. sogar unsere Bundeskanzlerin erhält ein nicht unbedingt gut getroffenes Doubles, welches von einer Darstellerin namens Nancy Baldwin gespielt wird. Was noch um einiges schmachvoller ist, ist jedoch wie dreist „London Has Fallen“ moralisch zu Werke geht. Wenn die Terroristen töten, wird dies immer als grausam und menschenverachtend dargestellt (was es ja auch ist), aber wenn der Held des Films, Mike Banning, auf teils rabiateste und widerlichste Weise seine Gegner foltert und exekutiert, zelebriert „London Has Fallen“ dies mit einer solch denkwidrigen moralischen Blauäugigkeit, dass es mental schmerzt. „London Has Fallen“ ist zweifelsohne die perfekte Masturbationsvorlage für Leute wie Donald Trump.


Juhu, der Schulausflug fällt aus
Auch abseits davon gelingt es dem Sequel nicht zu überzeugen. Gerard Butler spielt den Helden auf Autopilot und Morgan Freeman hockt die meiste Zeit regungslos auf seinem Sessel und starrt mit anderen, teils hochklassigen, Darstellern diverse Bildschirme an und darf typische Gesten und Sätze („Oh my god“) von sich geben. Aber gut, sein wir ehrlich, es geht eigentlich doch um die Action. Die empfanden viele Zuschauer ja bereits beim ersten Teil als hervorragend und ja, auch wenn „Olympus Has Fallen“ alles andere als ein guter Film war, so waren seine Actionszenen doch zumindest ausgestattet mit drängender Kinetik und Energie. Bei „London Has Fallen“ wurde nun zwar die Masse an Explosionen erhöht, nur wirklich durchschlagend sind diese selten, was schlicht und ergreifend daran liegt, dass die Spezialeffekte des Sequels noch einmal wesentlich schlechter aussehen als wie eim Vorgänger. Es gibt heutzutage Direct-To-DVD-Actionfilme, die es verstehen, ihre CGI-Actionszenen besser und authentischer aussehen zu lassen, als „London Has Fallen“.


Banning und der Präsident im Londoner Untergrund
Inszeniert hat das Sequel der gebürtige Iraner Babak Najafi, der als Kind mit seiner Familie nach Schweden auswanderte und sich dort als Autor und Regisseur einen Namen machte. Leider wird „London Has Fallen“ dieser Vorab-Reputation nicht würdig, dabei bewies Najafi alleine durch seine Arbeit bei der wunderbaren wie knallharten Actionserie „Banshee- Small Town, big Secrets“ bereits, dass er in der Lage ist heftige Action, Mann gegen Mann, effektiv und einprägsam zu inszenieren. Allerdings besitzt „Banshee“ etwas was „London Has Fallen“ fehlt: den Mut sich einzugestehen, was es ist. „London Has Fallen“ ist nicht mehr als eine Fließbandproduktionen, möchte aber gerne bei den großen Genre-Vertretern mitspielen. So wird z.B. versucht Held Mike Banning auch außerhalb seines Job zu charakterisieren, doch das Ergebnis ist nicht nur billig, sondern schlicht und ergreifend ausdruckslos, weil dem Publikum auch hier nur wieder alte Kamellen aufgetischt werden und diese werden dazu noch nicht einmal neu drapiert oder verpackt.


Es gibt also wirklich nicht viel zu loben bei „London Has Fallen“, außer vielleicht Kameramann Ed Wild. Der Brite versucht zumindest mit seiner Linse hin und wieder ein paar neue und frische Perspektiven einzufangen. Doch das geht im stumpfen wie überheblichen Actiongewitter sang- und klanglos unter und hätte vermutlich auch nicht wirklich weitergeholfen, denn „London Has Fallen“ wäre wohl ein ziemlich verachtenswertes Stück Film geblieben.



1,5 von 10 Fuck Yous

Review: SURVIVOR - Solides Handwerk

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Meinung:
Survivor
USA. 2015. Regie: James McTeigue. Buch: Philip Shelby.
Mit: Milla Jovovich, Pierce Brosnan, Dylan McDermott, Angela Bassett, James D’Arcy, Roger Rees, Benno Führmann, Frances de la Tour, Antonia Thomas, Robert, Forster, Sean Teale, Corey Johnson, Royce Pierreson, Sabine Crossen u.a. Länge: 96 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Ab 27. November 2015 auf DVD und Blu-ray ehältlich.


Story:
Kate Abbott, Top-Agentin der Homeland Security, ist in der US-Botschaft in London stationiert. Dort soll sie Terroristen, die versuchen unerkannt in die USA einzureisen, aufspüren. Als ein maltesischer Staatsbürger beim Versuch mit gefälschten Papieren einzureisen ums Leben kommt, schöpft Kate Verdacht. Nachforschungen bringen sie auf die Spur von vier Wissenschaftlern, alle auf explosive Chemikalien spezialisiert, die bereits Visa für die Einreise in die USA beantragt haben. Doch bevor Kate ihre Ermittlungsergebnisse den Behörden mitteilen kann, kommt es zu einem Bombenattentat, dem alle ihre Kollegen zum Opfer fallen. Kates Welt steht Kopf: Als einzige Überlebende wird sie nämlich von den Behörden für den Anschlag verantwortlich gemacht und ist nun selbst zum Abschuss freigeben. Außerdem ist ihr der mysteriöse Auftragskiller "The Watchmaker" auf den Fersen. Auf der Flucht vor ihren neuen Feinden folgt Kate den Spuren der Terroristen nach New York. Ein Wettlauf gegen die Zeit und um ihr Leben beginnt, als Kate das Ziel für den geplanten Anschlag herausfindet: die Neujahrsfeier auf dem Times Square …




Meinung:
Mit „V für Vendetta“ inszenierte Regisseur James McTeigue im Auftrag der Wachowski Geschwister die gefeierte graphic novel von Kultautor Alan Moore und eigentlich sah alles danach aus, dass McTeigue nun große Filme in und für die Traumfabrik dreht. Doch es kam anders. Mit „Ninja Assassin“, einem aufgeblähten B-Movie (dem man einen simplen wie räudigen Unterhaltungswert nur schwerlich absprechen kann) degradierte sich McTeigue wieder und dass sein Thriller „The Raven“, mit John Cusack, und nun „Survivor“, mit Milla Kovich und Pierce Brosnan, hierzulande nicht in den Kinos liefen, unterstreicht die These, dass McTeigue seine „V für Vendetta“-Chance nicht wirklich genutzt hat.


Kate muss sich wehren
Aber eigentlich ist der Australier ein klassischer Auftragsarbeiter, der bislang stets solides bis gutes  Handwerk ablieferte. „Survivor“ macht da keine Ausnahme: Ein sauber inszenierter Thriller mit kurzen Actionpassagen, der nicht sonderlich innovativ oder intensiv mit der Thematik der staatlichen Überwachung spielt und sich dabei brav im Fundus des klassischen Spionage-Genres bedient. „Resident Evil“-Heroin Milla Jovocih fällt dabei die klassische Rolle der Gejagten zu, die ohne es zu wissen in eine Verschwörung gerät und von einem mysteriösen Killer gejagt wird, der von Ex-007 Pierce Brosnan verkörpert wird. Im Gegensatz zu seinem letzten Auftritt in „The November Man“, der hierzulande auch nur fürs Heimkino erschien, fehlt Brosnan bei „Survivor“ allerdings die notwendige Präsenz. Seine Figur, die nur „Der Uhrmacher“ genannt wird, strahlt zwar eine Professionalität aus, allerdings gelingt es Brosnan nie eine sinistere Ausstrahlung zu erzeugen. So geraten seine Auftritte im Film zu einer atmosphärisch belanglosen wie auch nicht sonderlich erinnerungswürdigen Aneinanderreihung von Actionszenen und müden Versuchen ihm eine Aura des Mysteriösen anzuhängen. Das klappt leider nur bedingt.


Das liegt auch daran, weil „Survivor“ im ermüdenden Maße klassisch geraten ist. Wer sich ein wenig im Genre auskennt wird hier wenig finden, was wirklich zu überraschen weiß. Auch Milla Jovovich als Heldin wider Willen spult das gängige From-Zero-to-Hero-Rollenmuster ab, wirkt dabei allerdings immer etwas zu versteift und verkrampft. Aber das Drehbuch von Philip Shelby gibt ihr auch nicht mehr zu tun als wegzulaufen und vor Rechnern zu recherchieren. Das mag jetzt alles vielleicht furchtbar fade klingen, ist es eigentlich auch, aber „Survivor“ ist dafür recht zielstrebig inszeniert, hat kein Gramm Fett zu viel auf den Rippen und wirkt oftmals angenehm auf das Wesentliche reduziert, wobei sich der Thriller etwas zu propagandahaft die Lobhudelei der amerikanischen Anti-Terror-Gesetze auf die Fahne geschrieben hat.


5 von 10 Litern frisch gepresstem Fleischsaft

Review: GREEN LANTERN - Gar nichts im grünen Bereich

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http://blog.motamag.com/wp-content/uploads/2011/08/greenlanternmovietrailer.jpg

Fakten:
Green Lantern
USA, 2011. Regie: Martin Campell. Buch: Greg Berlanti, Michael Green, Marc Guggenheim, Michael Goldberg. Mit: Ryan Reynolds, Blake Lively, Peter Sarsgaard, Mark Strong, Tim Robbins, Jay O. Sanders, Taika Waititi, Angela Bassett, Mike Doyle, Dylan James u.a. Länge: 110 Minuten. FSK: ab 12 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.



Story:

Hal Jordan, Testpilot mit schwerem Trauma, wird Zeuge eines Raumschiffabsturzes. Ihm wird der Ring des Green Lantern Corps überreicht. Nun gehört er zu dem Kreis auserwählter Weltall-Cops, die gegen das Böse im Universum kämpfen müssen. Und die nächste Bedrohung lauert vor der Haustür...
 




                                                                      
Meinung:
Da kann man sich nur angewidert wegdrehen...
Was zum Teufel ist das denn? "Green Lantern" funktioniert ja nichtmal unter den einfachsten Bedingungen und will gleichzeitig als Blockbuster-möchtegern-Franchise überzeugen? Oh mein Gott, wer hat denn da auf einem Superman-Heft geschlafen? Eine Katastrophe auf allen Ebenen. An der Stelle gebe ich gerne zu, ich kenne die Comicvorlage nicht. Könnte das den Film retten? Ich wage es schwer zu bezweifeln, tendiere sogar eher in die Richtung, das zieht den nochmal ein gutes Stück runter, wo ohnehin kaum Platz ist. Das ganze Projekt erscheint wie ein ambitionierter Hoffnungsträger, der zum schlecht gespielten Witz mutiert, der Spaß hat fast 2 Stunden Sendepause und entwickelt sich blitzschnell (das braucht keine Viertelstunde) zu einem Multi-Millionen-Dollar-Desaster, vor dem selbst "Dare Devil" nicht blind vor Scham werden muss.

Mehr Hirn als der ganze Film
Das Schlimmste dabei: Selbst der nicht fachkundige Zuschauer wünscht sich angesichts dieser konfusen Effekt-Geisterbahn eine ansprechende Umsetzung. Denn unter dem ganzen Unsinn und der grottig-grotesken Fremdschämparade schlummert ein gewisser Reiz, der nur leider mit unglaublich peinlichem Blockbuster-Nonsens und pathetisch-grässlicher Sülze vergewaltigt wird. "Green Lantern" gelingt das seltene Kunststück, nach viel Geld und trotzdem furchtbar billig auszusehen. Die Effekte sind aufwendig und dabei dennoch so beschissen, das schafft nicht jeder. Das wurde ja schon besser gemalt und gebastelt, mit so einem lächerlichem CGI-Käse aus dem fetten Sparschwein kann sich doch nur blamiert werden. Beeindruckend, wie hier Produktionskosten investiert und verhunzt werden, dafür wurden in anderen Brangen schon Haftstrafen verhängt, da nennt sich das Veruntreuung. Ist letztendlich auch nur eine Randnotiz, denn an und für sich passt es zum Gesamtbild. "Green Lantern" ist unglaublich albern, dabei nicht witzig, umständlich und schlicht schlecht vorgetragen, verschenkt sein sichtliches Potenzial für lieblose Hirnschmelze mit grauenhaften Darstellern. Warum sich Tim Robbins in so ein Freakshow verirrt, ist schon bald nicht mehr zu entschuldigen. Ryan Reynolds und Blake Lively, herzlichen Glückwunsch, wenn das kein Traumpaar ist. Not und Elend. Unter dem Motto könnte der ganze Film stehen. Ein aufwendiges, sagenhaft unfähiges Effektgewitter trifft eine grausam schlecht vorgetragene Superhelden-Story mit reichlich Fanbase, die wohl kaum hierfür grünes Licht geben dürften. Ich mag Trash, ich mag kompletten Unsinn, aber so ein angeblich geiles, enorm vergeigtes Dicke-Hose-Kino treibt selbst mir einen kalten Schauer über den Rücken.


Unbegreiflich, wie so was mit den Mitteln in Produktion gehen konnte. Hätte die Kohle nicht sinnvoller genutzt werden können? Zum Beispiel Hundefutter für's Tierheim kaufen? Wenn jetzt nochmal ein Köter hungern muss, ist "Green Lantern" ein Hassfilm.

1,5 von 10 grünen Notbeleuchtungen

Review: OLYMPUS HAS FALLEN – America, Fuck Yeah!

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Fakten:
Olympus Has Fallen
USA. 2013. Regie: Antoine Fuqua. Buch: Creighton Rotherberger, Katrin Benedikt. Mit: Gerard Butler, Aaron Eckhart, Dylan McDermott, Rick Yune, Morgan Freeman, Angela Bassett Melissa Leo, Radha Mitchell, Cole Hauser, Robert Forster, Ashley Judd, Phil Austin, Finley Jacobsen u.a. Länge: 120 Minuten. FSK: freigeben ab 16 Jahre. Ab 23. 10. 2013 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Als Agent des Secret Service ist Mike Banning nicht nur für die Sicherheit von Präsident Benjamin Asher verantwortlich. Ihn verbindet inzwischen auch eine enge Freundschaft mit dem mächtigsten Mann der Welt. Als eines Winternachts die Limousine des Präsidenten von der Fahrbahn abkommt und in einen Fluss zu stürzen droht, hält sich Banning ans Protokoll: Er rettet Asher das Leben und opfert dafür dessen Frau. 18 Monate später: Banning ist inzwischen degradiert und ins Finanzministerium versetzt worden, als nordkoreanische Extremisten das Weiße Haus stürmen und den Präsidenten als Geisel nehmen. Bald findet sich der geschasste Agent als letzte Verteidigungslinie im Amtssitz wieder. Und nicht weniger als das Fortbestehen der freien Welt hängt von seinem Gelingen ab.




Meinung:
Man muss sich schon mit den verschiedenen Kulturen aus aller Welt vertraut gemacht haben, um gewissen Gepflogenheiten und Bräuche in gewisser Weise nachvollziehen zu können. Natürlich muss man sich ihnen nicht anpassen, vor allem nicht, wenn man sich weder mit ihnen identifizieren kann, noch in die eigene Weltanschauung passen. Wenn wir uns dann um das schwere Thema des Patriotismus kümmern, dann schlagen die Alarmglocken des europäischen Otto Normalverbrauchers erst mal in klirrenden Signaltönen aus. Bleiben wir dann auch noch auf der nationalen Ebene von Deutschland, dann ist ein Nationalstolz wie ihn die Amerikaner pflegen wohl absolut unverständlich. Man muss jedoch tiefer in die Geschichte vordringen und sich vor Augen halten, dass selbst in der heutigen Zeit, in der sich die deutschen Verhältnisse eigentlich vollständig von denen der Nationalsozialisten emanzipiert haben, immer noch die leichte Befürchtung vor einer internationalen Stigmatisierung lauert.



Gerard Butler kämpft für Amerika – Als Schotte!
Wenn man sich diese Tatsache dann einmal akkurat vor Augen führt und sich ins Gedächtnis ruft, dass der Deutsche – wie einst zur Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Lande schon beim Hissen der Nationalflagge im Vorgarten so manchen unverständlichen Blick geerntet hat  - keinen Vaterlandsstolz besitzen darf, ohne in die altbekannte Nazischublade gesteckt zu werden, dann schreit das doch noch einer kontemporären Zeitrechnung, in der viel mehr die anderen Länder nach wie vor in der engstrinigen Vergangenheit leben. Sollte Amerika dann aber mal wieder auf filmischer Basis zum patriotischen Appell blasen, dann ist jede Ehrenweisung vollkommen in Ordnung und wird vom Publikum in die höchsten Höhen gelobt – Die reziproken Mentalitäten sind enorm. Der durchaus talentierte Regisseur Antoine Fuqua hat mit seinem Action-Thriller „Olympus Has Fallen“ nun wieder eine solche Patriotenplatte in die Kinos gelassen und während in den Vereinigten Staaten die Kassen klingeln, dürfen über die Landesgrenze hinaus gerne schockiert die Köpfe geschüttelt werden, denn was hier fabriziert wurde, ist eine absolute Frechheit.


Wie gesagt: In Amerika herrscht eine vollkommen andere Geisteshaltung und alles, was das eigene Land irgendwie in Gefahr bringt, darf auf der großen Leinwand genüsslich zu Hackfleisch verarbeitet werden – Die Kinosäle toben, applaudieren, feuern den Protagonisten an. Würde sich Deutschland einen solchen Fauxpas erlauben und beispielsweise Angela Merkel (Natürlich von einer mehr oder weniger passenden Schauspielerinnen aus der Heimat besetzt) zur heroischen Killermaschine stilisieren, stünde die Welt Kopf und das wahrscheinliche (Mach-)Werk würde zwischen dem Spott und Hohn maximal ein müdes Lächeln ernten, obwohl die Ausrichtungen doch eigentlich genau dieselben sind. In „Olympus Has Fallen“ ist in die Rolle des Präsidenten dieses Mal nicht Harrison Ford oder Bill Pullman geschlüpft, sondern der an und für sich begabte Aaron Eckhart, der mit „World Invasion: Battle Los Angelos“ schon Erfahrungen in patriotischen Gefilden gemacht hat. Als Präsident Benjamin Asher ist er – genau wie sein Speaker Trumbull, der von Morgan Freeman verkörpert wird, eine vollkommen blasse Schablone, der zum Ende noch einmal die Chance gegeben wird, das Volk mit einer nationalistischen Rede anzuheizen.



Der Präsident braucht dringend Hilfe…
Im Mittelpunkt steht des Präsidenten persönlicher Bodyguard Mike Banning, der nach einem beruflichen Unfall mit einem schweren Trauma kämpfen muss, nun aber seine Chance bekommt, alles wieder gutzumachen und den Weg zurück zur eigenen Kraft zu finden. Verkörpert wird dieser Übermensch Banning von Gerard Butler, der seinen schottischen Akzent immer wieder raushängen lässt und von einem eigentlich charakteristischen Charisma rein gar nichts zur Geltung bringen darf. Wenn man seine Rolle auf ihren Gehalt reduziert, und das ist keine Schwierigkeit, finden wir uns ebenfalls im luftleeren Raum wieder; Butler gibt einen John McLane-Bryan Mills-Überfighter, der jeden umlegt, der sich ihm in den Weg stellt und ein asiatisch Antlitz besitzt. Dass so ein Charakter nur funktionieren kann, wenn das Drehbuch mit dem gewissen Etwas an Selbstironie zu Werke geht oder sich einem Umfeld dementsprechend anpasst und nicht auf reale Figuren zurückgreift, die noch eine verzogene Weltansicht offerieren, war den Drehbuchautoren Creighton Rothenberger und Katrin Benedikt leider voll und ganz klar und der Schuss, der ohne Rücksicht nach hinten losgeht, wurde vollkommen bewusst von allen Beteiligten angenommen.


„Olympus Has Fallen“ verdeutlicht mal wieder mit der ganzen Kraft der amerikanischen Debilität, dass sich die Vereinigten Staaten immer und immer wieder neue Feindbilder suchen müssen, um sich ihre auf Zelluloid gebannten Schulterklopfer zyklisch vor Augen zu führen: Amerika ist unbesiegbar und verliert selbst im Angesicht des Todes nicht den Vaterlandsstolz. In Wahrheit zeigt diese heuchlerische Verfahrensweise nur, dass die paranoiden Zustände ihre dringende Bewältigung suchen, diese nur auf der großen Leinwand finden und dabei auf moralische Grundsätze konsequent gepfiffen werden kann, denn alles, was ohne amerikanischen Pass herumläuft, ist mit stählerner Brust zum Abschuss freigegeben. Die nordkoreanische Freischar wird in ihre Einzelteile dezimiert, Gerard Butler darf als tobende Kampfmaschine unzählige Extremisten kaltblütig abschlachten und am Ende wird freudig in die Hände geklatscht und ein ganzes Land feiert sich selbst. Wer auf glorifizierende, eindimensionale, exploitative und strunzdumme Propaganda steht, der darf sich das Action-Geplänkel „Olympus Has Fallen“ gerne ansehen. Für alle denkenden Menschen ist der Film hingegen ein ungoutierbarer Kotzkrampf.


1 von 10 amerikanischen Flaggen im Abendrot


von souli