Hier
ist er endlich, der erste Trailer zu “Jurassic World” von Regisseur Colin
Trevorrow, der bei uns am 11. Juni starten wird. Chris Pratt, Michael Pena,
Bryce Dallas Howard, Judy Greer, Irrfan Khan und Vincent D’Onofrio bieten sich diesmal
als Dinofutter an. Der Trailer macht uns wirklich ganz heiß auf den Film, der
gewiss nicht mehr so einen Hype im Rücken hat, wie der Ur-Film von Steven
Spielberg, aber wir hoffen auch nicht auf einen neuen Meilenstein, sondern
einfach nur auf gute Unterhaltung.
Robert
Downey jr. Spielt in „The Judge“ den erfolgsverwöhnten Anwalt Hank mit Tony
Stark-Mentalität, der nach dem Tod seiner Mutter zurück in die Heimat muss.
Dort wartet schon sein Vater auf ihn (gespielt von Robert Duvall), zu dem er
kein sonderlich herzliches Verhältnis hat. Der erste Trailer bedient gleich
mehrere Klischees. Zunächst wirkt es wie eine Komödie, die exakt auf seinen
Hauptdarsteller zugeschnitten ist, dann wird’s indie-dramatic und dann scheint der Film eine Art Thriller zu
werden. Hm, auf uns wirkt das alles noch sehr zerstückelt und bruchstückhaft.
Richtig überzeugt sind wir also noch nicht von „The Judge“. Alleine wegen
seinem Star Downey jr. wird der Film aber wohl ein größeres Publikum finden.
Außerdem noch auf der Besetzungsliste zu finden sind: Vera Farmiga, Billy Bob Thornton, Dax Shepard, David
Krumholtz sowie Vincent D’Onofrio und Melissa Leo.
Fakten: Ed Wood
USA, 1994. Regie: Tim Burton. Buch: Scott Alexander, Larry Karaszewski, Rudolph
Grey (Vorlage). Mit: Johnny Depp, Martin Landau, Sarah Jessica Parker,
Patricia Arquette, Jeffrey Jones, G.D. Spradlin, Vincent D´Onofrio, Bill
Murray, Mike Starr, Max Casella, Lisa Marie, George "The Animal"
Steele, Juliet Landau u.a. Länge: 122 Minuten. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD und Blu-ray
erhältlich.
Story: Edward D. Wood Jr. ist ein filmbegeisterter Mensch, der unbedingt als Regisseur
große Karriere machen will. Er nimmt eine undankbare Arbeit an, trifft in der
Zwischenzeit auf die abgestürzte Filmlegende Bela Lugosi und wird daraufhin
einer der wichtigsten Regisseure aller Zeiten... nur unabsichtlich und mit sehr
großem Abstand.
Meinung: Eine wundervolle Hommage
an den Film und zwei ihrer Legenden, die sich auf dem persönlichen Höhepunkt
und Tiefpunkt traffen. Der Eine wurde (auch) durch ihn bekannt, der Andere wurde
still und leise beerdigt, dennoch würde der alte Bela mit einem Lächeln auf
diesen Film herunter schauen. Das wollte Tm Burton, das hat er erreicht.
Ed und Bela geben sich gemeinsam dem Horror hin
"Ed Wood" ist die würdevolle Liebeserklärung an den verkannten, bemühten
Billig-Filmer Edward D. Wood Jr., der Zeit seines Lebens mit nichts arbeiten
musste und an sich auch nichts mehr verdienen würde, aber er wollte es einfach.
Er hatte einen Traum, den Antrieb, nicht das Talent, aber meine Güte, er WILL
es einfach. Er glaubt an sich, scheißt auf die Vorraussetzungen, biegt sich
alles gerade so zurecht, manipuliert und arangiert sich, geht ganz komische
Kompromisse ein, nur um am Ende sein Baby auf der großen Leinwand zu erleben.
Da können sie alle lachen, er hat sein Ziel erreicht. Ed Wood war ein einzigartiger,
kreativer, ungewöhnlicher Filmemacher, ein extrovertierter Mensch wie Künstler,
der mehr Leidenschaft als Chancen besaß, mehr Enthusiasmus als Talent, sich
davon aber nie abschrecken ließ. Er war ein Macher, kein Denker. Ein Mensch,
der seinen Traum verfolgte, koste es, was es zu verscherbeln gab.
Ed Wood in voller Arbeitsmontur
Tim Burton betont den Flair des Ed Wood und seiner Zeit sehr liebevoll,
beschreibt seinen Protagonisten als eifersüchtiges, ehrgeiziges Pendant eines
Orson Welles. Der oft erwähnte "Konkurrent" wurde als Genie gefeiert,
Wood verstand sich als kaum weniger, musste sich halt mit den begrenzten
Mitteln zufrieden geben. Burton scheint in seinem Film viel mehr zu überzeichnen,
als es tatsächlich der Wahrheit entsprach. Natürlich karikiert Burton die
Figuren wie die Geschehnisse, allerdings nur gering. Er vergisst nicht die
tragische Note um die gefallene Legende Bela Lugosi (unglaublich intensiv, beeindruckend
und feinfühlig: Martin Landau, Oscar mehr als gerechtfertigt). Er liefert einen
Blick hinter die abstrakte Entstehungsgeschichte der Filme, die damals
belächelt und heute als ein Stück Filmgeschichte gefeiert werden. Burton kennt
die Werke von Wood, schätzt sie und lässt seine Figur nie zur Witzfigur
verkommen, würdigt sie sehr liebevoll und inszeniert sie dementsprechend, beschönigt
dabei nie die absurden Eskapaden, sondern setzt ihnen eine skurrile Krone auf.
Ein talentierter Freak würdigt einen weniger talentierten Freak, eine schöne
Kombination. Traumhaft gespielt, geschickt inszeniert und sowohl als Biopic wie
als Satire und Zeitdokument grandios. Unterhaltsam, interessant, ehrlich und
würdevoll, kaum besser machbar. Burton und Depp auf ihrem Höhepunkt, war das
großartig. Vor CGI und Karneval.
Fakten:
Sinister
USA. 2012. Regie: Scott Derrickson. Buch: Scott Derrickson, C. Robert Cargill.
Mit: Ethan Hawke, Clare Foley, Michael Hall D’Addario, James Ransome, Juliet
Rylance, Vincent D’Onofrio, Fred Dalton Thompson, Nicholas King, Danielle
Kotch, Victoria Leigh u.a. Länge: 110 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren.
Auf DVD und Blu-ray erhältlich.
Story: Wegen Geldproblemen muss Autor Ellison mit seiner Familie in ein kleineres
Haus ziehen. Dort hofft der ehemalige Bestseller-Autor einen neuen Hit zu
schreiben. Auf dem Dachboden findet er eine Kiste mit alten Super8-Aufnahmen.
Zunächst schenkt er diesen wenig Beachtung doch letztlich siegt seine Neugier. Was
Ellison zu sehen bekommt sind aber keine normalen Aufnahmen, sondern
verstörende Bilder von einer ermordeten Familie. Ellison beginnt zu
recherchieren, in der Hoffnung somit ein neues Buch auf die Beine zu stellen.
Dabei kommt er aber etwas Bösem gefährlich nahe.
Meinung:
Found Footage war nach der von „Hostel“ und Saw“ ausgelösten Torture
Porn-Welle, ein neuer Trend am Firmament des Horrorhimmels. Ausgelöst vom
Überraschungserfolg „Paranormal Activity“ und von zig Epigonen und Sequels am
Leben erhalten, geistern die angeblich wahren Bewegtbilder seit einigen Jahren
vermehrt durch die Kinos und Videotheken. „Sinister“ von Scott Derrickson nutzt
ebenfalls die Ästhetik verramschter und wackeliger Aufnahmen, jedoch nicht als
prägendes Stilmittel, sondern als große Facette eines Plots rund um mysteriöse
Morde und einen unheimlichen Maskenmann im Hintergrund.
Wer beobachtet hier wen?
Bereits J.J. Abrams nutzte in seinem nostalgischen Blockbuster „Super 8“ das
Medium Amateurfilm als eine Art Plotstarter. Doch während es bei Abrams noch
ein Zugunglück und Kinder brauchte um eine Geschichte zu genieren, hält
Derrickson den storytechnischen Ball äußerst flach. Dachboden, Autor, gruselige
Mordfilmchen. Mehr braucht es bei „Sinister“ nicht um den Horrorfilm den Ruck
zu geben, mit seiner Schauergeschichte zu beginnen. Es gibt zwar durchaus noch
mehr Expositionen zu begutachten, diese Anhängsel sind aber genauso wenig
störend wie brauchbar, bzw. einnehmend und halten den Film nicht sonderlich
auf. Insgesamt legt Derrickson ein gutes Tempo vor. „Sinister“ als Speed-Horror
zu bezeichnen wäre zwar diffus und bis die ersten unheimlichen Schatten im Hintergrund
vorbeihuschen braucht es auch eine gewisse Zeit, doch der Aufbau, die
unheimlichen Super8-Filme sowie deren Mythen- und Legendenbildung ist nett
konstruiert und sorgt für angenehmes gruseln, auch wenn „Sinister“ mit Ausnahme
des atmosphärischen Soundtracks und makaberer Todesarten nicht mehr tut
und erzählt, als viele andere Horrorfilme zuvor.
„Sinister“ ist massentauglicher, strikt solider Grusel von der Stange. Er variiert
aber Elemente von Besessenheits-, Found Footage- und Okkult-Horror auf
durchaus ansprechende Weise und erzeugt eine standhaltige Gänsehaut.
Das hat allerdings den Preis, dass man nicht länger über die Geschichte
nachdenken sollte, denn dann offenbart sich mit wie vielen kruden oder vor
allem arg repetitiven formalen Punkten Scott Derrickson bei seinem ersten Film
nach dem kapitalen Remake-Flop „Der Tag, an dem die Erde still stand“ von 2008,
hantiert. „Sinister“ reizt sich selbst aus. Nach der gefühlt vierten oder fünften
spukvollen Nacht, die nach und nach zur inszenatorischen Routine für Derrickson
wird sowie für den Zuschauer zur gewohnten Schreckensschau verkommt, verliert der
Horrorfilm viel von seinen zuvor geernteten Lorbeeren und endet schließlich
zwar mit starken Bildern, aber mit dem Gefühl dann doch keinen Horror erlebt,
sondern lediglich gesehen zu haben. Zumindest aber keinen richtig schlechten.
Nach „The Expendables“ und „The Expendables 2“ sind die beiden Action-Heroen Sylvester
Stallone und Arnold Schwarzenegger in „Escape Plan“ nun bereits zum dritten Mal
gemeinsam vor der Kamera zu sehen. Doch diesmal wohl in gleichberechtigten
Rollen. Der Film, der einst noch „The Tomb“ hieß, wurde von Mikael Hafström („Entgleist“,
„Zimmer 1408“) inszeniert und soll Schwarzeneggers Comeback wohl noch etwas
Feuer verleihen, immerhin floppte sein Post-Gouverneur-Actioner „The Last Stand“
nicht nur hierzulande massiv an den Kinokassen. Der erste Trailer zu „Escape
Plan“ verspricht solide Hausmannkost inklusive futuristischem Knast, maskierten
Wärtern, einem bösen Direktor und Onelinern der alten Schule. Neben den beiden
Top Stars sind außerdem noch Sam Neill, Jim Caviezel, Curtis „50 Cent“ Jackson
und Vincent D’Onofrio zu sehen. Ob „Escape Pan“ der große Hit wird, der
Schwarzenegger wieder zu einer großen Nummer macht bleibt abzuwarten. Am 16.
Oktober startet der Film in den USA. Wann der Prison-Breaker zu uns kommt, ist noch nicht bekannt.