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Specials: Unser ABC von TRANSFORMERS

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Ab Donnerstag machen die Transformers erneut unsere Kinos unsicher. Zeit, sich einmal von A bis Z mit den Riesenrobotern zu beschäftigen. Viel Spaß.


A wie Alzheimer. Auch Transformers brauchen Energie. Während normale Lebewesen dafür einfach etwas essen, brauche Transformers Energon. Ohne Energonquelle verfallen Transformers nach und nach körperlich wie geistig. Zu sehen ist dies bei Jetfire in „Transformers: Die Rache“, der damit beweist, Alzheimer gibt es auch bei den wandelbaren Riesenrobotern.


B wie BayBot. Fans von Michael Bay, die ihren Lieblingsregisseur wirklich ehren wollen, sollten sich unbedingt den BayBot zulegen. Eine Actionfigur, die jeden Schrank und jede Sammlung aufwertet. Bevor ihr aber jetzt die Online-Kauf- und –Aktionshäuser abklappert, lasst euch gesagt sein, dass der BayBot nur ein Scherz von Hasbro war. Auf der „Transformers“-DVD gibt es als Easter Egg einen Werbespot zur fiktiven Actionfigur. 


 
C wie Cameo. Dass Michael Bay sich gerne für kleine Auftritte innerhalb seiner Filme auch vor der Kamera zeigt ist kein Geheimnis. In „Transformers“ hat Bay aber einen Cameo, den vor allem Bay-Hasser garantiert gerne immer wieder ansehen, denn Bay wird dort in einer sehr kurzen Szene von Megatron mit dem Wort „disgusting“ („widerlich“) gegen ein Auto geschleudert.


D wie Dwayne Johnson. Der ehemalige „The Rock“ sollte zuerst die Rolle des Cade Yeager im vierten Teil der „Transformers“-Reihe übernehmen. Aus zeitlichen Gründen, Johnson hatte bereits für „Hercules“ von Brett Ratner unterschrieben, musste Michael Bay auf seinen zweiten „Pain & Gain“-Star ausweichen: Mark Wahlberg.


E wie Entlassen. Das Megan Fox und Michael Bay sich verkrachten ist alles andere als ein Geheimnis. Vor allem Fox‘ Vergleich, dass Hitler und Bay sich sehr ähnlich sind, ging durch die Presse. Wer jetzt glaubt, dass Bay nach dieser Äußerung den Schlussstrich zog, der irrt sich. Bay wollte „Transformers: Dark Side of the Moon“ dennoch mit Fox besetzen. Wer sie letztlich entlassen hat, war Produzent Steven Spielberg. Der „Schindlers Liste“-Regisseur fand den Hitlervergleich nämlich überhaupt nicht amüsant.

 
F wie Frauen. Ja, obwohl es in den Filmen von Michael Bay nur männliche Roboter gibt, haben auch die Transformers einige Damen in ihren Reihen. Die allererste war Alana (siehe Bild), die in den 1980er Jahren in einer der vielen „Transformers“-Serien das Licht der Welt erblickt. Wirklich bekannt wurde Alana allerdings nicht und auch Arcee, Elita-1 und Chromia haben nie den Bekanntheitsgrad von Bumblee oder Starscream erreicht, weswegen es unwahrscheinlich ist, dass weibliche Transformers ihren Weg auf die Leinwand finden. Ist aber schon irgendwie unfair. Dino-Transformers bringen sie, aber die Frauen müssen daheim bleiben. Tzz.


G wie G.I. Joe. Eigentlich wollte Hasbro zuerst seine zweite große Actionfigur-Serie G.I. Joe auf die große Leinwand bringen. Anfang der 2000er Jahre lief die PreProduction bereits auf Hochtouren. Doch als 2003 der Irakkrieg ausbrach, wurde das Projekt vorerst auf Eis gelegt und die wandelbaren Roboter bekamen den Vorzug.


H wie Hasbro. Hasbro gilt als die Mutterfirma der Transformers. Eigentlich sind die Roboter aber eine Ko-Operation zwischen Hasbro und dem japanischen Spielzeughersteller Tokara Tomy. 1986 begang der Siegeszug der Transformers. Doch Hasbro war zuvor schon einer der ganz großen Spielzeuggiganten. So vertreibt Hasbro u.a. Spielklassiker wie „Monopoly“ und „Twister“. Übrigens hat der Name Hasbro auch eine Bedeutung. Es ist die Abkürzung für Hassenfeld Brothers.


 
I wie Imitiert. In „Transformers 3“ kam mit Sentinel Prime einer der ältesten Transformer zur Filmreihe hinzu. Der alte Roboter, der Optimus Vorgänger und Meister war, wurde im Original von Leonar Nimoy gesprochen. Doch die SFX-Abteilung nahm nicht Nimoys Gesicht als Vorbild von Sentinel Prime, sondern das von Sean Connery.


J wie John Goodman. Wer glaubt, dass Mark Wahlberg der größte und einzige Neuzugang bei „Transformers: Age of Extinction“ ist, der irrt sich. Denn im vierten Teil der Reihe gibt auch John Goodman sein Robo-Debüt. Allerdings nicht als Schauspieler, sondern als Sprecher. Goodman leiht dem Transformer Hound seine Stimme, der auf der Seite von Optimus Prime kämpft.


K wie Kritiker. Das Kritiker selten etwas Gutes zu sagen haben, wenn es um Michael Bay und seine Filme geht ist so bekannt wie letztlich doch auch uninteressant. Der amerikanische Komiker und Talkmaster Jimmy Kimmel hat in seiner Show aber einige US-Kritiker dazu gebracht positive Worte zu Bays „Transformers: Age of Extinction“ zu finden. Wie die lauten, könnt ihr im Video sehen. Viel Spaß.




L wie Linkin Park. Das Mark Wahlberg nun die menschliche Heldenrolle übernimmt, ist nicht die einzige große Änderung beim vierten „Transformers“-Film. In der Vorgänger-Trilogie kümmerten sich nämlich Link Park um die Titelsongs. Von „What I’ve done“ über „New Divide“ bis hin zu „Iridescent“. Alles große bis kleine Hits, alles Robo-vs-Robo-Titelsongs. Statt Linkin Park darf nun die Band Imagine Dragons das Zepter übernehmen. Link Park ist aber nicht völlig aus dem Rennen. Die Band rund um Mike Shinoda und Chester Bennington darf mit „Until it’s gone“ einen Song zum Videospiel „Transformers: Age of Extinction“ beisteuern. Na immerhin.


M wie Megatron. Megatron ist nicht nur der große Bad Boy der Transformers, hinter dem Namen steckt auch die Bezeichnung für einen 4zylindrigen Ottomotor (Turbolader) mit 1,5 Liter Hubraum, der von 1987 – 1989 in der Formel 1 eingesetzt wurde. Tja, schon wieder was gelernt. Ob der Motor wegen dem Transformers-Schurken so genannt wurde, ist leider unbekannt.


 
N wie Namen. Klar, Optimus Prime, Megatron und Bumblebee sind bekannte Namen innerhalb des „Transformers“-Franchise. Dass diese im ersten Film dabei sein werden, war klar. Doch die anderen Roboternamen wurden lange geheim gehalten. Im Sommer 2006 gaben die Hauptautoren des Films, Alex Kurtzman und Robert Orci (siehe Bild), während einer großen Video-Konferenz bei Yahoo! bekannt, welche Transformers sonst noch mit dabei sind. Vor dieser Bekanntgabe wussten nur einige Hasbro-Anwälte sowie wenige Teile der Filmcrew, wer von den Transformers sich die Ehre geben wird.


O wie Optimus Prime. Er ist das Aushängeschild der Transformers und Star in unzähligen Kinderzimmern. In seiner Vehikelform war Optimus in den ersten drei Filmen ein Peterbilt 379. In „Age of Extinction“ ist Optimus zu Beginn ein rostiger 1973 Marmon und wird später zu einem Western Star 4900 Custom. Aber egal welches Modell Optimus nun ist, seine rot-blaue Farbe macht ihn für jeden Transformer-Fan unverwechselbar.


P wie Product Placement. Wenn böse Zungen behaupten, dass „Transformers“ und all seine Sequels letztlich nur ein gigantischer Werbespot für die Spielzeuge sind, dann haben diese bösen Zungen absolut recht. Dumm nur, dass die Filme nicht so gut bei den Kritikern wegkommen wie „The Lego Movie“. Immerhin wird in den Filmen rund um Optimus Prime vielfältig geworben. Denn neben den Transformern und unzähligen Automarken nutzt vor allem das US-Militär die Filmreihe, um sich gut darstellen zu lassen. Dafür ist die Army den Filmemachern auch stets behilflich bei den Dreharbeiten und stellt militärische Fahrzeuge zur Verfügung. Außerdem noch dabei im Product Placement-Zirkus: eBay, Microsoft, Burger King, Hewlett-Packard, Apple, Nokia, Coca-Cola, Taco Bell, Panasonic, Yahoo! und viele, viele, viele mehr.


Q wie Quintesson. Bei den Transformers gibt es ja, genau wie bei Marvel, diverse Universen. In einer davon müssen sich die Roboter mit den Quintesson herum ärgern, einer feigen, uralten Rasse, die in ihrer langen wie düsteren Vergangenheit untrennbar mit den Transformern verbunden ist. Innerhalb der Michael Bay-Filme spielen die Quintesson keinerlei Rolle und eigentlich haben wir sie hier nur drin, weil wir keine Lust hatten Quentin Tarantino (beim Buchstaben Q immer wieder gern genommen) zu benutzen.

 
R wie Rekord. „Transformers 3“ hält doch tatsächlich einen Rekord, der nichts mit goldenen Himbeeren oder Skandalen zu tun hat. Teil drei der Robo-Reihe bietet die bis dato größte Explosion der Filmgeschichte, bei der Schauspieler am Set zum drehen anwesend waren. Riskant, vor allem wenn man bedenkt, dass sich bei den Dreharbeiten des Films auch ein schrecklicher Unfall… ach, dazu gleich mehr bei V.

 
S wie Steven Spielberg. Spielberg war einer der Initiatoren für die „Transformers“-Filme. Er war es auch, der Michael Bay für das Projekt haben wollte. Anfangs sträbute sich Bay, weil er keinen „Spielzeugfilm“ inszenieren wollte, doch Spielberg ließ nicht locker und lud Bay zu Hasbro ein. Dies und ein kräftiger Gehaltscheck änderten dann seine Meinung, zum Leidwesen von Jerry Bruckheimer, der Bay entdeckt hatte und der mit ihm eigentlich noch einige Projekte verwirkliche wollte. Da Bay durch den „Transformers“-Deal nun aber an Dreamworks gebunden war, schaute Bruckheimer ins Leere. Aus dieser Enttäuschung heraus entstand ein jahrelanger Streit zwischen Bay und Bruckheimer, der mittlerweile aber wieder vergessen ist.


T wie Transformium. In „Transformers: Age of Extinction“ wird endlich mal geklärt, woraus diese Trasnformers überhaupt bestehen. Die Antwort. Transformium. Tja, sehr kreative Namensgebung.


U wie Urin. Da Transformers nur Energon als Energiequelle benötigen und diese Energie aus zu 100% nutzen, haben Transformers keine Ausscheidungen. Also merk: Transformers müssen nicht Pipi machen. Gut, hätten wir das also auch geklärt.

 
V wie Verletzungen. Normalerweise ist so ein Statistenjob recht ungefährlich. Außer man arbeitet als Statist für Michael Bay. Während der Dreharbeiten zum dritten Teil der „Transformers“ kam es zu einem schrecklichen Unfall während dem Drehen einer Actionszene. Eine Statistin wurde schwer verletzt und trug bleibende Schäden zurück (eine Lähmung ihrer linken Körperhälfte). Die Paramount Studios wurden daraufhin von der Familie verklagt. Michael Bay musste Teile der Actionszene (eine Verfolgungsjagd auf einem Highway) aus dem Film schneiden. Als Ersatz dienten kurze Sequenzen aus seinem Sci-Fi-Spektakel „Die Insel“, die via SFX noch etwas „aufgehübscht“ wurden.

 
W wie Witwicky. Der Held der ersten drei Teile war Sam Witwicky. Seine Eltern, Ron und Judy, sind nervig. Papa Witwicky, weil der geizig ist und Mama Witwicky weil sie eine absolute Glucke ist. Doch Sam ist nicht der erst Mensch, der Kontakt zu einem Transformers hatte. Sein Ur-Großvater Archibald traf während einer Arktis-Expedition bereits einen der Roboter. Die Witwickys sind übrigens nicht erst mit dem ersten Kinofilm ins Franchise gekommen. Bereits in der Cartoon-Serie "Generation 1“ sind die Witwickys die menschlichen Freunde der Transformers. Dort hieß der menschliche Held allerdings nicht Sam, sondern Spike (siehe Bild). Im vierten Teil „Age of Extinction“ müssen Optimus und Konsorten aber ohne die Witwickys auskommen.

 
X wie X-Men. Die Transformers und die X-Men machen gemeinsame Sache. Also eigentlich macht ganz Marvel mit den Transformern gemeinsame Sache. Bevor ihr jetzt vor Freude aufspringt und das Internet nach ersten Infos zum Transformers-Film von Marvel durchstöbert, hier noch schnell die nicht unwesentliche Anmerkung, dass es sich beim Crossover oder großen Nerdlieblinge lediglich um Spielzeug handelt. Die „Marvel Legends Transformers“ sind, unter Fans und Sammler, sehr beliebte Actionfiguren, in denen sich Marvelhelden in Fahrzeuge transformieren. So wird Hulk etwas zum Panzer und Wolverine zum Offroader.


Y wie Yeti. Es gibt keinen Yeti, auch nicht bei den Transformern.

 
Z wie Zack Ward. Der Schauspieler Zack Ward ist gewiss kein Superstar seiner Zunft, doch er hatte das „Glück“ nicht nur im ersten „Transformers“-Film einen Soldaten zu spielen, nein, Zack Ward spielte danach aus den Helden in Uwe Bolls Anarchoklamotte „Postal“. In einigen Audiokommentaren von Boll gab dieser zu Protokoll, dass Ward ihm erzählte, dass der schlechte Ruf von Michael Bay nicht von ungefähr kommt. Laut Ward war Bay am Set ein echtes „Arschloch“. Tja, von „Transformers“ zu „Postal“ – was für eine Karriere.

Special: Master of Desaster - Unsere Retrospektive zu Michael Bay

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Wohl kein anderer Regisseur ist so erfolgreich und wird gleichzeitig so von der Kritik bestraft wie Michael Bay. In unserer kleinen Retrospektive lassen wir die bisherigen Filme des Michael Bay Revue passieren und stellen uns die Frage: ist wirklich alles schlecht was er gedreht hat?



Bad Boys (1995)
Mit dem vermessenen Publikumsliebling Will Smith in der Hauptrolle und dem salopp-voreiligen Ruf einer der talentierteres Action-Regisseure zu sein, durfte der heutige Zerstörungsguru und Drehbuchverweigerer Bay mit seinem Spielfilmdebüt „Bad Boys“ und einem verhältnismäßig überschaubaren Budget die Kinosäle zum ersten Mal vibrieren lassen. „Bad Boys“ hat noch den Vorteil, ein ambitionierter Krawallmacher seiner aufstrebenden Ära zu sein, der sich nicht an postmoderne Standards klammert, sondern auf handgemachtes Getöse setzt – Welches auch noch durchaus solide inszeniert wurde und den staubigen Charme vergangener Streifen atmen darf. In der Exposition zeigt sich aber bereits, dass „Bad Boys“ die Coolness gerne gepachtet hätte, diese in Wahrheit aber nie wirklich ausfüllt. Wenn die beiden Protagonisten Marcus und Mike ihre Knarren aber mal für einige Minuten in ihren Halftern verstaut haben und nicht ballernd durch Miami hetzen, dann möchte „Bad Boys“ seine humoristische Dynamik auf Biegen und Brechen aus den verbalen (Situations-) Gefechten ziehen, doch wirkt sich dabei zuweilen höchststrapaziös auf das Nervenkostüm des Konsumenten aus. Hauptsache laut ist die Devise. Während Smith eh nur sein akzentuiertes Womanizer-Image mit der sich spiegelnden Sonnenbrille Gassi führt und so neben dem weitaus sympathischeren Kollegen Martin Lawrence komplett in den Seilen hängt, sind die überspitzen Sprüche gelegentlich so schrecklich gewollt, dass jede amüsante Passage geradewegs durch eine aufgesetzt-dämliche Plattitüde wieder verdrängt wird. Letztlich ist das alles akzeptabel, doch die enervierenden Mäkel wiegen zu schwer, als dass „Bad Boys“ ein wirkliches Highlight darstellen könnte.

5 von 10 Rangeleien im Planschbecken

 
The Rock – Fels der Entscheidung (1996)
Michael Bays zweite Regiearbeit „The Rock“ ist quasi der Inbegriff, oder vielmehr ein Mitverantwortlicher für diesen generalisierten Musterfall, des hochwertigen Action-Kinos der vielfältigen 1990er Jahre. Mit „Bad Boys“ hat Bay bereits sein fähiges Inszenierungshändchen für stattliche Actionmontagen bewiesen, blieb seinem Publikum aber auf Charakterbasis diese Qualität schuldig. In „The Rock“ wird dieses Manko vortrefflich umwandert. Man muss sich natürlich von vornherein darüber im Klaren sein, dass auch „The Rock“ mit einer vollkommen dämlichen Grundhandlung auffährt, die sich der Logik weitestgehend verweigert und bereits in der Aufblende den Patriotismus frönt: Nur fällt das hier nicht weiter ins Gewicht. „The Rock“ hat nämlich zwei Protagonisten im Repertoire, die nicht nur wunderbar harmonieren, sondern auch für sich genommen reichlich charismatisch auf den Zuschauer wirken. Da wäre Nicolas Cage als Chemiewaffenspezialist sowie Sean Connery, als ehemaligen britischen Spion. Das klingt, als würde „The Rock“ reichlich Augenmerk auf seine Charaktere legen. Nicht wirklich, er fährt nur zum einen ein erhebliches Tempo auf, in dem einfach keine Langeweile entsteht und zum anderen vernachlässigt er seine Figuren über die gesamte Laufzeit zu keiner Sekunde, wenngleich natürlich keine Entwicklung stattfindet. Resultat dieser signifikanten Balance aus Rabatz. Michael Bay hatte hier einfach das inszenatorische Gespür für packend konzipierte Sequenzen und initiiert seinem Film tatsächlich so etwas wie eine Seele.

7 von 10 Ausflügen auf die Gefängnisinsel


Armegeddon – Das jüngste Gericht (1998)
Aufgesetzten und äußerst muffigen Nationalstolz gibt es in amerikanischen Produktionen immer wieder, prekär und riskant wird er nur dann, wenn er das eigentliche Sehvergnügen erheblich einschränkt – oder sogar komplett vernichtet. „Armageddon“ ist einer dieser Filme, der zwar jeden Amerikaner, der bis in die Haarspitzen mit seinem Land verwurzelt ist, zu tosendem wie befürwortendem Applaus animieren wird, doch wenn Michael Bay seinen Geschichte ohne jede Scham oder Rücksicht auf sein internationales Publikum kopfüber in das bis zum Rand gefüllte Pathosbecken drückt, dann ist das nicht nur unfreiwillig komisch, sondern auch ein absoluter und unausweichlicher Krampf. Es ist hier so, dass es nur die Amerikaner und eine Handvoll Wissenschaftsheinis der NASA vollbracht bekommen, sich dem Asteroiden anzunehmen, während der Rest der Menschheit tumb zum Himmel glotzt und den ausgewählten Helden, ein Bohrteam, bestehend aus einem Haufen Chaoten mit Kämpferherz, ganz fest die Daumen drückt. Wahnsinn. „Armageddon“ ist verlogen und logikbefreit von Anfang bis Ende, doch wenn er sich auf seine Schauwerte konzentriert, dann hat er tatsächlich – hin und wieder – interessante und unterhaltsame Bilder zu bieten, gerade wenn die Truppe auf dem Asteroiden gelandet ist und das recht amüsante Astronautentraining im Schnelldurchlauf abgeschlossen hat. Da ist es dann auch wenig verwunderlich, dass die Charaktere in „Armageddon“ ein Sammelsurium an Prototypen bereithält, in denen Bruce Willis, Ben Affleck und Liv Tyler das entscheidende wie unglaubwürdige (Beziehungs-) Dreieck mit zuweilen hohem Fremdschämfaktor darstellen - von Aerosmith ganz zu schweigen.

3,5 von 10 betrunkenen, russischen Astronauten



Pearl Harbor (2001)
Michael Bay und Jerry Bruckheimer haben mit "Pearl Harbor" ihre wohl langweiligste und großkotzigste Arbeit abgeliefert, inkl. eindimensionale Figuren: dort die Guten und drüben die Bösen. Es lässt sich darüber vortrefflich darüber streiten, ob Bay mit seiner Inszenierung den richtigen Ton getroffen hat, doch eigentlich ist "Pearl Harbor" nicht mehr wie "Titanic" im Kriegsgebiet. Es gibt eine (hölzerne) Liebesgeschichte, einen zuckrigen Titelsong und junge Darsteller, für die der Film teilweise der große Schritt zum Ruhm bedeutet und die große private Tragödie am Ende ist bereits nach einer halben Stunde so gut wie sicher. Natürlich sind der Sound und die Effekte eine Klasse für sich, aber was nutzen die besten Illusionen wenn der Film so spröde, verkrampft patriotisch und über alle Maßen dumm ist, dass es Schmerzen bereitet, die größtenteils einschläfernden drei Stunden anzuschauen? Zum Schluss bleibt nur noch eins übrig, eine Warnung: Halten sie sich von diesem 150 Millionen Dollar teuren Schund fern. Bay und Bruckheimer haben für all das Geld nur Langeweile in den Geschmacksrichtungen Fragwürdig und Stupide erschaffen.

0,5 von 10 echten Männerfreundschaften


Bad Boys 2 (2003)
Egal wie beeindruckend die Verfolgungsjagden im zerstörungswütigen Korsett des Gigantomanierausches auch krachen, „Bad Boys II“ ist ein menschenverachtender Hochglanzprolet, gefangen in seiner bis zum Scheitel geleckten MTV-Ästhetik, der sich in seiner ekelhaft-gewissenlosen Selbstüberschätzung eigenhändig zur Schlachtbank führt und durch seine pubertär-zynischen Späßchen eine einzige Peinlichkeit für jeden Erwachsenen darstellt. Wenn Marcus und Mike mit Vollgas in ihrem wuchtigen Hummergeschoss durch die kubanischen Favelas bollern, nur um Bay die perfekte Einstellung zu ermöglichen, der Film aber jeder Humanität (eigentlich schon von Beginn an) abgeschrieben hat, dann kristallisiert sich auch endgültig die eigentliche Moralvorstellung der Strippenzieher heraus, die es sicher auch äußerst amüsant fanden, inmitten einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd mit adipösen Leichen um sich zu werfen. Würde man „Bad Boys 2“ auf seine formalen Werte reduzieren, dann hätte man einen hektisch geschnittenen Poser, der seinem leibeigenen Schädelvakuum Beifall spendiert, denn Hauptsache es kracht, es fließt Blut und es ist durchgestylt fotografiert.

2 von 10 Muskelentspannenden Sitzkringeln


Die Insel (2004)
Ein Sci-Fi Spektakel dass seine Story zwar bei anderen Filmen wie etwa "Gattaca"  und "2022... die überleben wollen" zusammenklaut, dafür aber gut unterhält und neben einigen heftigen Logikfehlern auch viele gute Actionszenen parat hat. Michael Bay, der hier erstmals mit Steven Spielberg zusammenarbeitet, entwirft keine sonderlich kreative Zukunftsvision, aber dadurch, dass das Heldenduo (Ewan McGregor, Scarlett Johansson) nicht komplett wie aus Plastik wirkt und es dem Film gelingt Empathie zu ihnen aufzubauen, entwickelt sich bei der wilden Jagd durch eine semi-futuristische Großstadt ein durchaus akzeptabler Spannungsbogen. Leider versucht Regie und Buch alles um ernst genommen zu werden, was zur Folge hat, dass große Emotionalität oftmals eher lächerlich als bewegend wirkt. Insgesamt ist „Die Insel“ kein Film für die Ewigkeit, aber ein netter, krawalliger Zeitvertreib und der erste Michael Bay, der so hemmungslos Product Placement einsetzt, dass die Einblendung „Dauerwerbesendung“ in der oberen Bildecke durchaus angebracht wäre.

6 von 10 Organspenden


Transformers (2007)
"Transformers" ist eine laute Zerstörungsorgie ohne einen Funken Charme, der lustlos die typischen Konventionen aufgreift und sie nur dazu benutzt eine krachende Effektszene nach der anderen zu zeigen. Dass wäre nicht weiter schlimm, einen anspruchsvollen Film hätte man aus den Roboters auch nicht machen können, doch dem Film fehlt jeglicher Rhythmus und der Humor des Films, der anfangs noch für etwas Abwechslung sorgt, wird gegen Ende immer beliebiger und attackiert das Nervenkostüm. Das männliche Geschlecht darf auf Megan Fox freuen, die sieht zwar nur hübsch aus und hat ansonsten nichts zu bieten, aber wenigsten gibt es eine optische Auffälligkeit im Film die nicht aus dem Computer stammt. Das größte Ärgernis ist aber, dass es sich bei „Transformers“ eigentlich um einen Werbespot für die Armee handelt, statt um einen Kinofilm. Wer die werbewirksame Botschaft nicht erkennt, wenn eine Gruppe tapfere U.S. Soldaten aus dem irakischen Krisengebiet es schaffen die bösen Riesenroboter zu bekämpfen oder die Zivilisten Sätze wie „Kein Sieg ohne Opfer“ von sich lässt, wurde wohl vom bunten, explosiven Drumherum bereits geblendet. Michael Bay, Steven Spielberg und die Army (die den Dreh sichtbar unterstützt hat) machen aus den damaligen Trickserie mit Kultcharaktere einen sterilen Werbespot für die Armee. Das haben weder die Autobots noch die Decepticons verdient.

3 von 10 hormongesteuerte Teenager


Transformers 2 – Die Rache (2009)
Die Fortsetzung der erfolgreichen Zerstörungsorgie von 2007 erhöht die Anzahl der Titelgebenden Transformers kräftig. So gibt es die sprechenden Kampfroboter jetzt in allen Größen und Variation. Dies ist auch schon die einzige wirkliche Neuerung die das Sequel zu bieten hat. Der Rest, bestehend aus schematischen Figuren, öden Slapstick, sexistischen Hochglanz, Hurra- Patriotismus und Special Effects Overkill, reicht nicht aus um das viel zu lange, seelenlose Spektakel ausreichend auszufüllen. Die meisten Actionszenen, vor allem die Kampfszenen zwischen den verfeindeten Roboterclans sind dazu viel zu unübersichtlich. Wenn Autobots und Decepticons gegeneinander prallen um sich mit gigantischen Kanonen und Schwerter zu beharken dann sieht man eigentlich nur einen Haufen von glänzenden Metall und irgendwo dazwischen blaue oder rote Augen. "Transformers- Die Rache" ist wie sein Vorgänger so großkotzig wie ideenlos und der pseudo-coole Soundtrack von Linkin Park und Green Day macht dieses Gelage aus klebrigen Kitsch und dumpfen Krawall auch nicht besser.

2 von 10 roten Augen


Transformers 3 (2011)
Hossa. „Transformers 3“ ist – wie nicht anders zu erwarten war – ein Effektfeuerwerk das seines Gleichen sucht. Die große Schlacht zwischen Autobots und Decepticons läuft nach dem Paradigma „destruktiv ist das neue konstruktiv“ ab. Alles was in die Luft gejaget oder zerschreddert werden kann wird auch zu Kleinholz verarbeitet. Michael Bay lässt dabei mal wieder uneingeschränkt die Technikmuskeln spielen. „Transformers 3“ ist kein wirklich guter Film, aber er ist eine höchst beeindruckende Technik-Demonstration die endlich mal wieder aufzeigt wie man die neue 3D-Technologie einsetzen sollte. Der dritte Robo-Krieg ist ein Blockbuster, der die Blues-Brothers-Memorial-Brillen nicht nur zu einem kruden, überteuerten Gimmick macht, sondern aufzeigt, dass 3D durchaus förderlich in Sachen Atmosphäre ist. Vor allem die Flugszenen sehen unheimlich gut aus. Wer sich das dritte Hasbro-Roboter-Battle anschauen will sollte dies in 3D. Unter seiner tricktechnischen Perfektion leidet Teil drei aber an denselben Fehlern wie seine Vorgänger.

3,5 von 10 Tschernobyl-Ausflügen