Ja, wir
feiern heute Geburtstag. Wir werden zwei Jahre alt, was bedeutet, dass die
Pubertät nur noch knapp 12 Jahre entfernt ist. Yay! Zu unserem Ehrentag haben
souli und stu bereits vor einiger Zeit einen Podcast aufgenommen. Die beiden
labern in technisch eher mittelmäßiger Qualität über verdammt viel Zeug und das
nicht nur mit Leidenschaft, sondern auch ohne Konzept und Struktur. Anhören
also auf eigene Gefahr! Thema bei den beiden war u.a. „The Raid 2“, „Transformers: Ära des Untergangs“, „Lesson of the Evil“, „Wolf Creek 2“ und „Liebe und andere Kleinigkeiten“. Außerdem erfahrt ihr, warum man beim Filmkauf auf
DVD-Börsen aufpassen muss, wie das Lieblingswort von unserem Autor dem Witte lautet
und wie der Blog überhaupt entstanden ist. Nochmals die Warnung: der Podcast
entstand Frei Schnauze: mit Leidenschaft aber ohne Ahnung.
Viel
Spaß, ihr armen Irren.
So,
jetzt aber noch ein paar ernsthafte Worte:
Wir
wollen uns recht herzlich bei jedem einzelnen Leser unseres kleinen Filmblogs
bedanken. Wir waren nie perfekt und werden es auch nie werden. Danke, dass ihr
es (bis jetzt) akzeptiert habt. Wir posten viele Reviews und viel zu wenig
Specials. Danke, dass euch das scheinbar nicht allzu sehr stört. Wir heißen Die
Drei Muscheln, obwohl wir eigentlich zu fünft sind. Danke, dass ihr scheinbar genauso
schlecht in Mathe seid wie wir. Bringen wir es einfach auf den Punkt und
beenden diesen sehr speziellen Beitrag mit einer klaren Aussage, gerichtet an
euch, die Leser:
Fakten: Transformers: Ära des
Untergangs (Tranformers: Age of Extinction)
USA. 2014. Regie: Michael Bay. Buch: Ehren Kruger. Mit: Mark Wahlberg, Nicola
Peltz, Jack Reynor, Stanley Tucci, Kelsey Grammer, Sophia Myles, Thomas Lennon,
Bingbing Li, T.J. Miller, Titus Welliver, Julia Sanford, Chanel Celaya u.a.
Länge: 165 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Ab 5. Dezember 2014 auf DVD, Blu-ray und Blu-ray 3D erhältlich.
Story: Vier Jahre ist es her, seit dem die Autobots im Kampf gegen die Decepticons
halb Chicago in Schutt und Asche legten. Seitdem ist das Bündnis Autobots und
Menschen aufgehoben und die Roboter werden gejagt. Nur wenige gibt es noch.
Einer von ihnen, Optimus Prime, gerät als alter, rostiger Truck an den Farmer
Cade Yaeger, der eigentlich nur einen Truck zum Ausschlachten brauchte. Doch
der Transformer in seiner Garage sorgt schnell für Probleme, als
Regierungsbeamte bei Cade auftauchen und seine Familie bedrohen. Dies ist der
Beginn eines weiteren, großen Kampfes der Transformers.
Meinung: Eigentlich wollte er ja
nicht mehr den Kampf zwischen Autobots und Decpeticons dirigieren. Doch Michael
Bay überlegte es sich letztlich doch anders, nachdem er mit „Pain & Gain“
ein langgehegtes Wunschprojekt realisierte und einen seiner besten Filme
ablieferte. Nun ist er aber wieder der Herr über die Transformers und schickt
die Roboterkolosse erneut ins große Gefecht gegen ihre Feinde. Davon
gibt es in „Ära des Untergang“ wahrlich genug, denn neben arglistigen Menschen
wollen außerdem noch die Schöpfer von Optimus Prime plus Konsorten die
Transformers aufhalten und senden dafür den gefährlichen Kopfgeldjäger Lockheed
auf die Erde. Irgendwo dazwischen kommt ein alleinerziehender Vater, Cade
Yaeger, zwischen die Fronten und muss mit seiner Tochter und deren Freund wie die
Zuschauer auch mitansehen, wie wieder jede Menge Altmetall verursacht und ganze
Straßenzüge eingerissen werden. Kein Zweifel, „Transformers: Ära des Untergangs“
ist dasselbe Format Film wie seine Vorgänger. Diesmal allerdings mit über 160
Minuten Laufzeit noch etwas mehr im XXL-Format.
Optimus im William-Wallace-Modus
Auch die vorangegangen Teile der Reihe waren alles andere als Kurzfilme, doch
schaut man sich die Handlung von „Transformers: Ära des Untergangs“ an, drängt
sich schon die Frage auf, mit was Bay seinen Blockbuster eigentlich füllt. Die
Antwort, die gewiss die Meisten erwarten, lautet: mit Krawall. Das ist richtig,
doch im Gegensatz zu den vorherigen Filmauftritten der Roboter aus des Hause
Hasbro bietet „Transformers: Ära des Untergangs“ durchaus den einen oder
anderen Lichtblick. Um eines vorweg klar zu machen, es reicht nicht aus, um
Teil vier endgültig eine Empfehlung auszusprechen. Dafür inszeniert Bay immer
noch zu leb-, lieb- und seelenlos. Aber wenn sich die Transformers und ihre
menschlichen Anhängsel ins Raumschiff des finsteren Lockheed verirren, dann
punktet „Transformers: Ära des Untergangs“ mit einem wirklich beeindruckenden
Produktionsdesign (welches letztlich wohl zu 90% am Hochleistungsrechner
Hollywood entstand). Im Inneren dieses Raumschiff treffen gleich mehrere
grafische Sci-Fi-Muster aufeinander. Allesamt nicht sonderlich innovativ, dafür
referenziell. Hier ein paar düstere Gange a la „Alien – Das unheimliche Wesen aus dem Weltall“, dort etwas „The Matrix“ und hin und wieder fühlt man sich
auch an Paul W.S. Andersons „Event Horizon“ erinnert. Somit generiert „Transformers:
Ära des Untergangs“ wohliges Staunen, welches nicht mit Explosionen und Radau
in Verbindung steht. Innerhalb des Films, ist diese Passage wahrlich eine willkommene
wie einnehmende Abwechslung.
Lockheed will Optimus Prime um jeden Preis
Das war es dann aber auch schon mit der Abwechslung. Nun gut, dass Mark
Wahlberg jetzt der menschliche Held von nebenan sein darf, tut dem Franchise
durchaus gut. Seine Figur wirkt griffiger und weniger hyperaktiv. Während Shia
LaBeouf („Nymp()maniac“) in den ersten drei Teilen wild stotternd von A nach B
rannte, wirkt Wahlberg als Cade Yaeger fast schon erfrischend ruhig. Ebenfalls
neuartig (für Bay-Verhältnisse) wirkt die Reduktion von rassistischen
Stereotypen und frontalem Sexismus. Auch bei „Transformers: Ära des Untergangs“
gibt es Szenen, die einem die Schamesröte ins Gesicht treiben (z.B. scheinen
alle Asiaten perfekt ausgebildete Kampfkünstler zu sein) und verglichen mit
einem vernünftigen oder wohltuenden Maß dieser filmischen Abszesse, geht Bay
auch hier wieder in die Vollen, aber stellt man den Sexismus und Rassismus
seinen Vorgängerfilmen entgegen, wirkt „Transformers: Ära des Untergangs“ doch
etwas reifer. Allgemein versucht er den vierten Teil der Reihe gröber zu
gestalten. Zwar gibt es mit Samurai-Autobots und den werbewirksamen Dinobots
immer noch einen Überschuss an Infantilismus, dafür aber auch den Versuch die
Transformers nicht nur als gigantische Blechhaufen darzustellen, sondern
erstmals auch wirklich als Persönlichkeiten (zumindest einige von ihnen).
Cade und Tochter nehmen die Beine in die Hand
Das ist wie zu erwarten war ganz weit weg von wahren, dynamischen Charakterentwicklungen
und dank der doch sehr hölzernen, pardon, eisernen Robo-Mimiken auch eigentlich
immer zum Scheitern verurteilt. Hey, ein Versuch war es aber wert. Gut, an den
Versuch wird sich wohl niemand erinnern, denn im Grunde geht es
selbstverständlich auch in „Transformers: Ära des Untergangs“ nur wieder um
Destruktion mit dem Profil Höher, Schneller, Weiter. Wer sich immer noch dafür
begeistern kann, dem sei viel Freude bei „Transformers: Ära des Untergangs“
gewünscht. Es sei hier aber noch einmal erwähnt, dass Teil vier trotz
einzelnen, viel zu kurzen und oft auch viel zu schwachen Versuchen zumindest
ein bisschen aus dem ewig gleichen Konzept des Filmfranchise auszubrechen.
Kurz: A little bit different, but it’s always the same: Gebäude
stürzen ein, Autos zerbersten, alles fliegt mit Karacho in die Luft und die
Geschichte besitzt den Anspruch einfach nur da zu sein, aber darf bloß nicht
irgendwelche geistigen Anforderungen stellen. Die Handlung von „Transformers:
Ära des Untergangs“ ist genauso redundant wie bei den Vorgänger. Mit dem
Unterschied, das Drehbuchautor Ehren Kruger einen Hauptplot dadurch erschafft,
in dem er gleich mehrerer Subplots ineinander stapelt. „Transformers: Ära des
Untergangs“ besitzt quasi eine Koffer-Handlung. Interessant ist das Endergebnis
vermutlich nur für echte Fans der Hasbro-Spielzeuge und alten Cartoonserien,
deren narrative Wahrnehmung bei Hochhauszerstörung Nummer sechs immer noch
unabgelenkt funktioniert und fokussiert ist.
Cade und seine Alienknarre. Fiction-Gun-Porn
„Transformers: Ära des Untergangs“ ist, um es noch einmal deutlich zu machen,
wahrlich kein sehenswertes Werk. Aber er weiß dennoch wirklich zu überraschen - manchmal. Es sind
nur kurze, aber wohlige Injektionen des Glücks. Etwa wenn Michael Bay beim
Showdown Mark Wahlberg mit seiner Kamera durch die verwüsteten Straßen
Hongkongs begleitet und die Linse mobil und ohne Schnitt immer bei Wahlberg
verweilt. Diese Sequenz ist nicht einmal 60 Sekunden lang, aber für
Bay-Verhältnisse kann man hier durchaus von einer Plansequenz reden, die mit
viel guten Willen ein wenig an Alfonso Cuarons Meisterwerk „Children of Men“
erinnert. Wirklich, mit sehr viel guten Willen. Ebenfalls zu den
positiven Eigenschafte von „Transformers: Ära des Untergangs“ gehört Stanley
Tucci, der als übertriebene Steve Jobs-Kopie sich vom Widerling zum komischen
Sidekick entwickelt, dabei aber von allzu tumben Klamauk verschont bleibt.
Tucci ist zweifelsohne die größte und beste Bereicherung/Neuerung bei „Transformers:
Ära des Untergangs“. Es gibt aber auch Figuren, deren Dasein sich wohl am
ehsten damit erklären lassen, dass man noch eine Projektionsfläche für
männliche Teens und Twens benötigt. Das Ergebnis ist Rallyefahrer Shane (Jack
Reynor), der Freund von Yaegers Tochter Tessa (Nicola Peltz), dessen schlampige
Einführung in die Story bereits Kopfschmerzen verursacht.
„Transformers: Ära des Untergangs“ ist
trotz einigen Veränderungen immer noch ein echter Bay- und Transformers-Film.
165 Minuten wird man Zeuge, wie Figuren
mit der Haltbarkeitszeit von Eiswürfel in der Sonne, mit Riesenroboter gegen
Riesenroboter kämpfen. Es wird geschrien, gerannt, zerstört, gewütet und wenn
am Ende in futuristischen Lettern „Directe by Michael Bay“ auf der Leinwand
steht, verlässt man das Kino entweder bespaßt und gut gelaunt oder doch leer
und genervt. Es kommt wohl einfach ganz darauf an, welchen Anspruch man das
Kino hat. Soll es neue Welten erschaffen, eröffnen und definieren oder doch
einfach nur fast drei Stunden lang technisierte Action im Overkill-Modus
bieten? Dass muss jeder selbst entscheiden. Aber falls es bei der Entscheidung
hilft: „Transformers: Ära des Untergangs“ ist kein guter Film (es hätte aber
auch schlimmer sein können).
Der
Großmeister des intelligenten Kinos, der Herr der Zwischentöne und
humanistischen Formulierung, Michael Bay, ist zurück. Nach seinem Lustspiel „Pain& Gain“ setzt er sich nun zum vierten Mal mit dem Thema künstliche
Intelligenz und der Destruktion gesellschaftlicher und physischer Systeme
auseinander. Ja, es geht um die „Transformers“, die ab dem17. Juli zurückkehren
auf die große Leinwand. Hier der erste Trailer des Films, der wie immer von
ARTE co-produziert wurde.