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Review: JANE GOT A GUN - Natalie Portman nimmt die Zügel in die Hand

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Fakten:
Jane Got A Gun
USA. 2015. Regie: Gavin O’Connor. Buch: Brian Duffield, Joel Edgerton, Anthony Tambarkis. Mit: Natalie Portman, Joel Edgerton, Noah Emmerich, Ewan McGregor, Rodrigo Santoro, Boyd Holbrook, James Burnett, Sam Quinn, Alex Manette, Todd Stashwick, Nash Edgerton u.a. Länge: 98 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Der Traum von einem freien und sorglosen neuen Leben in New Mexico währt für Jane nur kurz. Sieben Jahre nachdem sie mit ihrem Mann Bill "Ham" Hammond aus den Fängen der ruchlosen Verbrecherbande der "Bishop Boys" floh und eine Familie fernab der Zivilisation gründete, holen die alten Dämonen sie wieder ein. Die gefürchtete Bande rund um ihren brutalen Anführer John Bishop hat das Paar aufgespürt und sinnt auf Vergeltung, denn Ham war einst selbst einer von ihnen. Doch Jane ist fest entschlossen, ihr neues Leben und ihre Tochter mit allen Mitteln zu verteidigen und mit den "Bishop Boys" abzurechnen. Nachdem Ham von der Bande gefasst wurde und mit acht Kugeln im Rücken schwerverletzt um sein Leben ringt, bleibt Jane nur eine Wahl: Sie ruft ihren einstigen Verlobten Dan Frost zu Hilfe - wohlwissend, dass ihre gemeinsame Vergangenheit zwischen ihnen steht. Zusammen wappnen sie sich auf der Ranch für den großen Showdown...





Meinung:
Frauen in Western dienen meist als Objekt der Begierde, oder als Symbol der Machtlosigkeit gegenüber den vom wilden Westen gestellten Anforderungen. Nur seltsam verirrten sich starke Frauen in einen Western und noch seltener, war es Frauen innerhalb des Western-Genres gestattet sich mit Colt, Revolver und Gewehr zu verteidigen. Es gab gewiss einige Ausnahmen, etwa „Bad Girls“ von Jonathan Kaplan, oder „Even Cowgirls Get the Blues“ von Gus Van Sant (beide 1994). Wirklich im Gedächtnis festgesetzt haben sich diese Werke allerdings nicht. Mit „Jane Got A Gun“ von „Warrior“-Regisseur Gavin O’Conno wird nun Superstar Natalie Portman als Heroin in einem Western positioniert. Ein feministischer Western?


Jane bekommt Unterricht
Nein, nicht wirklich. Portman darf zwar eine durchaus starke Frau spielen, einen Befreiungsschlag gegen die Dominanz des anderen Geschlechts vollführt der Western aber leider nicht. Heldin Jane ist in erster Linie als klassische Mutter und Ehefrau gezeichnet, die zu den Waffen greifen muss, um ihre Familie zu beschützen. Alleine will ihr das aber nicht wirklich gelingen. sie benötigt maskuline Hilfestellung in Form ihres früheren Geliebten und während dieser ihr zeigt, wie man Sprengfallen platziert und mit dem Revolver umgeht, liegt Janes Ehemann schwer verletzt im Ehebett und kämpft gegen seine Verwundungen. Im Prinzip ist „Jane Got A Gun“ also eine klassische Dreiecksgeschichte, aufgefüllt mit klassischen Western-Motiven. Rein visuell ist das auch sehr ansprechend umgesetzt. Die Bildsprache ist klar und verzichtet auf Mätzchen, die Actionsequenzen werden konsequent durchgezogen ohne sie zu sehr aufzubauschen und die Darsteller versuchen ihre Rollen so gut es geht auszufüllen. Doch das Drehbuch überhebt sich leider immer wieder. Die andauernden Rückblenden stören den Erzählfluss und die Tatsache, dass Jane laut Script nur zur Heldin werden kann, weil ihre Familie bedroht wird und ihr Gatte nicht mehr fähig ist, diese zu beschützen, wirkt zu simple und vor allem zu antiquiert, da es impliziert, dass Jane ohne solch eine Bedrohung gar nicht fähig gewesen wäre, in den Kampf zu ziehen.


Wirklich feministisch ist „Jane Got A Gun“ also nicht und erzählerisch hakt es über weite Strecken. Es ist die schroffe Western-Atmosphäre, die engagierten Darsteller sowie die Kompaktheit der eigentlichen Geschichte, die den Western vorm großen Absturz bewahren. In einer Zeit, in der der Western als so gut wie Tod gilt, ist es schön, dass Filme wie dieser noch ins Kino kommen. Das ändert aber freilich nichts daran, dass „Jane Got A Gun“ weder dazu beitragen wird Frauen im Western ernst zu nehmen, noch dabei das Genre wieder in den Sattel zu hieven. Aber das haben ja selbst erfolgreiche Produktionen wie „True Grit“ oder „Todeszug nach Yuma“ nicht geschafft. Sehr bedauerlich.


4 von 10 Einmachgläsern

Review: 300: RISE OF AN EMPIRE - Die Rückkehr der griechischen Zeitlupen-Sixpacks

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Fakten:
300: Rise of an Empire
USA. 2014. Regie: Noam Murro. Buch: Mit: Zack Snyder, Kurt Johnstad, Frank Miller (Vorlage).
Mit: Sullivan Stapleton, Eva Green, Rodrigo Santoro, Lena Heady, Jack O’Connell, David Wenham, Hans Matheson, Callan Mulvey, Andrew Tiernan, Caitlin Carmichael, Igal Naor, Andrew Plaeavin, Luke Roberts, Max Decker, Peter Mensah u.a. Länge: 102 Minuten. FSK: freigegeben ab 18 Jahren. Ab 24. Juli 2014 auf DVD, Blu-ray und Blu-ray 3D erhältlich.


Story:
Während König Leonidas und dreihundert seiner spartanischen Soldaten an den heißen Quellen gegen eine persische Übermacht kämpft, nimmt auch der athenische Kriegsherr Themistokles den ungleichen Kampf gegen die überlegene Armee des Perserkönig Xerxes auf. Am Kap vom Artemision soll sich das Schicksal von Griechenland entscheiden.





Meinung:
2006 gehörte “300” zu den erfolgreichsten Filmen des Jahres und katapultierte Regisseur Zack Synder und Hauptdarsteller Gerard Butler auf die A-Liste ihrer Zunft. Die Verfilmung des gleichnamigen Comics von Frank Miller leitete eine Welle von Comicverfilmungen ein, die sich auf ein erwachsenes Publikum konzentrierten, obwohl „300“ in seiner Stilistik und gewalttätigen Glorifizierung vom Kampf und Tod vor allem großen Gefallen bei jüngeren Zuschauern fand, denen es herzlich egal war, dass hinter der ungleichen Schlacht von dreihundert spartanischen Soldaten gegen eine persische Dominanz fast schon debil anmutende Rollenklischees und faschistoider Pathos steckte, dessen Aussage nicht nur bei Pazifisten Bauchschmerzen verursachte. Nach dem enormen Erfolg und Hype von „300“ war es nur eine Frage der Zeit, bis ein Sequel seinen Weg in unsere Kinos finden würde. Zunächst gab es die Fortsetzung aber als Print. Frank Miller veröffentlichte „Xerxes“, eine Graphic Novelle, auf der „300: Rise of an Empire“ beruht. Das Comic soll den Fokus mehr auf den persischen Gottkönig Xerxes legen, dessen  Erscheinung bei Miller wie auch bei Snyder irgendwo zwischen absurd und mythisch umher taumelte. Nun, bei „300: Rise of an Empire“ gibt es in der Tat mehr von und über Xerxes zu sehen, zumindest im Prolog. Danach kümmert sich das Sequel aber wieder genau um das, was jeder Fan des Vorgängers wohl erwartet: überstilisierte Action, massives Blutvergießen und wild kämpfende Griechen in knapper Bekleidung.


Je größer die Schmucksammlung, desto riesiger die Axt: Xerxes
Diesmal unter der Führung des israelischen Regisseurs Noam Murro (zuvor inszenierte dieser nur die Indie-Tragikomödie "Smart People" mit Dennis Quaid und Ellen Page), fegt erneut eine unterbesetze Armee über die Leinwand und meuchelt mit viel Getöse und noch mehr Zeitlupeneinsatz eine überwältigend große Perserarmee dahin. Da wird nicht einfach nur zugestochen und aufgeschlitzt, nein, da wird jeder einzelne Hieb regelrecht zelebriert, so lange bis das animierte Kunstblut wie dickflüssiger Sirup gegen die Kamera platscht. Tatsächlich wird dieser Stilistik noch mehr Raum geboten als im Vorgänger. Jede Hoffnung, dass Murro mehr aus dem histrosichen Konflikt herauskitzelt als es Snyder, der hier als Autor und Produzent beteiligt war, 2006 tat, erweist sich letztlich als naives Wunschdenken. Murro drückt „300: Rise of an Empire“ nicht seine eigene Handschrift auf. Er kopiert bloß und überschätzt dabei die Haltbarkeit von herumwirbelnden Klingen und Hämoglobin in Slow Motion immens. Nach gut einer halben Stunden hat sich die Fortsetzung erschöpft. Was bleibt ist der Versuch durch repetitives durchexerzieren bekannter visueller Floskeln aus Blut und Gewalt eine Art von Reputation zu generieren. Das scheitert ganz einfach an einer misslungen Progression, einhergehend mit einer narrativ eher hinderlichen Struktur. So wird zu Beginn zwar erklärt wie Xerxes vom persischen Prinzen zum Gottkönig wurde, doch danach ist der gefühlt drei Meter große Herrscher - den man wohl am besten als menschgewordene Douglas-Boutique bezeichnet - ungefähr so präsent wie die Szenen im Film, die ohne Green Screen auskommen.


Themistokles sucht Hilfe in Sparta
Aber die Xerxes-Storyline ist nicht der einzige erzählerische Makel, den sich „Rise of an Empire“ leistet. So spielt das Sequel zwar zeitlich parallel zu seinem Vorgänger, ein echtes Gefühl dafür stellt sich jedoch nicht ein. Auch wenn Archivaufnahmen aus „300“ gezeigt werden (Gerard Butler hatte wohl keine Lust oder war zu teuer) und bekannte Figuren aus Teil eins sich kurz blicken lassen, um zu berichten was kürzlich an den heißen Quellen geschah. Dieser Unwille der Fortsetzung eine bündige und vor allem kohärente Erzählung zu gönnen, setzt sich mit der Figur der Artemisia fort. Diese darf als Art persische Amazone und Befehlshaberin für eine große Anzahl von zerschnittenen Kehlen sorgen und schlachtet sich ähnlich martialisch und imposant durch Gegnerhorden wie ihre männlichen Widersacher aus Griechenland. Wie aus Artemisia ein blutrünstiger Schrecken wurde, wird zwar definiert aber dann nicht weiter in den Handlungsverlauf eingebunden. Es ist schon fast ein wenig bemerkenswert, wie konsequent sich „300: Rise of an Empire“ dagegen wehrt mehr zu sein als ein hübsches Blutbad. Frei nach dem Motto: Mehr muss nicht sein.


Artemisia kennt keine Gnade und kein Versagen
Ist „Rise of an Empire“ also im Prinzip eine Kopie von “300”? Eigentlich schon, jedoch gibt es eine Auffälligkeit: die beiden weiblichen (Haupt-)Rollen haben diesmal mehr zu tun, als ihrem Pascha Mut zuzusprechen. Lena Heady („Game of Thrones“, „Dredd“) darf als spartanische Königin nicht nur als Erzählerin fungieren, sondern auch selbst zum Schwert greifen. Das wirkt etwas arg aufgesetzt. Dafür kann Eva Green („Casino Royale“, „Der Sternwanderer“) als Artemisia durchaus überzeugen. Der Hintergrund von Artemisia hätte zwar das Potenzial gehabt sie zu seiner ambivalenten Figur auszubauen, aber auch als durchgängig verdorbenes, blutgierendes Miststück ist sie das wohl beste und entscheidendste am gesamten Film. Der Spaß an der Boshaftigkeit und an der Gewalt ist Green anzusehen, auch wenn dies in einer äußerst lächerlichen Sexszene gipfelt. Doch auch dort lässt Artemisia sich nichts sagen, was im Gender-Kosmos von „300“ und Frank Miller durchaus eine wohltuende Modifikation ist und bei „Rise of an Empire“ ist jede Form der Abwechslung eine wahre Wohltat, auch wenn es sauer aufstößt, dass im Vorgänger wie nun im zweiten Teil eine Vergewaltigung der Startpunkt für eine charakterliche Wandlung ist.


Alles für Griechenland: Themistokles
Neben Eva Green und Lena Heady bietet das Sequel auch dem eher unbekannten Australier Sullivan Stapleton eine Bühne. Stapleton war zuvor u.a. im gefeierten Crime-Drama „Animal Kingdom“ sowie in „Gangster Squad“ zu sehen. Als athenischer Kriegsherr und Meisterstratege Themistokles reicht seine Erscheinung nicht an die des Leonidas heran, doch als bloße heroische Projektionsfläche, erfüllt er die an ihn gestellten Erwartungen, auch wenn seine Figur noch weniger beleuchtet wird als der vollbärtige Spartanerkönig. Dafür besitzt die Figur des Themistokles fast genauso faschistoide Züge wie Leonidas. Wie gesagt, bei „300: Rise of an Empire“ ändert sich im Vergleich zum Vorgänger recht wenig. Wer also immer noch das grausige Frösteln überkommt, wenn das Sterben fürs Vaterland, der Krieg als höchstes Ziel und Gnade als Nichtigkeit sowie Fehler abgetan wird, der sollte sich eine dicke Decke mit ins Kino nehmen. Der Faschismus, den schon „300“ so skrupellos auslebte und ehrte, erreicht hier definitiv eine neue Höhe. Etwas abgemildert wird dies dadurch, dass diesmal nicht nur die Griechen, sondern auch die Perser in ihrem blinden Kriegsdrang präsentiert werden. Hinterfragt wird dies aber zu keiner Zeit und wie auch bei „300“ bleibt hier alles Leben welches unförmig erscheint im Morast aus Verrat, Bosheit und Schwäche hängen. Anders ausgedrückt: auch „Rise of an Empire“ hat kein Herz für „unarische“ Existenzen.


Passend dazu wirft „300: Rise of an Empire“ jede Menge Brutalitäten in die Waagschale der Schauwerte . Die Ebene der Gewalt besitzt im Sequel auch erneut einen übertriebenen und phantastischen Touch. Doch unter Noam Murros Regie scheint es nun keinerlei Grenzen mehr zu geben. Das Ergebnis ist, dass der eingängige aber längst nicht mehr eigenwillige Stil sich mehr und mehr einem schlecht designten Videospiel angleicht: die Verkettung von immer mehr Superlativen ohne jemals einen klaren, dezidierten Höhepunkt zu finden. Dass dann noch versucht wird, trotz dieser Gewalt-Übersättigung, eine Schockwirkung durch folterähnliche Situationen zu erzeugen, unterstreicht die gähnende Leere hinter den ganzen, blutigen Schlachten. Nicht nötig zu erwähnen, dass die politischen Ebenen und innere Zerissenheit des antiken Griechenlands ein stiefmütterliches Dasein als Lückenfüller fristet.


3 von 10 guten, kampfbereiten Söhnen

Trailerpark: "300"-Sequel hat ersten Trailer

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Mit "300: Rise of an Empire" bekommt einer grafisch interessantesten, aber inhaltlich fragwürdigsten Blockbuster der letzten Jahre endlich auch seine Fortsetzung. Regisseur Zack Snyder beschränkt sich diesmal auf die Produktion sowie das Drehbuch und überlässt das inszenatorische Ruder Noam Munro. Munro sollte ursprünglich den fünften „Stirb Langsam“ inszenieren, ließ das Projekt dann aber – vermutlich für das „300“-Sequel – fallen. Für ihn, ist es der erste Werk in dieser Größenordnung. Bisher hat er nur kleinere Filme wie „Smart People“ gedreht. Wie auch im ersten Teil sind wieder Lena Headey, Rodrigo Santoro und David Wenham mit dabei. Neu in den Kampf dürfen Eva Green und Newcomer Sullivan Stapleton ziehen. Am 6. März wird sich zeigen, ob die Fans der Spartaner glücklich das Kino verlassen werden. Wir fanden den ersten Trailer eher etwas dürftig. Viele Money Shots, aber irgendwie fehlen uns die richtigen WTF-Momente, aber das kann ja alles noch kommen. Wir legen „Rise of an Empire“ aber erst mal unter „unnötiges Sequel“ ab.


 



 





Review: THE LAST STAND - Sorry, I'll be back

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Fakten:
The Last Stand
USA. 2012. Regie: Kim Jee-woon. Buch: Andrew Knauer. Mit: Arnold Schwarzenegger, Forest Whitaker, Eduardo Noriega, Johnny Knoxville, Jaime Alexander, Luis Guzman Peter Stormare, Rodrigo Santoro, Daniel Henney, Zach Gilford, Génesis Rodriguez, Tait Fletcher, John Patrick Amedori, Harry Dean Stanton, Titos Menchaca u.a. Länge: 107 Minuten. FSK: Ab 16 Jahren freigegeben (gekürztes Kinofassung), bzw. ab 18 Jahren freigegeben . Ab dem 31. Mai 2013 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
In Sommerton Junction, einer verschlafene Kleinstadt in Arizona, direkt an der Grenze zu Mexiko, ist das Leben noch in Ordnung. Sheriff Ray Owens hat hier mehr mit Ruhestörung zu tun, als mit echten Verbrechen. Doch dies ändert sich als der Gangsterboss Cortez aus dem Gefängnis ausbricht und mit einem Hochgeschwindigkeitsauto inklusive Geisel gen Grenze rast. Jetzt ist Sommerton Junction die letzte Hürde und Sheriff Owens will um jeden Preis Cortez aufhalten.





Meinung:
So richtig weg war er nie. Trotz seiner politischen Karriere blieb der Name Arnold Schwarzenegger als Synonym für groß angelegte Actionspektakel, die genau so viele begeistern wie belächeln, in der Filmwelt erhalten. Größere und kleine Gastauftritte in „Welcome to the Jungle“ oder den beiden „The Expendables“-Filmen hielten den Stern des Action-Stars dazu weiter in die Höhe. Aber nun ist er wieder zurück, in einem Film, der voll und ganz auf ihn zugeschnitten ist. Wie damals, als er in „Phantom-Kommando“ oder als „Terminator“ wahren Gegnerhorden das Fürchten lehrte, schnappt sich der ehemalige Mr. Universum eine Arsenal von Waffen und legt sich mit einem so übermütigen wie genialen Drogenbaron an, der mit einem modifizierten Sportwagen gen Grenze rast. Das klingt nach Old School. Das klingt nach unkompliziertem Spaß. Das klingt danach, dass die Schwarzenegger-Fans und -Gegner genügend bekommen um endlich wieder zu feiern, bzw. zu nörgeln. Doch bei „The Last Stand“ gibt es leider wesentlich mehr zu nörgeln als zu feiern.



 


In diesem Bild versteckt sich ein Oscar-Preisträger
Irgendwie hätte das keiner gedacht. Am Startwochenende in den USA schaffte es „The Last Stand“ trotz großer Namen und Promotion gerade einmal auf den zehnten Platz der Kinocharts. Ist die erfolgreiche Zeit von archaischen Helden vorbei? Eigentlich nicht. Sylvester Stallones explosives Altherrentreffen „The Expendables“ war weltweit ein Hit, doch das große Zusammentreffe der alten Actionheldenriege ist nicht nur schwer vergleichbar mit „The Last Stand“. Stallones bleihaltige Söldner-Party ist ganz klar ein rezitierendes Spektakel, welches sich augenzwinkernd über das Alter der Hauptdarsteller lustig macht. In Schwarzeneggers erster großer Solonummer seit „Terminator 3“ spielt das Älterwerden auch eine Rolle, wird allerdings eher als Nebensächlichkeit behandelt. Dazu versucht der Film größere, humoristische Bereiche eher zu umschiffen. „The Last Stand“ will lieber ein ernsthafter Vertreter des Action-Genres sein. Ein paar lustige Nebenfiguren und Sprüche erlaubt er sich zwar, doch keines von beidem wird wirklich richtig genutzt. Johnny knoxville als Waffen-Nerd Dinkum wird zwar in typisch salopper Komödienform vorgestellt, dann aber vom Film fast vollständig wieder vergessen, nur um dann kurz vorm Showdown wieder aufzutauchen. Der Film krankt immens daran, dass er es nicht richtig hinbekommt eine eingängige Stilistik zu erzeugen. Die wenigen Momente, die als witzig durchgehen könnten, sind es nicht und die Augenblicke im Film, die nach brachialer Durchschlagskraft anmuten könnten, wirken eher schlapp. Hinzu kommt, dass die Kinofassung um 22 Sekunden geschnitten ist. Klingt nicht nach viel, doch es gibt wirklich einige Szenen, bei denen das Gefühl zurück bleibt, dass etwas fehlt. Aber egal ob FSK-16 oder uncut ab 18, die wenigen, fehlenden Sekunden, werden „The Last Stand“ sicherlich auch nicht besser machen.


Verlassen wir einmal kurz das Thema Arnold Schwarzenegger, denn „The Last Stand“ ist nicht nur die Rückkehr der Action-Ikone , sondern gleichzeitig auch das Hollywood-Debüt des südkoreanischen Regisseur Kim Jee-woon, der mit Filmen wie „Tales of two Sisters“, „The Good, the Bad and the Weird“ oder „
I saw the Devil“ nicht nur sein Heimatpublikum begeisterte. Egal welches Genre, Kim Jee-woon zeichnete sich immer durch Raffinesse und große Experimentierfreunde aus. Davon ist hier aber fast nichts mehr zu sehen, bzw. zu spüren. Nur bei einer Art motorisiertem Versteckspiel in einem Maisfeld blitzt kurz die Qualität des Regisseurs auf. Ansonsten verläuft „The Last Stand“ auf so sicheren, wie uninspirierten Bahnen. Bleibt zu hoffen, dass Kim Jee-woon bei einer zweiten Arbeit in der Traumfabrik mehr von seinem Talent zeigt, bzw. zeigen darf, denn das Drehbuch von Andrew Knauer tat sicherlich auch seinen Teil dazu, dass Jee-woon hier nur durch seinen Namen, nicht aber durch seinen Stil (positiv) auffällt.



Sheriff Owens: Coole Mimik zum schlechten Film
Zurück zum Fixpunkt von „The Last Stand“: Arnold Schwarzenegger. Der hat, darauf können sich Fans freuen, nichts von seiner Ausstrahlung verloren. Durch seine ledrige Gesichtshaut und die etwas lichten, strohigen Haare wirkt er reifer, wirklich sympathisch. Vielleicht auch deshalb weil er ohne Schönheitschirurgie dem Alterungsprozess entgegen tritt. Wesentlich besser wird „The Last Stand“ dadurch zwar auch nicht, aber zumindest ist es in den ersten Minuten des Films ein schönes Gefühl den Actionstar aus der Steiermark wiederzusehen und seine Rolle als Sheriff fügt ihm eine nette, fast schon väterliche Note hinzu. Diese ist aber schnell vergessen, wenn es beginnt zu krachen. Es gibt durchaus viele Passage im Film, in denen das Herz eines Actionfans höher schlagen sollte. Ob nun wuchtige Autounfälle, gnadenloses Zweikämpfe oder waffenstrotzende Schlachten. Ja, es geht viel zu Bruch und dennoch kommt keine echte Stimmung auf, denn auf jede aktionsreiche Szene, kommen mindestens zehn weitere, in denen „The Last Stand“ versucht seinem Publikum Dinge zu erklären die ohnehin schon klar sind. Elende Minuten verbleibt der Film z.B. in einer Schaltzentrale des FBI, nur damit wir, die Zuschauer, kapieren, dass dieser mexikanische Drogenbaron ein verdammt übler Kerl ist. Na vielen Dank auch. Trotz seiner Länge von gewöhnlichen 107 Minuten, fühlt sich „The Last Stand“ so dermaßen überzogen und aufgebläht an. Der Showdown in Sommerton Junction, in dem Sheriff Owens und sein Team, gegen eine Gruppe von eiskalten Söldnern antreten muss, verkommt zu einem nicht sonderlich einprägsame Luftnummer, auch wenn hier der Begriff Waffenporno sichtbar definiert wird. Trotz einer ordentlichen Anzahl von Action-Momenten verfügt keiner von ihnen über ein wirklich erinnerungswürdiges Potenzial. Zwischen ihnen klaffen einfach zu viele unüberwindbare Hürden von Langatmigkeiten, die entweder aus lahmen Witzeleien oder müden Dramatisierungen bestehen. Dass Empathie dazu auch eher Mangelware ist, macht den Schlamassel dann nahezu perfekt.


„The Last Stand“ ist leider nicht die erhoffte Comeback-Parade von Arnold Schwarzenegger. Zu vieles greift hier einfach aneinander vorbei. Die Hauptfigur ist eine der wenigen Facetten des Films, die uneingeschränkt funktioniert, ansonsten klappert sich der Film von kleineren Makeln zu größeren Verfehlungen. Durchgehend unterhaltsam ist das Ganze dabei natürlich nicht und wenn man sich einmal vor Augen hält, dass hier einer der größten und vielseitigsten Regisseure von Südkorea das Zepter in der Hand hielt, bleibt nicht mehr viel übrig als das ungute Gefühl einer herben Enttäuschung.

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