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Review: ALLES STEHT KOPF - Pixar ist wieder ganz oben

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Fakten:
Alles steht Kopf (Inside Out)
US. 2014. Buch und Regie: Pete Docter, Ronaldo Del Carmen. Original Stimmen u.a.v. Amy Poehler, Phyllis Smith, Bill Hader, Lewis Black, Mindy Kaling, Kaitlyn Dias, Diane Lane, Kyle MacLachlan, Richard Kind, Flea, Rashida Jones. Länge: 90 Minuten. FSK: ohne Altersbeschränkung. Ab 11. Februar 2016 auf DVD, Blu-ray und Blu-ray 3D erhältlich.


Story:
Der Film schildert die Erlebnisse und Abenteuer von den Emotionen Freude, Ärger, Angst, Ekel und Kummer, die allesamt in der Schaltzentrale von Riley, einem kleinen Mädchen, leben. Als Freude und Kummer auf einmal unfreiwillig verschwinden, versuchen diese zurück zu kommen und die anderen Emotionen das Steuer zu übernehmen.





Meinung:
Es dürfte sehr schwierig sein, sich dem Charme, der liebevollen Hingabe, dem Humor und der detailbesessenen Schönheit der Filme aus dem Hause Pixar zu entziehen. Neben der Aufmachung glänzten die Filme der Produktionsfirma aber auch schon seit jeher mit einer Ausgangsposition, die für Kinder und jene, die es wieder werden wollen, einen riesigen Reiz haben dürften. „Toy Story“ markierte einen spektakulären Anfang und brachte uns in die Gefühlswelten des Spielzeugs. „Die Monster AG“ versöhnte das Publikum mit der omnipräsenten Angst vor jeglichen Monstern. Und nun steht mit „Alles steht Kopf“ ein Film auf dem Plan, dessen Situation in pädagogischer wie in genereller Hinsicht ein Jackpot in der weiten Welt der Filmideen ist.


Wenn die Gefühle diskutieren...
Alle Filme der Pixel Art-Firma als Streifen für Kinder abzutun ist mit Sicherheit der falsche Schachzug, da diese oft die wirkliche Reichweite, die zum Beispiel der grandiose „Wall-E“ erreicht, noch gar nicht verstehen können. Und auch in diesem Film werden die kleineren Zuschauer hauptsächlich von der ihresgleichen suchenden Inszenierung und dem einfachen und runden Ende profitieren. Die vielen Emotionen sind nämlich ständig am Tun und Machen und reden ständig mit- und übereinander. Auch, wenn sie gar nicht im Bild sind. Das könnte für die jüngeren durchaus zeitweise etwas zu viel werden, was den Spaß zwar nicht verringert, aber eventuell Verständnisschwierigkeiten zur Folge haben könnte. Kinder um die 10 herum jedoch sollten hier nicht nur einen immensen Spaß haben, sondern auch einiges lernen. Denn die Art, wie dem Zuschauer das so abstrakte Konzept der Emotionen, Gedanken und generell dem Innenleben eines jeden Menschen dargelegt wird, lässt einen förmlich jubelnd aufspringen. Gedankengänge, Vorstellungen, imaginäre Freunde, Erinnerungen, Assoziationen, Gefühle, Albträume, … Es sind  eine Vielzahl von Konzepten und nicht greifbaren Dingen, die wir nicht steuern können und derer Existenz wir uns oft nicht einmal bewusst sind, die von Pixar jedoch scheinbar so spielend leicht aufgenommen und dargestellt werden, dass es eine Freude ist. 


... sind die Menschen oft die Leid tragenden
Riley zieht mit ihren Eltern weit weg nach San Francisco, ihr Vater muss auf einmal mehr arbeiten, das vertraue Umfeld ist komplett weg und sie ist mit ihren Gedanken allein. Da kommen die Emotionen schon einmal durcheinander, wenn Riley mit ihren Aufgaben wächst, die Albernheit der Nüchtern- und Schüchternheit weicht und eine melancholische Trauer langsam aber sicher die optimistische Aktivität überschattet. Riley muss erkennen, dass man als Mensch ein Teil eines großen Ganzen ist und nicht alles beeinflussen oder bestimmen kann. Der Film spielt humoristisch und ernst mit Dingen, die man schnell und zu Unrecht als Klischee abtun kann, die aber oft auf einer biologisch faktischen Ebene basieren. Der Film fängt stark an, hält die Position und kann sich sogar über die Zeit noch verbessern, wenn das Werk zu einem pädagogischen Geniestreich wird. Die Kinder werden ermutigt, sich selbst zu erforschen, über sich nachzudenken, aufeinander einzugehen und sich und seine Mitmenschen zu verstehen. Und gleichzeitig bekommt das Publikum eine Geschichte über Hoffnung, Vertrauen, Zusammenhalt und Freundschaft, vor allem aber über die Signifikanz von Gefühlen serviert. Louis CK, der wohl lustigste weil ehrlichste Melancholiker, sagte einmal, dass die Menschen viel zu oft versuchten, Emotionen mittels Ablenkung zu unterdrücken. Das ist schade, da die Emotionen, egal welcher Art, ob fröhlich, traurig, ängstlich oder wütend, das ehrlichste sind, was wir Menschen haben.


Pixar steht qualitativ ziemlich weit abgeschlagen an der obersten Spitze am Himmel des animierten Filmes und mit „Alles steht Kopf“ haben sich die lieben Leute der Firma wieder einmal selbst übertroffen. Die Visualisierung des eigentlich nicht Visualisierbaren, sprich des Verstandes und der Emotionen, sind verständlich, angenehm und kurz gesagt: großartig. Die Dichte der Informationen und Eindrücke über die kurze Laufzeit verteilt helfen dabei, Neugier und Spaß stets ganz, ganz weit oben zu halten, was sicherlich auch daran liegt, dass man so etwas vorher noch nicht gesehen hat. Die gewohnt liebevolle Umsetzung macht den Rest. Man muss sich verneigen vor der Originalität, dem Witz, dem Intellekt und der angemessenen Umsetzung einer Idee, die so wohl nur von Pixar kommen kann. Uneingeschränkt zu empfehlen, was auch nicht zuletzt an den tollen Synchronsprechern liegt.


8,5 von 10 Ohrwürmern


von Smooli

Trailerpark: Alles nur in meinem Kopf - Teaser Trailer zu Pixars INSIDE OUT

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In ihrem neusten Pixar-Streich „Inside Out“ entführt uns das Animationsstudio in den Kopf einer 11-Jährigen. Dort verselbständigen sich ihre Emotionen und Gedanken, entwickeln ein Eigenleben und bringen das Leben von Riley mal richtig so schön aus der Balance. Sieht nach einem knuffigen Pixar-Film aus, der im Inneren einen ehrlichen Appell an die Kraft unserer Gedanken ausruft.  


Review: WALL-E – DER LETZTE RÄUMT DIE ERDE AUF – Kulturelle Evolution à la Pixar

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Fakten:
Wall-E – Der letzte räumt die Erde auf
USA. 2008. Regie: Andrew Stanton. Buch: Jim Reardon, Jim Capobianco, Andrew Stanton. Stimmen u.a. von Ben Burtt, Jeff Garlin, John Ratzenberger, Sigourney Weaver u.a. Länge: 98 Minuten. FSK: freigegeben ohne Altersbeschränkung. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Der kleine Roboter Wall-E hat die Aufgabe die Erde aufzuräumen. Diese ist in der Zukunft ein verdrecktes Brachland, welches die Menschen längst via Raumschiffflotten verlassen haben. Doch im Müll der Menschheit findet Wall-E viele Schätze. Der größte Schatz ist jedoch EVE, ein Roboter, der die Erde untersuchen soll, in den sich Wall-E verliebt.





Meinung:
Angesichts der qualitativen Kontinuität, die die Pixar Animation Studios vorlegen, sieht man sich quasi dazu gezwungen, der Tochtergesellschaft der Walt Disney Company das herrschende Zepter des Animationsmarktes auszuhändigen. Ob die „Toy Story“-Trilogie, „Die Monster AG“, „Findet Nemo“ „Ratatouille“ oder „Oben“. Sicher darf man diesen Filmen immer wieder informale Mängel attestieren, doch im direkten Vergleich stinken nicht nur die Blue Sky Studios (unter anderem verantwortlich für „Ice Age“-Quadrilogie) gegen Pixar ab, auch DreamWork Animation, die zwar fantastische Arbeiten wie „Shrek – Der tollkühne Held“ und ganz besonders „Drachenzähmen leicht gemacht“ vorweisen dürfen, müssen aufgrund der Stetigkeit Pixars den Kürzeren ziehen. Setzt man sich zum Ziel, das wohl beste Pixar-Werk zu küren, genießt vor allem „Oben“ im allgemeinen Kanon höchste Wertschätzung. Im Vorjahr jedoch produzierte Pixar eine Perle, die der liebenswerten Reflexion über Leben und Tod noch eine Nase voraus ist: „Wall-E“.


EVE lässt Wall-E erstmal abblitzen
Circa die erste Hälfte von „Wall-E“ gleicht einem cineastischen Poem: Umsichtig gleiten wir durch zerfallene Häuserschluchten, blicken auf die Ruinen einer ehemals florierenden Zivilisation, während uns Michael Crawford und Barbra Streisand mit ihrem schwungvollen Klassiker „Put On Your Sunday Clothes“ durch die in Vergessenheit geratenen und von Müll überschwemmten Straßen begleitet. Desolate Zustände! Dieser gottverlassene und unwirtliche Ort ist unsere Erde, die seit Jahrhunderten von den Menschen verlassen wurde, nachdem diese den Konsequenzen ihres zunehmend progressiven Massenkonsums keinen Einhalt mehr gebieten konnten. Doch ganz verlassen ist Mutter Erde noch nicht, denn ein kleiner Aufräumroboter namens Wall-E geht weiterhin tapfer seiner Arbeit nach und presst die Berge von Abfall in gleichförmige Würfel, um sie dann feinsäuberlich zu stapeln. Wall-E wird von dort an unser Protagonist und was auf den ersten Blick nur wie eine seelenlose Blechhülle mit Kulleraugen und Putzfimmel aussieht, hat über all die Jahre ein Bewusstsein entwickelt.


Es gibt Dinge die versteht weder Maschine noch Mensch
Wall-E wird, so wie es sich für einen reinrassigen Animations- respektive Kinderfilm nun mal auch geziemt nach Strich und Faden vermenschlicht. Und doch fällt dieser eigentlich durch und durch manipulative Schachzug nie negativ auf, wird die Figur des Wall-Es doch hervorragend in seine Umgebung integriert und unterstreicht dabei in ihrem oftmals kontrastreichen Habitus die metaphorische Bedeutung ihrer selbst. In den Jahren der Einsamkeit war Wall-Es einziger Kontakt eine Kakerlake, bis dann der Roboter EVE eintrifft und sich auf die Suche nach photosynthesefähigem Leben macht. Huldigt die Exposition noch der Stummfilmzeit, verleiht „Wall-E“ dem Musical „Hello, Dolly“, aus dem auch der anfänglich erwähnte Song stammt, einen immer deutlicher herausgeschälten repräsentativen Charakter, der nicht nur Wall-E selbst aus der Lethargie befreit, sonder auch dem Menschen vor der Mattscheibe in reflexiver Manier die wertvollen Dinge im Leben, die Dinge, die uns Hoffnung schenken dürfen, offeriert. Zwischen Wall -E und EVE entspinnt eine Romanze, die nicht frei von Rührseligkeit ist und doch in ihrer Wahrhaftigkeit ungemein bezierzt.


Wall-E hat nen grünen Daumen
Ist Wall-E auf dem Raumschiff Axiom angekommen, in dem sich die Menschen vollends der Automatisierung hingegeben haben und sich in ihrer Fettleibigkeit nur noch die Gegend kutschieren lassen, greift „Wall-E“ eine konventionelle Dramaturgie auf, die er zu Anfang in seiner Anmut und Sensibilität, in seiner komödiantischen Treffsicherheit und subtilen Charakter-Disposition überhaupt nicht nötig hatte. Es wird rasant, Wall-Es Naivität (der Liebe wegen weiterhin geschürt, versteht sich) richtet so manches Chaos an, ist aber nicht zuletzt dafür verantwortlich, die Menschen von ihrer Besinnungslosigkeit zu erlösen. Die ökologische Botschaft hinter der Kritik an der sich anbahnenden Überdruss-Gesellschaft mag platt erscheinen, ist aber so homogen in das Handlungsgeflecht eingebunden, dass vielmehr die dystopischen Impressionen zu Randnotizen kommen, um – es ist immer noch ein Kinderfilm – eine waschechte Idealvorstellung auf die Beine zu stellen. Die Menschen finden den Glauben an sich wieder, entreißen sich dieser permanenten medialen Berieselung und erkämpfen sich den Neustart, die Rekolonialisierung ihrer ehemaligen Heimat.


„Wall-E“ verfügt über eine tonale Flexibilität, wie man sie in dieser Art von Film wahrscheinlich noch nicht gesehen hat: Zwischen zynischer Zukunftprognose, Zitatereigen, subversiven Technikportrait und handfester Zivilisationskritik, bleibt immer noch Platz für die einfühlsamen, die reflektierten, die – auch wenn es paradox klingen – menschlichen Augenblicke zwischen den beiden Robotern. Am Ende keimt nicht nur die frisch gepflanzte Saat in kräftigen Farben, Zuversicht keimt und sprießt ebenfalls in euphorischen Schlenkern und fidelen Schnörkeln. Der Wunschtraum einer ekstatischen Utopie leibt und lebt und wir, die Zuschauer, sind längst Teil davon, bereit, die Uhren noch einmal zurückzudrehen und dem Herzen wieder und wieder Flügel zu verleihen.


7 von 10 Büstenhaltern als Brillenersatz


von souli

Review: OBEN – Pixars bunte Antwort auf „Gran Torino“

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Fakten:
Oben (Up)
USA. 2009. Regie: Pete Docter. Mit: Bob Peterson, Pete Docter, Tom McCarthy. Original Stimmen von Edward Asner, Jordan Nagai, Bob Peterson, Christopher Plummer u.a. Länge: 96 Minuten. FSK: freigegeben ohne Altersbeschränkung. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Rentner Carl Fredricksen trauert immer noch um seine Frau Ellie, mit der er immer nach Südamerika reisen wollte, um die legendären Paradiesfälle zu sehen. Als Carl entmündigt wird und droht sein Haus zu verlieren, macht Carl kurzen Prozess und hängt hunderte von Ballons an sein geliebtes Haus, um damit nach Südamerika zu fliegen. Es gibt jedoch ein Problem: Pfadfinder Russell, der als blinder Passagier mitfliegt.





Meinung:
Die beständigen Rivalitäten zwischen den Pixar Animation Studios, welche inzwischen vom legendären Medienkonzern The Walt Disney Company an Land gezogen wurden, und DreamWorks Animation, sind kein Geheimnis mehr. Das kreative Konkurrenzgehabe beider Großunternehmen wird auch gerne mal in der Öffentlichkeit bis zum Gehtnichtmehr ausgerollt und zum 'Kalten Krieg' erklärt: „Shrek – Der tollkühne Held“ musste sich gegen „Die Monster AG“ durchsetzen, während „Große Haie - Kleine Fische“ mit „Findet Nemo“ und „Kung Fu Panda“ mit „WALL-E“ konfligierte. Führt man sich die Filmographie beider Segmente aber einmal zu Gemüte, ist es offenkundig, dass Pixar als auch DreamWorks mit einigen Bravourstücken glänzen durften – und mit Sicherheit auch in der Zukunft im mer wieder glänzen werden! Allerdings hat es kein Film der DreamWorks Animation jemals schaffen können, einen derartigen Hype auszulösen, wie es „Oben“, der somit quasi im Handumdrehen „Monsters & A liens“ ausstach, im Jahre 2009 tat.


Russell will helfen und Carl will seine Ruhe. Spitzenteam!
Als 3D-Film, der seine Technik nicht nur als unnötige Sperenzchen einbrachte, sondern mit ihm die Geschichte zu unterstreichen wusste, hat sich „Oben“ aus grafischer Sicht schon reichlich Lob in der Vergangenheit einstecken können. Der wahre Wert des Films aber liegt hinter seinen durchaus knuffigen Animationen begraben: Zum ersten Mal nämlich wagen es die Pixar Animation Studios ihre Story nicht durch die Augen von einer Horde Spielzeugen, einem väterlichen Clownfisch, sprechenden Autos, einem Gourmet mit Rattenschwanz oder einem Roboter mit Ordnungsfimmel zu entfalten, sondern durch ganz „normale“ Menschen. Die ersten 15 Minuten von „Oben“ erweisen sich dann gleich auch als echte Großtat und übertrumpfen wohl alles, was das Studio zuvor je auf die Beine gestellt hat: In einer herzzerreißenden Montage werden wir Zeuge des gemeinsamen Glückes von Ellie und Carl, dürfen ihre Ziele im Leben kennenlernen und müssen den tiefen Schmerz ertragen, der sich nach dem Tode Ellies in Carl ausdehnt.


Auf der Flucht im Pixar-Style
Dieser Tonalität bleibt „Oben“ natürlich nicht über die gesamte Laufzeit treu, was ihn im Nachhinein auch gewiss nicht schlechter macht, ihn aber von dieser famosen Sequenz an zu einem weitaus konventioneller gestrickten Film erklärt. Wenn Carl Fredricksen von Bauarbeiten rund um sein Haus immer weiter eingeengt wird, dann ist aus dem Rentner längst ein verbitterter Zyniker geworden, der nicht mehr mit der Zeit gehen kann, der Welt aber auch nicht den Rücken zu kehren möchte. Stattdessen versucht er sich noch den Traum zu erfüllen, die Paradiesfälle in Südamerika zu besuchen – Samt Häuschen und mittels tausenden von Luftballons. An seiner Seite ist der 8-jährige Pfadfinder Russell, der bei seinem Aufbruch unter seiner Veranda nach einer Schnepfe gesucht hat. „Oben“ gibt sich ab diesem Augenblick oberflächlich ganz seinem jüngeren Publikum hin, baut einen riesigen Vogel mit buntem Gefieder ein, der kurzerhand auf den Namen Kevin getauft wird und lässt die hiesigen Hunde dank eines Halsbandes ulkig sprechen.


Aber hinter all den kindgerechten BIldern, die auch den Erwachsenen immer mal ein Schmunzeln und den kleineren oder größeren Lacher abverlangen dürfte, besitzt „Oben“ eine ganz elementare Botschaft: Lass deine Träume niemals fallen. Und vor allem hör niemals damit auf, neue Träume auf deine persönliche Agenda zu setzen. Dass der Film es sich erlaubt, Kindheitshelden demonstrativ zu zerbrechen, hat durchaus etwas für sich, im Falle von „Oben“ aber hätte der als Scharlatan stigmatisierte Charles Muntz doch auch etwas mehr hergeben können als die reine Nummernrevue des obsessiven Fieslings. Und dennoch: Hinter seinen klassischen (und gegebenenfalls beliebigen) Muster und einigen vertanen Chancen, ist „Oben“ eine liebenswerte und zum Teil wirklich sensible Reflexion über das Leben und den Tod, über die Jugend und das hohe Alter. Carl sieht später noch ein, dass es nie zu spät ist, um zurück ins Leben zu finden, um Freude zu empfinden und Träumen hinterher zu eifern. Genauso wie uns das Kino in der Vergangenheit abermals gelehrt hat, visualisierter Ausdruck kühnster Sehnsüchte zu sein. Manchmal auch genau dann, wenn wir es nicht erwarten.


6,5 von 10 Handabdrücken auf dem Briefkasten


von souli

Review: DIE MONSTER AG und DIE MONSTER UNI - Monströses Doppelpack

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Fakten:
Die Monster AG (Monster Inc.)
USA. 2001. Regie: Pete Docter, David Silverman, Lee Unkrich.
Buch: Dan Gerson, Andrew Stanton, Jonathan Roberts, Robert Baird, Rhett Reese. Orig. Stimmen von Billy Crystal, John Goodman, Steve Buscemi, Mary Gibbs, James Coburn, Jennifer Tilly, John Ratzenberger, Bonnie Hunt u.a. Dt. Stimmen von Ilja Richter, Rainer Brock, Martin Semmelrogge, Helmut Krauss, Sissy Perlinger u.a. Länge: 92 Minuten. FSK: freigegeben ab 6 Jahren. Auf DVD, Blu-ray und Blu-ray 3D erhältlich.


Story:
Mike und Sully sind Monster, beste Freunde und Kollegen. Um die Monsterwelt mit Energie zu versorgen, müssen die beiden nachts in Kinderzimmer eindringen und die Kleinen zum schreckhaften Kreischen bringen, denn Kinderschreie sind pure Energie. Ganz schön fies? Ja, ein wenig, aber eigentlich haben die Monster mehr Angst vor den Kindern als andersherum, immerhin gelten Kinder als giftig. Das dies nicht so ist erfährt Sully bald am eigenen Leib, als ein kleines Mädchen sich in die Welt der Monster schleicht.





Meinung:
Das Schöne an Die Monster AG ist einfach dieses arglos-unbesorgte Gefühl, das einen nach dem Abspann mit ausgebreiteten Armen erwartet und sicher auf dem wärmenden Faktum bettet, nicht schon wieder viel zu schnell gealtert zu sein, um sich an den spritzigen Abenteuern von den sympathischen und unglaublichen plastischen Mike und Sulley zu erfreuen. Die Monster AG folgt tonal nämlich einer so hervorragend versierten Narration und schneidet gleichzeitig nicht nur sämtliche Genrekreuzungen mit Wonne, der Film weiß auch die Zuschauer jedweder Generationen permanent zu amüsieren. Dabei oszilliert die Komik des munteren Szenarios zwischen deftigem Slapstick, spitzfindigen Nuancen und dem unbeschwerten, uneingeschränkten Jux für jede Altersgruppe. Kindgerecht und gleichermaßen tauglich für Erwachsene  Was will eine Produktion dieser Fasson bitte mehr erreichen? Eben. Und auch wenn es nicht mehr als eine abgewetzte Floskel an dieser Stelle ist, darf sich Die Monster AG wirklich als 'Balsam für die Seele' beschreiben lassen und für so viel Freude sorgen, dass es von einer besonderer Tragik gezeichnet scheint, diesen Film nach wunderschönen 90 Minuten beenden zu müssen.


8 von 10 verseuchten Kindern


von souli




Meinung:
Die Monster Uni (Monsters University)
USA. 2031. Regie: Dan Scanlon.
Buch: Andrew Stanton, Pete Docter. Orig. Stimmen von Billy Crystal, John Goodman, Steve Buscemi, Helen Mirren, Joel Murray, Sean Hayes, Alfred Molina, Beth Behrs u.a. Dt. Stimmen von Ilja Richter, Rainer Brock, Elyas M’Barek, Tim Sander, Axel Stein, Dennis Schmidt-Foß u.a. Länge: 104 Minuten. FSK: freigegeben ohne Altersbeschränkung. Auf DVD, Blu-ray und Blu-ray 3D erhältlich.


Story:
Wie lernten sich die besten Monsterfreunde Mike und Sully eigentlich kennen? Die Antwort: an der Universität. Dort versuchte Mike sein Diplom als Erschrecker zu erlangen, doch ihm fehlte leider das Talent. Sully hingegen hatte Talent war aber faul . Durch einen Unfall und dessen Konsequenzen mussten die beiden Zusammenarbeiten was sich als äußerst schwierig herausstellt und den gesamten Campus auf den Kopf stellte.





Meinung:
Das erste Prequel aus dem Hause Disney Pixar ist nicht sonderlich originell, aber sehr vergnüglich. „Die Monster Uni“ verbindet den kuscheligen aber sehr gut pointierten Witz seines Vorgängers/Nachfolger und nutzt die Geschichte rund um das Kennenlernen der beiden Hauptmonster Mike und Sully, um die ewige These, dass man alles erreichen kann wenn man nur will, kritisch zu hinterfragen. Somit bietet „Die Monster Uni“ weitaus mehr als hinreißend designte Kreaturen. Das Prequel richtet mit seiner Aussage, mit fast schon beiläufiger aber niemals zu drastischer Chuzpe, den zotteligen Mittelfinger gen falscher Moralaposteln und Traumfabrikanten a la „Deutschland sucht den Superstar“. Lässt man diese starke Facette des Monster-Ulks bei Seite bleibt immer noch ein technisch überaus überzeugender und extrem kurzweiliger Animationsfilm, bei dem diesmal wirklich Jung und Alt ihren Spaß haben sollten und der auch nicht sein Zeil aus den Augen verliert sein Publikum unbeschwert zu unterhalten. Wer sich jedoch erhofft „Die Monster Uni“ würde die Erfolgsformel des ersten Teils einfach nur kopieren, der hat wohl noch immer nicht verstanden, dass sich die kalifornische Animationsschmiede nicht damit begnügt erfolgreiche Konzepte zum finanziellen Selbstzweck zu plagiieren.


7 von 10 monströsen Studentenverbindungen


von stu