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Review: LOVE RANCH - Große Namen in die Wüste geschickt

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Fakten:
Love Ranch
USA, BRD, 2010. Regie: Taylor Hackford. Buch: Mark Jacobson. Mit: Helen Mirren, Joe Pesci, Sergio Peris-Mencheta, Gina Gershon, Scout-Taylor Compton, Bai Ling, Taryn Manning, Bryan Cranston, Eise Neal, Rick Gomez u.a. Länge: 118 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Grace und Charlie Bontempo betreiben Anfang der 70er Jahre das erste legale Bordell in Nevada, die Love Ranch. Ihr Betrieb ist gesellschaftlich wie staatlich mehr als zwiespältig aufgenommen, doch rechtlich ist alles in trockenen Tüchern. Als Grace mit der Diagnose Krebs konfrontiert wird, bröckelt ihre Welt. Noch mehr, als Charlie den Boxer Bruza unter Vertrag nimmt und sich zwischen ihr und dem wesentlich jüngeren Mann eine Romanze anbahnt. Der Anfang vom Ende.





Meinung:
Es erscheint im ersten Moment sehr verwunderlich, dass ein Film von Taylor Hackford hierzulande ohne große Promotion, still und leise im Videotheken-Regal endet, obwohl Thema und Besetzung zudem mehr als interessant klingen. Auf dem Papier ist das pures Gold, in der nackten Realität nur vergoldetes – oder vergeudetes – Blech.


Grace, die Puffmutter der Wüste.
Hackford, speziell in den 90ern eine Bank („Blood In, Blood Out“, „Dolores“, „Im Auftrag des Teufels“) beherrscht sein Handwerk immer noch, an seiner Regie liegt es definitiv nicht, dass „Love Ranch“ so ein belangloser Schnarcher ist. Sicher auch nicht am Cast, gerade der ist kaum sinnloser zu verschwenden. Helen Mirren dürfte zu den selten anerkannten Damen mit ehrlichen Falten gehören, die über jeden Zweifel erhaben sind. Eine der wenigen Darstellerinnen, die mit dem Alter eher an Respekt und (Rollen)Qualität hinzugewonnen haben, absolut berechtigt. Ihr zur Seite steht der fast vergessene Joe Pesci, wie schön, ihn endlich mal wieder in Aktion zu erleben. Seit „Lethal Weapon 4“ (1998) war er quasi verschwunden, tauchte nur kurz für das De Niro Freundschafts-Cameo in „Der gute Hirte“ (2006) wieder auf. Hollywoods Terror-Zwerg (vor wie wohl auch hinter der Kamera) ist sichtlich älter geworden, hat dafür an seiner naturgegebenen Kraft und Ausstrahlung kaum etwas verloren. Selbst nach so einer ewigen Pause kann Pesci noch seine Stärken ausspielen, warum wir die solange entbehren mussten, etwas schade, aber jedem sei sein Ruhestand gegönnt. Gönnen würde man ihm, dass er sein überfälliges Comeback nicht so verschwendet.


Die Geissens der 70er.
Denn obwohl der Cast (neben Mirren und Pesci noch Gina Gershon, Scout-Taylor Compton, Bai Ling und Bryan Cranston, geht durchaus langweiliger) wie der Regisseur, wie die grundsätzliche Geschichte eigentlich alles bieten, das Resultat ist äußerst dürftig. Der schwarze Peter liegt beim schläfrigen Skript, das sich munter gegen die auf tendenziell dynamisch angelegte Inszenierung und die spielfreudigen Stars stemmt und sie letztendlich mühelos auf die Matte drückt. Da können noch so viele Details stimmen, stimmig ist das Gesamtbild nicht, gerade weil sich das Potenzial überdeutlich zu erkennen gibt. Viele Themen werden grundsätzlich tangiert, befriedigend abgeschlossen wenige. Von der namensgebenden (und an sich total reizvollen) „Love Ranch“ gibt es herzlich wenig zu sehen, ist reine Kulisse, obwohl sie allein schon der Star sein könnte. Statt sich auf den „Verfall“ von Moral und Sittenhaftigkeit zu konzentrieren, den dieses Etablissement für das prüde US-Volk damals (und wohl auch heute noch) dargestellt haben muss, steht das kriselnde Eheleben ihrer Besitzer im Fokus, gewürzt mit leichten Gauner-Flair, aber alles nicht wirklich der Rede wert. Die Dramaturgie ist sehr mau, holpert gewaltig und lässt zu viele interessante Momentaufnahmen fahrlässig links liegen. „Love Ranch“ ist der traurige Beweis dafür, wie wichtig ein vernünftiges Drehbuch sein kann, wie elementar entscheidend für großartige Voraussetzungen, die offen auf dem Tisch liegen. Der Film bettelt um Teilnahme, aber er verwehrt sie einem gleichzeitig. Weil er so egal ist, nicht mitreißt, vor sich hin plätschert, eben gar nicht kickt.


Der historisch interessante Hintergrund gerät genauso zur Nebensache wie sein engagiertes Personal. Schändlich, wie viele Filme können das nicht von sich behaupten und stellen trotzdem noch was auf die Beine? Einige. „Love Ranch“ ist gekonnt inszenierte Belanglosigkeit voller Möglichkeiten, die sich bis zum Schluss Türen offen lässt, gerade so unterhält, und am Ende eine einzige Enttäuschung ist. Nicht schlecht, aber niemals mehr als das.

4,5 von 10 beschädigten Boxern

Specials: Sie sind zu alt für diesen Scheiß - LETHAL WEAPON-Retrospektive

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LETHAL WEAPON – ZWEI STAHLHARTE PROFIS (1987)
Zynische Legitimation von unzweckmäßiger Polizeigewalt? Ach so. Wenn man „Lethal Weapon“ wirklich so verkopft gegenübertreten möchte, dann bietet er sicher genug Angriffsfläche, um ihn kurzerhand durch jedwede Stigmatisierung zu verdammen. Nur würde man sich damit gleichwohl jede nötige (Sub-)Genre-Affinität aberkennen, mit der man problemlos erkennen würde, dass „Lethal Weapon“ ein prägendes Buddy-Movie wie aus dem Lehrbuch darstellt. Ganz Kind der goldenen 1980er Jahre und doch wird man irgendwie nie zu alt für diesen ebenso zeitlosen Scheiß. Die beiden Hauptprotagonisten (Großartig: Mel Gibson & Danny Glover) bewegen sich auf ein und demselben Level, niemand versucht dem anderen die Präsenz zu nehmen oder auszustechen. Riggs und Murtaugh sind Charaktere mit Ecken und Kanten, Menschen, keine Maschinen, vollkommen unterschiedlich in ihrer charakterlichen Disposition, aber Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an. Und im besten Fall, wie hier, ergeben sie einen mehr als sympathischen Einklang, der den Zuschauer in Windeseile um den Finger zu wickeln versteht. Darüber hinaus glänzt „Lethal Weapon“ mit astreiner, dem Umständen entsprechend harter 80s-Action und treffsicheren Humor, der sich nie im Bereich unnötiger Albernheiten aufhält, sondern den zuweilen durchaus düsteren Charme aufrecht hält. Richard Donners großartiger Startschuss für eine der qualitativ konstantesten Reihen, die man einfach gern haben muss.


6 von 10 weit aufgerissenen Augen


von souli


LETHAL WEAPON 2 – BRENPUNKT L.A. (1989)
Auch in Teil 2 sind Mel Gibson und Danny Glover als ungleiches und doch so eng verbandeltes Buddy-Cop-Paar unterwegs. Wieder macht es verdammt viel Spaß, Murtaugh und Riggs zuzusehen, wenn sie sich gegenseitig aufziehen und die bösen Jungs durch die Straßen jagen. Aber halt, diesmal ist noch ein Dritter dabei. Joe Pesci begleitet als nerviger und gleichzeitig doch sympathischer Sidekick Leo Gertz die beiden Cops durch L.A. Oder halt, sie begleiten ihn, denn eigentlich sollen die ihn als Kronzeugen ja beschützen, aber stattdessen nehmen sie Gertz einfach überall mit hin. Das sorgt für viele irrwitzige Dialoge, die in ihrer Spritzigkeit schon fast an Wilders Screwball-Komödien erinnern. Die coole Action, ein paar Explosionen inklusive, ist teilweise knüppelhart und sorgt für einige Wow-Momente, aber auch für Politik rund um das damals brandaktuelle, schreckliche Apartheitsregime in Südafrika und einige große Gefühle ist Platz, wenn Riggs zum Beispiel über den Verlust seiner Ehefrau spricht. Trotzdem ist der Film nicht traurig, sondern verdammt unterhaltsam. Schuld daran ist natürlich der grandiose Humor, der nicht zu übertrieben daherkommt, aber dennoch radikal genug ist, um das Grinsen nie wirklich aus dem Gesicht zu bekommen. Seinem hervorragenden Vorgänger steht „Lethal Weapon 2 – Brennpunkt L.A.“ in nichts nach.


8,5 von 10 Klobomben


von Kobbi


LETHAL WEAPON 3 – BRENPUNKT L.A. – DIE PROFIS SIND ZURÜCK (1992)
Nachdem sich die „Lethal Weapon“-Reihe im direkten Vorgänger noch konsequent gesteigert hatte, flacht Teil 3 ernüchternd ab. Nicht nur durch Quassel-Gnom Joe Pesci stieg im zweiten Teil der Humor deutlich an, dennoch verlor das erste Sequel die teils grimmige Härte des Originals nicht gänzlich aus den Augen. In „Lethal Weapon 3“ sieht das anders aus. Es wird noch mehr gefrotzelt und gekalauert, wirklich witzig ist es dabei leider selten. Der Gute-Laune-Faktor wirkt sehr gezwungen und beinahe gequält, nervt eher als es gefällt. Es scheint bald so, als hätte man gar keine echte Idee für ein weiteres Sequel gehabt und verlässt sich selbstsicher auf die Chemie seines Hauptdarstellerduos. Die ist nach wie vor vorhanden, kann allerdings nur sehr bedingt über die sehr maue Story hinwegtäuschen. Das Skript ist relativ schwach, klatscht Schießereien und Handgemenge holperig aneinander, von Logik wollen wir gar nicht erst anfangen. Zumindest ist die Action gewohnt handfest und souverän inszeniert, da gibt es wenig zu meckern. Das und die geschmeidigen Hauptdarsteller, die mit der nötigen Spielfreude agieren, heben ein an sich eher versemmeltes Sequel noch minimal über den Durchschnitt. Schwächster Teil der Reihe, die Jahre später doch noch rund abgeschlossen wurde (Stand heute, vielleicht sind sie doch noch nicht zu alt für diesen Scheiß).


5,5 von 10 Löchern in der schusssicheren Weste


von JackoXL


LETHAL WEAPON 4 – ZWEI PROFIS RÄUMEN AUF (1998)
In Anbetracht der 12jährigen Tradition der Reihe ist Teil 4 ein wirklich vitales Stück Actionkino mit Jet Li als Export-Schurke. Was Teil 4 letztlich so gut macht, sind nicht nur die Actionszenen, der Witz oder das Zusammenspiel der Akteure, welches sich seit dem ersten Teil routiniert weiterentwickelt hat und nicht erst seit diesem Teil sich homogen in Richard Donners Inszenierung einfügt, nein, wenn am Ende der Abspann läuft und die Bilder vom Filmteam über die Leinwand flackern, ist anzumerken, dass die Figuren über die Jahre einfach zu einer Familie geworden ist. Die Cosbys des Action-Genre (siehe Titelbild). Damit sind nicht nur Riggs und Murtaugh gemeint sondern auch die kleinen, punktuell immer wieder amüsanten bis herzlichen Auftritte wie etwa die von Rogers Frau, die Martin die Wäsche macht oder der Captain (Richard Donner Gefährte William Devane, der so gut wie in jedem Film des Regisseur mitwirkte), der die zwei Chaoten-Cops in Teil 4 auch noch befördern muss. Die „Lethal Weapon“ – Reihe hat es geschafft fast schon etwas Familiäres aufzubauen, genau dieses Attribut fehlt den neueren Buddy-Movies und deswegen wird „Lethal Weapon“ noch lange auf dem Thron sitzen bleiben. Mit diesem, sehr wahrscheinlich letzte Teil der Reih, schließt sich das Kapitel um die ungleichen Cops zufriedenstellend a. „Lethal Weapon“ ist einer der wenigen Filmreihen, die sich in keinem teil eine Blöße geben (auch wenn Kollege JackoXL dies anders sieht).


7 von 10 Lachgasfoltern


von stu

Trailerpark: Clint Eastwoods erstes Musical - Trailer zu JERSEY BOYS

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Alter schütz vor Genrewechseln nicht und deshalb verwundert es auch nicht, dass Clint Eastwoods nächster Film ein Musical ist. „Jersey Boys“ ist die filmische Adaption eines Broadway-Hits. Darin geht es um die Biographie von den – wer hätte es gedacht? – Jersey Boys (eigentlich The Four Seasons, aber wir wollen an Ostern nicht kleinlich sein), einem Gesangsquartett, welches mit Hits wie „Bye Bye Baby“, „Dawn“ oder „Sherry“ Musikgeschichte schrieben. Die vier Sänger werden im Film von Erich Bergen, Vincent Piazza, Michael Lomenda und John Llyod Young. Wer auf bekannte Stars nicht verzichten will, der bekommt als Nebendarsteller noch Joe Pesci (Ja, den gibt‘s noch) und Christopher Walken. Das freudig-nostalgische Gesinge startet bei uns am 31. Juli 2014.


Specials: Unser OSCAR-ABC - Von Ups, Downs, Flitzern und Erich Kästner

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Heute Nacht ist es mal wieder soweit: Oscar-Nacht. Um euch auf das große Event einzustimmen präsentieren wir euch unser Oscar-ABC. Viel Vergnügen.




A wie „and the Oscar goes to“. Ursprünglich wurde der Gewinner eines Academy Awards mit dem Worten „and the Winner is“ verkündet. Doch ab 1989 wurde dies geändert, da die Academy der Meinung war, das diese Einleitung die Leistung der Nominierten, die ohne Oscars heimgehen müssen, zu sehr schmälern würde. In den ersten Jahren gab es immer wieder Stars, die damit Schwierigkeiten hatten u.a. Sylvester Stallone. 2009 scherzte Steve Martin bei der Überreichung der Trophäe mit den Worten: „and the loser aren’t“. Die Academy war darüber angeblich nicht erfreut. Witzig war es dennoch.





B wie Berry und Bullock. Heute Glück, morgen Pech. Das eine Mal erfolgreich, das andere Mal missglückt. Hier überzeugend, dort eine Katastrophe. Ja, ein Oscar ist kein Ticket für ein Leben ohne Probleme und Häme. Halle Berry weiß das. Für ihre Leistung in „Monster’s Ball“ noch mit dem Academy Award ausgezeichnet, drei Jahre später, 2005, mit einer Goldenen Himbeere für „Catwoman“ abgestraft. Immerhin hatte Mrs. Berry ja noch etwas Zeit zwischen den Ups and Downs. Bei Sandra Bullock waren es gerade einmal 24 Stunden. 2010 bekam sie zuerst eine Goldene Himbeere für „Verrückt nach Steve“ und am nächsten Tag einen Oscar für „Blind Side“. Beide empfingen die Negativ-Auszeichnung übrigens persönlich, was selten ist, und hatten noch ein Ass im Ärmel. Halle Berry parodierte einfach ihre Siegesrede von 2002, während Sandra Bullock mit einem Bollerwagen voller „Verrückt nach Steve“-DVDs auf die Bühne kam und diese im Publikum verteilte.


C wie Charity Clooney. George Clooney ist nicht nur das smarter Darsteller, sondern auch als Spitzbube und politisch engagierter Bürger bekannt. Im Jahre 2006 erhielt er den Academy Award für die beste Nebenrolle in „Syriana“. Doch Clooney sorgte nicht nur deswegen für Aufsehen. Da jeder Nominierte nicht nur die Chance erhält einen Oscar zu gewinnen, sondern auch ein Haufen von hochwertigen Geschenktüten (diese beinhalten u.a. Laptops, teures Parfüm usw.), nutze er die Chance und versteigerte diese medienwirksam auf eBay. Der Erlös ging an die Opfer des Hurrikans Katarina. Netter George.


D wie deutsch. Wenn ein deutscher Film nominiert ist, ist das Interesse unserer nationalen Presse natürlich immer etwas höher als sonst. Bis jetzt haben „Die Blechtrommel“ (1980), „Nirgendwo in Afrika“ (2003) und „Das Leben der Anderen“ (2007) einen Goldjungen in die Heimat gebracht. Aber auch abseits davon gab es eine Menge deutscher Preisträger. Bei der allerersten Verleihung war es sogar Emil Jannings, der für seine Hauptrolle in “Sein letzter Befehl“ in den allerersten jemals vergebenen Oscar für die beste männliche Hauptrolle bekam. Bis 2012 gab es übrigens über 40 deutsche Oscar-Preisträger.





E wie ein Dollar. Seit 1950 gibt es die Regelung, dass sich die Academy den Oscar für einen symbolischen Betrag von einem Dollar von einem Preisträger und deren Familie zurückkaufen kann. Damit will man verhindern, dass ein Preisträger die Trophäe verkauft und so dem Ruf des Oscars schadet. 2003 kam es deswegen zu einem Prozess. Orson Welles Tochter wollte seinen Goldjungen versteigern lassen. Die Academy klagte, aber verlor, denn Welles gewann seine Trophäe bereits 1942 für sein Script von „Citizen Kane“. Interessant: Trotz ihrem Sieg vorm Gericht sagte Welles Tochter die Versteigerung kurzfristig ab.


F wie Flitzer. Flitzer, dass nur schnell zu Erklärung, sind Menschen die bei großen Veranstaltungen wie etwa Fußballspielen den Ablauf dadurch stören, in de sie nackt über das Spielfeld rennen. Auch die Oscars hatten einen Flitzer. 1974, die Veranstaltung wurde von David Niven moderiert, huschte ein Nackedei über die Bühne. Ein echter Skandal? Vermutlich, wenn Niven es nicht trocken mit den Worten "Möglicherweise wird der Mann den einzigen Lacher, den er jemals bekommt dafür erhalten, dass er sich auszieht und anderen zeigt, wo er zu kurz gekommen ist" kommentiert hätte.


G wie Geld. Mit einem Oscar werden auch Filme ausgezeichnet, die keine Publikumslieblinge waren und finanziell gefloppt sind. Durch die Goldstatue werden aber genügend Leute ins Kino gelockt. Kurz: Ein Oscar macht aus einem leeren Kinosaal einen vollen. Diese Regel wurde 2010 aber gebrochen. Kathryn Bigelows „The Hurt Locker – Tödliches Kommando“ gewann zwar u.a. als bester Film und verwies sogar James Camerons „Avatar“ in seine Schranken, doch da der Film schon länger aus den Kinos verschwunden war, konnte der Academy Award nicht dabei helfen die Zuschauerzahlen und somit das Einspielergebnis zu erhöhen. Somit war „The Hurt Locker“ der erste mit einem Oscar für den besten Film ausgezeichnete Streifen, der im Kino nicht seine Kosten wiedereinspielen konnte.


H wie Host. In den ersten Jahren ihres Bestehens wurden die Preisverleihungen vom gerade amtierenden Präsidenten der Academy geleitet, bzw. moderiert. Danach wurde die Verleihung von mehreren Host geleitet. Erst 1980 gibt es einen prominenten Moderator, manchmal auch ein Duo. Der legendäre Bob Hope moderierte die Show ganze 17-mal und gilt bis heute als einer der besten Oscar-Hosts.





I wie Italien und Israel. Deutschland kann sich mit seinen drei Oscars für den besten ausländischen Film nicht beschweren. Israel wurde bis jetzt neun Mal für diese Kategorie nominiert und ging immer leer aus. Dem gegenübersteht Italien, die den Gewinner-Rekord halten. Ganze zehn Mal durfte sich Italien freuen. Der italienische Regisseur Vittorio De Sica bekam sogar 1948 den allerersten Oscar für einen nicht englischsprachigen Film, der bis 1957 noch als Ehrenoscar vergeben wurde. Bei den Academy Awards ist Italien also weltmeisterlich - auch ohne Elfmeter.


J wie John Williams.“Der weiße Hai“, „Star Wars“, „Indiana Jones“, „Superman“, „Kevin allein zu Hause“, „Harry Potter“. Alles Filmmusiken die sich ins Trommelfell eingebrannt haben. Dass so ein Ausnahmekomponist wie Williams einen Oscar gewonnen hat, sollte niemanden verwundern. Dennoch ist es schon erstaunlich, dass er die Trophäe fünfmal empfangen durfte und unglaubliche 43-mal nominiert war. Auch 2013 hat Williams Chancen auf einen Academy Award, für seine Musik zu „Lincoln“.


K wie Kästner. Erich Kästner ist eine Legende. Der Autor, Dichter und Denker schenkte uns unsterbliche Werke wie „Emil und die Detektive“ und er erhielt dreimal einen Oscar. Hä? Erich Kästner hat einen Oscar gewonnen? Ja, wenn auch nicht der große, deutsche Literat, sondern der große, deutsche Kamerakonstrukteur von Arri, der 1973, 1982 und 1992 einen Oscar für seine Arbeiten bekam.


L wie Liegestütze. Was zeichnet eine gute Rede aus? Die Emotionen? Die Dankbarkeit? Eine amüsante Note? Vielleicht hat sich diese Frage Jack Palance auch gestellt, als er 1992 für seine Nebenrolle in „City Slickers“ den Goldjungen bekam. Palance, der damals  72 Jahre alt war, entschied sich dafür sein sportliches Können unter Beweis zu stellen und vollführte ein paar Liegestützen. Einige sogar einarmig. Was für eine schöne Alternative.


M wie Maskerade. Zu den neueren Ritualen der Verleihung zählt, dass Ben Stiller in einem äußerst aufwendigen Kostüm, eines nominierten Films, einen Oscar verleiht. Egal ob als Na’Vi aus „Avatar“ oder Zwerg aus „Der Herr der Ringe“, Stiller zeigt sich optisch wandelbar. Anscheinend hatte er aber davon genug. Bei seinem letzten Oscar-Auftritt zeigte er sich in natura, ohne Kostüm und Schminke, aber selbst so erzeugte er einige Lacher. Stiller ist aber gewiss nicht der einzige „Verwandlungskünstler“. Whoopi Goldberg präsentierte sich als Host der Oscars ebenfalls sehr verwandelbar. Jede ihre Moderationen absolvierte sie in einem anderem, den nominierten Filmen, entsprechenden Outfit.





N wie Name. Wie der Academy Award zu seinem Namen Oscar kam? Nun, die Academy vertritt die Geschichte, dass einst eine Mitarbeiterin zu der kleinen Statue sagte, sie sehe aus wie ihr Onkel Oscar. Andere behaupten allerdings, der Name ging zurück auf Bette Davis (siehe Foto). Die glaubte nämlich dass der Award einem ihrer Ex-Männer ähnlich sieht. Was nun aber stimmt, weiß keiner. Es gibt aber noch wesentlich mehr Theorien zum Namen. Na ja, Hauptsache ist doch man kann die kühl klingenden Academy Awards mit einem einfachen, sympathischen Oscar abkürzen. Kaum zu glauben, dass die Academy Awards ganz offiziell immer noch nicht Oscar heißen und dass die Veranstalter in der Frühzeit der Verleihung mit diesem Spitznamen ganz und gar nicht glücklich waren.


O wie Ordnung. Als Prestige-Veranstaltungen von Rang und Namen achten die Veranstalter der Oscars natürlich auf Ordnung. Dazu zählt auch, dass die freien Plätze im Saal (das Kodak Theater, in dem der Preis die letzten Jahre verlieren wurde, hat stolze 3332 Sitzplätze) besetzt sind. Da aber immer der eine oder andere eingeladene Gast absagt und auch Hollywood-Stars mal aufs Klo müssen, engagiert die Academy seat fillers, die für ca. 120$/Stunde so tun als ob sie zum großen Hollywood-Zirkus dazugehören.


P wie Proteste. Große Stars im Publikum, Aufmerksamkeit en masse dank TV-Ausstrahlung und Presse, klar, ein Protest bei den Oscars lohnt sich. In der Historie der Awards gab es einige Proteste. 1973 kam es zum bekanntesten, als Marlon Brando seinen Oscar für seine Rolle in „Der Pate“ nicht persönlich abholte, sondern von einer Indianerin Sacheen Littlefeather. Damit wollte Brando gegen die schlechte Behandlung der amerikanischen Ureinwohner aufmerksam machen. Schon irgendwie ehrenwert, aber man könnte es auch so sehen: Wirst du nur lang genug schlimm behandelt, darfst du eines Tages einen Oscar abholen.


Q wie Quote. Mit einer Quote von 46% sind Dramen klar das erfolgreichste Genre bei den Academy Awards.


R wie Reinigung. Wenn ihr mal einen Oscar gewinnt und er euch durch ein Missgeschick in eine Schlammpfütze oder ins Katzenklo fällt, dann müsst ihr euch nicht abmühen. Ihr könnt euren Preis der Academy geben, diese reinigt ihn dann für euch. Aber Vorsicht, das kann auch schief gehen. Whoopie Goldberg, die ihre Trophäe für die Rolle des Mediums in „Ghost – Nachricht von Sam“ erhielt, gab das gute Stück im Jahre 2002 zwecks professioneller Säuberung an die Academy zurück. Diese beauftragte eine Zweitfirma mit der Arbeit, doch dort wurde der Oscar entwendet und erst einige Tage später an einem kalifornischen Flughafen im Müll gefunden.





S wie Sekunden. Wenn ihr jemals einen Oscar gewinnt, dann seit euch gewiss, dass der große Momente, von der Bekanntgabe eures Namens bis zum Abgang von der Bühne unter großem Jubel maximal 60-70 Sekunden dauert. Diese Zeit bezieht sich aus der Dauer zum Gang zur Bühne, sowie der Dankesrede, die 45 Sekunden nicht überschreiten darf. Wenn doch, wird der Preisträger via Musik daran erinnert, dass die Show weiter gehen muss. Als „Mutter“ des Zeitlimits gilt übrigens die Darstellerin Greer Garson, die bei ihrer Dankesrede, 1942, fast sechs Minuten lang ihre Dankbarkeit bekundete. Wer jetzt aber glaubt jeder Gewinner würde die 45 Sekunden nutzen, der irrt sich. Joe Pesci (Oscar 1991 für seine Nebenrolle in „Good Fellas“) sagte nur „Well, it's my privilege. Thank you.“ Noch kürzer machte es William Holden, als er 1954 die Trophäe für seine Darstellung in „Stalag 17“ bekam. Mit einem einfachen „Thank you.“ war sein großer Oscar-Moment auch schon beendet.


T wie tot. Bis jetzt wurde der reguläre Oscar, also keine Ehrenauszeichnung, zweimal posthum verlieren. 1977 an Peter Finch für seine Hauptrolle in „Network“, dass andere Mal 2009 an Heath Ledger für seine Performance des Jokers in „The Dark Knight“.





U wie unfair. Ohne größere Umschweife eine kurze Aufzählung von Filmemachern und Schauspielern, die unserer Meinung nach bei den Oscars übergangen wurden: Charlie Chaplin, Stanley Kubrick, Peter O’Toole, Ennio Morricone, Alfred Hitchcock, Sidney Lumet, Lauren Bacall (siehe Foto), Akira Kurosawa, Howard Hawks, Deborah Kerr, Blake Edwards, Sergio Leone und Barbara Stanwyck. Der größte Verlierer der Oscars ist übrigens Kevin O’Connell, ein Sound Designer der ganze 20-mal nominiert war (u.a. "Transformers") und niemals gewann. Da der gute aber immer noch sehr erfolgreich im Geschäft ist, hat er immer noch die Chancen zu gewinnen. Ob er nervös ist, wenn er von seiner Nominierung erfährt?


V wie Veranstaltungsort. Seit der ersten Verleihung, 1929, zogen die Oscars mehr als einmal um. Dabei blieben sie aber Hollywood, also Los Angeles, treu? Denkste. Von 1953 bis 1957 wurden die Trophäen in New York vergeben.


W wie Waldoscar. Während des zweiten Weltkrieges wurde die Statue des Oscars nicht auf Metall, sondern aus Holz gefertigt. Der Bauchredner und Schauspieler Edgar Bergen erhielt 1938 sogar ein ganz besonderes Modell. Da er mit seiner Puppe Charlie so beliebt wie erfolgreich war, fertigte die Academy ihn einen Holzoscar, mit beweglichem Unterkiefer.


X wie X-Rated. Ein Film mit einem X-Rating, also einer Freigabe ab 18 Jahren, ist relativ selten und wird öfters an Pornos als an Mainstream-Produktionen vergeben. Auch bei den Oscars sind Filme mit solch hohen Altersfreigaben nicht gerne gesehen. Bisher schafft es lediglich John Schlesingers „Asphalt Cowboys“, mit Jon Voight und Dustin Hoffman, einen Academy Award für den besten Film zu gewinnen. Das war im Jahre 1970.


Y wie Youngster. Das Kinder nominiert für einen Oscar sind, kommt zwar nicht so oft vor, eine wirkliche Seltenheit ist es aber auch nicht. Dabei gab es mal eine Zeit, in der es einen Extra-Oscar, den Juvenile Award, gab. Mit diesem wurden minderjährige Schauspieler ausgezeichnet. Der Preis wurde von 1935 bis 1965 während der offiziellen Verleihung der Academy Awards vergeben. Zu den Preisträgern zählten u.a. Mickey Rooney, Shirley Temple und Judy Garland.





Z wie zzzzzz. Ja, die Oscars haben in den letzten Jahren gelitten. Die Verleihungen wurden immer langweiliger und generischer. Auch die Rückkehr von Billy Crystal, der das Events schon über fünfmal moderierte, im letzten Jahr hat da nicht viel gebracht. Unserer Meinung die enttäuschende Oscar-Show war die von 2011. Auf dem Papier war es ja noch ganz vielversprechend, diese von James Franco und Anne Hathaway moderieren zu lassen, doch das Ergebnis war höchstens als Schlaftablette zu genießen. Besser war da schon Seth MacFarlane. Dieser drückte der Verleihung 2013 seinen Stemüel auf und sang u.a. den Song "We saw your boobs".




Weitere ABCs gefällig? Wir hätten noch Der Herr der Ringe und James Bond im Angebot.