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Review: DAS PENDEL DES TODES & SATANAS - DAS SCHLOSS DER BLUTIGEN BESTIE - Corman, Price & Poe

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Fakten:
Das Pendel des Todes (Pit and the Pendulum)
USA, 1961. Regie: Roger Corman. Buch: Richard Matheson, Edgar Allan Poe (Vorlage). Mit: Vincent Price, John Kerr, Barbara Steele, Luana Anders, Anthony Carbone, Patrick Westwood, Lynette Bernay, Larry Turner, Mary Menzies u.a. Länge: 78 Minuten. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD erhältlich.


Story:
Nachdem er von dem plötzlichen Tod seiner Schwester Elizabeth erfahren hat, macht sich Francis Barnard auf zu dem Schloss seines ihm bisher unbekannten Schwagers Nicholas Medina. Der trauernde Witwer nimmt ihn auf, doch bald häufen sich merkwürdige Ereignisse. Nachts soll angeblich die Stimme von Elizabeth zu hören sein. Francis vermutet nicht nur einen Schwindel, darüber hinaus verdächtigt er Nicholas nicht unschuldig am Tod seiner Schwester zu sein. Schließlich richtete schon dessen Vater im Folterkeller der Burg grausame Dinge an…


                                                                                               

Meinung:
Edgar Allan Poe frei nach Roger Corman: Wie bei allen seiner zwischen 1960 und 1964 entstandenen Adaptionen des legendären Schauerpoeten legt der sonstige Trash-Papst wenig Wert auf eine werkgetreue Umsetzung, bis auf das namensgebende Pendel hat dieser Film eigentlich überhaupt nichts mit der Geschichte von Poe zu tun. Vielmehr bedient sich Corman verschiedener Bausteine aus Poes Vita (nicht zu Letzt sehr deutlich aus „Das verräterische Herz“) und bastelt daraus sein ganz eigenes Ding zusammen, marketingtechnisch (wie immer) geschickt-dreist unter dem bekannten Titel „Das Pendel des Todes“ veröffentlicht.


Wenn schon Vincent Price Fracksausen bekommt...
Das könnte man bemängeln, aber bei Corman konnte man nichts anderes erwarten. Wer sich darüber beschwert, ist selbst schuld. Das Resultat aus diesem Allerlei an Inspirationsquellen ist dafür einer seiner besten Regiearbeiten geworden, bei der sich erkennen lässt das der alte Sparfuchs mehr kann als ihm allgemein zugesprochen wird. Für die (trotzdem natürlich noch) bescheidenen Verhältnisse ist „Das Pendel des Todes“ ein kleiner Augenschmaus geworden, geprägt von einer kräftigen Farbgebung, stimmungsvolle Sets und eine liebevolle Ausstattung, durch die souveräne Kameraführung exzellent umrahmt. In seinen besten Momenten erinnernd an die Aura der guten Produktionen aus dem Hause HAMMER, mit leicht psychedelischen Farbtupfern geschmückt. Trotz der nur 78 Minuten Spielzeit zwar schwerfällig in seinem Spannungsaufbau, niemals wirklich unheimlich oder gar erschreckend, gleicht Corman dies atmosphärisch nahezu aus und irgendwo schwebt doch noch der Geist von Edgar Allan Poe durch die Gänge des Schlosses und seines morbiden Hobbykellers. Unverzichtbar natürlich: Das ikonische  Grusel-Bärtchen Vincent Price, der bei seinem theatralischen Spiel aus den Vollen schöpfen darf. Mit Runzel-Stirn und hochgezogener Augenbraue gibt er gesten- und ausdrucksreich den verängstigten Schlossherr mit Kindheitstrauma an der Klippe zum Wahnsinn, darf sich zum Schluss gar in feinstem Overacting austoben, alles im Rahmen von Geschichte wie Inszenierung nicht störend, sondern absolut angemessen.


Auf den letzten Metern, wenn das gigantische Käsemesser endlich pendelt, gewinnt der Film gar eine sarkastische Note hinzu. Wer mit den Geistern der Vergangenheit spielt, wird von ihnen eingeholt. Geschichte wiederholt sich und wenn sich der Kreis wie die Grabespforten (erneut) schließen beendet Corman alles mit einer zynisch-pointierten Schlusseinstellung, die zu einem schadenfrohen Grinsen einlädt. Als Horrorfilm nicht nur aus heutiger Sicht sicherlich nur bedingt brauchbar, als im besten Sinne altmodische „Gutenachtgeschichte“ bei Kerzenschein sehr wohl, für Corman- und Price-Fans ohnehin eine Pflichtübung.

6,5 von 10 Stimmen aus dem Grab

                                                                                  

Fakten:
Satanas – Das Schloss der blutigen Bestie (The Masque of the Red Death)
USA, GB, 1964. Regie: Roger Corman. Buch: Charles Beaumont, R. Wright Campbell, Edgar Allan Poe (Vorlage). Mit: Vincent Price, Hazel Court, Jane Asher, David Weston, Nigel Green, Patrick Magee, Paul Whitsun-Jones, Skip Martin u.a. Länge: 86 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Der grausame Prinz Prospero entführt das Bauernmädchen Juliana, ihren Liebhaber und ihren Vater auf sein Schloss. Dort feiern er und seine dekadenten Freunde ein rauschendes Fest, das von einem Maskenball gekrönt werden soll, während jenseits der Burgmauern die Pest das verarmte Volk dahinrafft. Juliana soll seine neue Gemahlin werden, ihre Liebsten sich zur Belustigung gegenseitig töten. Prinz Prospero und sein Gefolge fühlen sich in ihrer Festung sicher vor dem roten Tod, schließlich haben sie ihre Seelen schon lange dem Teufel verkauft. Ein Trugschluss…


                                                                                                 
                                                                                     

Meinung:
„Wenn ein Gott der Liebe und des Lebens wirklich existiert hat, dann ist er schon lange tot. Irgendjemand, irgendetwas hat jetzt seinen Platz inne.“

Mit der vorletzten seiner insgesamt sieben Edgar Allan Poe-Adaptionen (oder aufgrund der sehr freien Auslegung eher Kreationen) schuf Roger Corman gleichzeitig den kreativen wie künstlerischen Höhepunkt seines Œuvres, dem oft (und nicht immer zu Unrecht) ein eher zweifelhafter Ruf anlastet. „Satanas – Das Schloss der blutigen Bestie“ (alternativ auch als „Die Maske des roten Todes“ veröffentlicht) hebt sich erstaunlich von den üblichen Arbeiten Cormans ab, sowohl von seiner inszenatorische Qualität, Reife und sogar seinem inhaltlichen Subtext.


Mein Freund, der Tod.
Für einen hochwertigen Nägelkauer im traditionellen Sinne fehlt es eindeutig am dramaturgischen Geschick, „Satanas – Das Schloss der blutigen Bestie“ (wie auch immer der Film damals zu diesem reißerischen deutschen Titel kam) lebt zugegeben nicht von seiner herausragend erzählter Geschichte und flacht in seinem Spannungsbogen immer mal wieder deutlich ab. Dieser Film funktioniert eindeutig über das Erlebnis, seinen rauschartigen Zustand, den Corman in Zusammenarbeit mit seinem Kameramann Nicholas Roeg (später selbst besser bekannt als Regisseur von Meisterwerken wie „Wenn die Gondeln Trauer tragen“) entfesselt. Ein Sog aus Farben, Beleuchtung und Ausstattung, wie ein Mix aus Mario Bava und Andy Warhol, hinter dem selbst der große Zampano Vincent Price in die zweite Reihe degradiert wird. Selbst Dario Argentos Prunkstück „Suspiria“ scheint unweigerlich inspiriert von Cormans faszinierendem Farbenspiel: Wenn Vincent Price und Hazel Court durch die in immer neuen Tönen schimmernden Räume des Palastes streifen, kommt man aus dem Staunen kaum heraus (man achte nur mal auf die zahlreichen Kerzen und deren Anordnung, irre) und der Vergleich zwingt sich praktisch auf. Ein aberwitziger Genuss für die Sinne. Kein Film zum reinen Ansehen, einer zum Aufsaugen, zum Erleben. Doch das ist noch nicht alles, denn selbst als Diskurs über Religion, Gesellschafts- und Machtstrukturen eröffnen sich Ebenen, die man Corman so ganz sicher nicht zugetraut hätte.


Hinter der scheinbar sicheren Mauern seiner Festung verschanzt sich der sadistische Prinz Prospero vor der wütenden Pest, der Plage für das gemeine Fußvolk, meint den roten Tod ausgesperrt zu haben. Dort drinnen feiern sie ihr dekadentes Gelage, benehmen sich im wahrsten Sinne des Wortes wie gemästete Tiere und huldigen dem Fürst der Finsternis als ihrem Erlöser. Leid, Qualen, Erniedrigungen, Folter und Tod als Belustigung für die hässliche Fratze des Adel, den Glauben der Bauern an einen barmherzigen Gott überheblich verspottend, denn sie selbst haben sich in diesen Stand erhoben. Zwischen rauschenden Festen wird die Realität abseits der Schlossmauern ausgeklammert, als Seuche und Plage des Pöbels ignoriert. „Satanas – Das Schloss der blutigen Bestie“ kann als Parabel wie Sozialstudie betrachtet werden, die interessante Denkanstöße liefert und in einem ästhetischen Ballett des Todes mündet. Besser, hochwertiger hat Roger Corman davor und danach nie gearbeitet. Für seine Verhältnisse schon ein Meisterwerk, aber auch allgemein ein intensiver, packender Trip.

7 von 10 Gesichtern des Todes

Review: THEATER DES GRAUENS - Mord à la Shakespeare

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Fakten:
Theater des Grauens (Theatre of Blood)
GB, 1973. Regie: Douglas Hickox. Buch: Anthony Greville-Bell. Mit: Vincent Price, Diana Rigg, Ian Hendry, Harry Andrews, Coral Browne, Robert Coote, Jack Hawkins, Michael Hordern, Arthur Lowe, Robert Morley, Dennis Price, Milo O’Shea, Eric Sykes u.a. Länge: 100 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD erhältlich.


Story:
Vor zwei Jahren beging der Shakespeare-Mime Edward Lionheart vermeidlich Selbstmord, nachdem die ihm verhassten Kritiker einen begehrten Preis an einen jungen Konkurrenten vergaben, der seiner Ansicht nach nur ihm zugestanden hätte. Jetzt taucht Lionheart wieder auf und sinnt auf Rache. Die Kritiker müssen sterben und wie es sich gehört, nicht nur irgendwie. Frei nach Shakespeare soll es sein, ganz stilecht.




                                                                                       





Meinung:
Der Job eines Kritikers ist genau genommen recht einfach. Was tut man da schon? Urteilen über die erbrachte Leistung anderer, selbst hat man wenig zu befürchten oder muss gar den Gegenbeweis erbringen, es besser als die Zielscheibe der Kritik zu können. Mehr als vielleicht die eine oder andere Anfeindung aufgrund der geäußerten Meinung passiert in der Regel nicht, während die Karriere der Künstler zu einem nicht geringen Teil abhängig vom Wohlwollen und Urteilsvermögen des entsprechenden „Fachmanns“ ist, der nicht mal zwingend eine solcher sein muss. Ein Umstand, den man einfach so hinnehmen muss? Eigentlich schon. Außer, man lässt das Pack dafür bluten.


"Der Kaufman von Venedig" mit alternativem Ende.
In „Theater des Grauens“ begibt sich Vincent Price als – seiner bescheidenen Meinung völlig zu Unrecht -  vom Feuilleton zerrissener und seiner unzähligen Glanzleistungen nicht entsprechender gewürdigter Shakespeare-Darsteller Edward Lionheart auf einen Rachefeldzug gegen eben diese selbstgerechten Schreiberlinge. Doch ein Genie seiner Klasse gibt sich selbstverständlich nicht mit einfachen Morden zufrieden. Um den Opfern sein Können und ihre fachliche Inkompetenz im letzten Moment ihres Daseins noch einmal süffisant aufs Brot zu schmieren, inszeniert er ihr Ableben nach den Stücken William Shakespeares, in denen es zum Teil wenig zimperlich zuging. Eine schöne Ausgangslage, welche von Douglas Hickox und Vincent Price mit unverkennbarem Spaß an der Sache zelebriert wird. Vielleicht eine kleine Genugtuung für eigene, unangenehme Erfahrungen mit der schreibenden Zunft. An dem scheinbar wenig geschätzten Berufsstand wird kaum ein gutes Haar gelassen, mit Ausnahme des von Ian Hendry verkörperten Devlin werden alle potenziellen Opfer als überhebliche, selbstverliebte und im Grunde genommen unfähige Figuren skizziert, eher karikiert. Dem Zuschauer werden nicht sie, sondern der eigentliche Schurke Lionheart als Sympathieträger dargeboten. Price agiert außerordentliche spielfreudig und darf mal wieder in unzählige Kostüme und Masken schlüpfen, was er in seiner Karriere ja häufiger tat. Als ernster Horrorfilm versteht sich „Theater des Grauens“ selbstverständlich nicht und garniert seine erstaunlich blutigen Mordszenen mit bissigem wie auch flapsigem Humor, der allerdings nicht immer hundertprozentig gelungen ist.


Die unbekannte Shakespeare-Figur: Detlef, der Friseur
Mitunter etwas zu albern und schrill geht es hier zu, allein der Auftritt von Price als tuntiger 70er-Jahre-Friseur mit buschigem Riesen-Afro schießt deutlich übers Ziel hinaus. Dem steht dafür ein grundsätzlich ziemlich schwarzer Humor gegenüber, der über solche Ausrutscher hinwegtrösten kann. Wer jetzt aufgrund mangelnder Shakespeare-Kenntnisse abgeschreckt von dem Plot sein könnte, kann beruhigt werden. Diese sind nicht erforderlich, werden die entsprechenden Werke und Bezüge jeweils erklärt, es schadet natürlich keinesfalls und kann sicher in diversen Momenten für eine gewisse Vorfreude sorgen, wenn einem schon vorschwebt, mit welcher Gemeinheit demnächst zu rechnen ist. Auch ohne größeres Hintergrundwissen macht das einen Heidenspaß und bildet das Kernstück des Films, der sonst auch gar nicht viel zu bieten hat. Von einem Mord zum nächsten verstreicht kaum Zeit, dem Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip wird sich praktisch ohne Abweichungen gewidmet. Dem Tempo ist das sehr förderlich, Spannung oder gar eine ausgeklügelte Geschichte sollte jedoch nicht erwartet werden. „Theater des Grauens“ ist nicht mehr als ein leicht morbider Spaß, der realistisch Betrachtet nur über eine gute Idee verfügt, diese dafür genüsslich und tatsächlich unterhaltsam auf 100 Minuten auszuwalzen weiß. Dem durch das modernen Horrorkino geprägtem Zuschauer dürfte das wohl zu bunt, verspielt und trotz einigen drastischen Momenten nicht heftig genug sein. Für die ist der Film auch nicht gemacht.


„Theater des Grauens“, ein netter Joke in Spielfilmlänge. Schön ausgestattet, heiter gespielt und mit einem breiten Grinsen wie offensichtlicher Freude vorgetragen. Für Vincent-Price-Fans unverzichtbar, der Rest kann auch absolut seine Freude daran haben, wenn man auf leichte, humorvolle Horror-Unterhaltung mit dezenter Staubschicht steht. Zu kritisch sollte man mit dem Film eh nicht sein. Vincent Price wäre nicht zum ersten Mal von den Toten zurückgekehrt…

6 von 10 herzhaft gefüllten Pasteten

Review: DIE RÜCKKEHR DES DR. PHIBES - Eine Oper aus Orgeln, Schrauben und Killertierchen

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Fakten:
Die Rückkehr des Dr. Phibes (Dr. Phibes Rises Again)
GB, USA, 1972. Regie: Robert Fuest. Buch: Robert Fuest, Robert Bless. Mit: Vincent Price, Robert Quarry, Peter Jeffrey, John Cater, Valli Kemp, Fiona Lewis, Hugh Griffith, Beryl Reid, Terry Thomas, Peter Cushing u.a. Länge: 86 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Nach drei Jahren erhebt sich Dr. Phibes aus seinem selbsterschaffenen, künstlichen Grab. Diesmal geht es ihm nicht um Rache. Er will seine geliebte Frau wieder zum Leben erwecken. Dazu muss er nach Ägypten zum Grab der Pharaonen, wo der geheime Fluss des Lebens verborgen liegt. Jedoch wurde ihm die Karte zu diesem magischen Ort entwendet. Abenteurer Biederbeck hat sie nun in seinem Besitz und selbst entschlossen, den Fluss zu finden. Dr. Phibes heftet sich an seine Fersen, was wieder einige, markante Todesfälle heraufbeschwört. Inspector Trout von Scotland Yard, dem Phibes einest entwischt, muss sich erneut mit dem Fall befassen.





Meinung:
Der skurrile Serienkiller Dr. Phibes ist wieder da. Ein Jahr nach „Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes“ inszeniert Regisseur Robert Fuest die Genreikone Vincent Price erneut als verrückten Wissenschaftler, der den Tod seiner Frau nicht verkraftet hat. Wieder müssen einige Menschen auf teils groteske Art und Weise sterben, diesmal steht allerdings nicht Rache im Vordergrund und das Setting verlegt sich von London nach Ägypten.


Vitamine sind bei der Gesichtsfarbe mehr als angebracht.
Im Land der Pyramiden ist das Latexgesicht auf der Suche nach dem Fluss des Lebens, durch den er seine Ehefrau von den Toten auferstehen lassen will. Dafür benötigt er jedoch seine Karte, die nach seinem Untertauchen den Besitzer gewechselt hat. Phibes und seine getreue Dienerin mit dem klangvollen Namen Vulnavia verstehen da recht wenig Spaß und lassen sich wieder allerhand einfallen, um die ihnen im Wege stehenden Personen sehr individuell zu entsorgen. Wie schon der Vorgänger besticht auch „Die Rückkehr des Dr. Phibes“ nicht gerade durch hohe Spannung oder gar Grusel, als Horrorfilm kann der Streifen wirklich nur sehr bedingt bezeichnet werden. Umso einzigartiger wie charmant sind dafür die eigenwilligen Sets und die kunterbunte, ziemlich abgefahrene Ausstattung. Eine Trash-Oper mit ganz eigener Note. Wie ein Jahrmarkt der Absurditäten oder ein altes Hammer-Studio Set, in dem eine 70er Jahre-Deko-Granate explodiert ist. Äußert extrovertiert und bewusst kitschig, wie schon der Vorgänger. Höhepunkte sind selbstverständlich die kuriosen Morde, bei denen Dr. Phibes auf noch mehr tierische Unterstützung als vorher bauen kann. Einige Tötungen fallen sogar recht brutal aus (alles noch im Rahmen), was wohl für die höhere FSK-Einstufung (Teil 1 war noch ab 12, dieser hier jetzt ab 16 freigegeben) sorgte. Besonders „schön“: Die Schraube.


Q-Tips aus Edelstahl, nach der Testphase gleich wieder vom Markt.
Neben Vincent Price als Dr. Phibes sind auch Peter Jeffrey und John Cater als enorm unterhaltsames Ermittlerduo von Scotland Yard wieder dabei, leider mit etwas weniger Spielraum als im Original. Wie ein altes Ehepaar führen die zum Teil herrliche Dialoge (-„Dieser Mann war in einer Flasche. Ungefähr zwei Meter hoch!“ – „Verkorkt?“). Schade, dass sie nicht mehr so entscheidend in den Plot eingebunden werden, die Show gehört hier noch deutlicher Vincent Price als zuvor. Der wirkt dann doch etwas steif, was natürlich auch an den Eigenheiten seiner Rolle liegt, trotzdem war der Mann auch schon mal besser drauf. Aber mal ganz ehrlich: Selbst ein etwas fader Vincent Price bleibt Vincent Price, da können wenige in Sachen Charisma mithalten. Außer natürlich der überlebensgroße Peter Cushing, welcher allerdings nur in einem kurzen Cameo als Kapitän vorbeischaut. Hat man von den damals schon klammen Hammer-Studios wohl noch als Zugabe für die alten Kulissen bekommen. Kauf die Reste von „She – Herrscherin der Wüste“ und oben drauf zwei Minuten Cushing gratis. Möglich, wer weiß. Trotz all dieser Vorzüge muss dabei klar gesagt werden, „Die Rückkehr des Dr. Phibes“ dürfte definitiv nicht jedermanns Sache sein. Wie schon erwähnt, spannend ist das alles nicht gerade, die Story nicht besonders toll, alles ziemlich überdreht und reichlich schräg. Wer mit so einem Unfug nicht viel anfangen kann, wird über das mitunter eher alberne Treiben wahrscheinlich nur den Kopf schütteln. Man sollte den Film mit einem nostalgischen Auge betrachten, sich an seinem urigen Stil erfreuen, dann lassen sich damit durchaus amüsante 85 Minuten verbringen.


Wem „Saw“ zu heftig und grausam ist, die Fallen des Dr. Phibes kommen meist ohne viel Blutvergießen aus und sind mindestens genauso kreativ. Ein netter Film. Muss man – wie den Vorgänger – nicht gesehen haben, ist dennoch einen Blick wert. Für Fans von so was.

6 von 10 mechanischen Schlangen

Review: DIE ZEHN GEBOTE - Das klassische Blockbuster-Handwerk auf biblischen Erlöser-Pfaden

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Fakten:
Die zehn Gebote (The Ten Commandments)
USA. 1956. Regie: Cecil B. DeMille. Buch: Æneas MacKenzie, Jesse L. Lasky Jr., Jack Gariss, Fredric M. Frank.
Mit: Charlton Heston, Yul Brynner, Anne Baxter, Edward G. Robinson, Yvonne De Carlo, Debra Paget, Nina Foch, Martha Scott, Lawrence Dobkin, Vincent Price u.a. Länge: 220 Minuten. FSK: freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Die Geschichte von Moses, der als Adoptivsohn des Pharaos Ramses I., dessen Zuspruch erhält und somit den Unmut von Ramses leiblichen Sohn heraufbeschwört und später erfährt, dass er in Wirklichkeit der geborenen Führer der Israeliten ist.





Meinung:
Cecil B. DeMille bewegt sich bei seiner letzten (kompletten) Regiearbeit inszenatorisch zwar noch immer auf bieder-archaischen Pfaden des platt-kommerziellen Stummfilms jenseits des Expressionismus (dem er 1923 schon eine Verfilmung der zehn Gebote bescherte) und treibt daher seine Charaktere hauptsächlich anhand von theatralischen Totalen und Gesten an - der wohlweislich epischen Geschichte vom Erlöser-König Moses verleiht er dennoch trotz knapp 4 Stunden Laufzeit eine erbauende, simplifizierte Kohärenz, die zudem von monumentalen Größenordnungen in Ausstattung, Menschenmassen und Effekten eindrucksvoll untermauert wird.

 
Moses hat gerade von Gott ein Steinfax erhalten
DeMilles virtuosem Auge mag es an eindringlicher Inspiration fehlen und oftmals ist sein Einsatz von Massenszenen, göttlichen Wundern und Blue-Screen-Kompositionen unschwer als sensationalistisch zu enttarnen - als präziser Vermittler einfacher Worte und menschlicher Werte (Stichwort: 'Lass mein Volk ziehen!'), basierend auf der Erzählung aus dem alten Testament, sorgt er aber ohne Sperrigkeit dafür, dass sein Werk bis zum heutigen Tage massentauglich und einfach-kraftvoll wirkt. Das fängt schon bei der Ausgangslage an: die Hebräer werden von den Ägyptern als Sklaven unterdrückt und geschunden - aus ihrer Mitte entspringt der adoptierte Pharaonen-Sohn Moses (Charlton Heston), der seine wahre, hebräische Herkunft trotz später Offenbarung ohne Schande anerkennt, so empathisch er doch gegen Ungerechtigkeit einsteht. Eine Befreier-Figur der Güte und Barmherzigkeit: das kommt an, selbst heutzutage noch in der variierten Form eines 'Superman'. Dass Moses zudem gegen Sklaverei vorgeht und sich freiwillig seinem Volk im Leiden anschließt, festigt noch stärker den Gerechtigkeitssinn und die Sympathie des Zuschauers - gefolgt von seinem Exil in die Wüste, wo er nach einem unendlich langen Opfergang seiner zukünftigen Frau Sephora begegnet, sowie Gott persönlich auf dem Berg Sinai in Form des ewig brennenden Busches. Mit seiner Hilfe will er nun die Befreiung seines Volkes aus ägyptischer Sklaverei herbeifördern, doch der Pharao Ramses (Yul Brynner) bleibt stur. Wie so oft im alten Testament spüren die Menschen fortan den Zorn des rachsüchtigen Gottes, der Plagen, Mirakel und die Pest über sie erlegt, damit - quasi mithilfe von übernatürlicher Erpressung - Gerechtigkeit herrschen kann.


"Meine Kutsche hat ja zwei PS - und Sitzheißung"
Wie die Geschichte zuende geht, ist ja allseits bekannt, forciert aber nochmals trotz seliger Freiheit die Notwendigkeit von Gesetzen und Gottesehrfurcht bei denen, die sie erhalten haben. Dahinter steht natürlich, wie bei jeder Religion, ein unterwürfig-braves Zeichen der Furcht und Abhängigkeit - im Grunde ist es aber vorerst nur eine Erziehungsmaßnahme, um zu verhindern, dass man sich gegenseitig das antut, was die Sklaventreiber Jahrhunderte-lang mit einem angestellt haben. Der Drang nach menschlicher Tugend und Bescheidenheit stellt im Rahmen dieser Geschichte den richtigen Weg dar und DeMille verlässt sich bei seinem Film ebenso auf die Vorteile dieser Einigung, in gleichsam oberflächlicher wie auch opulenter Präsenz.
Sodann scheut er auch nicht vor der Darstellung von Tod und Verderben zurück, um dem Zorn Gottes ein Gesicht zu verleihen, verdient sich diese visuelle Drastik aber auch durch das empathische Leidenszeugnis seiner jüdischen Unterdrückten. Dieser Zusammenhang bildet eine durchaus einfache Einheit und bedarf keiner gestalterischen oder gar dramaturgischen Finesse - da die aufgezeigten Bilder und Handlungen in ihrer glossiert-inoffensiven Direktheit ohnehin glänzend verständlich bleiben, besitzen sie eine effektive Funktionalität, welche gerade in den offenen, distanzierten und unaufgeregten Kameraeinstellungen perfekt zur Geltung kommen. Das gilt dann auch, wenn Massen an Schauwerten die biblische Leinwand erfüllen: der Überblick bringt einem vielleicht nicht unbedingt den Kontakt zum Geschehen, aber immerhin ein beeindruckendes Gefühl für die Ausmaße.


So erschafft DeMille einen durchgehenden Unterhaltungs-Faktor, der die 4 Stunden Laufzeit durchhält: mit einfachen, aber verständlichen Mitteln schreitet er voran, behilft sich funktionaler Charaktere und Motivationen und schöpft aus den Umständen der Vorlage heraus ein launiges Spektakel, das sich vordergründig dem Gerechtigkeitssinn verpflichtet fühlt, aber auch auf eskapistische Action setzt. Er stellt damit einen publikumswirksamen Vorreiter des Blockbuster-Kinos dar, der mit handwerklicher Effizienz und Effekt-Spielspaßigkeit die Gunst des Publikums auf sich zieht. Das beschwört sodann nur bedingt die thematischen Kräfte und Implikationen des Stoffes herauf und besitzt mitunter keine besonders distinktive, künstlerische Autorenschaft (siehe zum Vergleich Aronofskys 'Noah'), macht als Film aber dennoch eine spannend-reizvolle Figur - was aber wohl auch für die Geschichte an sich spricht, weshalb man darauf gespannt sein darf, wer sich da wohl als nächstes herantraut.


7 von 10 Geboten


vom Witte

Review: DER RABE - DAS DUELL DER ZAUBERER - Edgar Allan Poe wäre stolz gewesen...

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Fakten:
Der Rabe – Das Duell der Zauberer (The Raven)
USA, 1963. Regie: Roger Corman. Buch: Richard Matheson, Edgar Allan Poe (Vorlage). Mit: Vincent Price, Peter Lorre, Boris Karloff, Hazel Court, Olive Sturgess, Jack Nicholson, Connie Wallace, William Baskin, Aaron Saxon u.a. Länge: 83 Minuten. FSK: Freigegeben ab 6 Jahren. Auf DVD erhältlich.


Story:
Der Magier Dr. Craven trauert auch zwei Jahre nach dem Tod seiner Frau Lenore noch um sie, als ein Rabe durch sein Fenster geflogen kommt. Dieser spricht nicht nur, er entpuppt sich als Kollege Dr. Bedlo, der von dem großen Hexenmeister Dr. Scarabus verwandelt wurde. Craven verhilft ihm zu seinem ursprünglichen Erscheinungsbild und erfährt im Anschluss von Bedlo, dass dieser Lenore auf dem Schloss von Scarabus gesehen hat. Zusammen mit seiner Tochter Estelle, Badlo und dessen Sohn Rexford begibt sich Craven in das Schloss des mächtigen Magiers, mit dem schon sein Vater sich aufs Kriegsfuß befand.


                                                                              



Meinung:
Roger Corman, das Phänomen. Ein dreister Bengel wie Finanzierungsgenie, dem recht wenig heilig war und den Dollar viermal umdrehte, um den Einsatz zu vervielfachen. So auch hier. „The Raven“ schmückt sich ganz unverblümt mit dem Prädikat Edgar Allan Poe, beginnt mit Zeilen aus dessen weltbekannten, gleichnamigen Erzählung und hat sonst so rein gar nichts damit zu tun. Bis auf die erste Szene des Raben (also bis der den Schnabel aufmacht) und den Namen Lenore. Sonst ist das Corman, der schamlos alles plündert, was sich andere mal irgendwann ausgedacht haben und er sich im Rahmen seiner Mittel irgendwie zurecht biegt. Auf seine ganz spezielle Art.


Beschissene Fummel tragen nervt, obszöne Gesten sind die Folge.
Statt düsterer Poesie gibt es groteskes Slapstick-Fantasy-Theater, voll mit Quatsch, albernen Effekten, Reste-Kulissen und wild zusammen gewürfelten Kostümen, die entweder vom letzten Dreh übrig geblieben sind oder vom Theater-Fundus nebenan gespendet (oder geklaut?) wurden. Da passt optisch recht wenig zusammen, wirkt schreiend komisch bis – sagen wir mal – „extravagant“, aber wenn was bei Corman immer funktioniert, dann dieser drollig-liebevolle Charme. Ganz offensichtlich hatten auch die Darsteller mächtig Freude an dem ganzen Unfug. Die Genre-Ikonen Vincent Price und Boris Karloff spielen so euphorisch-ironisch auf wie Peter Lorre als (nur im Film?) dauerbetrunkene, laut fluchender Froschaugen-Magier Badlo (mit totschickem Rabenkostüm) und der junge Jack Nicholson, der bei der Kutschfahrt ein frühe Bewerbung als Psycho vom Dienst abliefern darf. Den Stars muss klar gewesen sein, was sie da gerade drehen, doch lassen sich voll darauf ein, herrlich mitanzusehen. Das große Plus von „The Raven“.


Da staunt der Nolan: Effekte à la Corman.
Minus mal Minus ergibt Plus, ja, fast. Die Story ist mehr als  nebensächlich, der Humor schwankt von totalen Rohrkrepierern, kleinen Krachern und wohl unfreiwilligen Lachern (ist stellenweise kaum zu trennen, auch eine Kunst für sich) hin und her, die Sets mal schön handgemalt (das Schloss in der Außenaufnahme, süß), mal ganz nett, mal Studio mit spärlicher Deko, Kunstnebel und natürlich darf die Scheune nicht fehlen. Welche Scheune? Die Scheune, die Corman einst für 100 Dollar kaufte, abfackelte und diese Szenen in fünf (!) seiner Filme schnitt, weil irgendwas brennt eh immer. Müsst eigentlich schon im Cast gelistet sein, großartig. Highlight des Films ist zweifellos das ersehnte Duell der Zauberer, eine Mischung aus „Looney Tunes“ Cartoon und „Spaß am Dienstag“, so absurd, infantil und überdreht, dass man abwechselnd den Kopf schüttelt und herzhaft lacht.


Ja, was macht man denn nun damit? Irre sympathisch und komplett bescheuert, nett und blöd, insgesamt nicht ganz so kurios, frech und vor allem geschmacklos wie die Corman-Knaller „Frankensteins Todesrennen“, „Star Crash“ oder „Galaxy of Terror“, oft einfach eine Spur zu verkaspert und nur manchmal treffsicher, daher wirklich nur ein Fall für Fans und Freunde der etwas „anderen“ Filme aus einer Zeit, als wilde, mutige Filmemacher noch hemmungslos drauflos gedreht haben. Wer sich dazu zählt, ein Versuch schadet nicht. Niemals schlecht, nicht wirklich gut, aber nah dran. Selbst für Corman einen Hauch zu gaga. Bad Taste steht ihm besser als jugendfreier Blödsinn.

5,5 von 10 werkgetreuen Umsetzungen.

Review: DAS SCHRECKENSKABINETT DES DR. PHIBES - Ärztepfusch mit Folgen

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http://25.media.tumblr.com/tumblr_ma51kyJ0NN1qh35m6o1_500.jpg


Fakten:
Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes (The Abominable Dr. Phibes)
Gb, USA, 1971. Regie: Robert Fuest. Buch: James Whiton, William Goldstein. Mit: Vincent Price, Joseph Cotton, Peter Jeffrey, Virginia North, Derek Godfrey, Norman Jones, Terry Thomas, Hugh Griffith, Aubrey Woods, John Carter, John Laurie u.a. Länge: 92 Minuten. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD erhältlich.


Story:
Scotland Yard ermittelt in einer ungewöhnlichen Mordserie. Mehrere Ärzte werden auf äußerst ungewöhnliche Weise umgebracht. Inspektor Trout kommt dahinter, dass alle ermordeten Ärzte einst gemeinsam an einer OP beteiligt waren, die mit dem Tot der Patientin endete. Der Witwer, der Wissenschaftler Dr. Phibes, wäre der Hauptverdächtige, doch er  kam kurz nach dem Unglück selbst bei einem Autounfall ums Leben. Oder etwa doch nicht?


                                                                             


Meinung:
Wenn sich einem Horrorfilm nicht unbedingt attestieren lässt, dass er spannend, unheimlich oder bedrohlich ist, ist das in der Regel kein gutes Zeichen. Fürchten wird sich wohl niemand vor „Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes“. Das mag nicht nur an seinem Alter und geänderten Sehgewohnheiten liegen. Auch vor 40 Jahren kann das unmöglich ein ernsthaft gruseliger oder hochspannender Film gewesen sein. Also ein Fehlschlag? Nein, definitiv nicht, nur ein ungewöhnlicher Genrefilm, dessen Stärken in anderen Bereichen liegen.


Dr. Phibes endlich wieder an der frischen Luft.
Schon die Anfangsszene bereitet den Zuschauer darauf vor, dass hier weniger Nägelkauen angesagt sein wird. Der wüst Orgel-spielende Dr. Phibes in seinem geheimen Unterschlupf, musizierend mit einer mechanischen Band, der Auftritt seiner merkwürdigen Gehilfin Vulnavia (was für ein Name!) in einem leicht extravaganten Outfit, ein skurriler Auftakt. So in etwa geht es auch weiter. Magelndes Unbehagen und effektive Spannungsmomente kompensiert der Streifen durch gezielt eingesetzten Humor, deutliches Augenzwinkern und einige kreative Einfälle, speziell was die Mordszenen angeht. Grusel-Ikone Vincent Price in der Rolle des titelgebenden Schurken – irgendwo zwischen klassischem Mad-Scientist und dem Phantom der Oper – gibt sich nicht mit normalen Attentaten zufrieden, da staunt nicht nur Scotland Yard nicht schlecht (persönlicher Favorit: Die Froschmaske). Der Film zieht sich bewusst einen eher unterhaltsamen Schuh an und spart nicht mit teils recht lustigen Einlagen (die Einhornszene!). Das mag manche Leute eventuell stören, die sollten vorgewarnt werden. Wer damit kein Problem hat, kann durchaus seine Freude haben.


Schönheitsschlaf zwecklos.
Price selbst – schon über seinem Zenit – darf relativ wenig sagen (wenn, durch ein Grammophon) und legt ein sehr karges Minenspiel an den Tag, was allerdings seine Gründe hat, die an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden. Seine Ausstrahlung leidet darunter etwas, doch mit soviel Charisma wie dieser Kerl auch dann noch hat, eher nebensächlich. Interessant ist das Finale, in dem sein perfides Spielchen seinen Höhepunkt erreicht und das aktuelle Publikum wohl unweigerlich an „Saw“ denken lässt. Torture-Phobiker müssen jetzt keine Angst haben, es geht rein um die Idee, nicht den Ekel-Faktor. Das der erste Auftritt von Dr. Phibes inzwischen von der FSK ab 12 Jahren freigegeben ist, geht schon in Ordnung.


Freunde des klassischen Horrorfilms sei der Film ans Herz gelegt, obwohl er einen ganz anderen Weg bestreitet als viele seiner Kollegen. Gerade das macht ihn charmant und liebenswert. Natürlich nicht fehlerfrei und einen guten Hammer-Film ziehe ich persönlich dann auch vor, dennoch ganz amüsant. Auch mal schön.

6 von 10 wütenden Witwern.