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Review: EMPIRE STATE - New York, der wahre Hauptdarsteller

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Fakten:
Empire State
USA. 2013. Regie: Dito Montiel. Buch: Adam Mazar. Mit: Liam Hemsworth. Michael Angarano, Paul Ben-Victor, Dwayne Johnson, Emma Roberts, Nikki Reed, Jerry Ferara, Sharon Angela, Michael Rispoli, Chris Diamantopoulos, Gia Mantegna u.a. Länge: 94 Minuten. FSK: freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Nach einer wahren Begebenheit: New York, in den 1980er Jahren. Chris will unbedingt Polizist werden doch wegen einer Straftat aus der Vergangenheit bleibt ihm dieser Traum verwehrt. Nun verdient er seine Brötchen in einem Geldtransporter-Unternehmen. Die Chefs und Kollegen erweisen sich aber alles andere als freundlich, bediene sich selbst öfters mal an den Geldsäcken und die Sicherheitsmaßnahmen sind marode. Als Chris bester Freund, der Kleinkriminelle Eddie, dies erfährt, versucht er Chris zu überreden mit ihm zusammen die Firma zu berauben.





Meinung:
Mit New York kennt sich Dito Montiel aus. Der Regisseur, der mit „Kids – In den Straßen von New York“ seine eigene Biographie verfilmte, nutzt den Big Apple immer als Schauplatz und somit als eigentlichen Hauptdarsteller seiner Filme, die hierzulande nur fürs Heimkino ausgewertet werden (Ausnahme: „Fighting“ mit Channing Tatum). Trotz des fehlenden, finanziellen Erfolgs scheint es für Montiel ein einfaches zu sein teils große Top-Stars in seine Werke unterzubringen. Auch sein „Empire State“ besitzt mit Dwayne Johnson einen echten Hochkaräter im Ensemble. Dazu kommt noch Teenieschwarm Liam Hemsworth, sowie Emma Roberts die zuletzt mit "Wir sind die Millers" einen großen Erfolg verbuchen konnte.


Chris und Eddie schmieden einen Plan
Obwohl sich die Synopsis von "Empire State" nach einem waschechten Heist-Movie anhört, ist er eigentlich mehr ein flachgehaltenes Portrait der damaligen Zeit. Immer wieder streut Montiel in die Geschichte historische Erwähnungen und Aspekte ein, etwa wenn der damalige New Yorker Staatsanalt
Giuliani versucht die Stadt vom Verbrechen zu befreien. Eben dieser war es, der später zum Bürgermeister wurde und mit einer Politik der Null Toleranz dafür sorgte, dass die wohl bekanteste Stadt der Welt nach und nach ihren Ruf als Gangsterhochburg verlor. Es sind diese Kleinigkeiten die „Empire State“ wirkliches Leben einhauchen. Die eigentliche Haupthandlung ist dagegen eher Brachland. Ohne ein echtes Gespür für Dramaturgie schleust Montiel Liam Hemsworth durch die  Straßen und hakt alles gängigen Klischees ähnlich inszenatorisch unauffällig ab wie auch den finalen Raubzug. Die Darsteller bleiben dabei meist Staffage. Fans von Dwayne Johnbson werden ihren Liebling nicht sonderlich oft zu sehen bekommen und auch wenn seine Rolle als Cop durchaus wichtig für die weitere Entwicklung der Story ist, so wirkt die Figur relativ deplaziert, fast durchsichtig. Der einzige Schauspieler der auffällt ist Michael Angarano. Ein bekanntes Gesicht mit unbekanntem Namen. Angarano ist normalerweise auf die Rolle des Teenie-Nerds und boy-next-door-Typen programmiert. Hier darf er den so verträumten wie auch überheblichen Jung-Gangster Eddie mimen, dessen charakterliche Wandlung, vom fast noch adoleszenten Möchtegern-Ganoven hin zu einer Art tickender Zeitbombe, ist einer der wenig wirklich vitalen Aspekte von „Empire State“.


„Empire State“ ist als filmische Fläche, um das New York der frühen 1980er Jahre zu zeigen, ein durchaus stimmiges Werk geworden. Doch die wahre Geschichte rund Geldtransporter, Freundschaft, Cops, Gangster und Familie erweist sich dem gegenüber als nicht gleichberechtigt stark, auch wenn sie wesentlich präsenter beleuchtet wird. Tja, Dito Montiel weiß eben wie man New York solide bis gut in Szene setzt, nur wie eine Geschichte spannend und einnehmend erzählt wird, dass ist ihm hier nicht gelungen.


3,5 von 10 tauben Wachhunden

Review: PAWN - Zu cool um gut zu sein

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Fakten:
Pawn
USA, 2013. Regie: David A. Armstrong. Buch: Jay Anthony White. Mit: Sean Faris, Michael Chiklis, Nikki Reed, Max Beesley, Ray Liotta, Common, Ronald Guttman, Stephen Lang, Marton Csokas, Jessica Szohr, Jonathan Bennett, Forest Whitaker, Jordan Belfi u.a. Länge: 85 Minuten. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.
Story:
Autodieb Nick wurde gerade aus dem Knast entlassen und gelobt Besserung, schließlich ist seine Frau Amanda schwanger. Da gerät er in den nächsten Schlamassel: Das Diner, in dem er sich gerade mit Bruder Patrick getroffen hat, wird überfallen. Nick kann von der Toilette einen Notruf absetzen und die Gangster nicht schnell genug den Safe ausräumen. Die Polizei umstellt den Laden, der Beginn einer Geiselnahme. Doch hinter dem Überfall steckt viel mehr und nun muss Nick nicht nur um sein Leben, sondern auch das seiner Frau fürchten.



                                                                  


 

Meinung:
Viel Lärm um relativ wenig. So könnte "Pawn", das Regiedebüt von Kameramann David A. Armstrong, in einem Satz zusammengefasst werden. Möglichst cool, wendungsreich und smart will diese Räuberpistole gerne sein. Nichts ist wie es scheint, jeder spielt nur eine Rolle, ein Mini-Twist jagt den anderen...gähn. 

 
Forest und sein Agent müssen dringend reden.
Vor 20 Jahren konnte man damit eventuell was reißen, "Pawn" ist hier und jetzt nur einer unter unzähligen Wannabes, dessen aufgesetzte Cleverness und sein überkonstruiertes Kaninchen-aus-dem-Hut-Zaubern eher auf den Senkel geht. Bemüht lässig wird nach bewährtem Schema dem Zuschauer krampfhaft  versucht Doppelbödigkeit zu verkaufen, die spätestens nach der Hälfte schon vorhersehbar wird. Glaubhaft ist das keine 20 Minuten, da passt es eigentlich schon gut ins Bild, dass gegen Ende die Zufälle praktisch übereinander stolpern. Ist sowieso schon wumpe. Das reine Geiselnahme-Szenario könnte an und für sich ganz vernünftig funktionieren, wenn man einfach mal Fünfe gerade lassen würde. Nein, immer noch ein Häkchen oben drauf, sieht ja prima aus und ist soooo überlegt. Ach komm, hör auf. Man kann auch zu viel in so einen Streifen packen. Das erinnert so sehr an große Vorbilder und wirkt dabei immer wie eine anbiedernde Kopie ohne eigenen Charme. Immerhin mit recht bekannten Namen im Cast, doch bis auf den kompakten Fleischberg Michael Chiklis laufen die im Autopilot einmal durch zum Scheckeinlösen. Forest Whitaker hat nicht viel zu tun und Ray Liotta - ohnehin inzwischen der reinste B-Movie-Allesdreher - rattert unmotiviert seinen Nebenrollentext runter. Kann man ihm kaum verübeln. Dafür spielt ein blasser Sean Faris die Hauptrolle als geläuterte Autoknacker und der nächste Natural-Born-Actor aus dem Rap-Stall (Common) gibt den Verhandlungsexperten. Mehr gab das Budget wohl nicht her. 

 
"Pawn" wäre vielleicht ganz nett, wenn er nicht so ge- und erzwungen rüberkommen würde. Einfach gradliniger, schnörkelloser und von einem routinierteren Regisseur fachgerecht-zackig angerichtet, dann wohl ein stabiler B-Thriller für den Heimkinoabend. So schlicht verzichtbar. Zumindest für Leute, die schon mehr aus der Richtung gesehen haben. 

 
4 von 10 Wannabes