Posts mit dem Label Love-Story werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Love-Story werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Review: COYOTE UGLY - Heiße Scheiße

Keine Kommentare:

https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhbvmgyGkGepiNeWd-ZNcT3Kqn-3KIloIIxG8e63FBbWBhhwyU-lojf7VkOeYWZMPhIvRgaCd6RGuXjDYA_vojreW3_XHdrJw9QMYRivU371_Bk5xExJy0h9n-0M4Zz2cG-_shsaBz7BMo/s1600/coyote_ugly.jpg


Fakten:
Coyote Ugly
USA, 2000. Regie: Daivd McNally. Buch: Gina Wendkos. Mit: Piper Perabo, Adam Garcia, John Goodman, Maria Bello, Izabella Miko, Tyra Banks, Bridget Moynahan, Melanie Lynskey, Del Pentecost, Michael Wenston, LeAnn Rimes u.a. Länge: 96 Minuten. FSK: Freigegeben ab 6 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Violet zieht von New Jersey nach New York in der Hoffnung, ihre selbstgeschriebene Songs an Plattenfirmen zu verkaufen. Das dies nicht so einfach ist, stellt sie schnell fest. Um über die Runden zu kommen, nimmt sie einen Job in der Bar „Coyote Ugly“ an. Da tanzen die Barkeeperinnen im wahrsten Sinne des Wortes auf den Tischen und das Mauerblümchen aus Jersey muss sich daran erst gewöhnen. Doch dann wird der Tresen ihre Bühne aus dem Rampenlichtkomplex.



Meinung:
Ein Mauerblümchen aus dem vergammelten Apple – auch New Jersey genannt – sucht ihr Glück im saftigen Apfel, fällt mächtig auf die Schnauze, verliebt sich, triift den schicken Prinz, bekippt sich mit Sprit, versöhnt sich mit dem dicken Pappi und am Ende tanzen sie alle auf dem Tresen. Happy End.


https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEg11nPB3AalDMcVIg9B2DjgikJMIvhP55-do-Ia79JL4ITA1qo2Qrkj9xP8Gl-VOmCtvwHpzU9L2dH875sHMC0n3wpAshf5qW_mLJDrWJhJ3vODJi-Rpyfpq_dks1dHhsuNlt80FEmOZGE/s400/maria_bello_piper_perabo_coyote_ugly_001.jpg
"Whooo, was ne geile Bar, voll laut hier, oder?"
Sonst fliegt bei Jerry Bruckheimer irgendwas in die Luft, das ist sein Gender-Gegenstück. Nix geht kaputt, dafür werden Träume wahr. Sonst von kleinen Jungs, gefangen in Körpern von erwachsenen Männern, diesmal in Form einer BRAVO-Love-Story für Mädchen in Körpern von erwachsenen Frauen. Vorstadt-Beauty kommt in die weite Welt, findet ihren schmalzigen Märchen-Prinzen, die haben naürlich ihre Anlaufschwierigkeiten, aber egal. Denn die Dorfschönheit mit dem Rampen-Komplex lernt ihre Defizite dadurch zu verarbeiten, in dem sie sich Schnaps über die Titten kippt, auf dem Tresen einer furchtbar lauten, furchtbar vollen, generell furchtbaren Szene-Kneipe, die voll cool ist. Weil... Ja, weil da hotte Chicks dich mit Sprit vollspritzen, die ganze Zeit rumkreischen und das alles nur wie ein Extended-Musik-Video daherkommt, was schon nach zwei Minuten beendet sein sollte. Aber der Reihe nach...


"Ja, geil, laut, supi."
Da ist unsere Heldin, Violet, „wunderbar“ gespielt von Piper Perabo (warum die nicht die ganz große Karriere gemacht hat, unfair), die ganz süß ist, etwas sehr naiv (die weibliche Version von Nicolas Cage, mit besserer Frisur), leicht dämlich, die wunderbar Keyboard auf dem Dach spielen kann...wenn keiner guckt. Sonst nur im Dunkeln oder so...hach, tragisch. ABER: Die tolle Kneipe, wo der Putz von der Decke fällt, weil alle so dufte drauf sind, kein Bier auf der Theke stehen darf, weil da halt enorm eingeschüchterte Schnuckis ihre Passion finden, auch wenn der dicke Pappa (der keinen Wäschetrockner bedienen kann) oder der eifersüchtige, enorm schmalzige Boy-Friend vorbeischauen, das macht ein Mädchen zur Frau. Warum? Keine Ahnung. Ist auch egal, am Ende ist eh alles schön. Probleme hin oder her. Papa tanzt die Theke kaputt, LeAnn Rimes darf ihren Song vermarkten, John Goodman und Maria Bello sich schämen,  und jeder halbwegs interessierte Zuschauer gleich mit, aber die konnten das Skript vorher nicht lesen. Ganz billiges Love-Story-Kasperletheater ohne Höhepunkte, nur mit den üblichen Zutaten, mit ganz viel Gekreische, eine grässlichen Piper Perabo und einer glatten Story-Null.


Unbegreiflich, das so was sich über die Jahre behauptet hat. Schwachsinn auf dem Niveau einer Teeniezeitschrift, mit reichlich Product-Placement, scheint funktioniert zu haben. Jerry Bruckheimer, der Mann am Puls der Zeit, herzlichen Glückwunsch.


2 von 10 Theken-Schlampen.

Review: DER BOXER - Punktsieg gegen Hass und Terror

Keine Kommentare:
http://i222.photobucket.com/albums/dd314/RamsesFlores/boxer_ver1.jpg


Fakten:
Der Boxer (The Boxer)
IE, USA, 1997. Regie: Jim Sheridan. Buch: Jim Sheridan, Terry George. Mit: Daniel Day-Lewis, Emily Watson, Brian Cox, Gerard McSorley, Ken Stott, Ciarán Fitzgerald, Kenneth Cranham u.a. Länge: 114 Minuten. FSK: Freigegeben an 12 Jahren. Auf DVD erhältlich.


Story:
Nach 14 Jahren wird IRA-Aktivist Danny Flynn aus dem Gefängnis entlassen. Die Zeit hat ihn geläutert, sein altes Leben will er hinter sich lassen. Wieder in Freiheit nimmt der einst talentierte Boxer das Training wieder auf und ruft zusammen mit seinem ehemaligen Coach Ike den alten Box-Club wieder ins Leben. Deren Ideologie, keinen Unterschied zwischen Protestanten und Katholiken zu machen, ist einigen seiner alten Weggefährten ein Dorn im Auge. Speziell Harry, einem extrem radikalen IRA-Soldat, der sich innerhalb der Organisation einen Machtkampf mit dem eigentlichen Anführer Joe liefert. Joe ruft zum Waffenstillstand auf, will durch Diplomatie die Ziele durchsetzen, Harry kennt nur die Sprache des Terrors. Zusätzlicher Sprengstoff: Danny und Maggie, die Tochter von Joe, waren vor 14 Jahren ein Paar. Nun ist sie mit Danny ehemals besten Freund verheiratet, der jedoch noch inhaftiert ist. Die Liebe zwischen Danny und Maggie flammt wieder auf, doch für die Ehefrau eines IRA-Mitglieds ist so was eine Todsünde.


                     

                                                                                 
Meinung:
Nach "Mein linker Fuss" und "Im Namen des Vaters" die dritte Zusammenarbeit des irischen Regisseurs Jim Sheridan und seinem Landsmann Daniel Day-Lewis. Wie schon bei "Im Namen des Vaters" widmet sich Sheridan dem allesbeherrschenden Themas seiner Heimat, dem jahrzehntelang tobenden, blutigen Terror-Kriegs der IRA gegen die britische Regierung. 



Aus dem einen Käfig in den nächsten...
Im Mittelpunkt des Geschehens steht allerdings nicht die Darstellung dieses Konflikts, wobei er natürlich eine entscheidende Rolle spielt. Sheridan vermischt verschiedene Zutaten aus Polit-Thriller, Sportdrama und tragischer Lovestory zu einem leider nicht immer homogenen, im grossen und ganzen dennoch gelungenen Film, dem das Herzblut des Regisseurs jede Sekunde anzusehen und zu spüren ist. Mit seinem Liebling Day-Lewis ist er im Besitz eines leistungsstarken Zugpferds, der sich diesmal jedoch etwas zurückhaltender präsentiert als oft gewohnt. Das soll keine Kritik an seiner Leistung bedeuten, die Rolle erfordert schlicht kein so extrovertiertes Spiel. Ausgenommen die Box-Szenen, in denen mal wieder zu sehen ist, wie sehr sich der Perfektionist auf seine Rollen vorbereitet. Es macht den Anschein, als wenn Day-Lewis schon jahrelang im Ring stehen würde, bemerkenswert. Die Sportszenen sind dabei aber, wie der IRA-Konflikt, nur eine Facette der Geschichte, letztendlich ist es eventuell das, was sich an "Der Boxer" kritisieren lässt. Irgendwie ist der Film nie so richtig greifbar, schwer einzuordnen, eine etwas deutlichere Festlegung hätte ihm vielleicht gut getan. Aber wirklich nur vielleicht.


Seltene Momente des Glücks
Denn Sheridan geht es nicht um die Bedienung von Genre, die Message sowie die Millieu- und Zeitcharakterisierung stehen im Vordergrund. Er zeigt Belfast, zumindest dessen Problemviertel, als zerrüttetes Schlachtfeld im Krieg zwischen Untergrundrebellen, Militär und Polizei, als sozial-religiös gespalteten Brennpunkt. Die deprimierende Stimmung vermittelt Sheridan grandios und präsentiert besonders an einer Stelle auf schockierend-bedrückende Weise, wie aufgeladen die Situation ist und der fragile, vorrübergehend ausgerufenen Waffenstillstand jederzeit in purem Chaos und blanker Gewalt eskalieren kann. In diesen Momenten ist "Der Boxer" unglaublich stark und kann es mühelos mit den ganz Grossen aufnehmen. Am Ende hinterlässt er ein unbehagliches Gefühl, da er die Hilflosigkeit aufzeigt, welche sich aus Jahrzehnten von Hass und Gewalt ergibt. Allein deshalb sollte Sheridans Werk unbedingt gesehen werden, auch wenn es nicht an seinen "Vorgänger" "Im Namen des Vaters" herankommt. Und bevor ich es vergesse: Der Cast, neben Day-Lewis, ist richtig stark. Besonders Gerard McSorley als verblendeter Hassprediger hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

 
7 von 10 Knockouts