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Review: PETE SMALLS IS DEAD - Und dieser Film auch

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Fakten:
USA. 2010. Regie: Alexandre Rockwell. Buch: Brandon Cole, Alexandre Rockwell. Mit: Peter Dinklage, Steve Buscemi, Seymour Cassel, Michael Lerner, Tim Roth, Carol Kane, Lena Headey, Mark Boone Junior, Steven Randazzo, David Proval, Tony Longo, Rosie Perez, Michael Hitchcock, Coati Mundi, Ritchie Coster, Franklin Ruehl, Castulo Guerra, Joey Kern, Philip Hersh, Todd Barry, Matt Murphy, Martin William Harris, Julien Zuccolin, Jon Morgan Woodward, Emily Rios, Anthony Velazquez, Edmond Choi u.a. Länge: 98 Minuten. FSK: Ab 12 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
Der ehemalige Drehbuchautor und Oscar-Preisträger K.C. Munk hatte schon lange keine glückliche Zeiten mehr. Sein Buchhalter findet ihn pleite und inspirationslos in einem verdreckten Waschsalon. K.C., der seinem Buchhalter noch 10.000 Dollar schuldet, kann nicht zahlen. Das Einzige was einen gewissen Wert besitzt ist Buddha, sein altersschwacher Hund und einer der wenigen Freunde, die ihm noch geblieben sind. Ohne seinen Hund zum leben? Für K.C. ist das keine Option. Er will ihn wieder haben und geht dort hin, wo er eigentlich nie wieder hin wollte, in die Stadt, die er gelernt hat zu verabscheuen: Los Angeles.




Meinung:
Auf dem Papier, von der Besetzung her klingt „Pete Smalls is dead“ wirklich unglaublich gut. Eine Art Best-of bekannter und beliebter Nebendarsteller geben sich für Regisseur und Autor Alexandre Rockwell die Ehre und scheinbar hatten die Schauspieler auch ihren Spaß. Peter Dinklage als pessimistischer wie sarkastischer Säufer, Mark Boone Junior als pummeliges Dummchen und Steve Buscemi mit grottenhässlichem Minipli machen schon was her. Doch das reicht einfach nicht, denn abseits dieser kurzlebigen, amüsanten Charaktersierungen bleibt der Film blass. Dabei versucht Rockwell unentwegt die Skurrilität seiner Figuren auf die Spitze zu treiben. Dies hat zur Folge, dass der Film sich furchtbar krampfhaft anfühlt und seine Handlung zäh vor sich hin trieft immer auf der Suche noch etwas scheinbar komisch-bizarres aus dem Hut zu zaubern.


K.C. (l.) und Kumpel sind Blues Brothers
Rockwell macht aber noch andere Fehler. Um mit dem Duo K.C. und Jack mitfiebern zu können, wirken die zwei auf Dauer zu reizlos, wie am Reißbrett konzipierte Ansammlungen von Absonderheiten. Das macht die beiden weder wirklich ansprechend noch sympathisch. Ob K.C. die 10.000$ bekommt wirkt irgendwann ziemlich nebensächlich und die Story um den verstorbenen Pete Smalls (Tim Roth) wirkt auch eher wie eine  dahin geklatschte, grobe Idee, die weder richtig zu Ende gedacht wurde, noch halbwegs attraktiv ist. Rockwell ordnet einfach alles der Skurrilität unter. Das wirkt zu bequem sowie zu lustlos und kann auch nicht verhindern, dass die Zusammenführung der einzelnen verrückten Typen und Situationen sich wie halbgares Flickwerk anfühlt, welches wie ein Sturm über den Film herzieht, aber statt Lachern nur ödes Chaos anrichtet und in der Erinnerung als äußerst schales Lüftchen haften bleibt.


„Pete Smalls is dead“ ist ein zwanghafter Film. Hier wirkt einfach alles zwanghaft zerfahren, zwanghaft bizarr, zwanghaft übertrieben, zwanghaft unregelmäßig, zwanghaft anders. Dies und die mangelhafte Narration ergeben einen sträflich inhomogenen Film, bei der die Macher sichtbar ihren Spaß haben, nur dieser Spaß sich will sich nie wirklich auf das Publikum übertragen. Wäre die Besetzung eine Horde von unbekannten Gesichtern, Rockwells verkorkste Komödie wäre ein Flop von vielen, aber mit diesen Darstellern, allesamt gereifte und begabte Vertreter ihres Fachs, schmerzt das Versagen des Films noch etwas mehr. Es ist fast so als ob man aus einem Eimer voller Gold nicht mehr macht, als das Gold wegzuwerfen und dem Eimer zum abschöpfen von Brackwasser zu nutzen. "Pete Smalls is dead". Ja, ist er definitiv und sein Film auch.

2 von 10

Review: STARBUCK - Ein liebenswerter Zuchtbulle

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Fakten:
Starbuck
Kanada, 2012. Regie: Ken Scott. Buch: Martin Petit, Ken Scott. Mit: Patrick Huard, Julie Le Breton, Sarah-Jeanne Labrosse, Antoine Bertrand, Dominic Philie, Marc Bélanger, Igor Ovadis, Patrick Martin, David Michael, David Giguère, Patrick Labbé u.a. Länge: 109 Minuten. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Story:
David Wozniak hat eine Menge Probleme. Der Tunichtgut ist beim Versuch ins Cannabis-Geschäft einzusteigen kläglich gescheitert und schuldet finsteren Gesellen nun eine Menge Geld. Seine Ex-Freundin Valerié, eine Polizistin, will ihn nicht mehr sehen, obwohl sie von ihm schwanger ist und seine Familie hält ihn für einen Versager. Als wäre dies noch nicht genug, holt David auch noch die Vergangenheit ein. Vor knapp 20 Jahren verdiente er sich ein gutes Zubrot durch Samenspenden. Das Ergebnis: über 500 Kinder und eine ganze Handvoll wollen nun gerichtlich bewirken, dass sie ihren Erzeuger kennenlernen dürfen.




Meinung:
Starbuck, damit verbinden die meisten erst mal überteuerten Kaffee mit City-Charakter, eine Figur aus Melvilles „Moby Dick“ oder einen Piloten aus der Serie „Kampfstern Galactica“. Freunde der Viehzucht sollten aber wissen, dass einer der potentesten und bei Züchtern beliebtesten Zuchtbullen, ein Holstein-Rind, ebenfalls diesen Namen trug und genau deswegen lautet der Titel von Ken Scotts zweitem Spielfilm eben so. Wer also dachte es ginge hier um Kaffee oder weiße Wale, der irrt sich. Hier geht es um David Wozniak, der scheinbar zwei Jahre seines Lebens damit verbrachte, Sperma zu spenden und sich 20 Jahre später damit konfrontiert sieht, dass er der Erzeuger von über 500 Kindern ist.


Davids (r.) Kinder und er. Der Rest hockt auf der stillen Treppe.
Scott lieferte mit „Starbuck“ eine typische Alles-wird-gut-Komödie ab. Etwas Drama, viel Komik, eine Lösung die alle Probleme beseitigt und ein wenig Tränenflüssigkeit. Das funktioniert alles in allem recht solide, vor allem dank des Hauptdarstellers Patrick Huard, der seiner Rolle eine charmante Note verleiht. Sein David Wozniak ist ein kumpelhafter Verlierertyp aus dem Bilderbuch. Ein toller Kerl zum Pferdestehlen, auf den der gesamte Film fokussiert ist. Das ist zum einen gut, weil es durchaus unterhaltsam ist diesem alten Slacker zu zusehen, allerdings für den Film oftmals auch schädlich, da alles anderen Attribute des Films dadurch in die hinteren Reihen verbannt werden und jedes Mal wenn sie nach vorne gezerrt werden den Film unsanft ausbremsen. Die Prämisse des Films, dass Lebenskünstler und Dauer-Verlierer David durch seine zig Kinder seinen Weg und seinen Platz im Leben findet, ist aber leider so hölzern und von vorneherein erkennbar, dass sich „Starbuck“ schwer tut seine Geschichte von Anfang bis Ende, durchgehend sehenswert zu präsentieren. Das ist alles immer so nett, sanft und ohne Ecken und Kante inszeniert, dass es schnell ermüdend wird, wenn David heimlich seine Kinder beobachtet und versucht ihre Lebe positiv zu beeinflussen. Dass Scott dabei wirklich immer eine gute Lösung, für jedes noch so schwere oder gar ambivalente Problem auftischt, macht die ganze Sache sogar so unglaubwürdig, dass einem selbst der Charakter von David irgendwann vorkommt wie ein Held aus einer lieblosen TV-Schmonzette.


„Starbuck“ ist kein Ärgernis, aber es fehlt ihm Mut. Mut zu offenen Fragen und ungelösten Konflikten. Mut auch einmal etwas Unsympathisches zu zulassen und vor allem Mut der Wandlung seiner Hauptfigur auch mal richtige (emotionale) Steine in den Weg zu legen. Ja, hier läuft alles zu glatt. Ein Mitfiebern und somit auch Empathie ist nie wirklich nötig. Bedauerlich, auch wenn „Starbuck“ seine primäre Aufgabe, den Zuschauer auf unkomplizierte Weise zu unterhalten, erfüllt, aber ein bisschen mehr, hätte es schon sein dürfen. Eine Bitte, der der Zuchtbulle Starbuck sicher nie zu hören bekam.

5 von 10

Review: GOON - KEIN FILM FÜR PUSSIES - Sport ist Körperverletzung

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Fakten:
Goon – Kein Film für Pussies (Goon)
Kanada, USA. 2011. Regie: Michael Dowes. Buch: Evan Goldberg, Jay Baruchel, Adam Frattasio, Doug Smith. Mit: Seann William Scott, Jay Baruchel, Allison Pill, Kim Coates, Liev Schreiber, Eugene Levy, Marc-André Grondin, Jonathan Cherry, David Paetkau, Ricky Mabe u.a. Länge: 88 Minuten. FSK: Ab 16 Jahren freigegeben.


Story:
Er hat einen miesen Job, keine Pläne, ist Single und seine Familie schämt sich für ihn. Doug ist der geborene Loser. Das einzige Highlight in Dougs Leben ist Eishockey. Zusammen mit seinem besten Freund Pat zelebriert als Fan jedes Spiel seiner lokalen Mannschaft. Als Doug bei einem Match mit einem Eishockeyspieler aneinander gerät und er diesen mit Leichtigkeit K.O. schlagen kann, erhält er vom Coach des Teams ein verlockendes Angebot: Doug soll als ‘Goon‘ gegnerische Spieler mit unsportlichen Methoden ausschalten. Genau darin findet Doug seine Erfüllung und schon bald wird ein echtes Profil-Team auf ihn aufmerksam.


Meinung:
Sport ist Mord, dies sollte allgemein bekannt sein. Bei „Goon“ ist Sport jedoch kein Mord, sondern nur Körperverletzung, äußerst brachiale Körperverletzung. Der Film von Michael Dowes erzählt im Grunde eine klassische Underdog-Story. Eine Geschichte von einem netten Kerl, der durch Zufall, Glück und ein gewisses Talent seinen sportlichen Traum verwirklichen kann. Klingt nach „Rocky“ und hat auch etwas davon, jedoch nicht seine sportliche Attitüde, sondern die Tatsache dass es bei „Goon“ ordentlich Dresche gibt und dabei spielt er gar nicht im Box-Milieu, hier geht es um Eishockey.


Als Goon muss Doug auch einstecken und zwar ordentlich
Eishockey ist nicht gerade als zimperlicher Sport bekannt und „Goon“ ist der Wettkampf um Punkte, Auszeichnungen und Trophäen auch ziemlich egal. Hauptfigur Doug ist nur auf dem Eis um gegnerischer Spieler eins drüber zu hauen. Dabei spritzt Blut durch die Luft, fliegen Zähne aufs Eis und platzen Lippen auf. Regisseur  Dowes zelebriert die Gewalt auf dem Eis und sie ist effektiv, sprengt sie doch die ziemlich bekannte Geschichte etwas auf. Letztlich sind es nur kurze Momente, in denen „Goon“ die Sicherheit seiner Story verlässt und dass er dies anscheinend nur durch Brutalität schafft, ist auch nicht gerade ein Zeichen von Größe. Trotz allem ist die Komödie ein amüsanter Zeitvertreib. Hauptdarsteller Seann William Scott, der ewige Stifler aus den „American Pie“-Filmen, spielt Raufbold und Eishockeyspieler Doug charismatisch, wie eine Mischung aus in sich ruhendem Schoßhund und beißwütiger Bulldogge. Sein Werdegang vom Rausschmeißer einer kleinen Spelunke bis hin zum Mitglied eines professionellen Eishockey-Teams  besitzt keine lethargischen Aussetzer und verläuft auf bekannten aber gut funktionierenden Schienen. Echte Patzer erlaubt sich „Goon – Kein Film für Pussies“ nicht, wohl aber kleine Ausreißer heraus aus dem Trott seiner Underdog-Handlung. Das ist auf eine ordinäre Art und Weise sympathisch und recht unterhaltsam. Dies liegt vor allem auch daran, dass Doug im Grunde ein echter Loser ist, ein armer Wicht, der seine Aggressionen meist nur als zweite Option ansieht, außer er ist auf dem eisigen Spielfeld und sein Trainer verlangt von ihm einen gegnerischen Spieler auszuschalten.  Doug ist ein einfach ein uriger Kerl, ein Archetyp eines liebenswerten Proleten und genau daran liegt es, dass „Goon“ trotz seiner mangelnden Vielseitigkeit so wohlwollend wirkt. 

Am Ende bleibt von „Goon“ nicht viel hängen. Für solch eine Art von Film, gab es aufbrausende Brutalitäten, die durchaus authentisch aufzeigen, was eine Faust mit einem Gesicht anrichten kann, dies macht aus dem Film von Michael Dowes aber auch keine wirkliche Besonderheit. Aber im Pool der ähnlich gelagerten cineastischen Werke rund um Sport, Underdogs und den plötzlichen Aufstieg kann Dowes Film mit simplen aber effektiven Andersartigkeiten recht positiv herausstechen. Ein großer Wurf ist „Goon – Kein Film für Pussies“ dadurch immer noch nicht, aber der Film wirkte auch nie wirklich so, als würde er dies ernsthaft versuchen.

6 von 10

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