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Review: FREITAG, DER 13. - Reboot à la Bay

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Fakten:
Freitag, der 13. (Friday the 13th).
USA, 2009. Regie: Marcus Nispel. Buch: Damian Shannon, Mark Swift. Mit: Jared Padalecki, Danielle Panabaker, Derek Mears, Amanda Righetti, Travis Van Winkle, Aaron Yoo, Jonathan Sadowski, Julianna Guill, Ben Feldman, Arlen Escarpeta, Ryan Hansen u.a. Länge: 93 Minuten. FSK: ab 18 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.

Story:
Einige Teenager wollen in einer Sommerhaus am Crystal Lake ein spaßiges Wochenende erleben. Sex, Dope, Alkohol, alles was dazu gehört. Zufällig begegnen sie Clay, der gar nicht in Feierlaune ist. Er ist auf der Suche nach seiner Schwester, die vor kurzer Zeit am Crystal Lake spurlos verschwand. Das trübt die Stimmung nicht ernsthaft, bis sie selbst um ihr Leben fürchten müssen. Jason Voorhees, der vor Jahren angeblich im See ertrank, will den Tod seiner Mutter rächen und schlachtet sich unaufhaltsam durch das Grüppchen.



Meinung:
Michael "Bum-Bum" Bay, eine der größten Abrissbirnen und der Krawallbrüder des US-Blockbusterkinos, schickte sich in den vergangenen Jahren an, einige der größten Klassiker des Horrorfilms im neuen Gewand auf die Kinoleinwand zu bringen. Neben "The Texas Chainsaw Massacre" und "Nightmare on Elm Street" auch "Freitag, der 13.". Aus kommerzieller Sicht sicher keine schlechte Idee, künstlerisch aber mehr als zwiespältig. 


Im Gegensatz zu den anderen beiden Filmen handelt es sich bei dieser Neuauflage allerdings nicht um ein klassisches Remake. Wenn überhaupt, eine Neuinterpretation und dann auch eher von Teil 2. Die Geschehnisse des Originals, genau genommen nur dessen Endfight, werden ganz kurz zu Beginn nachgestellt, ab dann lässt sich darüber streiten, ob der Film nun als alternativer zweiter Teil oder einfach als Teil 11 der Gesamtserie angesehen werden kann, der zeitlich irgendwo zwischen Teil 9 und 10 einzuordnen ist. Wie auch immer... Letztendlich auch vollkommen sekundär, über zeitliche Logik wurde sich schon in der Ur-Reihe eher einen feuchten Dreck geschert. Da zogen, theoretisch, zwischen einigen Filme so viele Jahre ins Land (obwohl fast jährlich erschienen), dass die Handlung schon in den letzten Filmen ("Jason X" mal bewusst ausgeklammert) fast in unserem Jahrtausend spielen müsste, als irgendwann in den wilden 80ern.


Total 80er: Jason pfeift auf ein cooles Outfit
Wie schon bei Bays TCM-Remake darf "unser" Marcus Nispel wieder Regie führen. Was das bedeutet, dürfte dem fachkundigen Publikum klar sein. Nispel versteht sich als ehemaliger Videoclip-Regisseur in erster Linie auf Ästhetik. Clip-Ästhetik. Bedeutet: Das sieht an und für sich recht gut aus. Nimmt man einzelne Momente seines Films oder nur ein kurzes Zeitfenster, z.B. einen Trailer, macht das durchaus Lust. Das es neben der Ästhetik aber noch viel grundliegendere Elemente bei einem Film gibt, ist der Haken bei der Sache. Schlussendlich bleibt ja auch die Frage, was will diese Ästhetik transportieren, wo soll die Wirkung liegen? Genau das ist das Problem, bei "Freitag, der 13." wie Nispels Filmen generell. 


Durch seinen betont dunklen, aufgesetzt schmutzigen Flair (was der Film nämlich gerade nicht hat, da es zu gelackt wirkt) suggeriert er Härte, Brutalität und Terror. Hart und brutal ist sein Film auch zweifellos, rein auf seinen Gore beschränkt braucht sich Nispel nicht hinter den anderen Teilen verstecken. Nur die angepeilten Grundstimmung von Leid und Terror kann er nicht erzeugen, bzw. sie nicht aufrecht erhalten. Nispel verweigert sich durch seine heraufbeschworene Ernsthaftigkeit konsequent dem, was die Serie im Prinzip ab Teil 3 prägte: Eine gewissen Charme durch Slasher-Spaß. Teil 1 & 2 erzeugten eher das, was Nispel wohl auch vorschwebte, nur vergaloppiert er sich damit gewaltig. Um wahre Spannung, Terror und ein Mitfiebern mit den Figuren zu bewirken, fehlt es dem Film an Spannung (damit ist nicht Tempo und Gewalt gemeint, die gibt es gerade zum Ende reichlich) und ganz entscheidend: Die rolligen Hampelmänner sind dem Zuschauer nicht nur unsympathisch, sie und ihr Schicksal sind ihm vollkommen wurscht. Wer und ob da überhaupt jemand überlebt, wie grausam er gerichtet wird und wie er leiden muss, total egal. Ab Teil 3 war das ähnlich, hier ging es in erster Linie um Jason, aber das wurde anders angegangen. Das war eben unterhaltsam, sich seiner klischeehaftigkeit und dem dadurch entstehenden Humor (meistens) bewusst und das wurde auch ausgespielt. Nispel geht das so bierernst an, da muss er auch schocken können. Das funktioniert nun mal nicht.


Bei Nispel stehst du im Regen
Es wird schon fast verklemmt, wie er sich an seine Bilder, seine Gewalt und seine wimmernden Opfer klammert, ohne das der Zuschauer nur ein einziges Mal zum Mitleiden eingeladen wird. Im Gegenteil, eigentlich ist jedem der Vögel sein Schicksal voll gegönnt, nur wird im Gegenzug auch Jason nicht als heimlicher Held inszeniert. Somit entsteht ein Film ohne Identifikationsfiguren, nur mit Assis und einem Monster ohne Charme. Langeweile wird eigentlich nur durch das Tempo verhindert. Wie arg es davon abhängig ist, fällt sofort auf, sobald mal über mehrere Minuten niemand ins Gras beißen muss. Da fehlt es Nispel eben an erzählerischem Geschick. Er kann einfach keine Geschichte erzählen, sie nur bebildern. 


Bemerkenswert übrigens: Der Titel wird erst nach über 20 Minuten eingeblendet. Fast ein halbes Dutzend Pfeifen wird quasi als Opener verschließen, was andere Filme in maximal 5 Minuten verrichten. Warum? Keine Ahnung, aber eine Möglichkeit: Sonst hätte das Material gar nicht für eine taugliche Spielfilmlänge genügt. So behilft man sich durch eine rein auf den Effekt gerichtetes Abschlachten, was erzählerisch überhaupt keinen Wert hat. Das nennt man dann wohl Gewalt zum puren Selbstzweck. Ohne den Moralapostel raushängen lassen zu wollen, da bin ich auch eindeutig der falsche Mann für, aber das ist doch schon irgendwie billig und fast armselig.


Ich will den Film nicht komplett zerreißen, den irgendwie hat er ja diesen Reiz eines interessanten Trailers, wo durchgehend etwas passiert und die vereinzelten, aus dem Gesamtkontext gerissenen Szenen durchaus Schauwerte besitzen. Tja, aber ein Film ist nun mal mehr als das...

4 von 10 toten Kiffern




Hier geht’s zu den Reviews der anderen Teile:

Freitag, der 13. (1980)
Freitag, der 13. – Jason kehrt zurück
Und wieder ist Freitag, der 13.
Freitag, der 13. – Das letzte Kapitel
Freitag, der 13. – Ein neuer Anfang
Freitag, der 13 – Jason lebt
Freitag, der 13. – Jason im Blutrausch
Freitag, der 13. – Todesfalle Manhatten
Jason goes to Hell – Die Endabrechnung
Jason X

Review: FREITAG, DER 13. - Soulis Meinung zum Horror-Klassiker

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Fakten:
Freitag, der 13. (Friday the 13th)
USA, 1980. Regie: Sean S. Cunningham. Buch: Victor Miller, Sean S. Cunningham. Mit: Adrienne King, Jeannine Taylor, Kevin Bacon, Robbi Morgan, Harry Crosby, Mark Nelson, Betsy Palmer u.a. Länge: 91 Minuten. FSK: ab 18 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.

Story:
Seit Jahren scheint ein Fluch auf dem Camp am Crystal Lake zu liegen. Erst ertrank ein kleiner Junge, im Folgejahr wurden zwei Teenager brutal abgeschlachtet, immer wieder gab es Brände oder das Wasser war verseucht. Nach fast 20 Jahren soll das Camp wieder eröffnet werden. Eine Gruppe Teenager kommt kurz vor der Eröffnung dort hin, um als Betreuer zu arbeiten. Der Fluch scheint sich zu bewahrheiten: Einer nach dem anderen wird grausam ermordet.




Meinung:
Der feuchte Traum eines jeden wollüstigen Adoleszenten: Die Sonne wirft angenehme Strahlen vom höchsten Stand des Firmaments, der Sommer ist in seiner wärmenden Schönheit der wohltuenden Hochstimmung nahe und die jugendliche Meute findet sich zum Feiern, Kiffen und Poppen im idyllischen Camp Crystal Lake zusammen, nicht nur um die Seele baumeln zu lassen und die unverbrauchten Körper ins kühle Nass zu tauchen, sondern auch um den exzessiven Verlangen des pubertären Hormontaumels nachzugeben. Dem bunten Treiben wird jedoch ein jähes Ende gesetzt, nachdem die ersten dicken Tropfen des roten Lebenssaftes durch die Gräueltaten eines Unbekannten auf den Waldboden fielen. Das vermeidliche Paradies wird zum Alptraum und der unzüchtige Garten Eden konvertiert zur schauderhaften Kulisse des Schreckens. Dem Unterhaltungsfaktor wird dabei allerdings keine Barriere in den Weg gelegt und der heutige Meilenstein unter den Slashern hat nur wenig von seiner eigentlichen qualitativen Beschaffenheit einbüßen müssen.



Grausam, diese Frisuren
Autonome Innovationsvielfalt kann man Victor Miller und seinem Drehbuch zum Schlitzer-Urgestein „Freitag der 13.“ nicht nachsagen. Das könnte man dem Klassiker nun zwar durchaus als nachteiliges Manko ankreiden, doch damit würde man sowohl der Arbeit Millers, als auch der Inszenierung von Sean S. Cunningham überaus unilateral entgegentreten. Beide wollen „Freitag der 13.“ schließlich in keinem Augenblick unter der heuchlerischen Maskierung der eigenständigen Individualität versilbern, sondern tragen ihre Anleihen und Referenzen ohne jede Zaghaftigkeit offen aus. Das „Freitag der 13.“ in seinem – aus heutigen Sicht – abgegriffenen Genre-Kosmos dennoch außerordentlich gut funktioniert, liegt vor allem am kennzeichnenden Charme der Umsetzung, die aus ihrer formalen Restriktion und der informalen Nachahmung eben doch einen beachtlichen Skopus an atmosphärischer Spannweite generiert und selbst den genreaffinen Zuschauer zu packen weiß.


Das der Franchise-Startschuss mit darauffolgender Endlosschleife noch ohne seine eigentliche Horror-Ikone mit Machete und Eishockeymaske auskommt, ist nur ein kleiner Nutzeffekt, der den kenntnisarmen Betrachter das Miträtseln wenigstens ein Stück weit ermöglicht und zum weiteren Verfolgen der Reihen einlädt. Was bleibt ist ein Fundament der Einfachheit, bestückt mit dünnen Komponenten, die man heute berechtigterweise als Klischees abstempeln darf. Harry Manfredinis Score besitzt zu dem noch den echten Symbolcharakter der lauernden Bedrohung und kann im Zusammenspiel mit den Ego-Kills seine erhoffte Wirkung in Sachen Spannung durchaus entfachen, auch wenn sich die Dekuvrierung des Täters im Finale überdeutlich in die Länge zieht und die konstruierte Inszenierung von „Freitag der 13.“, der so oder so jede Raffinesse fehlt, noch einen ennuyanten wie kraftlosen Showdown aufdrückt. Sorgsamen Minimalismus à la „Halloween“ bekommt man hier nicht geboten, eher verdeutlicht sich „Freitag der 13.“ als ungraziöser Spross der Slasher-Gefolgschaft, der sein Ziel – im Gegensatz zu unzähligen Nachkömmlingen – mehr als zufriedenstellend erreicht. Ki Ki Ki, Ma Ma Ma...

7 von 10 abgetrennten Köpfen in Zeitlupe

von souli

Review: JASON X - Jason goes to space

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Fakten:
Jason X
USA, 2001. Regie: Jim Isaac. Buch: Todd Farmer. Mit: Kane Hodder, Lexa Doig, Jeff Geddis, Peter Mensah, Markus Parilo, Melyssa Ade, Jonathan Potts, Lisa Ryder, Dov Tiefenbach, Chuck Campbell, Todd Farmer, David Cronenberg u.a. Länge: 88 Minuten. FSK: keine FSK Freigabe. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.



 
Story:
Im Jahr 2455 entdecken Studenten bei einer archäologischen Expedition auf der inszwischen verödeten Erde den eingefrorenen Körper von Jason Voorhees. Sie nehmen ihn mit auf ihr Raumschiff, wo sich Jason bald wieder bester Gesundheit erfreut. Die Warnungen von Rowan, die neben Jason gefunden und ebenfalls reanimiert wurde, kommen zu spät. Der Wüterich dezimiert die Crew im Schnelldurchlauf. Lässt sich Jason nicht mal durch futuristische Technologie stoppen?




Meinung:
Friday The 13th: A Space Odyssey. Kaum zu glauben aber wahr, Jason Voorhees verschlägt es im zehnten Teil der Serie nicht nur ins Jahr 2455, sondern obendrein noch ins Weltall. Eine Schnapsidee sondergleichen, auch dementsprechend umgesetzt. Trash hoch 10, was allen Beteiligten scheinbar voll bewusst ist und deshalb sogar funktioniert. 


Des Kaisers neue Kleider: Jason geht mit der Zeit.
Mal ganz abgesehen von der bescheuerten Idee, hier ist vieles nur mit einer ordentlichen Prise Humor zu nehmen. Knapp 11 Millionen Dollar Budget, also rund das 22fache des Originals, gingen in erster Linie für die Goreeffekte drauf, die können sich auch sehen lassen. Die sonstigen Special Effects, die bei einem Weltraumtrip nun mal unumgänglich sind, bewegen sich auf einem sehr bescheidenen Niveau. Die Kulissen des Raumschiffs sind putzig-billig, für eine Produktion des neuen Jahrtausends bald schon peinlich. Wenn es denn welche gibt. Gelegentlich wird sich schlicht durch einen stockdunklen Hintergrund beholfen. Der komplette Beginn, der ja nicht mal in einer futuristischen Welt angesiedelt ist, kommt praktisch ohne jeglichen Hintergrund aus. Große Halle, bis auf die Darsteller wird nichts beleuchtet, fertig ist die Laube. So leicht armselig das anmutet, so überraschend wird der Auftakt durch einen Gastauftritt geadelt: David Cronenberg gibt sich ein Stelldichein. Damit bekommt Jason Voorhees im x-ten Anlauf sein prominentestes Opfer serviert (Kevin Bacon zählt da ja nicht). 


Im kostengünstigen Look geht es dann munter weiter: Ab in die Zukunft, in der ein Studium scheinbar keine hohen Anforderungen mehr stellt. Da dürfen auch hübsch-blöde Schneckchen angehende Doktoren spielen, macht ja eh alles der Computer. Bauchnabelfrei kommt auch 2455 nicht aus der Mode, viel Haut, wenig Hirn, so soll es sein. Die Schauspieler passen prima auf ihre Rollen, geben alles, schreien, gucken doof und sehen hübsch aus. Method Acting in seiner besten Form, chapeau


Lustig ist übrigens auch die Tatsache, dass es medizinisch zwar überhaupt kein Problem darstellt, tote Menschen wieder zum Leben zu erwecken, doch wenn wer aus der Crew ins Gras beißt, wird darauf nicht zurück gegriffen. Da ist tot dann eben tot. 


Jason sorgt für Frostbeulen.
Was jetzt klingt wie ein reines Desaster ist tatsächlich, kaum zu glauben, echt unterhaltsam. Die ganze Nummer ist so bewusst albern und überzogen angelegt, dass lässt sich kaum nicht mögen. "Jason X" ist eigentlich schon eine Komödie, zum Teil sogar nicht unfreiwillig. Nichts wird hier auch nur ansatzweise ernst genommen, das Abschlachten wird als Ekel-Happening inszeniert, blöde Sprüche werden gekloppt, die Serie wird bewusst ad absurdum geführt. Die Grenzen zwischen gewollt lustig und aus den Umständen erzeugt sind fließend, dass ist einfach sagenhafter Quatsch. Einer der besten Momente: Die Crystal-Lake-1980-Simulation. 


"Willst du ein Bier, oder einen Joint, oder vorehelichen Sex? Wir lieben vorehelichen Sex!"


"Jason X" hätte so gewaltig in die Hose gehen können, rettet sich aber durch seinen Trash-Charme. Kein Teil der Reihe lässt sich mit gutem Gewissen als Trash bezeichnen, dass hier ist nichts anderes, von vorne bis hinten. Aber eben nicht (nur) ausversehen, das ist unverkennbar. Es schwankt zwischen entsetzlich und herrlich, Persiflage und Unvermögen, über und mit dem Film lachen. Kurzum: Es macht Spaß. Total gaga, manchmal grausig schlecht gemacht, aber irgendwie liebenswert. Einer von zehn Teilen darf auch so was sein.

5,5 von 10 aufgetauten Kultkillern